LP: stress – stress

jo, ist ne Weile her, dass ich diese wunderbare Platte von Stress zugeschickt bekommen hatte.
Dazu kommt dann noch eine erste, wenn auch manchmal recht oberflächliche, Recherche, wer die Band ist, wo sie herkommt, etc.
Schwierig. Ich musste bei Bandcamp ein wenig blättern, um sie zu finden und im Netzt findet man halt einfach auch 16841 andere Bands, die so heißen.
Hach.

Und erst jetzt merke ich also, was ich bis jetzt verpasst habe: eine hammergute Platte der Band Stress aus Rostock.

Die selbstbetitelte, 12 teilige Schallplatte überrascht mich total. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da so Deutschpunk drauf ist.
Joah, ist das auch, aber: Stress machen einen super Spagat in den Postpunk, haben tolle Hooks am Start. Wahnsinn. Ich bin fassungslos begeistert!

Die Gitarre ist furztrocken, ein wenig Hall, spielt Chrischan, und die Bassistin Dani singen jeweils gemeinsam oder im Wechsel. Manchmal blitzt da sowas wie Horrorpunk durch, keine Ahnung, ich ringe eben auch etwas nach Worten.

„blase“, „sarg“ und „frei“ sind hammergute Songs.
Ersterer könnte in den 80ern von die Ärzte geschrieben worden sein. Dani, Basssolo, und dann kommt der englische Refrain. Fuck my life ist der gut!
„we gonna die one day – i did it yesterday“
Düsterer geht es in „sarg“ zu, klar. Kratzige Stimme, wavige Basslinie, erinnert mich ein wenig an Dr. Dexter (gibt es leider nicht mehr und sehr lokale Band aus Magdeburg).

Wenn Dani singt wirds richtig melodisch.
Jetzt fällt mir ein, an was mich der Schriftzug von Stress erinnert: diese Platte von Schrappmesser.
Das Artwork, ein Männchen mit einem Haufen (Impf?) Nadeln im Kopf ist sehr minimalistisch, finde genau das im Kontrast zu dem fetten Schriftzug aber total gut!
Leider gibt es echt sauviele Bands, Interpreten, die Stress heißen. Da werden sie wohl nicht so wirklich zur Kenntnis genommen werden können.

Stress kommen aus Rostok. Haben die Songs selbst aufgenommen. Mix und Master von Peter Schade und erschienen via Abbruch Records. Ein Brandenburger Label was die Antifschistische Fahne hochhält; und den Punk lebendig!

Der letzte Song ist ein schöner Rausschmeißer „2bu“ (to be you).

 

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. Chef-Redakteur bei ProvinzPostille (Fanzine, Online-Mag) seit 2014 Gitarrist*in bei pADDELNoHNEkANU (Punkband) seit 2002 CEO bei Krachige Platten (Label) seit ewig Redakteur bei Vinyl-Keks (Online-Mag) seit 2019 "Irgendwas mit Medien" bei Lautstarke Filme (Videoclips) seit ewig Labertasche bei Plattenschau Podcast seit 2023

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