interview: #4 – brutale gruppe 5000 – synthpunk – hamburg (r.i.p.)

BRUTALE GRUPPE 5000

Das kleine Provinzische Fragespiel. Voll lustig.

Wer seid ihr?

BRUTALE GRUPPE 5000 besteht aus KEM TRAIL, TO:MARS, EGON LASER & RADIOAKTIV MNNN.

PP:
Totale Spinner oder freie Radikale?

BG 5000:
Antioxidantien schützen den Körper vor freien Radikalen, welche als krebserregend einzustufen sind. Antioxidantien sind insbesondere in Obst und Gemüse enthalten. BRUTALE GRUPPE 5000 positioniert sich für den Verzehr von Obst und Gemüse, selbstverständlich ohne gentechnische Veränderung und nach Möglichkeit nicht käuflich erworben.

PP:
Look oder Einheit?

BG5000:
Die Einheit, zum Beispiel die deutsche Einheit braucht kein Mensch.
Jeder Mensch ist illegal und Schuld an der Misere. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Gebiet geboren wurde, gehört automatisch einer Nation an. Viele Menschen schmieren sich anschließend zu willkürlichen Anlässen wie zum Beispiel der Fußball Weltmeisterschaft ihre Nationalfarben ins Gesicht. Oder erschießen ihre Nachbarn. Oder beuten sie aus. Das ist nicht nur ein scheiß Look sondern soll darüber hinaus den Eindruck von Einheit suggerieren.
Das ist scheiße. Also: Weder Look, noch Einheit!

PP:
Schnell oder laut?

BG5000:
Da das eine die unkonkrete Beschreibung von Geschwindigkeit und das andere ein Ausdruck subjektiven Empfindens von Lautstärke ist, ist es sehr schwer eine Entscheidung zu treffen.
Beides in Kombination hingegen stellt eine gute Wahl von Kriterien hochqualitativer Punkmusik dar. Beides!

PP:
Casio oder Yamaha?

BG5000:
BRUTALE GRUPPE 5000 verwendet unter anderem einen Synthesizer der Marke Casio.
Dieser fand seinen Weg rein zufällig in den Proberaum, sodass sich diese Frage vorerst nicht stellte. Die Bassgitarre, die ebenso zufällig den Weg zu RADIOAKTIV MNNN fand, wurde vom Hersteller Yamaha fabriziert. Danke an die lieben Menschen, die diese Geschenke brachten. Beides!

PP:
Vergangenheit oder Zukunftsmaschine?

BG5000:
Die Vergangenheit ist keine Zukunftsmaschine, sondern die Zukunft ist eigentlich eine Vergangenheitsmaschine.
Die Zukunftsmaschine benutzt Gegenwart und Zeit zur Produktion von Vergangenheit.
Sie ist ein Perpetuum Mobile.
Die Zukunftsmaschine II ist eine Maschine, die aus Pflastersteinen, Fischgräten, bunten Bällen und Faktor X (der in einem Pappkarton geliefert wurde) ein Produkt herstellt: Schwebende, rosafarbene Wölkchen. Einäugig und mit einem Reisverschluss als Mund.

PP:
Amon Düül oder Kraftklub?

BG5000:
Ganz klar Amon Düül. Improvisierte Anti-Musiker*innen mit mehr Besetzungswechseln als Songstrukturen sind weitaus sympathischer als ne Bande gut promoteter Jungs, die beim Echo und 1 Live Preise abräumt. Im Zweifelsfall: Arno X Dübel!

PP:
Blume oder Blümchen?

BG5000:
„Ich will keine Blume sein, verdammt!“, dachte sich wohl auch Jasmin Wagner und legte im November 2000 ihr Amt als Blümchen nieder. Vielleicht hat sie was mit dem Song von BRUTALE GRUPPE 5000 zu tun, vielleicht aber auch nicht.

PP:
Dinosaurier oder Prophet?

BG5000:
Jede*r Prophet*in verkündet die Botschaft ihrer/seiner Vision, die er/sie von ihrer/seiner Gottheit erhalten hat. Wenn die Gottheit in Ordnung ist: Warum nicht? Wenn die Gottheit, wie in den meisten Fällen, nur Kackscheiße verlangt heißt es weiterhin: Fuck Off! Ich bin Atheist*in.

PP:
Brutal oder Banal?

BG5000:
Das Wort brutal lässt sich indirekt ableiten von Marcus Iunius Brutus, der einer der Mörder von Caesar war. Nicht, dass BRUTALE GRUPPE 5000 in irgendeiner Weise Mord befürworten würden, aber bei Riesenarschlöchern wie Gaius Julius Caesar muss differenziert werden. Du stehst also wieder vor dem moralischen Dilemma: Würdest du eine geringere Zahl Menschenleben beenden um dadurch eine größere Zahl Menschenleben zu retten?

PP:
Herzlichen Dank!

Randnotiz:
mit wem ich dieses Interview führt, schriftlich, kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Vielleicht war es, ein weiteres Mal, der umtriebige Kem Trail, spielt er doch auch (aka Tommy) bei Loser Youth, Aperó und einigen Bands und Projekten mehr.

 

 

interview: #4 – adoney – psych-rock – karlsruhe (r.i.p.)

Jemand taucht aus dem Nichts auf.

Nein, die Tür zum Büro des Artcanrobert geht auf, Jemand kommt rein und schweigt. Jables und ich sitzen auch wie angewurzelt auf der Couch und beobachten den Eindringling. Keiner spricht. Nach einer gefühlten Ewigkeit frage ich dann doch mal ein neugieriges, fragendes: „Ja?“ Ein Rülpser ins Mikrofon.
Klasse. Wäre das nun also auch geklärt.

Fürs Protokoll: es ist der 17.12.2016. Interviewpartner Jables, Gitarrist von ADONEY, einer Karlsruher Rockband und Felix Frantic, dem wildgewordenen Haufen Buchstaben, der aus allem einen Satz macht.

PP:
Ich würde gerne mit „hey, stellt euch mal vor“ beginnen, aber leider, leider, ist keiner da.
(Lachen) Wo sind denn alle?

Jables:
Leider, leider. Ich weiß gar nicht genau, was die anderen heute Abend machen. Ich weiß nur, daß die Probe morgen ausfällt.

PP:
Kein Jahresabschlußkonzert mehr anstehen?

Jables:
Doch. Also hatten wir schon. Letzten Freitag. Im Soundcheck One, von den Sons of Sound in Etzenrot. Kennste?

PP (lapidar):
Nö. Ich kenn keinen.

Jables (erstaunt):
Nicht?

PP (total verwundert):
Ist das in Deutschland?

Jables:
So’n Kaff im Tal bei Fischweiher, Busenbach. Fernab in einer alten Fabrik. Da machen die jedes Jahr das „soundcheck one festival“

Jemand läuft vorbei. Er hat einen Zettel auf dem Rücken kleben. Ich frage Jables, ob wir ihm das sagen sollen. Wir sind uns schnell einig, daß wir es ihm nicht sagen werden.

Jables:
Ne, lass uns mal gucken, was passiert.
(kichern)
Also die Band besteht aus Lars, unserem Sänger. Alex spielt Drums, Chris den Bass und eben ich an der Gitarre.

PP:
Ihr habt im Sommer eurer ersten Album rausgebracht „CHAGRIN“! Wie läufts?

Jables:
Kann es gar nicht so genau sagen. Fühlt sich alles sehr gut an und wir sind auch schon an der neuen Platte dran. Wir haben ziemlich viel neues Equipment gekauft, weil wir uns dazu entschlossen haben, die Nächste auch selbst zu machen. Das kommt daher, daß wir auch schon zur CHAGRIN alles selbst aufgenommen hatten und uns das Klangergebnis so überrascht hat, daß wir es nur noch zum Mastern gegeben haben. Chris hat sich da in letzter Zeit ordentlich reingefuchst.

PP:
Soll heissen: in 2017 kommt schon der Nachfolger?

Jables:
Das weiß ich nicht! (lachen) Man wie ja nie was passiert… Wäre schön! Doch ehrlich gesagt sind wir nicht die schnellsten Songwriter. Wir halten uns gerne an Kleinigkeiten auf und feilen lange, bis alles stimmt. Und wir sind gerade dabei, Gigs für nächstes Jahr zu planen, dieses Jahr läuft nichts mehr.

PP:
Ich sitze auch lieber unterm Tannenbaum und warte auf den Schnee.

Jables:
Oder man geht zum „Christmas Rock“ nach Gaggenau… wusstes Du, daß das dieses Jahr nicht stattfindet?
(verwundertes Gesicht)
Nur mit DJ! Wahnsinn!
Jedenfalls wollen wir versuchen, mehr rauszukommen, haben auch schon mal in Berlin gespielt.

PP:
Ihr seid ja auf einem quasi schon alteingesessenen Label EUCALYPDISC.
(raunen)
Ja, ich glaube, eins der ersten Releases war das EON-Demo Anfang der 2000er. Habe das immer von der Ferne beobachtet, was für Bands kommen und auch gehen und freue mich da für euch, daß ihr dort am Start seid!
(sehr lautes Schlagzeugspiel setzt ein)

Jables (laut):
Wir sind super super glücklich, dort gelandet zu sein, weil der Olli (Basser bei ELECTRO BABY r.i.p.) uns schon begleitet, seid wir zusammen Musik machen. Er hat uns für unsere erste EP auch das Cover gestaltet. Chris ist ohnehin der wahnsinns ELECTRO BABY Fan. (Interview aus Ausgabe 2) Deswegen ist das schon großartig, daß wir uns dort mit einreihen dürfen!

PP (schreit zurück):
Also bleibt ihr dem Label erstmal treu?

Jables:
Ja, auf jeden Fall.
(die Musik stoppt plötzlich, wir können wieder leiser sprechen)

PP / Jabels:
Joa, öh, hatte nen Gedanken, doch der ist nun… Öh.

PP:
Ach, beim Booking waren wir!

Jables:
Durch EUCALYPDISC sind wir in einem Vertrieb „herbie martin“ in Karlsruhe auch. Die machen zusammen ??? (unverständlich, obwohl es leise war!) Da kam der Carsten bei unserer Releaseparty im September im Substage auf mich zu, drückte mir sein Handy in die Hand und meinte „hast du schon den neuesten Post von Herbie Martin gesehen?“.
Wir waren tatsächlich schon am ersten Tag des Release auf Itunes direkt auf Platz 107 der Alternativcharts eingestiegen. Für den Releasetag mit Konzert im proppenvollen Substage mit unseren Labelmates ELECTRO BABY und dem Einstieg bei Itunes – das hat sich schon saugeil angefühlt. Klar, passieren tut da nicht so viel, ich wohne immer noch zuhause,
(Gelächter) es war einfach ein superklasse Tag!

PP:
Wie setzt sich denn eure Art zu spielen zusammen? Gibt’s ne schöne Schublade, in die man euch stecken kann? Alternative ist a doch auch ein recht weites Feld geworden mit einem ganzen Haufen Spielarten.

Jables:
Da tue ich mich, glaube ich, am allerschwersten von allen. Auf jeden Fall ist da Grunge drin. Das kriegen wir auch immer wieder bestätigt! Viele sagen, daß wir sie an PEARL JAM erinnern.

PP:
Mich hat das so an die Band erinnert, die „black hole sun“ gespielt haben. Klingt schwer nach meiner Jugend in den 90ern und einer offensichtlich gut gelungenen Verdrängung. Ich habe diesen Song leidenschaftlich gehasst!

Jables:
Ich sag es mal so: ADONEY ist alles, nur keine Konzeptband. Deswegen auch kein wirkliches festlegen auf ein Genre. In den Anfangstagen hatten wir Visitenkarten auf denen stand, daß wir Hard’n’Blues’n’Roll machen. Damals war mein Gitarrenspiel sehr vom Blues geprägt. Was dann bei mir zum Stonerrock wurde.
Als Lars dann dazukam, hat der auch noch mal musikalisches total viel in den Topf geworfen. In der Band hören wir schon sehr unterschiedliche Musik. Mit Alex höre ich die ganzen alten Rocksachen wie LED ZEPPELIN oder so. Der ist ja als Baby von seinem Vater mit DEEP PURPLE beruhigt worden!
Ich habe mit Musik recht spät erst angefangen. In der Realschule. Ich habe dann auf ner Party vom Kumpel meines Vaters, der immer wieder Jamsessions macht, Eric Clapton’s LEILA für mich entdeckt. Und so kam ich darüber dann an all die älteren Rocksachen.
Ich bin ein wenig abgeschweift. Wie setzt sich das zusammen? Ich würde sagen Grunge, Stoner, ich sag jetzt mal Blues, weil das immer noch voll in mir drin ist. Also passt Alternative Rock schon ziemlich genau!
Finde es echt schwer als Musiker seinen Nenner zu benennen, weil man so viel mehr darin sieht, als es vielleicht andere tun. Und dann fragen: „willste mich verarschen?“
(Gelächter)

PP:
Man hört euch echt an, das da Potential ist, was noch geweckt werden will, bei ADONEY. Ihr spielt gut zusammen! Ihr solltet mal raus aus der Provinz!

Jables:
Yeah, danke und auf jeden!

PP:
Wie entstehen denn eure Texte?

Jables:
Ich würde ja jetzt gerne etwas aufsagen, aber ich kann sie nicht auswendig. Voll peinlich!

PP:
Ich kann eure Texte auch nicht.
(Kichern)

Jables:
Also Texte sind voll Lars‘ Ding! Finde ich auch völlig okay so, denn er darf es singen, nicht ich! Soll nicht heißen, daß sie mich nicht interessieren! Ich will die Musik fühlen und deswegen gehe ich da natürlich eher auf das Zusammenspiel ein, als auf die Lyrics. Songs sind wie ein bisschen wie Menschen. Jeden musst du kennenlernen, ihn anders behandeln, sodaß du vielleicht was mit ihm anfangen kannst.

PP:
Warum habt ihr euch denn für englische Texte entschieden?
(die Musik wird wieder seeeehr laut)

Jables (auch laut):
Ich bin auch ein Fan von Musik mit Dialekten oder so. Es gibt jetzt keinen bestimmten Grund, weswegen wir Englisch singen! Für mich persönlich war es, als ich Englisch gesungen habe, so ein „hinter der Sprache verstecken“. Ach, schwierig, haha! Ich habe das Gefühl, ich kann mich in Deutsch nicht so gut ausdrücken, weswegen ich auf Englisch schreibe. Vielleicht geht es da Lars ähnlich.

PP:
Ich werfe mal in die Runde, daß sich Deutsch vielleicht nicht so leicht singen lässt. Man kann die Uh’s und Oh’s nicht so ziehen! Was hört ihr denn, wenn ihr unterwegs seid, für Mucke?

Jables:
Im Moment eigentlich recht viel HipHop!

PP:
Boah – Aufschrei – Verrat! Verrat!
(Lachen)

Jables:
Ich war tatsächlich nie ein HipHopper! Oder auch die alten Rocksachen. GUNS N ROSES, LED ZEPPELIN, JIMI HENDRIX oder auch gerne ruhige, melancholische Musik.

(Die Tür öffnet sich. Jemand kommt rein: )
Paddelnohnekanu!

PP:
Ich wusste du lauschst!

Jables:
Klar! Paddelnohnekanu. Der größte Witz der Popgeschichte.

 

PP:
Äh. Jetzt geht das aber ein bisschen durcheinander.
(die Musik setzt wieder ein, es war kurz Pause)
Du meinst die GUNS N ROSES!
(wir sind uns einig, lachen)
Da kam neulich ein Vater auf mich zu, im Handballtraining, erzählte mir voll stolz „ey, ich hab Karten für GUNS N ROSES. 135 Tacken“ und ich so: …… toll!
(wir lachen uns schlapp. Warum auch immer)

Jables:
Na die „appetite for destruction“ war schon geil! Da geht nix drüber!

PP:
Scheiße ja. Ich muss gestehen: ich hatte sie mir damals auch gekauft. Und ich meine damals, 1987! Mit dem fiesen Frauenrobotercover. Wir tauschten damals noch Platten untereinander. Jugendlicher Leichtsinn. Hab sie nie wieder gekriegt. Könnte wahrscheinlich meine Rente retten!

Und bevor ich das letzte Wort habe, wünsche ich mal viel Erfolg weiterhin!

Jables:
Dankeschön!

Anmerkung:
Jables spielte bis Ende letzten Jahres in der Emo-Band FINDING HARBOURS.

Und aktuell bei der Band NOMAD, die auch ein ganz wunderbares Tape raushaben! krachige-platten.

interview: #3 loser youth – punk, hamburg

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

 

Irgendwo im Inter-Netz schwirren Töne ohne Ende.
Und am richtigen Ende zieht man dann, wie an einer Schnur,
folgt, hört, schmeisst weg, verheddert sich, bleibt hängen,
hat irgendwann ne scheißcoole Scheibe in der Hand.
So geschehen bei LOSER YOUTH.
Ein kleine Tapeslabel namens UGA UGA TAPES hing mir am Haken
und ich bestellte mir das Magnetband von LOSER YOUTH.
Andreas hat mir ein paar digitale Fragen beantwortet:

PP:
Ich bin aufmerksam geworden auf euch mit dem Taperelease „live in der Elbdisharmonie“. Ist ja doch eine Weltreise von Hamburg nach Bühl. Da kriegt man dann immer nur die kleinen Häppchen der maroden Republik mit. Wie marode seid ihr?

LOSER YOUTH:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Laut Google beschreibt das Wort ‚marode‘ ja den Zustand, dass man durch sein Verhalten zugelassen hat, dass etwas unbrauchbar und schlecht geworden ist.
Dass die Welt so kaputt ist, wie sie ist, liegt bestimmt mit daran, dass viele ihren Arsch nicht hochkriegen um was dagegen zu tun. Das fängt beim aktuellen Rechtsruck an und geht hin bis zur Zerstörung unserer Umwelt. Wir geben uns da allerdings schon ein bisschen Mühe, der ganzen Scheiße etwas entgegenzusetzen. Das ist aber auch immer nur im Rahmen unserer Möglichkeiten und unserer Motivation. In dem Sinne würde ich sagen, dass wir vielleicht nur moderat marode sind. Ist das in etwa, was du hören wolltest? „wink“-Emoticon

PP:
Ich denke da so wie Du. Es ist halt manchmal nicht klar, ob „die anderen“ einen dazu treiben, alles kaputt zu machen, oder ob man es ganz von allein tut, nur weil man halt so ein „Mensch“ ist. Esgeht dann halt doch weiter(:)
Das Cover eurer Platte zeigt euch auf dem Spielplatz. Was macht ihr da? Die eigentlich spannende Frage ist ja, wo guckt ihr hin?

LOSER YOUTH:
Ah, das Coverfoto. Das ist in Hamburg-Eidelstedt aufgenommen, wo wir aufgewachsen sind. Ganz ulkige Geschichte. Wir haben uns da einfach so spontan getroffen und ein paar Löcher in die Luft gestarrt und – ZACK – hatten wir ein Cover. Da ist nichts gestellt dran!!

PP:
„AstroPunksFuckOff“?

LOSER YOUTH:
Es geht in dem Song darum, dass Astrologie scheiße ist. Genauso wie Verschwörungstheorien, Religion oder diese neurechten Montagsmahnwachen. Versteh ich gar nicht, warum Leute bei soviel
Mist mitmachen.

PP:
Wie geht’s weiter bei euch? Mal ne Reise machen? Musik für ne neue Scheibe?

LOSER YOUTH:
Wir nehmen gerade ne neue Platte auf, die kommt irgendwann dieses Jahr bei Riot Bike Records raus – geiles DIY Label aus Norderstedt! Ansonsten spielen wir mal hier, mal da, wie man das halt tut als Punkband. Im Juni sind wir wahrscheinlich in der KTS in Freiburg, das ist ja quasi um die Ecke von Bühl, oder?

PP:
Jo isses! Wir werden weiterhin darüber berichten!
Danke fürs schreiben!

Nachklapp:
das ist dann wohl diese Platte geworden:

Die Band gibt es aktuell immer wieder. Thommy macht nur ganz doll viele andere Projekte und Bands, hier gibt es so einige im Review auch. Aktuell würd ich sagen Briefbombe und apéro. Beide Bands im Review hier und hier.
Was die andern in der Band so treiben, das weiß ich nicht.
In jedem Fall ist auch noch ein 15 Jahre Jubiläumszine raus, mit Interviews … warte mal… wieso ist denn dieses da nicht drin?
Hatte wohl keiner mehr!

interview: #3 – the lamplighters – köthen, punkrock

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

The Lamplighters im Interview in 2016.
Wir hatten uns, nach ein paar Dates mit Bands in 2014 nicht mehr gesehen, aber auch nicht aus den Augen verloren.
Mal abgesehen davon, haben The Lamplighters fleißig weitergemacht und eine ordentliche Fanbase, die sie, wenn mich nicht alles täuscht, schon zum zweiten Mal via Crowdfunding mit einer Platte versorgt haben.
Gerade frisch raus ist das neueste Werk, welches nach den jeweiligen Singles benannt wurde. Aber das ist ein anderes Thema und kommt sicher hier auch noch aktuell reingeflattert!

PP:
Ihr wart ja schon auf dem Sampler #1. Und ich freue mich, daß ihr wieder dabei seid. Lange nicht gesehen, haha!
Eure neue CD „views“ ist nun schon ein paar Tage draußen und ich warte hier noch gespannt auf den Vinylrelease!
Wie läuft’s, wie ist die Resonanz?

LAMPI`S:
Hey Felix, wie läuft`s? Das Vinyl kommt Ende März oder im April glaub ich. Die Resonanz ist durchweg sehr gut, bekommen hauptsächlich Reviews aus`m Ausland & die sind bis jetzt super.

PP:
Ausland heisst…? Habt ihr ein Management oder wie kommt das zustande? Ihr macht die Band aber aus Spaß?
Ihr spielt inzwischen sehr regelmäßig Konzerte. In letzter Zeit auch immer öfter auf Soli-Veranstaltungen gegen Rechts. Da das schöne Städtchen Köthen, aus dem ihr kommt, mitten in Sachsen-Anhalt liegt, mag ich gerne wissen, wie es euch dort im Moment geht.

LAMPI`S:
Uns geht es gut, von so nem Trubel bekommen wir speziell in unserem Städtchen eigentlich nich viel mit, es ist sehr ruhig.

PP:
Was glaubt ihr, daß Musik, oder speziell eine Band ausrichten kann. Worauf kann man heute noch Einfluß nehmen?

LAMPI`S:
Man kann als Band, die im gewissem Maße Öffentlichkeit genießt, Projekte unterstützen. Soli Konzerte spielen, Präsenz zeigen.
Im Allgemeinen, auf Punkrock bezogen, ist es glaub ich so, ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn Teenager deine Mucke hören und die gut finden auch auf andere Bands stoßen, die auch diesen sagen wir mal diesen Way of life transportieren. Das det ihren Lebensweg prägt, auf Gleichgesinnte treffen, sich austauschen und was Eigenes auf die Beine stellen, so war das doch auch bei uns, sei es ne Band gründen, ne Zeitung machen oder Konzerte veranstalten, das macht doch dieses Punkding aus.

PP:
Habt ihr das Gefühl, daß es die Presse ist, die Medien, sozialen Netzwerke, die nach Außen sehr polarisieren oder ist es tatsächlich so, wie es dargestellt wird?

LAMPI`S:
Ja klar, es liegt natürlich auch an den Möglichkeiten die jeder heutzutage hat, sehr schnell Nachrichten oder Meinungen öffentlich zu machen und/oder diese zu konsumieren. Die Welt ist halt nich schwarz weiß und sehr komplex dazu. Ich persönlich schau mir z.B. auf Facebook nich mehr jeden Scheiß an, das is mir zu blöd, weil jeder zu allem ne Meinung hat, das geht mir auf`n Keks.
Natürlich weiß ich was Du hier ansprechen möchtest & es ist durchaus so, daß ich diese Stimmung ganz allgemein & nicht nur in Ostdeutschland mit dem Klima um 1930 rum in Deutschland vergleiche und Parallelen ziehen kann, vor allem weil ich mir grad Literatur reinziehe die in dieser Epoche spielt. Man kann die Ängste die Ernst August Ottonormali hat nachvollziehen, vor allem wenn man jeden Tag mit tausend Informationen zugekackt wird und man die geistige Horizontale berücksichtigt, aber verstehen oder akzeptieren tue ich das nicht.

PP:
Oke. Ich sach mal „für mich“ sieht es halt manchmal so aus, als ob sich in Sachsen / Sachsen-Anhalt und Thüringen in den letzten 30 Jahren etwas entwickelt hat, was bisher allen egal war. Wo sind denn bei euch die Brennpunkte?
Hm, für mich als Baden-Württemberger, der die Wende 1989 nur dadurch erlebt hat, daß Schüler auf unsere Schule kamen, die einen berliner oder sächsischen Akzent hatten, hört es sich inzwischen irgendwie altbacken an, wenn man „Ossi“ sagt.
Glaubst Du nicht auch, es würde helfen, wenn wir dieses „Ossi/Wessi“ Ding mal begraben?

Zurück nochmal auf die internationale Presse! Wie denn kommt eure Mucke anderswo an? Wann kommt die Welttournee 😉

LAMPI`S:
Uhh Welttournee haha, wir sind jetzt oft an den Wochenenden unterwegs, was natürlich auch immer logistisch unter Berücksichtigung von Familie & Arbeit geschehen muß. Am 11.03.,12.03. & 13.03.16 supporten wir die großartigen GENERATORS. Im Mai ist ne Tour durch Osteuropa geplant. Im Sommer noch`n paar Open Air`s und ansonsten basteln wir auch schon wieder an neuen Songs.
Achso am 15.04.16 spielen wir in Magdeburg mit unseren gemeisamen Kumpels BEN RACKEN (Freunde von den Lamplighters und pADDELNoHNEkANU) da freuen wir uns besonders drauf.

Danke für Dein Interesse

Winkewinke & Gabbagabba Hey
The Lamplighters

 

 

interview: #3 – außer ich – punkrock, siegen (r.i.p.)

Vorklapp:
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Ausgabe 13 eventuell in 2026!

Ein Tip von Twinky kam reingeflattert und ich stürzte mich sogleich darauf. Das Punkrockende Trio (Matze, Dennis und Thomas kommt aus Siegen. Die LP / CD „Punkmonium“ ist nicht ihre erste Scheibe, aber die Erste, die eben bei mir reingeflättert kam.
Da der Etat für Reisen bei der Postille extrem zusammengekürzt wurde, schickten wir uns das Frage-Antwort-Spiel einfach hin und her.

PP:
Hallo ihr! Heisst das nicht „außer sich“? Oder „außer mir“?

Thomas:
Evtl. waren wir ja zu denk- und recherchefaul um den korrekten Terminus zu benutzen, aber vielleicht war uns dieser Umstand bisher auch noch gar nicht bewusst, weil wir vorgeben aus bildungsfernen Schichten (um die Streetcredibility zu erhöhen…) kommen.
Matze:
Wir setzen dass, bewusst falsch ein, um zu irritieren.
Dennis:
Für mich war das immer eine deutsche, schwächere und grauere Form von AGAINST ME. Da in Deutschland eh alles etwas grauer ist, sogar der Punk. Man kann sich aber auch einen Doppelpunkt zwischen „außer“ und „ich“ vorstellen. Es ist aber definitiv nicht: „außer sich“ oder „außer mir“

PP:
Ich habe eure Scheibe „punkmonium“ gleich mehrfach durchgehört. Gefällt mir nämlich. Viel Distortion auf der Klampfe, ist ja nicht mehr so gefragt in letzter Zeit. Es geht ja mit „eins, zwei“ recht frustriert los über unsere digitale Gesellschaft.
Wieso stört euch das? Glaubt ihr nicht, daß die Digitale eine unabdingbare Entwicklung ist?

Thomas:
Genau genommen geht es in dem Text darum, dass sich die Menschen so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird, dadurch entsteht quasi eine äußerliche und charakterliche Deckungsgleichheit. Objektiv betrachtet ist das Einheitsbrei, subjektiv gesehen, behauptet man, daran nicht beteiligt zu sein, richtig ist aber, dass man mittendrin steckt. Und nur weil
man etwas kritisiert, heißt das ja nicht, dass man sich von der Kritik ausnimmt.
Matze:
Die digitalen Medien sorgen dafür, dass wir daran teilhaben, wie besonders
sich einige fühlen, obwohl diese Besonderheiten kaum noch sichtbar werden. Für das Punkkonzert entscheidest du dich letztendlich doch für die Vans. Selbst wenn man sich bemüht, anders zu sein, landet man in einer Schublade auf der dann vielleicht steht „Leute, die zwanghaft versuchen, anders zu sein“.
Jeder bastelt am Paninialbum seines Lebens auf Facebook. Jetzt haben wir
es schon wieder getan.

PP:
Ist nicht auch heute Punkrock zu machen etwas irre Konservatives geworden?
Die ewige Kritik von schlauen Bands, die kaum jemand hört, und all den PopPunkBands, die die eingängigen Hits raushauen und die Konzerte abgreifen.

Thomas:
Über Punkmonium wurde einmal nicht zu Unrecht sinngemäß geschrieben, dass das Album zu seicht für die einen und zu rau für die anderen sei. Es gäbe somit kaum einen Markt für solche Musik. Textlich sieht das ähnlich aus. In unseren beiden Alben haben wir ernste und auch nicht ernst gemeinte Texte. Oft fällt mir bei Punkbands auf, dass sie entweder das eine oder das andere bedienen. Vor allem dann, wenn sie vergleichsweise erfolgreich sind.
Wir haben das nie so richtig verstanden, weil meiner Meinung nach die Texte aus dem Bauch heraus entstehen und nicht schablonenartig wirken sollten.
Es werden ja eigentlich Gefühle in Texten abgebildet und in der heutigen Gesellschaft ist kaum jemand ausschließlich wütend, traurig, verletzt, lustig oder sonst was.
Wir haben eher das Gefühl, dass der Schlüssel zum Erfolg aktuell heißt, intelligent zu wirken. Kryptische Texte: Personalpronomen streichen, ein zwei Wortspiele, rethorische Fragen mit Pathos raushauen als hätten sie Bedeutung.
Das ist wirklich keine Kunst, aber erfolgreich. Konkrete Texte zu schreiben ist unserer Meinung viel schwieriger. Vor ein paar Jahren hatten alle auch noch mehr Humor, da gabs keine LP ohne nicht mindestens einen witzigen Sample aus einem Film oder einer Serie.
Um auf deine Frage zurück zu kommen: Konservativ finden wir das nicht unbedingt, aber irgendwie absurd.
Konservativ finden wir die Tatsache, dass zu viele Leute bei Konzerten absichtlich Vorbands verpassen, ohne sie vorher mal gehört zu haben. Wir arbeiten aktuell daran, die beste Vorband aller Zeiten zu werden, aber das ist leider auch ziemlich konservativ.

PP:
Was du ansprichst mit der „marktkompabilität“ kenne ich sehr gut von meiner eigenen Band. Da gab es die Zeit, wo das mit den Photoshopcover immer populärer wurde.
Früher konnte man die Musikrichtung noch am Cover erkennen. Wir haben dann nen Punk, der ne Mülltonne schmeisst aufs Cover gemalt. Da wurde dann sofortgeschrieben: Boa hey, das Cover sieht aus, als wären da die HannenAlks oder BecksPistols drin.
Wir Szenegreise (alle Ü30) machen viel Meinung. Auf der anderen Seite guck
en wir uns heute noch Bands an, die vor 25, 30 Jahren schon tourten.
Zurück zum Interview:
Manche eurer Lyrics haben eine gute Kraft, obwohl sie sich in melancholischer, sehnsüchtiger Verzweiflung suhlen. „setz dich mit dem Ipad an den Strand und schau dir dabei Fotos an; vom Meer“
Wer schreibt die Texte? Woher nehmt ihr die Inspiration dafür?

Thomas:
In dem Refrain von „Fotos“, den du ausgewählt hast, wird eine ziemlich absurde Situation beschrieben. Solche Situationen sind häufig Inspiration für die Texte. Letztendlich ändert sich aber sowas mit der Zeit und die Texte hängen stark von dem jeweiligen Geschmack zu dem Zeitpunkt ab.
Bei den ersten beiden Alben wurden oft selbst erlebte Situationen aufgegriffen und meistens überspitzt weitergesponnen oder Stereotypen thematisiert.
Bei den neuen Sachen geht es vielmehr um Menschen in emotionalen Extremsituationen, die stellvertretend für gesellschaftliche oder persönliche Zustände stehen können. Wir finden die Entwicklung unserer Texte, besonders im Wissen derer des kommenden Albums gut.

PP:
Wie geht’s weiter bei euch? Ein weiteres Album in Planung?

Matze:
Tatsächlich haben wir vor kurzem ein neues Album aufgenommen. Vorher gibt es aber noch eine Split 7inch mit Senor Karoshi. Wenn das alles draußen ist, hoffen wir, vor allem mal mehr Konzerte spielen zu können.
Wie das geht, konnten wir aber bisher noch nicht herausfinden. Das kann natürlich daran liegen, dass wir die digitale Entwicklung eher als stille Beobachter an uns vorbeiziehen sehen.

PP:
Tausend Dank für das Interview. Wir hören uns!

Nachklapp:

Außer Ich Discographie:
2011     von vornherein schade CD
2014    punkmonium LP (review)
2016    split 7inch /w Senor Karoshi (review)
2017    split LP /w Guilo Galaxis, Duesenjaeger, Disco // Oslo (review)

dieses famose Video haben sie zur LP rausgebracht!

Auf ihrem Kanal gibt es die erste CD komplett zu hören und einen Vorgeschmack auf ein Album, welches in 2016 dann nicht mehr kam.

 

interview: #3 buzz rodeo – noiserock, stuttgart (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

PP:
Moin Helge!
Nach eurem plötzlichen Auftauchen, ich entdeckte die Medaille, das aufwendig gestaltete Cover, ging alles ziemlich schnell und ich hielt eure Platte in den Händen. Nun ist die zweite Pressung raus, eine Split 10inch und eine 7inch. Überrascht euch die große Resonanz?

Helge:
ja, das tut sie. Allerdings muss ich sagen, dass wir auch wirklich viel dafür tun. Wir versuchen, so viel wie möglich live zu spielen und unser Bandnetzwerk immer weiter zu spinnen!

PP:
In den meisten Reviews werden viele Bandnamen genannt (shellac, fugazi, …) die, wie soll ich sagen, musikalisch schon eine Weile her sind. Wollt ihr das Genre NoiseRock neu beleben? Oder haben die Zuhörer Sehnsucht nach diesem Sound?

Helge:
Wir freuen uns, dieses Genre beleben zu dürfen, dass aber nie wirklich tot war. Die internationale Szene ist groß und lebt. METZ sind beispielsweise grade sehr populär, mit der die Livepower unsere Auftritte immer wieder verglichen wird.
Der Sound ist aktueller denn je, schau dir die Welt an…. Wir brauchen Noise Rock!!

PP:
In der Musikpresse werdet ihr dafür ganz ordentlich abgefeiert. Dazu kommt, daß ihr sagt, ihr habt euer wirklich klasse eingespieltes Debut „Sports“ in nur 3 Tagen ins Band gehämmert. Was macht ihr, wenn ihr eine Woche Zeit hättet?

Helge:
Es wäre vielleicht möglich, in einer längeren Sitzung an ein paar Details herumzufeilen. Es ist auch abhängig vom Studio… Allerdings ist uns der rohe, unverfälschte Livesound sehr wichtig, und den gibt es nur bei einer Liveeinspielung. Und die dauert eben nicht lange bei uns. Was weiß ich, was die vielen Bands Wochen und Monate so im Studio treiben…!

PP:
Wie schreibt ihr denn Songs? Ist das ein schneller, griffiger Prozess oder ist jedes Riff, jedes Break und jede Noise durchdacht und am richtigen Platz?

Helge:
Es ist ein recht schneller Prozess, das ist aber nicht die Regel. Und selbstverständlich ist alles durchdacht, was denkst du denn? Und am richtigen Platz sowieso. Ein Baustein ist die Kraft, ein anderer der Rhythmus. Das darf schon nicht allzu intellektuell angegangen werden, mehr aus Bauch und Herz raus.

PP:
Für das Frühjahr und den Sommer habt ihr einige Konzerte auf dem Zettel. In Frankreich sogar eine recht ausgedehnte Tour. Ist dort NoiseRock beliebter, wie hierzulande? (Und warum?)

Helge:
Noise Rock ist dort auf alle Fälle beliebter als hier. Ich kann nur mutmaßen, weshalb. Die Franzosen haben immer schon eine große Liebe zu handgemachter Musik und zu Rockmusik gehabt, denke ich

PP:
Ich habe gelesen, daß ihr schon vor vielen Jahren in Bands aktiv wart, wie zB are we electric. Dazwischen gab es eine (Baby)Pause?!? Was bringt euch also wieder auf die Strasse?

Helge:
Das stimmt so nicht. Ralf und ich hatten immer Projekte dazwischen, die allerdings nicht zu voller Blüte gelangten….

PP: 
Danke!

Nachklapp:
Das war ein kurz & knackig abgefragtes Interview. Helge und ich sind über die Jahre in Kontakt geblieben und haben inzwischen auch die Bühne mal miteinander geteilt.
Hier noch der alte Insta von Buzz Rodeo.
Die Band gab es von 2014 – 2018.

Inzwischen spielt Helge in zwei Bands. Einmal mit Daniela (sie war auch bei Buzz Rodeo) bei Unbite, auch Noiserock, und bei den Neckarions, Streetpunk. Beide Bands sind in Stuttgart ansäßig.

Discographie:
2015    sports LP  (review)
2016    victoria 7″
split 10″ /w [peru]
tour EP CDr
2017    combine LP
2018   stunt king / 1 song digital

und ein Video zum Abschluß

interview: #2 – Electro Baby – Stonerrock, Karlsruhe (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

INTERVIEW ELECTRO BABY

Ich wüsste nicht mehr so genau, seit wann ich ElectroBaby kenne, wenn da nicht lauthals immer vom „13 jährigen“ (Jubiläum) die Rede gewesen wäre.

Robert, der lange an der Gitarre stand, kenne ich aus dem letzten Jahrtausend noch, haha! (Abel killed Kain und BockAufRausch). Dann kam [e:on], dann das ElectroBaby. Oli mir nun bekannt seit der Vorgängerband ( [e:on] ), hatte ich immer Spass daran, den Mannen zuzuhören und die Entwicklung mit zu verfolgen. Zumal es sich auch immer wieder traf, dass der eine oder andere in die eine oder andere Band wechselte und wir dann die Bühne mit diesen Bands teilten!
Als dann klar war, dass sie endlich auch eine LP rausbringen MUSSTE ich zugreifen! Mal schnell zu Olli rüber , und bitte:

PP:
Wie lief der Release Start?

Oli:
Die Release Show im Substage Karlsruhe sowie der darauffolgende Tag in der Live Music Hall Weiher zusammen mit Motorjesus und The Hellboys waren der absolute Hammer. Das war ein richtig cooles Package, alles lockere Jungs und die Publikumsreaktionen waren fantastisch!!!

Wir hatten ja auch schon vor der Release Show einen Stream unseres neuen Albums „Flies Are Happy About Coyote Shit“ auf YouTube gestellt. Darauf waren die Reaktionen schon durch die Bank positiv! Und wir haben in so einem frühen Stadium schon mehr Feedback als bei irgendeiner Platte zuvor. Die ganze grosse Musikpresse ist bemustert, da stehen die Reviews aber noch aus.

PP:
Beim hören des Albums fällt mir auf, daß ihr es in den vergangenen 13 Jahren nicht unterlassen habt, Euch zu verändern! Mal abgesehen von Besetzungswechseln an der Gitarre, ist immer eine musikalische Entwicklung von Album zu Album zu hören. Was treibt Euch an?

Oli:
Das hat sich eigentlich ganz von alleine ergeben. Wir sind nach wie vor eine Jam-Band und versuchen eigentlich immer die bestmöglichen Songs zu schreiben. Es soll immer ein Album werden, das wir auch gerne selbst im Laden kaufen würden.

Ich denke, wir haben alle einen recht hohen Anspruch an uns selbst und als Mensch wie auch als Musiker hörst du ja nie auf zu lernen. Und durch deine ganzen Erfahrungen die du sammelst, veränderst du dich ja auch als Mensch ständig. Und die ganzen Eindrücke die jedes Bandmitglied individuell sammelt, spiegeln sich in der Musik wieder. Dann willst du ja nach jedem Album was anders oder besser machen, so ist auch das eine ständige Antwortreaktion. Wir könnten, glaube ich, auch nie das gleiche Album zwei mal machen.

Generell kann man sagen, da ist bei jedem von uns der Drang, etwas kreativ zu erschaffen.

Und wir lieben es einfach 😉

PP:
Ich höre diesmal viel mehr Blues-Gitarren, was auf dem ein oder anderen Album ja mehr Pantera war. Altersmilde geworden?

Oli:
Robmaster ist ja die totale Riffmaschine, Kim kommt dagegen mehr aus dem Blues. Und da Kim ja jetzt alleiniger Gitarrist bei uns ist hat sich auch das einfach so ergeben. Natürlich sind auch wir älter geworden, aber ich denke man spürt da auch einfach eine gewisse Reife. Die Riffs sind auf jeden Fall bluesiger, aber ich finde sie auch viel schwerer. Und ein schwerer Bulldozer fährt nun mal nicht so schnell, dafür steckt aber eine Menge Kraft dahinter.

PP:
2 Songs haben exakt dieselbe Länge. 5Minuten57. Zufall?

 Oli:
Daran haben wir lange gearbeitet, da steckt auch ein tieferer Sinn dahinter. Hahahaha, nein, kompletter Zufall ;)))

PP:
Nach so vielen Jahren kann man ja behaupten, daß ihr Urgesteine der Karlsruher StonerRockSzene seid, falls es die geben sollte (…) und wenige Bands halten es so lange miteinander aus. Viele Konzerte, Songs schreiben, Besetzungswechsel, Aufnahmen.
Wie schafft ihr das?

Oli:
Wir haben ja alle vorher schon in vielen Bands gespielt, mit allem Drama drum und dran. Und bei ELECTRO BABY haben wir von Anfang an gespürt, dass da eine ganz besondere Chemie herrscht. Natürlich muss man an einer Beziehung auch arbeiten, das ist ganz klar. Aber wir haben auch alle keinen Bock auf diesen Kindergarten mehr. Wir wollen uns treffen, jammen, Songs schreiben, die aufnehmen und auf Platte rausbringen, live spielen und einfach Spass miteinander haben. Und wie schon gesagt, wir lieben was wir tun!

PP:
Gab’s mal nen richtigen Durchhänger?

Oli:
Oh ja, natürlich, und nicht nur einen;) Jeder Besetzungswechsel ist total nervenaufreibend und geht allen an die Nieren, sowas braucht keiner mehr von uns. Und dann gibt es die Momente, wo mal wieder diese Kette kommt, wo einfach nichts klappt und alles schief läuft und du auch mal denkst, warum mach ich den Scheiss eigentlich? ;))) Aber schon nach einer Nacht darüber schlafen weisst du, dass du einfach nicht anders kannst und es essentiell brauchst. Uns hat es immer geholfen, wenn wir uns dann wieder ein Ziel gesetzt haben, auf welches wir hingearbeitet haben. Vor anderthalb Jahren war auch so eine Pechsträhne, da wurden Gigs abgesagt wegen Überschwemmung, weil der Club schliessen musste, weil jemand wirklich richtig krank war usw. Da haben wir uns auch gesagt, dann schreiben wir eben eine neue Platte ;))

PP:
Ihr seid mit eurem Plattendeal bei Abandon Records raus in die große Welt und nun wieder „back to the roots“ in der Heimat bei Eucalypdisc. 
Die richtige Entwicklung?

Oli:
Für uns auf jeden Fall! Wir haben jede Menge Erfahrungen gesammelt;)

PP:
Gibt es Unterschiede in der Herangehensweise? (bspw. macht ihr nun mehr selbst?)

Oli:
Wir waren eigentlich schon immer eine komplette DIY Band. Es ist falsch zu denken, dass wenn man bei einem kleinen Indie-Label ist, plötzlich einem alles abgenommen wird und man sich voll auf den kreativen Prozess konzentrieren kann.

Unsere Erfahrung war eigentlich immer, wenn du dich selbst nicht um alles kümmerst, dann passiert auch nichts. Eucalypdisc Records gehört einem Freund von uns, welches wir nach dem Weggang von Abandon reaktiviert haben. In unserer Zeit bei Abandon haben wir gesehen, wie ein Indie-Label operiert. Die Tricks und Kniffe haben wir dann auf Eucalypdisc übertragen und von da an wieder alles selbst gemacht. Und so kannst du dir bei zu wenig Promoarbeit, Bemusterung usw nur an die eigene Nase fassen.

Du hast aber so auch die absolute Kontrolle. Geld ist bei keinem kleinen Label da, so auch nicht bei Eucalypdisc. Wir haben aber eine Vertriebsstruktur, die wir auch befreundeten Bands (die wir gut finden) zur Verfügung gestellt haben.

Dank Bandcamp kultiviert sich aber immer mehr der Direktvertrieb vom Musiker zum Fan, worin ich auch persönlich die Zukunft sehe. Selbst Rick Rubin hat in einem Interview vor Jahren gesagt, dass alles darauf hinausläuft und Plattenfirmen sterbende Dinosaurier sind.

PP:
Von Anbeginn habt ihr auch auf „verrückte“ (mir fällt grad kein gutes Wort ein) Zusammenarbeiten gesetzt. Angefangen mit Julie Strain als Covergirl, Musik für ein Videospiel und dem Wrestler Master J? Wie kommt/kam es dazu?

Oli:
Das hat sich auch alles so ergeben! Ich hatte ja damals das Logo der Starfuckers entworfen und mir dann Ärger von meinen Bandkumpels eingehandelt, wie ich für die so ein geiles Logo machen kann ;))) Electro Baby hat sich ja kurz nach den Starfuckers formiert. Und durch Heavy Metal F.A.K.K. 2 bin ich auf Julie Strain gestossen und habe unser Logo auf einem Bild von ihr basierend entworfen. Wir haben sie dann einfach gefragt, ob wir es verwenden dürfen. Sie meinte, wir dürften sie immer jederzeit verwenden. So kam es dann, dass sie auf jedem Cover von uns zu sehen war.

Nur bei dem Cover von FAHACS haben wir bewusst einen Schnitt gemacht. Es hat sich einfach zu viel in eine etwas andere Richting entwickelt, so dass das alles nicht mehr so richtig gepasst hat und wir das auch optisch unterstreichen wollten.

Eine Freundin der Band kannte jemand bei Techland in Polen (die ja auch für Unisoft Spiele entwickeln) und hat uns empfohlen. Die fanden die Musik von uns gleich super und haben uns für das Spiel „Speedway Liga“ verpflichtet.

Der Wrestler Master J hat uns kontaktiert, ob wir für ihn ein Entrance Theme schreiben möchten. Wir haben dann einen Kampf von ihm besucht und fanden dort den gleichen Entusiasmus wie bei uns. Da wir kurz vor einer Albumproduktion standen, hat das dann auch super gepasst.

PP:
Wie schaut‘s aus für 2015?

Oli:
Wir sind mitten in der Gigplanung und möchten jetzt mal einfach nur Gigs spielen. Ein paar andere Sachen sind noch in der Pipeline, aber jetzt im Moment noch nicht spruchreif.

PP:
Gibt’s in der erwähnten Karlsruher StonerSzene noch mehr Bands zu hören?

Oli:
Auf jeden Fall! Da ist zuerst mal Kim’s andere Band AllHazeRed zu nennen und checkt unsere Labelmates von Lunatic Spirit, die machen geilen Stoner/Death/Doom.

Hammergeil sind auch Doom Division aus Stuttgart, die haben diesen Down/Crowbar-Vibe.

Alle Bands sind äusserst empfehlenswert und sollten unbedingt mal angecheckt werden;)

 

 

 

 

 

interview: #2 – WuZeTian – screamo, achern

Vorklapp:
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Ausgabe 13 eventuell in 2026!

INTERVIEW      WuZeTian

PP:
Moin ihr!
Dann stellt euch mal den Menschen hier vor:

Marco:
also: dominik und fränk =gitarre, tobias=bass, michael=schlagzeug und marco=geschrei

PP:
Wie lange spielt ihr denn schon zusammen? Seid ihr alle aus Achern?

Marco:
wir ertragen uns ungefähr seit dem frühjahr 2011. angefangen hat es damit, dass fränk und ich (marco) einen proberaum suchten, da wir mugge machen wollten und dominik und michael einen proberaum hatten, aber bei ihrer damaligen band nichts mehr ging. und da wir eh noch leute für die combo brauchten, haben wir uns einfach zusammengetan. alles eher ein produkt des zufalls! wir haben dann erst mal lange ohne basser geprobt, bis dann der tobi (auch gitarrero bei the serration) zu uns stieß, mit dem fränk vorher schon in ner band spielte.

in achern direkt wohnt eigentlich keiner von uns, tobias und fränk sind aus sinzheim, der rest stammt aus dem umfeld von achern. da wir aber dort unseren proberaum haben und dorfcombos sich meist in der nächsten stadt verorten, haben wir das auch so gehalten!

PP:
Du empfindest Achern also als eine Stadt, haha!?

Marco:
nun, ich bin in einem kleinen dorf aufgewachsen mit unter hundert einwohnern, daher geht das bei so nem landei wie mir recht schnell! tatsächlich hat achern seit 1808 das stadtrecht und ist seit 1974 grosse kreisstadt, sowie viertgrösste stadt in der ortenau (du merkst ich hab etwas heimatkunde betrieben)! kleinstadt hättest du wohl eher verknusen können, was?! vielleicht hätten wir sagen sollen, wir kommen aus offenburg oder karlsruhe (machen viele so, manchmal reichts wenn einer dort studiert)! provinziell sind sie aber alle! (was jetzt nicht negativ verstanden werden soll).

PP:
Bisher habt ihr nur ein Demo rausgebracht in 2012, wie läuft es bei euch und warum kriegen wir nicht mehr zu hören?

Marco:
unser hauptproblem ist terminlicher natur, da wir alle beruflich ziemlich eingebunden sind. wochenend-und schichtarbeit…, ausser michael der nur am wochenende hier ist, da er studiert. daher schaffen wir max. 2 proben im monat, was sehr wenig ist! auch haben zwei von uns kinder und die familie geht oft auch einfach vor. wenn wir uns dann mal treffen, müssen wir erst mal reden und ein paar biers trinken und dann sind wir einfach zu müde noch musik zu machen! ach, wir sind einfach alt und faul! (so 50/50, eine hälfte is alt, die andere faul und einer ist beides!)

PP:
Naja, das sind einige Gründe, aber habt ihr nicht auch das Gefühl, daß eure Musik einfach eines Labels / Vertriebs bedarf, um euch bekannter zu machen?

Marco:
nein (tobi wird mir jetzt bestimmt die freundschaft aufkündigen), unterstützung ist zwar immer willkommen, grad im bezug auf konzerte und ein vertrieb würde auch helfen, aber im großen und ganzen sind wir unser eigener herr und machen was wir wollen! (diy/dit) ausserdem glaube ich,  haben wir uns mit der obigen antwort für labels schon disqualifiziert. wer will schon alte faule bands mit sinn für die familie! zudem nennt man so was wie uns einen geheimtipp!!!

PP:
Woher kommt euer Bandname, ist der, durch die Groß- und Kleinschreibung WuZeTian, eine Abkürzung?

Marco:
wu zetian lebte im 7/8 jahrhundert und war die einzige frau, die jemals offiziell chinesische kaiserin war (jede frau eines kaisers war natürlich kaiserin, aber wu zetian bestieg tatsächlich den drachenthron). sie kam als junges mädchen in den palast und hat sich angeblich durch intrigen von einer konkubine bis zur hauptfrau des kaisers (dessen vaters konkubine sie schon war) `hochgearbeitet´! angeblich hat sie den kaiser über jahre langsam vergiftet! sie reformierte das reich und führte den buddhismus als staatsreligion ein! es gibt auch viele gräusliche geschichten über sie wie kindsmord usw., aber ich glaube das geschichtsschreibende patriarchat wollte kein gutes haar an ihr lassen. ihre amtszeit gilt auch nur als unterbrechung der tang-dynastie! (so ungefähr, frag wiki!) also nein, keine abkürzung!

wir wollten einfach einen unverwechselbaren namen (wieso immer englisch od. deutsch?) und die schreibweise fanden wir so einfach cooler, wobei sicher jeder muttersprachler die augen rollen würde!

PP:
Oha, China. Wichtiges Thema, oder wird zum wichtigen Thema. Scheint eine außergewöhnliche Frau gewesen zu sein. Seitdem hat sich allerdings einiges getan und das nicht unbedingt in positiver Richtung. Ich mag jetzt keinen Weltpolitik-Diskurs beginnen. Doch die Realität sieht so aus, daß es ein repressives Riesenvolk ist, was da ranwächst und gedeiht. Hast Du Verständnis dafür oder Angst vor dem Wolf im Schafspelz?

Marco:
tja, ich bin kein china experte, aber positive oder negative entwicklung? die menschen sind seit jahrhunderten der willkür herrschender ausgesetzt, ich glaube nicht, dass es früher besser war. ich stell mir vor, dass es z.b. in der kaiserzeit oder unter mao beschissener war als jetzt, aber was weiss ich schon! ein riesenvolk sind die chinesen ja schon, um genau zu sein, das bevölkerungsreichste land der erde. natürlich spielt das weltpolitisch und wirtschaftlich eine grosse rolle, was den westen, glaub ich,  ganz schön nervt. die volksrepublik ist ressourcenhungrig, da kommt man sich ins gehege, siehe z.b. in afrika! interessant finde ich die wirtschaftliche entwicklung, ein kommunistisches land, das sich dem kapitalismus öffnet (ist aber ein eigenes thema). bedenklich ist, dass in solchen systemen menschenrechte und umweltschutz so gut wie nicht zählen, obwohl sich selbst die chinesische regierung darüber notgedrungen gedanken macht. also verlogener als westliche staaten sind die jetzt auch nicht. der westliche reichtum und die lange vormachtstellung der westlichen hemisphäre gründet ja auch auf ein paar jahrhunderte kolonialismus, auch in china (die briten und auch deutsche) und jetzt kommt der westen und sagt so nicht. da kann ich schon nachvollziehen, dass schwellenländer denken, ihr könnt uns mal. wie begründet man z.b., dass hier jeder ein auto hat, aber zu denen sagt, das könnt ihr jetzt nicht auch alle haben. angst, weiss ich jetzt nicht, aber besorgt schon! letztendlich denke ich, dass die zeiten sich immer ändern und jetzt ist evtl. asien dran. andere grosse nationen verlieren an bedeutung, ich kann mir vorstellen, dass die usa in der zukunft ihren einfluss in der welt einbüssen, das britische empire ist ja auch eingegangen! …aber das führt alles zu weit, ich muss jetzt aufhören. so jetzt lieber zum fest noch ein paar elektrogadgets bestellen!

PP:
In Achern finden ja leider nicht so viele Konzerte statt. Schafft ihr es etwas weiter zu fahren und euch Gigs anzuschauen? Wie erlebt ihr die Szene zwischen Karlsruhe und Offenburg?

Marco:
nein in achern, bühl und baden-baden geht nicht so viel, aber in rastatt u. karlsruhe ist schon mehr geboten. In offenburg war ich schon ne weile nicht mehr auf nem konzert, wobei mich ne band mittlerweile schon sehr interessieren muss, um weiter zu fahren! ich hab einfach nicht mehr so viel zeit und bock.  hab auch dass gefühl, schon so viel gesehen zu haben, dass mich nicht -blöd gesagt- jede ami-kapelle hinterm ofen vorlockt.  ich find es für mich eher spannend, lokale bands zu sehen, deshalb sollte man hier vor der eigenen haustür ein bisschen was machen, aber das scheint schwierig zu sein von veranstalter- und besucherseite aus! nur warum?

tobias und fränk bekommen eher mal ihren arsch hoch, dominik sieht es, glaub ich, ähnlich wie ich, bei michael bin ich mir jetzt nicht so sicher!

PP:
Eure Texte sind sehr emotional. Um was geht es Euch?

Marco:
ich bin nun mal ein sehr empfindsames wesen! nun in meiner musikalischen sozialisation bin ich ein kind des 90er (emotiv) hardcore  und die texte sind  halt dass, was aus mir rauspurzelt. ich will bei den persönlicheren texten nachvollziehbar bleiben, aber trotzdem jedem seinen eigenen interpretationsraum lassen. aber alles ist emotional und alles ist politisch, wobei das nicht heissen soll, dass es sich hier jemals um gegensätze gehandelt hat!

PP:
Du hast es gerade angesprochen, was mich, sicher auch aufgrund meines Alters, umtreibt. Was war denn in den (19)90ern so besonders und was fehlt heute?

Marco:
besonders war erst mal, dass ich jünger war und mehr unterwegs (aaargh! schon wieder geht’s ums alter). die neunziger waren sicher in vielem furchtbar, aber was underground/independent musik anging, einfach nur geil, ich bin halt mit dem scheiß groß geworden! früher war alles besser, dass wusste mein opa schon!

heute (bzw. vor ca.10+ jahren) hat die industrie, wie so oft, diese bewegung für sich entdeckt und die kids machen gerne mit. es fehlt mir ein bisschen das herzblut u. der enthusiasmus. alle wollen so professionell sein, style ist meiner meinung nach zu wichtig und keiner will wohl mehr nen standpunkt haben! das ist natürlich nur mein empfinden, aber ich hab das gefühl, damals war das nicht so. natürlich hat sich die gesellschaft und das konsumverhalten durch neuere technik und andere medien verändert. wir sind heute ziemlich schnell gelangweilt! (ich glaub ich skip den song mal!)

PP:
und wie geht es weiter in 2015?

Marco:
wir würden gerne anfang des jahres aufnehmen und etwas mehr konzerte spielen, mal sehen! evtl. auch auflösen und 2025 ne fette reunion!

PP:
Hört nach einem völlig undurchdachten Plan an, hihi! Wie wäre es mit einem kleinen, großen Festival mir allen Lärmbands dieser Gegend? (Schlecht erreichbar für die Zuschauer. Ohne Zeltplätze und zu wenig Bier. Wir spielen uns gegenseitig allen was vor, bringen dann einen 6 Lp Sampler raus und schiessen den in den Orbit, denn hier interessiert sowieso keinen mehr, was Vinyl ist. – auch zu undurchdacht?)

Marco:
ja!
wie wäre es mit einem kleinen keller oder proberaum, der mit 20 leuten gerammelt voll ist, aber alle bock haben! mehr bräucht ich nicht!

PP:
Bedankt!

Marco:
danke felix für deine mühe, ladet unser musik für umme von bandcamp und teilt sie mit eueren freunden!

Discographie:
2012 bunker demo
1000 miles to my heart

2017 Split 7inch
1000 miles to my heart, taste the sword records

2024 LP „alles lebt alles stirbt“
1000 miles to my heart, krachige platten

aktueller Videoclip:
lautstarke filme

 

 

interview: #2 – stressfaktor – deutschpunk, landau (r.i.p.)

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INTERVIEW      STRESSFAKTOR

PP:
Moin Markus!
Euch gibt es schon so viele Jahre und ihr seid durch eine Menge Höhen und Tiefen gegangen. Und nun ein neues Album „Zurück auf Null“. Wieso dieser Titel? Habt ihr den Reset-Button gedrückt und seid noch mal 20?

Markus:
Ganz so einfach ist es nicht. Dieser Titel hat  für die Band und das Album mehrere Bedeutungsgrade. Die Band begleitet uns ja mittlerweile 17 Jahre und die Titel und die Songs gaben immer  ein Stück dieser Zeit wieder. So ist es auch bei „Zurück auf Null“. Zum Einen, da unser Wegbegleiter Christian (Bass) während den Aufnahmen seinen Rücktritt bekannt gab, was sich,  wenn du so lange zusammen in einer Bandfamilie bist und etwas weg bricht, anfühlt als würde man als solch eine wieder bei Null anfangen müssen.

Andererseits zielt der Titel auf den exponentiell schreitenden Entwicklungsprozess der Technik ab. In der heutigen Zeit wird alles Computergesteuert. In der Gesellschaft ist dies zu einer Abhängigkeit geworden, die aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken ist und 0 und 1 im Leben bereits fest verankert sind.

PP:
Euer Konzertkalender war dieses Jahr leider sehr leer. Macht ihr mit dem Album im Gepäck eine Tour in 2015 oder Konzertwochenenden?

 Markus:
Das ist wahr, aber in diesem Jahr hatte die Fertigstellung des neuen Albums absolute Priorität. Für 2015 erhoffen wir uns ein Konzertreiches Jahr – also immer her mit Konzertanfragen.

PP:
Laut Vita seid ihr nun seit 1997 zusammen als Stressfaktor unterwegs. Sehr oft spielt ihr seitdem auch mit der Band Ueberdosis Grau. Was verbindet Euch?

Markus:
Mit Ueberdosis Grau verbindet uns eine sehr lange Freundschaft (1995).
Und was macht  mehr  Spaß, als mit guten Freunden unterwegs zu sein, vor allem wenn man sich ansonsten nur sporadisch trifft? Da sind gemeinsame Abende schon etwas sehr schönes und  eine Seltenheit.
Zudem durfte ich ihre beiden Alben produzieren und veröffentlichen.  

PP:
Wie gut passt ihr nach so einigen Besetzungswechseln zusammen? Treibt euch eine gemeinsame Meinung an, oder gerade, dass ihr verschiedener Meinung seid?

Markus:
Die seit 2006 bestehende Besetzung ist wohl die intensivste die wir je hatten, da wir uns von der Grundattitüde her auf einem Konsens befinden.
Was den musikalischen Geschmack anbelangt, bestehen zwar etliche Diskrepanzen, aber das ist gut so, denn das macht das Ganze interessant und uns als Band auch irgendwo aus.

PP:
Seit dem ersten Album sprecht Ihr mehr die miesen Seiten im Leben an und brettert das mit geballter Gitarrenladung nach draußen. Hat sich in den 17 Jahren denn nun gar nichts verbessert, verändert?

Markus:
Natürlich gab es viele Veränderungen, ob diese nun gut oder schlecht waren sei  dahingestellt. Dennoch ist der Antrieb dessen was mich nicht zur Ruhe kommen lässt größer als der der „schönen neuen Welt“.

PP:
Was erwartet denn den Hörer auf Eurem neuen Album?

Markus:
Eine geballte Ladung dessen, was uns ausmacht.

Bei dieser einen Seite hatte ich es damals belassen.
Hier noch Stressfaktor mit „april“ – ist wohl das letzte Lebenszeichen gewesen

 

 

interview: #2 – we had a deal – screamo aus ludwigsburg (r.i.p.)

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Interview  WE HAD A DEAL

Plötzlich stürzte diese Band in mein Gehör. Nein, eigentlich zuerst in mein Auge. Denn ich sah die Split 7inch mit Coma Regalia irgendwo im Äther schwirren und griff zu. Ein paar Tage später war dieses wirklich toll und aufwendig gestaltete Stück Kunst bei mir. Ein Kartonringbuch mit einem Cover von schwarzer rand, der bspw auch schon Arbeiten für Pascow oder A Tidal Sleep gemacht hat. Aufgeklappt mit eingeklebtem Booklet und der Single.
Ich konnte also nicht anders, als Micha von WE HAD A DEAL anzuschreiben und ein paar Fragen zu stellen:

Micha:
Wir sind eine vierköpfige was-auch-immer-core-Band bestehend aus Serkan am Bass, Uli an der Gitarre, Sascha am Schlagzeug und mir, Micha, am Gesang, wenn man Letzteres so nennen kann.

PP:
Auf Eurer schönen, aber auch knapp gehaltenen Homepage, kann man erfahren, dass ihr 2008 das erste Demo rausgebracht habt. Wie lange gibt’s Euch denn schon? Immer noch in derselben Besetzung?

Micha:
Sagen wir mal so, uns gab es schon etwas vor der ersten Demo. Allerdings mit wechselnder Besetzung und wechselnder „musikalischer Ausrichtung“. Seit dem Dialectics-Album vor ca. zwei Jahren ist die Besetzung und „Ausrichtung“ allerdings konstant geblieben und das ist dann We Had A Deal geworden. Bandvorstellungen, Biografien und solche Sachen liegen uns nicht besonders, deswegen ist die Homepage so knapp gehalten. Sich selbst zu beschreiben ist ja auch immer irgendwie mit Eigenwerbung verbunden und dafür ist uns leider das namhafte Managerteam von Helene Fischer durch die Lappen gegangen. Schade eigentlich, ein Keyboard und ein E-Drumset hätten wir schon in petto gehabt.

PP:
Ja, schade. Ihr macht die Musik und Helene fliegt über euch hinweg und lautem Gekreische…… Das heißt wohl, ihr habt euer Marketing selbst in der Hand! Und so kommt es, daß viele kleine Labels an euren Platten beteiligt sind.

Micha:
Prinzipiell finden wir es immer besser, mehrere Parteien zu involvieren. Dass das dann vielleicht vergleichsweise „kleine“ Labels sind, ist auch so gewollt. Wir fühlen uns mit der Band mehr in der DIY-Ecke zu Hause, mögen die Platten, die sonst noch bei den Labels rausgekommen sind, und freuen uns, da dann auch selbst rauszukommen. Das macht für uns als Band mehr Sinn so. Mit vielen davon stehen wir ja auch vor oder durch die Platten in regem/engem Kontakt. Auch wenn’s langsam ausgelutscht klingt, aber Do-It-Yourself finden wir schon wichtig. In der Regel organisieren wir alles um die Platten rum selbst, ich gestalte die Artworks und regele allen anderen Organisationskram. Das ist zwar aufwendiger, verbessert aber das Gefühl nochmal um einiges, die Platte am Ende in der Hand zu halten und zu wissen „das ist meins“.

PP:
Mit wem hattet ihr denn einen Deal und warum ist der hinfällig? Sprich, wie kamt ihr auf euren Bandnamen?

Micha:
Jaja, die Deal-Sache. Wir haben unseren Namen nach einem Onelinedrawing-Songtitel gewählt, weil wir etwas haben wollten, unter dem man sich musikalisch nichts vorstellen kann, wenn man den Namen hört, und wir alle gerne im alten Proberaum die Jade-Tree-Sampler gehört haben, auf einem davon war der Song drauf. Außerdem fanden wir, es würde irgendwie deprimiert klingen und daher zur Band passen… und „My bloody murder dwells in the death of autumn’s darkness“ war einfach irgendwie zu lang. Dass das auf einen echten „Deal“ bezogen wird, das ist uns unglücklicherweise erst später aufgefallen. Aber mit Bandnamen ist das ja so eine Sache. Nach zwei Monaten würde man ihn am liebsten wieder ändern, weil man fünf neue Vorschläge hat, von denen man jetzt viel überzeugter ist. Das ist glaub ich immer so. Von daher bleiben wir jetzt einfach bei der Deal-Sache.

PP:
Vieles in Euren Texten ist mehr Poesie als die üblichen Reimschemata und Versmaß. Manchmal wirkt das auf mich wie ein vertontes Gedicht. Dadurch hebt ihr euch ab von all den oft genug inhaltlosen HardcoreBands. Wer schreibt die Texte?

Micha:
Danke für das Kompliment. Die Texte schreibe ich, mit Reimschemata tue ich mich dabei ehrlich gesagt echt schwer. Das Ganze möglichst bildlich zu halten, liegt mir glaub ich mehr. Die Anderen geben mir da ziemliche Narrenfreiheit, lassen sich aber die Texte vor den Aufnahmen geben und teils erklären. Das macht das Ganze etwas einfacher, weil ich weiß, dass ich „singen“ kann, was ich möchte, aber wenn es völliger Quatsch wäre, mit dem die Anderen nichts anfangen können, würde sich rechtzeitig jemand melden. Die Texte von Anderen zu singen wäre irgendwie seltsam, weil sie ja nicht direkt was mit mir zu tun hätten.

PP:
Habt Ihr eine klare Aufteilung, was das Songschreiben angeht?

Micha:
Bis auf „Musik = alle“ und „Texte = ich“ gibt’s eigentlich keine richtige Aufteilung. Wer Ideen hat, bringt die zur Probe mit und wir schauen, was den anderen dazu einfällt bzw. was man damit bauen kann. Im Normalfall sind alle Texte schon fertig bevor wir die eigentlichen Lieder schreiben. Die Musik dazu entsteht in der Regel später im Proberaum von allen gemeinsam, was manchmal etwas zeitaufwendig sein kann, aber auf jeden Fall sicherstellt (jedenfalls haben wir das Gefühl), dass alle ihre Ideen einbringen können und am Ende mit den Liedern zufrieden sind. Oft sind es ja auch zusammenhängende oder sich aufeinander beziehende Texte. Weswegen ich dann mit zig ausgedruckten Texten im Proberaum stehe und überlege, welcher jetzt passen könnte oder wie man welchen Text ändern müsste bzw. wie wir die Musik zusammenbauen müssten, damit ich den Text auf die Musik packen könnte. Wir schreiben relativ lange an Liedern, weil wir ständig etwas umändern bis es für alle so Sinn macht. Von den meisten Liedern haben wir mehrere unfertige Versionen über die dann ganz wie im Debattierklub diskutiert wird. Neue Musik entsteht im Normalfall blockweise. Also wir wissen, dass wir was aufnehmen wollen, und schreiben dann Songs. Wenn die Platte fertig ist, ist erstmal wieder gut mit Debattierklub und ich schreibe schon mal die nächsten Texte. Aber ich denke, das machen die meisten anderen Bands ähnlich.

PP:
Man merkt, ihr habt etwas zu sagen, eine Meinung. Ihr bedeckt Worte mit gesundem Lärm, empfindet die Erde als flach und hasst, was „Du“ tust. Ist natürlich alles etwas aus dem Zusammenhang gerissen, wie das so ist, mit Zitaten. Doch immer wieder scheint ein Augenzwinkern durch.
Ist das Leben Schön? Die Realität möglich?

Micha:
Gute Frage, vielleicht könnte man sagen: Es kommt darauf an. Die Texte sind ja in erster Linie persönlich gehalten und da gehört sowas wie eine Meinung und eine Aussage auf jeden Fall immer dazu. Denn auch wenn wir das Politische in unseren Songs nicht immer explizit machen, steckt es doch immer drin, eben in Metaphern und Bildern verpackt. Eine gewisse zweiflerische Grundstimmung und hoffentlich eine spürbare Attitüde sind uns also auf jeden Fall wichtig. Vielleicht könnte man sagen, „positiv pessimistisch“ trifft es ganz gut. Augenzwinkern ist auf jeden Fall trotzdem das Unverzichtbarste aller Utensilien gegen allzu kryptische Lebenseinstellungen. Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen ist definitiv gesünder. Wenn das alles dann für jemand anderen Sinn macht, sie_er sich da andocken kann und was für sich rausziehen kann, ist die Operation geglückt. Sich im Selbstmitleid suhlen, so völlig ohne (Selbst-)Ironie, kann funktionieren, wird auf die Dauer aber auf jeden Fall nervtötend. Die Texte sind trotzdem meistens nicht gerade positiv oder optimistisch. Aber das würde anders für mich persönlich auch nicht funktionieren. Wenn es mir gut geht, bringt es mir selbst nichts, das aufzuschreiben, da fallen mir  passendere Beschäftigungen ein. Frustration in Texte zu verpacken, hilft dagegen ungemein.

PP:
Wie geht’s weiter bei Euch?

Micha:
Im Moment arbeiten wir an unserer eigenen Parfümmarke, studieren fleißig Sambachoreographien ein und wir bringt zu Weihnachten unsere neue Kleiderkollektion für Hunde mit Arthritis raus. Ist das erstmal geschafft, wird im Frühjahr dann zusätzlich eine neue Platte mit 7 Songs drauf rauskommen. Dazu gibt’s dann einige Konzerte übers Jahr verteilt und die eine oder andere Tour.

PP:
Ich freue mich drauf, mehr von Euch zu hören! Danke für das Interview und noch die abschließende Aufforderung: gibt’s noch mehr hörenswerte Bands in eurem Umfeld?

Micha:
Ja, gerne doch. Also, außer den unsäglichen PUR kommen aus der (nicht immer geografisch unmittelbaren) Ecke auch noch:

rêche – I Refuse – PSSGSReznik SyndromMahlstromKyrest – French Nails – The Tidal Sleep – Hell&Back – Kuballa – Akela – An Early Cascade
Sending LightsYounger Us (in fetter Schrift die, die es noch gibt. Bei den andern sind manche Releases schon 6, 7, Jahre her. Jedenfalls jede Menge, in was ihr reinhören könnt)

…und noch ein ganzen Haufen mehr, die ich hier jetzt sicherlich vergessen habe.