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LP: berlin 2.0 – scherbenhügel

Wer braucht sie schon, diese ungefragten Reviews. Die teuren Platten, die ich mir kaufe und euch dann noch vollschwalle. Nun, hat alles seine Gründe. In diesem Fall – einmal mehr – eine Band, die einfach spielen kann und verdammt gut ist.

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konzert: Neat Mentals, Neckarions, Mofakette @ Goldmark’s – 10.03.2023

f:
Ich leite kurz ein damit, dass dieser Konzertbericht wieder geteilte „Arbeit“ war, diesmal mit mir und Nathalie. Sie ist meine Kollegin beim Vinyl-Keks und macht seit neuestem einen Podcast namens „Plattenschau der Podcast“, formerly known as „Plattenschau“. Außerdem Sängerin der Band Klaus Kinks.

n:
Yeah Yeah Yeah, unser Lieblingsclub Goldmark’s, auch liebevoll Goldi genannt, hat die Live Saison wiedereröffnet. In diesem Fall etwas ganz Besonderes, da erst kurz vor Ende des letzten Jahres darüber entschieden wurde, dass der Türsteher mit den weißesten Zähnen Stuttgarts auch für zunächst weitere 2 Jahre für ein 1A* Konzertpublikum sorgen darf. Demnach war es selbstverständlich Pflicht, am 10.03. aus “Bei Stuttgart” anzureisen und dies gebührend zu befeiern. In Begleitung meines Plattenschau Podcast – Partners Flo hatten wir, mit einem kleinen Abstecher in den beautiful Osten zum Biertempel Kraftpaule, pünktlichst um 20.00 Uhr die romantischste U-Bahn-Station der Stadt erreicht – mit dem Auto. Ja, ihr habt richtig gehört, ich hatte mich tatsächlich dem gewagten Experiment gestellt, an einem derart ehrwürdigen Abend nüchtern zu bleiben – und nach Stuttgart mit dem Auto zu fahren (Leben am Limit). Alte*r, ich weiß nicht ob ich JEMALS vorm Goldi um die Uhrzeit eine Schlange Menschen gesehen hab. Aber, da kein Vorverkauf, und alle ausgezehrt und heiß (draußen allerdings arschkalt), war das ja irgendwie doch absehbar. Im Vorhinein hatte ich schon Kontakt mit Felix, der auch kommen wollte, oh Freude – also fast ein Vinylkeks – Meeting, denn John Donson und Der Riedinger würden ebenfalls an diesem denkwürdigen Abend anwesend sein (und zwar AUF der Bühne).

f: Mit .r bin ich wieder unterwegs, auf der Autobahn kein Stau, was für Freitagabend doch ziemlich cool ist, denn die A8, bis auf einzelne, andere A-Strecken in NRW, ist einfach eine einzige Scheiße. Warum haben die keine Brücke über Pforzheim gebaut? Diese Baustelle … hilfe!
Kaum auf die besagte A8 abgebogen, alle 2km ein bis zwei Zivilfahrzeuge. Blaulicht, dunkle Kombis oder auch Mannschaftswagen. Razzia?
Klar hat .r per Internet geschaut, wo was los ist und viel haben wir erstmal nicht rausgefunden außer, dass es eine Geiselnahme in einer Apotheke gab. Hm…. Ist doch gar keine Impflicht mehr.

(so ein Ding fuhr auch an uns vorbei)
Wir sind essen gegangen, Thai, dann ins Goldmark‘s, bei uns keine Schlange, wir gehörten zu den ersten 70, 80 Leuten gegen 20Uhr15.
Als erstes hab ich John Donson getroffen, er trommelt bei den Neat Mentals, wir haben vor Ewigkeiten mal gemeinsam die Bühne geteilt, inzwischen eher Redaktionskollegen. Frank, den Gitarristen kenne ich inzwischen auch schon ewig, er spielt(e) bei Die Hausverwaltung und Uberalles.

n:
Dumdidum, rumstehen, Leute begrüßen, Smalltalk (kann ich net, nüchtern noch weniger – auch wenn ich ja der Meinung bin, dass ich nüchtern viel witziger bin, da bin ich aber, glaube ich, auch die einzige). Irgendwie waren halt alle da, auch die die ich schon ewig nicht mehr gesehn hab, Kuschelkommando deluxe. Auch die angekündigten Bands waren keine Unbekannten: Bei Neat Mentals stehen eben die beiden oben genannten Vinylkeks-Kollegen auf der Bühne (stehen, haha, von wegen…), Mofakette kennt in und BEI Stuttgart keine*r nicht, und Neckarions spielen seit Gründung gefühlt auf jedem 2. Konzert in Stuttgart und (veganem) Speckgürtel.

f:
Das war der Grund, weswegen ich gekommen bin. Neat Mentals treffen und den Helge von den Neckarions kennenlernen, weil wir schon ne Weile (er spielte auch bei Unbite) in Kontakt sind. Ich bin an diesem Abend aber auch nüchtern geblieben, mach grad Pause vom Alkohol. Mir scheint dadurch mein Promo-Gen abhandengekommen zu sein, nicht mal die aktuelle Ausgabe hatte ich dabei – und keine Lust mich irgendwem aufzudränge(l)n.
Wir stellten uns zum Mischer, schauten uns die, wie immer, sehr lebendigen, rock’n’rolligen Punker der Neat Mentals an.
Ich hielt Ausschau, vielleicht würde ja Nathalie an mir vorbeilaufen.
Das Goldmark’s wurde voller, ich denke spätestens nach der ersten Band waren mehr als 100 Leute da, es wurde drängeliger. Auch beim Mischer.

n:
So, Theke (nebenbei auch bestes Barpersonal der Welt!), Jever Fun und der Tag gehört Dir, in die erste Reihe geflitzt und mit Flo (der von der Plattenschau, es gab einen leichten Flo-Überschuss an dem Abend, daher weitere nötig dies zu betonen, außerdem billige Werbemaßnahme) neben Kalle Stille platziert (der nicht Flo heißt, aber die besten Fotos des Abends gemacht hat, an dieser Stelle auch besten Dank für die geilen Bilder von Neckarions hier im Bericht). Fachgesimpel über Social Distortion (wobei Plattenschau Flo mehrfach seine Google-Brille rausgekruschdln musste) und Rumrätseln, wie die Bandreihenfolge des Abends sein würde – die wurde nämlich angeblich tatsächlich gelost. Aber, weil wir ja so a paar Käpsele (würde ich gerne gendern, weiß aber nicht wie -Käpselinnen?) sind, ließ sich schon anhand der Mikrofonanzahl und -höhen per Ausschlussverfahren eruieren, dass Neat Mentals wohl eröffnen würden. Langsam wurde es auch voller und schnell dann auch knallvoll. Aber wo zur Hölle war eigentlich Felix???

f:
Ich trank auch das Jever Fun und scheine meine Sehkraft eingebüßt zu haben. Es schmeckt echt schlimm. Danach eine Cola! Nathalie kommt wohl nicht, ich sehe sie zumindest nicht. Vielleicht habe ich auch vergessen, wie sie aussieht. Kann das passieren, wenn man keinen Alkohol trinkt? Dachte immer, es ist umgekehrt. Alkohol = Vergessen.
Irgendwer forderte ständig ein Schlagzeugsolo von Flo, er war heute aber nicht willens, eines abzuliefern; falls er das je tut!

(Neat Mentals. Gerade mal die Tanz-Beine unten.)
n:
Also wer Neat Mentals noch nie Live gesehen hat, hätte sich fragen dürfen, ob die Herren im Alltag chronisch gelangweilt sind, dass die auf der Bühne derart austicken. Also im positiven Sinne. Ich hoffe die vier schwäbischen Schweinerocker hatten sich vor dem Konzert ordentlich aufgewärmt. Ich konnte beim Riedlinger gar nicht richtig hinschauen und mir tat’s schon beim Kucken weh. Außerdem musste ich ein paar mal ‘nen Limbo Move nach hinten machen, weil sein Bein bedrohlich nah gen mein feierlich zurecht geschmunkenes Gesicht geworfen wurde. Auch der Rest der Band hüpfte, stampfte und schwitzte, was das Zeug hält, was sich ab Minute 1 auf das Publikum übertragen hatte und zu äußerst ausdrucksstarkem pogoesken “Tanzen” führte (kurz hab ich gedacht, da haben sich ein paar New Model Army Pyramidenspitzen im Publikum verirrt). Geiler Sound, perfekt und ultratight sowohl alte Songs und der ein oder andere der bald erscheinenden Platte wurden dargeboten. Besonders die beiden Sänger sorgten dafür, dass die Songs noch voller und mächtiger klingen, und diese Lässigkeit mit der die ihre Instrumente beherrschen – fast ekelhaft, wie talentiert die sind…und dabei trotzdem ultra sympathisch und bodenständig, die müsst ihr wirklich unbedingt mal gesehen haben!

f:
Mofakette legten los und durch die erhöhte Menge an Alkohol in den andere*n Anwesende*n und vor der Bühne, musste der Mischer seinen Platz doch besser schützen und wir halfen ihm, sein Gitter einzuhaken. Ich schubste eine auf mich Gefallene zurück in den Pogopit: das fand sie total uncool. Hm.
Da ich ja sowieso eher gemütlich zuschauen wollte, verzogen sich .r und ich an die Seite.
Wir schauten Mofakette zu, wie sie ihren Fun-Punk gekonnt ablieferten.
Eine Müdigkeit überkam mich, während ich Cola trank. .r war auch eher dem Gehen geneigt. Fun-Punk ist echt nicht unser Ding. Und ich hatte so gehofft, dass die Neckarions früher spielen würden.
Wir trafen einen Blinden, halfen ihm bei den Stufen zur Toilette, überlegten noch um ein weiteres Getränk – vielleicht eine Bionade?
Vielleicht läuft ja irgendwer noch vorbei, außer Flo vom Juha West, den ich vom Sehen kenne, persönlich nicht. Am Merch auch nur Menschen, die ich noch nie gesehen habe.
Konjunktiv: vielleicht gefällt es uns auch bald besser?
Es ertönen seltsame Chöre, ich hab vergessen wie es geht, sowas mit diwibbdibbdibb? Ne, nicht mein Ding.
Die Leute finden es obercool, feiern.

(mofakette von der Seite aus gesehen – links neben dem Bildrand also Nathalie)

n:
Ok, ich bin alt. Ich verlasse den Posten vor der Bühne, weil ich inzwischen mitbekommen hab’, dass als nächstes die Suffnasen von Mofakette dran sind und ich befürchte, dass spätestens dann Blutpogo der Tanz der Wahl wird. Ich hör schon die “Whimps and posers leave the hall”-Rufe, aber hey, damit kann ich leben. Also bester Platz im Goldi neben VOR der Bühne, ist tatsächlich gleich seitlich NEBEN der Bühne, wo nicht nur die Crème de la Crème der Stuttgarter Szene rumhängt, (zwischenzeitlich 3 Flos in Reihe, außerdem ⅔ der Punkrock Aerobics <3), sondern von wo aus auch die Band von hinten ausgezeichnet aus dem Konzept gebracht werden kann. Diesen Plan verfolgte wohl auch Flo, der sich an diesem Abend am meisten auf Mofakette gefreut hatte. Angemessen vorbereitet hat er mit seiner engelsgleichen Stimme aus dem Off lautstark vor sich hingeOi!t. In der Zwischenzeit wurden klammheimlich und brandheiß die neuen Split Tapes von Mofakette mit Der Ganze Rest directly und persönlich von der Dame des Hauses Running Out Of Tape Records angeliefert und auf dem Merchtisch feilgeboten (Review zur MC in Kürze beim Plattenschau Podcast und auf Vinylkeks). Ja, was soll ich sagen, Mofakette wissen halt, wie’s geht. Paar nette Jungs von nebenan, mit nem Humor, den ich leider sehr witzig finde (ob ich will oder nicht, sogar unbebiert), musikalisch super und textlich unterhaltsam, und dabei extrem authentisch, immer mit nem fetten Grinsen im Gesicht – Fazit: Ne Band die einfach Spaß macht und trotzdem was zu sagen hat – und sich über Mexikaner auf der Bühne freut , Oi! Oi! Oi!

n:
So zwischendurch draußen mal testen, ob es wirklich so ARSCHKALT ist (ja, war es, ich hatte Kieferschmerzen vom Zähneklappern) und das 153. alkoholfreie Bier holen (war inzwischen scheinbetrunken und hatte deshalb auch schon wieder mein Pfandmärkchen verloren). Außerdem war ich noch immer nicht Felix begegnet, also sooo groß ist die Location ja jetzt nicht…Feeeelix?
Inzwischen war es glaub auch schon nach elf und ich schlagartig absurd müde.
Neckarions hatten die Bühne betreten und dieselbige directly sowas von ausgefüllt. Ivan ist einfach ne Rampensau und auch der Rest lieferte wie gewohnt ab. Der Gesang kam mir stellenweise ein bisschen zu leise vor, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass meine Ohren sich vielleicht inzwischen schon verabschiedet hatten während der Rest des Körpers noch tapfer ausharrte. Eigentlich wollten wir so nach der Hälfte gehen, weil eben total am Arsch, aber irgendwie bin ich dann doch nicht weggekommen. Schließlich gab’s auch noch Stagediving, Geburtstagsständchen und mit “Try Again” ein Cover der Spermbirds (die am 25.3. auch eines von glaube ich 3 Konzerten im Franz K. in Reutlingen spielen). Musikalisch ganz klar Dead Kennedys als Referenz, bisl Booty shaken, Fußwippen und geradeaus starren ging in meinem Zustand grad noch so. Aber wo ist Felix? Feeeeeelix!

(Neckarions, Fotos von Kalle Stille)

f:
Wir saßen inzwischen im Auto gen Heimat. Ist halt dann doch, selbst ohne Stau und Polizeieinsätze, etwas mehr als eine Stunde Fahrt.
Kommen die Stuttgarter eigentlich auch mal ins Artcanrobert?
Egal. Am Ausgang hatte ich nochmal gehofft IRGENDWEN zu treffen, Namen hatte ich auch bereits alle vergessen… liegt wohl an der Abstinenz? Morgen trinke ich wieder, versprochen!
Schade, dass ich die Neckarions verpasst habe, dann müssen wir wohl doch mal zusammen spielen. Da, Nathalie erwähnte es bereits, Neckarions und Mofakette ständig live präsent sind, sollte das kein Problem sein.

n:
Konzert vorbei und endlich aufbrechen. Ach Nö. DJ Matrix aka @as_hopedies hatte andere Pläne und legte einen Hit nach dem anderen auf. Rancid, Ramones und The Undertones und zwar in ziemlich genau der Reihenfolge, da haben sich die Beine von selbst bewegt, aber halt in die falsche Richtung, da war Flo au echt keine Hilfe. Zwischendurch mal auf’s Handy kucken und da! Nachricht von Felix (hätte uns ja auch mal früher einfallen können): Er war inzwischen auf dem Heimweg, wir haben wohl aneinander vorbeigesucht. Also hätte er mir im Nachhinein nicht ein paar Fotos geschickt und mich wegen dem Bericht gefragt, hätte ich im frech unterstellt, er war nicht da – gibt’s doch gar nicht (Doch, im Goldmark’s!).
Irgendwann um halb zwei und ne Afri Cola später (es gibt sicher auch andere leckere Coli) sind wir zum Auto geschlappt. Also ich bin geschlappt, Flo eher geschlurft.
Wir sind uns einig: Geiler Neustart, alles richtig gemacht!
Herzlichen Glückwunsch, liebstes, goldigstes Goldmark’s, schön dass Du wieder da bist!
Nicht unwichtige Randnotiz: Das Goldmark’s ist zwar nicht barrierefrei, aber es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um jede*n Willkommen zu heißen und den Zugang (z.B. mithilfe einer mobilen Alurampe) zu ermöglichen.

f: Stimmt, wo du es erwähnst: ein Rollifahrer war auch da!
Und nächstes Mal (Reutlingen ist von hier aus NOCH weiter) bitte die große Vorstellungsrunde. Auch Kalle Stille: an ihn herzlichen Dank für die Fotos, die ich nicht gemacht habe. Er sucht da auch eher die erste Reihe, mir reicht das “Beweisfoto” für den Bericht.
Eventuell nehme ich mein Telefon auch früher in die Hand, das dachte ich nämlich: „wieso haben wir eigentlich nicht telefoniert“?
Schwierig, vor allem Alkoholfrei.
Schön, dass das Goldmark’s wieder auf hat, wirklich klasse Location und super erreichbar!

PS: Während wir so im Goldmark’s feierten hatten es die Gäste in Karlsruhe in “die Stadmitte” schwer, denn das halbe Viertel war von Polziekräften abgesperrt worden. Es ist alles glimpflich verlaufen. Nur das Konzert, das fand nicht statt.

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7inch: neckarions – s/t

Die 4 Stuttgarter, rund um den aus Texas stammenden Sänger Ivan, hauen uns mit ihrer „The EP“ 4 Smasher um die Ohren. Musikalisch zwischen California-Punk und 80er Hardcore.

Doch zuerst mag ich mich mal über das echt coole Artwork Neckarions auslassen, nein, lobend erwähnen! Das ist wirklich mega! Hottercomix hat da voll ins 50er Jahre C-Movie Kästchen gegriffen und die Neckarions, aus Stuttgart!, ein absolut passendes Äußeres gemalt bekommen.
Wenn man sich nichts unter der Musik erstmal vorstellen kann und das Cover sieht: ich finde, da ist drin, was drauf ist!

Aus der Unterwelt des Abwasserkanals in Gotham City hat Hottercomix die vier Superfischhelden aus Sin City (so heißt der Ort wirklich, aus dem die vier Stuttgarter entsprungen sind) auferstehen lassen. Untermalt wird das heiter in Grüntönen gehaltene Kiemenspiel mit einer Art Horrorpunk. Irgendwo zwischen Dead Kennedys (ich denke, sie werden oft mit ihnen verglichen – wobei sie wirklich kein lauwarmer Abklatsch sind sondern der Sänger einfach diese “Note” hat) und Neckarions. Auf der Rückseite ist dann das grüne Biest aus der Zwischenwelt.
In der Hülle versteckt sich eine passend giftgrün-transparente Single mit vier Songs. Im falschen Licht betrachtet, könnte es auch Gold sein.
Die klagende Stimme des Sängers scheint auch permanent bemüht zu sein, jedem vorbeilaufenden, halbwegs spießig ängstlichen Spaziergänger die Penunzen aus der Tasche pressen zu wollen; und bereitwillig gibt man schnell alles, was man hat, um wegzukommen vom glibberigen Wesen! “Rise”

Die Melodien sind düster getragen, fordernd im Mid-Tempo-Bereich zieht der Vierer seine Kreise. Ein wenig Distortion auf dem Bass, gesprochene Vocals, mal rufend aus dem Dunkel der Strasse. “Dead Fish”
Es geht eher um den Aufstieg irgendwelcher fiesen Wesen, als um die freudige Zusammenkunft von bunten Waschlappen.

Das hier ist handgemacht, schwer, dunkel und treibt einen nach vorn durch die Strassen deiner Stadt. “a secret kept”.
Um in “Sin City” zu landen.
Insgesamt ist die zweite Seite etwas flotter und griffiger als der düstere Zwilling auf Seite eins. Was das ganze Werk aber wirklich abwechlsungsreich macht!

Die 7inch bekommt ihr beim Label direkt im Shop 30 Kilo Fieber.
Ich komme allerdings aber auch nicht umhin zu erwähnen, dass es nun ein Tape bei Kloppstock Records gibt, mit den neuen Stücken und denen der CD “the rise of….” auf 50 Teile limitiert. Das ist auch ziemlich cool; also das Label, wie auch der Release!


Dieser Review ist bereits beim Keks erschienen 😉

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LP: Planet Watson – Time to break it

Planet Watson geben bekannt: Time to break it up.
Band kenn ich schon eine Weile, sie haben bereits zwei EPs rausgebracht und machen mit ihrem ersten Longplayer auf Vinyl da weiter, wo sie nie aufgehört haben. Melodic Punkrock der ordentlich Rückenwind hat.
Das Artwork von Christin eine Hommage an alle Clubs der Gegend (jenseits dessen, wo immer alle Touren langtouren). Die 16 Songs kamen rechtzeitig zum 10. Geburtstag der Band raus. Letzten Oktober (2021).
Ich habe mir ein paar Tage Zeit gelassen, ist mir musikalisch insgesamt ein wenig zu … hm, wie sag ich das, vielleicht “lebensbejahend”? Ich meine nicht fröhlich. Eher freundlich.
Nungut.
“Next Episode” startet wie angekündigt mit Melodic Punk, gefolgt von “all” ein wenig im Blink 182-Gewand (dem Alten).
Ein Funfact für mich ist, das hier Chris, der Gitarrist und Sänger von Helmut Cool die Hochgeschwindigkeitsstöcke über die Felle fliegen lässt. Wobei eigentlich Sänger Hesse auch ein ganz ordentliches Brett tromnmeln kann.
Weiter geht der Rausch mit einem halben Dutzend Sängern, die die Band bei einzelnen Songs unterstützen. Allsda wären No Opinion, Scheisse Minnelli, Money left to burn, und und und.
Die Band selbst hält die Musik schon sehr abwechslungsreich, durch die Co-Sänger bekommt das nochmal einen ordentlichen Push. Das rauscht ganz ordentlich durch, diese “time to break it”!
Zwei Songs knacken die 2 Minuten, alle anderen sind kürzer, lauter, auf den Punk(t). Das Gaspedal bleibt durchgetreten.

Eine Frage drängt sich mir auf: wie haben Planet Watson eigentlich die ganzen Leute ins Studio gezerrt ob der doch sehr komplizierten Zeit? Vermutlich ist die Lösung ganz leicht, klärt mich auf.
Solange: anhören und / oder kaufen bei Bandcamp!

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review: UNBITE – merge EP

 

Habe hier aus Stuggi die neueste Noiserockscheibe von Helge bekommen, der, nachdem BUZZ RODEO einen absolut Kometenhaften Aufstieg und einige sehr schöne Vinyloutputs hatten und eben leider auch schon wieder verglüht sind, sich nun bei UNBITE an den Drums verdingt.

Female Vocals puschen die eingängig krachig, noisigen Riffs nach vorne. Insgesamt ist es recht minimalistisch gehalten und erinnert mich sehr an FUGAZI oder UNWOUND, wobei die Band hier noch in einem Anfangsstadium zu hören ist. Das Namedropping also vielleicht noch zu früh? Die Band gibt es wohlgemerkt erst seit 2019! 

Ich weiß auf jeden Fall, daß UNBITE dabei sind, im Frühjahr 2020 eine Platte an den Start zu bringen und einige Gigs zu spielen. Eine Frau, zwei Männer bringen hier teils hypnotischen, teils sehr noisigen aber auch in klaren Songstrukturen bewegenden Noiserock.

Sechs Songs, in drei Tagen aufgenommen. Schönes Cover auch.

Unbedingt auschecken!