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LP: phantom bay – underground

Single Sided, fünf Songs.
Als ich sie 2023 auf dem Hellfest in Stuttgart gesehen hatte, war ich schon schwer beeindruckt – scheibar so sehr, dass ich vegaß, ein Video der Band zu machen.
Ich habe mir nicht gleich alle Platten bei der Band gekauft, sondern erst im Nachgang.

Nun, im September ist ihr EP underground erschienen und läuft seitdem heiß!
Mich erinnert es sofort an die Band Sleep Routine, die ich vor ner gefühlten Ewigkeit hier besprochen habe. Reibeisenstimme, cooler Emo. Eben jetzt Phantom Bay.
Die Band kommt aus Bremen. Haben ein sehr geiles Tempo, Alibi, ein wahnsinnig guter Song.
Sehr tighte, melodische, amerikanische influenced, aber Phantom Bay haben dieses Quentchen “angepisster Emo” am Start, welches einfach megagut ist!
Nach vorne gespielter Punkrock. Teilweise spielten sie schon bei New Native, The Deadnotes oder Casually Dressed, sind also keine ganz unbekannten Musiker, trotzdem noch recht jung!
Fünf richtig gute Songs!

Die Lyrics sind hinterfragend, in ihrer Bitterkeit und Verzweiflung auch suchend nach dem Ende des Tunnels.

Everyone is bitter
Everyone feels sick
We consume all that’s left
Shortsighted minds push us out into the tide

“no space” ist ein Song, der erstmal sehr hart auf mich wirkt. Es ist erstmal “Arbeit” sich selbst zu hinterfragen. Gute Antworten kommen nie einfach.
In “bullet” geht es darum sich eben jene Gedanken in den Kopf zu schießen.
“Ends meet” ist der klare Hinweis darauf, dass nicht jeder von den selben vier Buchstaben angetrieben wird. Phantom Bay sind sehr erzählerisch in ihren Lyrics. So gibt es in diesem Song einen Dialog!
Der letzte Track, dieser wahrlich sehr kurz und knackig gehaltenen Songs zwischen eineinhalb und zweieinhalb Minuten, “collective decline” handelt von den Dingen, an denen wir permanent scheitern. Dauernd sinnlose Texte lesen, die nichts haben und niemanden treffen. Und man sich fragen sollte, ob man nicht an diesem “kollektiven Niedergang” mitmachen möchte!
Musikalisch eine tolle Energie. Der Sound, die Rotzigkeit ist geil.

Einseitig bespielt, rotes Vinyl.

Artwork by Yannic Arens. KROD Records.

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MC: black square – zweifel

Eine neue EP namens “zweifel” haben BLACK SQUARE in Eigenregie aufgenommen und als Tape rausgebracht. Sie haben einen letzten Post bei Insta abgesetzt und verzichten in Zukunft auf Präsenz bei Meta-Plattformen. “Dieses Profil ist inaktiv. It’s time for: Anarchismus und grundlegende Staatskritik gegen den neoliberalen Kapitalismus.” Ja, kann ich nachvollziehen. Ich überlege noch. Mit Meta. Anarchismus ist für mich keine Alternative zu meinem Lebensstil. Aber bevor ich mich um Kopf & Kragen rede/schreibe:

Ich nehme es vorweg: schade, dass nicht wieder eine LP erschienen ist, wobei das Format MC (ein Klassiker für sich) mit diesem fetten Booklet einfach auch supertoll aufgemacht ist!

Druckvolle Songs, supergute Aufnahme. Bonny weiß ziemlich genau, was er da mit der Gitarre machen kann und hat ein gutes Gespür für Melodien.
Anna, die Drummerin, ist inzwischen fester Bestandteil der Band und “ersetzt” final die Drummachine. Ein Glück! Auf Seite zwei gibt es, für alle, die mal eine Drummerin werden wollen, die Songs als Playalongs. Wirklich coole Idee!

Das, was Black Square  so außergewöhnlich macht, ist die Herangehensweise an Songstrukturen und das darüberlegen von Gesang in Form von – ich nenne es mal – Botschaften. Von inneren Zusammenhängen, Erklärungen und der Wut über Mißstände.
Genau da steckt aber die Veränderung bei diesem Album drin! Fini singt nicht mehr alle Songs allein, sondern hat sich zu den einzelnen Themen, die angesprochen werden, adäquate Partner*innen dazugeholt. Bei “Diversity Workshop bei Microsoft” singt Saskia von Schrottgrenze mit. “von Leerstellen und Leerstand” hat HC Baxxter seinen Part. Die Titel zeigen schon zeimlich klar auf, um was es thematisch geht. Dadurch schreit Fini teilweise nicht mehr ausschließlich bei allen Songs, sondern singt mit ihren Partner*innen. Black Square also noch ein wenig abwechslungsreicher. Bisschen Lügen, bisschen Notgemeinschaft Peter Pan, um mal irgendeine Richtung aufzuzeigen!
Dieser Review ist wirklich zu “klein” um all den Informationen, Botschaften, hier zu sezieren.

Gebt euch diesen Release. Er ist sehr gut.
und er hat wahrlich einen Release auf Vinyl verdient!

Sie sind auf Tour im Sommer
14.06. Trier, Villa Wuller
15.06. Freiburg, KTS
19.07
. Erlangen, ZeWi
20.07. Ulm, Anarres
14.08. Marburg, Trauma
16.08. Hannover, Stumpf
17.08. Flensburg, Senffabrik
30.08. Mainz, tba
31.08. Erfurt, Hackebeil
13.09. Aschaffenburg, Stern
14.09. Hanau, Metzgerstr.

Gemischt & gemastert von Benedikt Haber
Artwork & Layout von Vicky Palmwarbler
Theorietext von Max (CC ND NC)
Released in Kooperation mit Black Cat Tapes, Colossus Tapes, Keep It A Secret Records und Mantis Magazine

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LP: knud voss – mono

Ein neues Album von Knud Voss flasht mich so hart, dass ich gar nicht mehr in die “Capristube” muss. Ein Hitalbum, dieses “mono”
Diese nordisch, lakonische Art zwischen Interna und diesen ganzen andern (bekannten) Bands.
Bei “mono” gehen Knud Voss nun endgültig auf dies Post-Punk /NDW- Schiene und dampfen ordentlich los.
Jeder Song minimalistisch, bei jedem Song habe ich nach einer Minte das Gefühl, ich hätte schon drei gehört – ist aber nicht so – die Songs haben nur drei Minuten, hehe.
In dieser stoischen Minimalistik, in der sie ihren Vorttag halten, steckt trotzdem total viel drin. Macht mega Spaß beim Hören. Es passiert trotzdem in jeder Strophe ein wenig etwas anderes, es nerven keine Solos – die in solche Songs / Songwriting auch gar nicht reingehören!
Es wechseln sich eher Lieder ab zwischen Band-Gitarrenmusik und Synthie-NDW. Und vor allem einem Synthie, der nicht rumnervt! Kein wildes Georgel. Es bleibt stoisch und minimalistisch und melodiös. Die Gitarren mal gegeneinander. Mal im Grauen eines Dunkel-Goth-Riffs sich verlierend.
Knud Voss haben ihre düsteren Momente wie “höhlenboy” und “unterbau”, hammergeile Tracks. Immer mehr im Punk-Tempo, als zu langsam und tragend zu werden.
Doch die Stimme bleibt gleich.

Da hätte man nochmal was probieren können.
Dennoch, die 11 Tracks sind eins A und kann man immer wieder hintereinander weg laufen lassen. Es passt alles zusammen.
Sound gut gemischt und selbstproduziert rausgebracht.

Knud Voss empfehlen sich für die ein oder andere Tour und könn(t)en sicher noch einiges auf Bühnenparkett zaubern.

Dran bleiben!

Vinyl in petrol und in schwarz zu haben. CD und digital, alles hier bei :

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LP: mørsch – hohldrehung

Das erste, was mir in den Sinn kommt, als ich diese einseitig bespielte Scheibe der Band Mørsch anhöre ist, dass sie in einer Fahrrinne mit Knud Voss, Litbarski, Herr Paulsen und das Zeitproblem aber vor allem Krawehl schippern.
Was ich richtig gut finde. Denn alle Bands sind gänzlich unterbewertet und fliegen hart unter dem Radar. Klar, in diesem Bereich des deutschsprachigen Punk bewegt man sich meist bewusst genau dort.

Mørschbringen sieben Songs, mir war die Band bis dahin noch nicht bekannt, obschon sie bereits zwei Demos raus haben und nun zwei EP’s on vinyl.
Gleich beim ersten Song “kein disco” drückt der melancholische Wind der Gitarren durch alle Luken und um alle Ecken. Mit “awwk” eine Ode an die leidige Selbstoptimierung. Irgendwie klingt da Pascow durch; nicht nur im Gesang, zwinker.
Mørschbleiben aber wesentlich wütender als alle bisher genannten Bands. Das macht sie mir grundsympathischer und ehrlicher, auch mutiger als die meisten. Der gemischte Sound ist knackig und dennoch bleibt er rough, wie die Musik.
Vielleicht haben die Herren auch einiges an Kaputkrauts gehört. Zumindest der Track “abschlag” über die Menschen, die einem so gar nicht am Herzen liegen, da ziemlich nah dran. Der Text ist schon ziemlich hart, trifft aber das, was man in größeren Städten vermutlich zu oft erlebt: Menschen, die einen brauchen, aber nicht wollen.

Mørschhaben viele Einflüsse und weben sie gekonnt ineinander. Das ist nicht aus einem Guß und macht die Crowd zu ihren mitfeiernden Freunden. Eher drückend und ehrlich. I like.

Vinyl kommt via Elfenart und hat auf Seite zwei die Frontcoverspirale als Siebdruck. Schön.
Alle Songs, bis auf einen, bleiben zwischen eineinhalb und drei Minuten. Nur ein Ausbrecher mit vier Minuten, bleibt aber kurzweilig. 60 Sekunden sind halt manchmal auch 71; und auf englisch; und mit gepfiffenem Solo. Ist doch irgendwie so Knochenfabrik, oder? Nie verstanden, diese Band.

Den Abschluß macht dann der sehr lyrisch wütende Track “schöner tag”.

Dieser Review ist auch – so ähnlich – beim Vinyl-Keks erschienen.

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7inch: unitX – ontario songs

Unit X habe ich hier vorliegen.
Fünf vegan straight Edge Hardcore-Smasher!
Die Band fährt einen klassischen Hardcore-Ansatz. Schnell, nach vorne, viele gute Breaks, abwechslungsreich. Und der Sänger kreischt nicht ganz so hoch, was mir sehr goutiert!

Insgesamt wirken die Songs aus einem Guss, man hat kaum einen Moment (Moshpart) zu Verschnaufen. Man knackt bewußt nicht die 2-Minuten-Marke.
Die Band ist ein Duo aus Sänger Tim Drew und Tausendsassa Pedrag Vujcic hat alle Instrumente von “Ontario Songs” eingespielt. Beide sind in Kanada beheimatet und kommen eben aus London, einer Stadt in Ontario.
Textlich werden ordentlich Worte gebraucht, dass sind keine repetitiven Slogans. Was Unit X in meinen Augen etwas besonderer macht, als die meisten Vertreter*innen des Hardcore.
Es geht viel um Erfahrungen, negative, mit denen man lernt umzugehen.

Erschienen als MC und 7inch bei Passion Means Struggle, SP Discos und Specimen 32

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MC: gosse – demo 2023

Dieses Tape hörte ich mich kurz vor dem Jahreswechsel an.
Gosse hatte ich mir bei Raccoone Records zum Oiro Tape “ratatatata” dazubestellt.
Cool. Die Sängerin scheint stimmlich directement aus der Punkrockhölle zu kommen und hat uns so einiges Mitzuteilen.
Ob es nun um Mainspaining “keep your piece”, die Auswirkungen des Allein-seins “grinding teeth” oder dem, was bleibt, nachdem die so calles friends einen Abflug gemacht haben “how did i get there?”

Für ein Demo ziemlich cool gespielt und aufgenommen. Ich weiß nichts weiter über die Band, wie alt sie sind oder so. Auch egal. Klasse Hardcorepunk. Garage-Punk. Kurze, knackige Songs, auf den Punkt gespielt.
Anspieltipp “ACAC (all cops are cops)” ein bisschen was für den Nietenpunker. Liebenswert. Es geht mir allerdings auch recht schnell auf den Zeiger.
Gosse aus Aachen kommen nach kurzem Anspiel in den Songs dann in ein höheres Tempo. Das macht irgendwie Bock!
Neun Songs in Coop von Raccoone Records und Chopped Off Records rausgebracht.

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LP: zirkus zirkus – bad news

Das Tape von Zirkus Zirkus (Review verlinkt), welches hier schon im Deck rauf und runtergelaufen ist, fand ich schon entzückend. Nun also ein Full-Length-Vinyl-Release.
Die Schlechten Nachrichten (zu englisch “bad news”) gleich vorneweg: Die Sonnenblume im Würgegriff auf dem Cover ummalt das musikalische Oevre.
Die Band ist Frösi, Rumpi, Herzi und Jakob. Zwei haben sich schon in der SBZ als Re-Aktion zusammengetan un dann 2015 als Zirkus Zirkus eine gemeinsame Unternehmung gestartet.

Die Band macht eine Art von Deutschpunk, die mir schon sehr gut reinläuft. Nicht einfach nur Rumkloppen. Das Songwriting ist eine ziemlich clevere Mischung aus dem “üblichen” Deutschpunk gepaart mit Dackelblut / Hüsker Dü-Gitarren. Sehr abwechslungsreich. Melancholie in der Gitarre, ein Basslauf, ein straight gespieltes Schlagzeug; darauf dann kurze und knackige Lyrics.
Es geht um Jesus, die “Magierin mit der Drahtkrone”, finde den Text von “Lachanfall im Schleudersitz” super:

Umverteilung. Guter Witz!
Aber nicht von meinem Geld
Lachanfall im Schleudersitz
Noch ne Runde um die Welt

Das ist oft sehr einfach, aber dennoch clever.
Selbst in einem Track wie “im alten Jagdschloss”, wo drauflos-geknüppelt wird, steckt noch einiges an Abwechslung!
Sehr gelungene 13 Songs!

Artwork von Paule Hammer, den ich hoffentlich hier richtig verlinke. Kommt mit Textbeiblatt.
Erschienen via Black Cat Vinyl, Elbtal Records und Lion Crew Records. Mit Unterstützung von Heldenstadt Anders e.V.

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LP: stiller – orangenes Album

Lasst mich mal “kurz” von vorne Anfangen:
Das Album liegt nun schon ne Weile. Stiller. Das orangene Album.
Gährte, blühte, vergißmeinnicht.
Ein Video hatte ich Marko, dem Mastermind hinter dem Projekt stiller zu “alles nur bla bla” geschnitten. Appetizer:

Wir hatten eine Videoproduktion verabredet, die dann im Frühjahr letztes Jahr stattfand.
That was fun. Wirklich. Schaut rein.
“schlafbedarf”

Warum dieser Song? Nun, er hatte mich, beim ersten Durchhören des Album sofort angesprochen. Einfach, locker gespielt, klingt wie aus der Hüfte geschossen, ebenso lockere, wie auch geistreiche Lyrics drauf, fertig ist ein Unter-Zwei-Minuten-Stück.

Und genau das macht nun Stiller auf diesem zweiten Album genau richtig und total Spaß.
Los geht es mit “was mache ich mit diesem Leben” und ist ein etwas anderer Anfang, als das, was ich erwartet habe. Bei Stiller geht es genau um dieses Spiel mit der Erwartungshaltung. Die weiteren Bandmitglieder sprechen da für sich: Inge von Klotzs am Bass und Nico von EA80 und Panikraum an den Trommeln. Zwei Bands, die ganz sicher das erwähnte Wort meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Die Herangehensweise von Stiller ist also in diesem Trio zum Grundgerüst der Band geworden. Dazu kommen Gastmusiker, in diesem Fall zB ein Trompeter (Markus Türk).
Zweiter Song ist dann das oben angespielte “schlafbedarf”.
Artwork ist von ruthz illustartionen, die auch schon die neue Klotzs-Scheibe und das erste Stiller-Album gestaltete. Eines kann ich sagen: ich habe noch NIE ein unnötigeres Plakat als Gimmick in einer Platte gehabt. Allein deswegen lohnt sich der Kauf. Hängt es auf. Geil!

Das unglückliche an diesem Bandnamen ist, das man ihn online nicht finden kann. Fast unmöglich. Wahnsinn.

Der dritte Track “zerfallen” kann mir richtig bildlich vorstellen, wie er diesen Song singt. Und klingt dabei nach Rio Reiser. Wie er dieses “zerfallen” intoniert. Ich habe Gänsehaut.
Einige heimliche Hits tummeln sich. Zwei hebe ich noch hervor.
Der Titel “folge dem Licht” schreckte mich erstmal ab, da derart Wortwahl in gewissen (esotherischen) Kreisen so krass abgenutzt wurde, blüht aber mit jedem Ton auf. Meine misanthropische Veranlagung hilft mir aber ungemein, Marko’s Stimmung und Wortwahl sehr gut nachzuvollziehen.
Ich mag den Vortrag dieser Band!
Gezielt werden Worte ausgewählt. Keine Wortspiele sondern Spiele mit den Worten ergeben das Wortspiel, zwinker.
“folge dem licht” ist da ein Top-Hit, der, wenn er durch so eine Popmaschine gezwängt worden wäre, sich immer noch genau so anhören müsste!
Dann noch “dein kommentar wurde gelöscht” – auf den Punkt gebrachte Misanthropie gegenüber dem sich-entzünden-lassen im Internett.

Ich komme nochmal zurück auf die Erwartungshaltung: die Band, der liebe Marko, hat sicher nun schon vergessen, dass es einen Review geben kann und sollte, von dieser Seite / Blog. Ich habe die Erwartungen also nicht erfüllt, sondern zeitlich aufs Äußerste ausgedehnt. Ich hoffe aber sehr, euch damit noch(mal) zu cachen!
Denn falls ihr noch nicht in dieses Album reingehört habt: tut es.
Ein Kleinod des Indie(punk)!

leider nur spotify. oder eben youtube (oben)

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LP: klotzs – sucht

Die Tour schon gespielt, die CD, dort in einfach erwerbbar, komplettiert durch eine zweite CD, versandt per Post an den geneigten Hörer und Fan, auch vollständig, kommt nun die lang erwartete Doppel LP der Band Klotzs via Majorlabel raus.
Ich hoffe sehr, dass das Interesse hoch ist, wie nie. Jedenfalls meine Freude ist groß, mal abgesehen vom Vinyl, CD’s lassen sich darauf einfach nicht abspielen.
Diese Platte ist großartig. Wenn ich mich bei der letzten Scheibe ” eine Stadt – keine Stadt” schon per wortakrobatischen Purzelbaum überschlagen habe, bin ich nicht ins Trudeln geraten, nein, ich bin begeistert.
Die Spielfreude geblieben, die Texte ein Reigen lebensnaher Worte und Reime, die einen großen Bogen über menschliche Auswüchse, Befindlichkeiten hin zu wahren Worten, die verdammt noch mal genau so gemeint sind, wie sie Inge aus dem Munde kommen.
Musikalisch zwischen Indie, Post-Punk, irgendwie so ein bisschen Rock, das geht aber eigentlich schon zu weit.
Klotzs haben diesen besonderen Sound durch die Barriton-Gitarre. Man kann schon fast Signature-Sound sagen.

Hier die musikalischen Ergüsse. Ich freue mich auf weitere Live-Erlebnisse und auf eine nächste Veröffentlichung. Schon jetzt.

Ich durfte ein Video für sie gestalten. Das sei euch nicht vorenthalten.

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LP: gaffa – am arsch

Erste ist Seite ist durch. Gaffa aus Stuttgart (Kaputtgart) haben einen neuen Longplayer raus. “am Arsch!?” und stellt mich vor die tiefgründige Frage, ob ich oder du oder die eigentlich am Arsch sind. Eventuell hilft mir die Musik, respektive die Texte auf die Sprünge:
Erinnert mich an richtig alte Geister wie Molotov Soda, Dödelhaie oder Dritte Wahl, wobei ich direkt sagen darf, dass dieser Release rein klanglich in der selben Liga spielt. Und mir auch besser gefällt, als die letzte Scheibe von den Dödelhaien. Eventuell liegt es daran, dass Gaffa nicht auf besonders lustig machen.
Wobei Punkbands aus Stuttgart ja eintweder Oi sind oder lustig.

Gaffa heben hier ganz klar die Faust gegen rechts. “v-mann” und “hängt sie höher” sind da zwei Anspieltipps.
Das Cover ist sehr simpel gehalten, mit der selben, klaren Ansage, wie die Songs auffe Platte.
So einige Beteiligte aus dem Stuttgarter Umfeld tummeln sich, wie zB Nuggele von Werthers Schlächte. Die gibt’s also auch noch.. hehe, dich habe ich, glaube ich, 1994 das erste mal gesehen – in Pforzheim, Schlauch. Oder es war etwas später. Ich spielte mit meiner Band Hünersüppchen auf einem Konzert mit ihnen. Und einigen andern Bands. Ich glaube, da hatte sich so eine Skinhead-Band eingezeckt und wurde hart aus dem Laden getrieben. War das Polski’s Geburtstag? Jedenfalls, wir wollten damals nicht witzig sein, und ich verstehe so manchen Witz bei solchen Bands so gar nicht.
Wolfram von Die Siffer (bald eine 7inch im Review), Lars Besa von Normahl. Lizal von Die Dorks (alter, was ist denn bei denen los? Spielen wohl mit Kärbholz … bäh.)

Zurück zu Gaffa. Felix lernte ich kurz auf einem Konzert im DemoZ in Ludwigsburg kennen. Seine Lebensgefährtin ist Fotografin! Mareike. Die mir an dem Abend einen riesen Gefallen getan hat – mehr dazu in Ausgabe #11 der ProvinzPostille.
Genug Namedropping. Ist ein wahnsinn bei dieser Band und deren Mitgliedern und Umfeld.
Sie sind aber auch sehr fleißig in den Linernotes, jedes Sample was eingespielt wird ist genau bezeichnet – mit Jahresangabe!
Gaffa haben gute Texte ohne Klischees, einen guten Sound, Songwriting funktioniert sehr gut. Irgendwie erinnere ich mich, dass das bei einer CD, die Gaffa mir vor Jahren zuschickte, etwas grungiger war; das war schlimm. Deutschpunk, sehr melodisch, sehr lustig und bejahend. Dafür, dass das so kritische Texte ist es aber auch ein wenig zu rotzig.

Für den, der Bock hat auf Gutelaune-Musik UND kritische Texte, der ist hier goldrichtig!

Erschienen via Abbruch Records.