tourbericht: #3 – être? – DIY or die – être? im Osten Europas

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

être? – würde ich sagen – waren eine echt underrated Band, die ihren ganz eigenen Stil hatten. Melo Emo Rap.
Keine Ahnung, das nehme ich vorweg, was aus den Musikern geworden ist.
Habe neulich die CD, die ich auf einem Konzert im Artcanrobert von ihnen gekauft habe, in den Player geschmissen un dmich echt gefreut, sie mal wieder zu hören!
CD’s finden nicht sehr oft den Weg in dieses komische Gerät.

TOURBERICHT:
Im Sommer 2015 hatten wir die Möglichkeit, unsere erste und bisher einzige Tour zu spielen. Sie führte uns auf circa 6500 Kilometern 10 Tage durch den Osten Europas.
Im Nachhinein hat sich die Reise in unseren Hirnen zu einem ziemlichen Film verdichtet. Trotzdem wollen wir versuchen, zu berichten.
Wir sind eine kleine Screamo-Band aus Hessen, die vielleicht in der mittelhessischen Provinz zu etwas Bekanntheit gekommen ist, mehr aber auch nicht.
Als uns Artem von Cookiesounds DIY Gigs aus Odessa im Mai letzten Jahres anschrieb und fragte, ob wir auf seinem Festival spielen wollten, freuten wir uns sehr über die Anfrage,Odessa schien uns aber viel zu fern und zu gefährlich, denn irgendwie war da doch Krieg. Wir teilten Artem unsere Zweifel mit, wobei wir die logistischen vorschoben.
Diese schien er nicht zu akzeptieren und in wenigen Tagen hatte er uns eine Liste mit Städten, Venues und VeranstalterInnen, die auf unserer Route liegen könnten, zusammengestellt. Wir ließen uns darauf ein und begannen, Menschen anzuschreiben und weitere Möglichkeiten zu suchen. Plötzlich wurde die Idee so konkret, dass die anfänglichen Zweifel in Euphorie umschlugen und tatsächlich bekamen wir viel positives Feedback und die Tour stand.
Wir fragten Djaensen von unseren Freunden von Giessen Uebergrund, ob er uns mit seinem Soloprojekt begleiten wolle und er sagte sofort zu. Auch unser Kamerakind Simon ließ sich schnell überzeugen.

Fast am schwierigsten gestaltete sich das Mieten einer bezahlbaren Karre. Die meisten Vermieter sträubten sich, wenn wir ihnen sagten, wohin die Reise gehen solle. Schließlich fanden wir einen Bus in Berlin, den wir mieten konnten. Am 17. August trafen wir uns am frühen Morgen in unserem Proberaum in der Pampa nahe Fulda und beluden unseren Bus. Gegen Mittag wollten wir Richtung Tschechien aufbrechen, unsere verpennte Euphorie wurde aber jäh gebremst: Der Bus verlor irgendeine dubiose Flüssigkeit. Noch vor dem Start mussten wir in eine nahegelegene Werkstatt abgeschleppt werden.

Dort konnte das Problem in einigen Stunden behoben werden, ob wir es bis zum Abend noch rechtzeitig nach Kutná Hora schaffen sollten, blieb fraglich. Schließlich schipperten wir noch pünktlich in der
Kleinstadt circa 80 Kilometer hinter Prag ein, wo uns der Veranstalter Willi erwartete.
Willi, der unser Vater hätte sein können und sich auch etwas so gab, hatte es nach eigenen Angaben vor einigen Jahrzenten von Holland nach Tschechien verschlagen, wo er sich mit seinem Music-Club einen Traum verwirklicht hatte. Das Konzert war kaum besucht. An der Bar im hinteren Teil des Raums saßen nur wenige Zuhörer, die wahrscheinlich zum Inventar des Clubs gehören.
Nach einigen Slivovitz mit ihnen war die Stimmung dann aber doch ziemlich ausgelassen. Als Willi zu späterer Stunde anfing, irgendwas von Hitler und der deutschen Geschichte zu lallen, war es aber an der Zeit, ins Bett zu gehen. Willi gab uns Schlüssel und Adresse eine Hotels, in dem man locker einen Horrorfilm hätte drehen können.

Am nächsten Morgen ging es im Regen weiter Richtung Bratislava. Wir kamen gegen Mittag an und vertrieben uns die Zeit in der Altstadt. Am Abend spielten wir als Support für die Band Jungbluth, die die Herzen der hardcoreaffinen Teile der Reisegruppe höher schlagen ließ. Das Publikum war aber auch zu uns, die wir deutlich poppiger sind, sehr gut. Bratislava scheint eine sehr lebendige Hardcoreszene zu haben.
Nach dem Konzert zogen wir mit Jungbluth und den Veranstalter*innen durch die milde Nacht. Zum Frühstück gab’s vegane Leberwurst.
Zum Fingerlecken.
Am 19. fuhren wir nach Bardejov und spielten dort in einer der exotischsten
Locations unserer Tour. Im dritten Stock eines mittelalterlichen Festungsturms hatte ein Kollektiv von Veranstalter*innen einen runden Raum für Konzerte hergerichtet.
Wir erfuhren, dass 100-Kilometer-Fahrten zu Konzerten unbekannter Bands für slowakische Jugendliche durchaus normal seien. Wir schliefen in dem Gemäuer, während Fledermäuse um uns kreisten.
Gegen 5 Uhr brachen wir etwas verkühlt Richtung Schytomyr im Norden der Ukraine auf. Wir konnten schwer einschätzen, wie lang es dauern würde, die Grenze zu überqueren.

Tourvideo:

Tatsächlich standen wir dort lange an, konnten die Grenze dann aber
passieren. Das mulmige Gefühl, das wir vor dem Grenzübertritt hatten (in Bardejov hatte man uns von Schikanen der Grenzer erzählt), verließ uns in der Ukraine nur kurz. Nach wenigen Kilometern auf ukrainischen Sandpisten, brach ein martialisch aufgerüsteter Jeep aus dem Gebüsch am Fahrbahnrand und verfolgte uns. Der Fahrer fuhr uns dicht auf, zog die Lichthupe und wollte uns wohl zum Halten bewegen. Nach etwa einer halben Stunde, die uns deutlich länger vorkam, ließ er von uns ab. Wer oder was, das war, können wir bis heute nicht bewerteten.
Die Fahrt durch den Norden der Ukraine dauerte lang. Die Schlaglöcher wurden größer, die Dörfer ärmlicher. Immer wieder musste man Checkpoints der ukrainischen Armee passieren, unsere Pässe wurden kontrolliert, es wurde gefragt, was man hier wolle und es wurde mit Waffen aller Art gefuchtelt. Irgendwann merkten wir, dass wir durch ein freundliches „Musicanti! Musicanti!“ unsererseits und das freigebige Verschenken von Tourplakaten, die Sympathien der Grenzer erlangen und uns weitreichenderen Kontrollen entziehen konnten.
Im Dunkeln erreichten wir schließlich mit Verspätung die Stadt Schytomyr nahe Kiew. Dort spielten wir in God’s Garage. Ein Clubhaus
eines christlichen (!) Bikerclubs und zeitgleich lokaler Antifa-Laden. Ziemlich pragmatische Gebäudenutzung. Das Konzert war großartig. Wir spielten mit mehreren lokalen Hardcoregrößen, das Publikum war kaum mit dem zu vergleichen, was man aus Deutschland kennt.
Während wir auf Konzerten höchstens mal mit dem Kopf nicken oder Einzelne two-steppen, machte das ukrainische Publikum aus dem
Abend eine große Party. Trotz Sprachbarriere schrien einige unsere Texte mit und auch Djaensen, dessen Musik ja noch textlastiger ist als unsere, wurde gefeiert wie Ikke Hüftgold auf Mallorca. Leider mussten wir nach dem Konzert direkt weiter. Unsere Routenplanung hatte sich als ziemlich naiv entpuppt.
Also weiter durch das ukrainische Hinterland Richtung Moldawien. Zur Nachfahrt:
müde, kalt, Sterne, Schlaglöcher, überproportional viele Tankstellen. Mittlerweile roch es in unserem Bus wie damals in der Turnhallenumkleide.
In den frühen Morgenstunden erreichten wir die ukrainisch-moldawische Grenze.
Man hatte uns in Schytomyr einen relativ wenig frequentierten Grenzübergang empfohlen. Ein ziemlich einschüchterndes Gebilde aus Stacheldraht und Beton. Auf ukrainischer Seite antwortete uns die Grenzsoldatin in unserem Alter auf die Frage, ob man das Tor zum Passieren öffnen könne noch mit „Why not?“. Auf moldawischer
Seite war die Kommunikation dann etwas komplizierter. Glücklicherweise hatten wir alle wichtigen Dokumente im Vorhinein in die entsprechenden Amtssprachen übersetzen und beglaubigen lassen. Die Stempelsammlung überzeugte und wir durften einreisen.

Moldawien ist das ärmste Land Europas und das merkt man. In der moldawischen Hauptstadt Chisinau trafen wir den Veranstalter des Abends und fuhren mit ihm zu dessen Mutter, die für uns gekocht hatte. Spätestens jetzt fragte sich wahrscheinlich jeder von uns, ob es nicht arrogant ist, als deutsche Mittelstandskids durch die Armenhäuser Europas zu heizen und sich von Menschen, die ihr Jahresgehalt berappen müssten, um die Miete unseres Busses zahlen zu können, bekochen zu lassen.
Das Konzert am Abend war gut besucht. Wir spielten mit einigen lokalen Bands. In Moldawien scheint es eine lebendige Djent-Szene zu geben. Auch wenn wir da mit unserem Schreipop etwas rausfielen, war das Publikum ähnlich motiviert wie am Vorabend.
Nach einer Nacht im Hostel und einer kleinen Kollision mit einem moldawischen Gartenzaun, fuhren wir am 22. August zurück in die Ukraine nach Odessa.
Die Vorfreude war groß, denn schließlich war Artems Suicide Fest der Anlass unserer Tour. Nachdem wir an der Grenze und an diversen Checkpoints wieder einige Tourplakate losgeworden waren und uns ein moldawischer Grenzbeamter in fließendem Deutsch von seiner Zeit in Ostberlin vorgeschwärmt hatte, erreichten wir gegen Mittag das sonnige Odessa.
Eine beeindruckende Metropole voller Touristen und Luxuskarossen. Vor dem Konzert nahm sich Artem Zeit für ein kleines Touriprogramm.
Das Konzert war grandios, wir hörten viele großartige ScreamoBands und spielten vielleicht unser bestes Konzert jemals. Das Publikum bestand
aus einem Haufen Hardcorekids, die ähnlich wie schon in Schytomyr eine
beeindruckende Stimmung verbreiteten.
Nach dem Konzert sprachen wir
zwangsläufig mit Artem und anderen über den Ukrainekonflikt. Kurzfassung:
1. So eingefroren wie wir dachten, war der Konflikt zum damaligen Zeitpunkt nicht.
2. In Odessa fühlt(e) man sich von der EU im Stich gelassen.
Wir schliefen bei einem jungen Pärchen, das extra seine kleine Wohnung für uns geräumt hatte und während wir uns auf dem Boden ausbreiteten, die Nacht im Sitzen verbrachte.

In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages brachen wir zur längsten Etappe der Tour nach Brasov in Rumänien auf. Das Navigationsgerät, das bis dahin relativ zuverlässige Dienste geleistet hatte, zwang uns, die Geländegängigkeit des Busses zu testen und führte uns über Feldwege querfeldein. Wir verbrachten mehrere Stunden damit, neben dem Bus herzulaufen und Baumkronen auf die Seite zu ziehen, während einer von uns versuchte, das Gefährt im Schritttempo nicht im Sand festzusetzen.
Als wir gegen Nachmittag noch immer nicht in Rumänien waren, riefen
wir den Veranstalter des Konzerts in Brasov an und wollten eigentlich absagen.
Dieser sagte nur, er werde schon eine Lösung finden. Schließlich erreichten wir gegen 24 Uhr die Venue. Ein Proberaum in einer alten Fabrik voller Menschen. Der Veranstalter hatte es geschafft, mehrere lokale Bands spontan zu gewinnen, die den ganzen Abend gespielt hatten. Auch das Publikum war geblieben.
Für den nächsten Tag war kein Konzert geplant. Wir fuhren durch Rumänien. Jede/r die/der sagt, man könne sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ nicht tolerieren, sollte eine Nacht in einem Wellblechhaus in einem rumänischen Dorf verbringen müssen.
Wir schliefen in einem Hostel in einer Stadt, deren Name wir vergessen haben.
Am nächsten Tag weiter nach Polen. In Tarnow spielten wir das vorletzte Konzert unserer Tour. Das Konzert war gut besucht und die Leute waren fast so ausgelassen wie an den Abenden zuvor. Als ein Mitglied der Hard-Rock-Vorband irgendwelche Faschodeutschlandscheiße brabbelte, wiesen wir ihn zurecht und setzten uns mit den Veranstalter*innen ab. Es war dunkel. Es gab Martini.

Letzter Tag: Wir fuhren nach Deutschland. In Chemnitz spielten wir unser letztes Konzert, das uns wieder auf den harten Boden der deutschen Konzertrealität brachte. Unser Publikum bestand aus einem Altpunk. Der fand’s so mittel gut.

Ohne pathetisch werden zu wollen, war die Tour für uns alle eine besondere
Erfahrung, die uns mit vielen liebenswerten Menschen in Kontakt gebracht, mehr
Fragen gestellt als beantwortet und uns ziemlich dankbar gemacht hat.

 

Zum Abschluß noch mein Lieblingssong, Videoclip.
Immer noch aktuell. Treffendes Thema.

7inch: i am the fly – inertia

I am the Fly haben eine zweite, selbstproduzierte Single rausgebracht.
Auch diesmal sind drei Stücke drauf, Bass, Synthie und Vocals.
So einfach kann eine Band sein, so simpel die Zusammenstellung an Instrumentarium, so wummernd auch das Ergebnis!

„inertia“ ist Titelstück und Eingangsstück zugleich. Synth-Wave, der über Basslinien getragen wird, der Synth wummert darüber, eine Stimmer erzählt, aus Sicht einer Fliege, was sie denn so erlebt.
Die Melodiebögen von I am the Fly sind zwischen Eintönigkeit und getragener Melancholie anzusiedeln.
Und ich komme nicht umhin eine Weiterentwicklung zu den letzten Releases zu erfassen: weniger wummernd. Alle Instrumente etwas hochtöniger eingestellt.
„five body problem“ wirkt ein wenig wie eine Insektenmesse.
Die drei Songs fügen sich gut ineinander. Das Artwork schlicht und übersichtlich, wie bisher. I am the Fly, wohl benannt nach einem Song der englischen Band Wire, sie geben sich wortkarg. Die Farbe des Vinyl ist Insektenblutgrün. Transparent, versteht sich.
Sie machen also dort weiter, wo sie beim letzten Release noch kein Ende gefunden haben!
Im Grunde ist das Ganze hier so krass kurzweilig, dass das Lesevergnügen hier nicht länger sein muss, als das Hörvergnügen:

 

 

Ein wenig reingucken, denn die Band ist auf jeden Fall eine Reise in das AZ oder Club in deiner Nähe wert!

Diese Review erscheint auch auf vinyl-keks.eu!

comic: andré lux – borleck magazin #6

Ich dachte so „borleck“, ja, da ist ein neues Heft raus und ich hab das noch NIE auf Papier bekommen und hab mich SOFORT gemeldet.
Ein Glück hatte André noch ein Rezi-Exemplar für mich.

Borleck numero 6, das legendärste aller Strichmännchencomicmagazine ist also wieder da. Und es kommt nicht einfach auf Karopapier (und ich liebe kariertes Papier!) daher, nein, es ist der superluxus Karton-Einband, der mit meinen alten Fingern kaum noch zu bewegen ist, da ich von Tag zu Tag schwächer werde.
André Lux findet man unter egonforever bei Insta oder Autobot (hier eine Tapereview seiner Musik) oder seinen Shop bei ETSY!

Das gemeine an den Erzählungen, Cartoons, Comicstrips, Schulheftekritzeleien ist ja, dass es erstmal so kindlich daherkommt. Ganz plötzlich geht die Geschichte los, dreht, sprungfedernhaft, eine Spirale Richtung Pointe und schlägt dann zu, wie so ne fiese Mausfalle.
Da stehen meist zwei Protagonist*innen, die im Bild stehen haben meist etwas nach vorne gebeugtes, etwas eilendes, sind eigentlich ewig gestresst vom Leben. Obwohl es „nur“ ein Strichmännchen ist, ist es doch immer am Rande des Wahnsinns; sie schwitzen ob der ihnen gestellten (meist recht sinnfreien) Aufgabe, sie gucken erstaunt durch ihre riesigen Augen.
Das Cartoon des Männchen, in dem es sich das Prospekt des Supermarkts selbst nochmal gestaltet, um die Kroketten günstiger zu bekommen, verstehe ich ebensowenig wie Ananas auf einer Pizza. Am Ende bestellt es wohl beim Krokettenversand24. Inhaltsleere Werbung.
Die meisten solcher Witze, machen, das man so leicht schnaufend lacht. Kein richtiges HAHAHA! Nur so ein leichtes, gewitztes, man hat dich mit dem Witz abgeholt und links liegen gelassen. Oder so ein leichtes, lautes Schmunzeln.

Die absurden Witze, die sich ein ums andere, aneinanderreihen (Gutschein für eine Gebäudesprengung) wie Dominosteine.

André Lux muss ein sehr genauer Beobachter seiner (wahnsinnigen?) Umgebung sein, um all diese kleinen Irrwitzigkeiten der Menschen wie Perlen an einer Kette aufreihen zu können. Zwischendurch nimmt er sich dann selbst nicht allzuernst.

Egon, repsektive die Borleck-Veröffentlichung hat mir wieder die Kraft gegeben, in andern Werken ebenso sinnlos zu blättern, wie in diesem.
Danke!

  1. Auflage ist fast vergriffen. Erscheinung nur in analoger Form.
    Hier nochmal der Etsy-Shop.

LP: berliner doom – notre doom

Hach. Ist es DAS Album des Jahres? Die Nachfolge von Stereo Total in einem Synth-Wave-Gewand?
Eher einem leichten Mantel, den man schnell ablegen kann, einen schönen, leichten, cremigen Touch hat. Vielleicht sogar Schulterpolster wie vor drei Dekaden.

Ist der Pop, den die dreiköpfige Band uns da in die Ohren zimmert einfach ein Volltreffer?

Vocals: Claire Roy, zugezogen aus Frankreich. Mit dabei die wohl etwas bekannteren Boris Guschlbauer an der Gitarre, Valeska Uribe am Bass und Drums und Recording von Daniel WTO.

Wer kennt sie nicht – ich… haha.

Dafür kannte ich sie schon vorher. Also vor dieser Umwandlung in ein honigartiges Wave-Wesen, welches eine so derart süße und fast klebrige Anziehungskraft hat. Was OK NEIN an Geballer asu dem Synth hauen, ist hier minimalistisch dosiert, aber nicht weniger fantastisch!
Auf dem Tape-Sampler zum 7ten Geburtstag des Nachladen in Hamburg, ein wunderbarer Laden mit Zines und Drucken, fand sich die damals als Projekt gestartete Band Berliner Doom mit bspw. meiner Band paddelnohnekanu wieder. Tolles Ding!
Sie hörten sich ein wenig anders an, und da das aktuelle Album das Aktuellste ist, was sie musikalisch zu bieten haben, quasi der momentane Peak und das beste Album der Band. Funfact: die Band startete als Grindcore-Duo. Eine schrägere Linie kann man also nicht quer durch die Musikgenre ziehen!

Berliner Doom ist New-Wave. Da steht zwar noch ein „punk“ hinter der Beschreibung, würde ich mal wegnehmen, denn Punk hör die da keinen. Und irgendwie bin ich es auch leid, überall wir Punk angehängt. Das ist schon fast infaltionär. An jeder doofen Melodic, New-Wave, Synth, whatever-Band wird noch ein Punk rangeschraubt, als könne das JEMALS ein Verkaufsargument sein.
Also ich würds mir nicht kaufen, harhar!

Der Gesang ist durch französisch, deutsch, englische Gesang ist durch Titel, Wörter oder komplette Lyrics sehr abwechslungsreich. Zwischen Minimal und Dada recht subtile Botschaften.
Die Band bleibt ebenso minimalistisch.
Und ich mag diesen poppigen Sound. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Band live um einiges krachiger ist.
In schlappen 18 Minuten – kurzweilig ist es also auch! – schieben Berliner Doom zehn Songs zwischen die Rillen von „Notre Doom“. Machen nicht, wie andere Vertreter*innen des Genre New-Wave, so 4 Minuten Endlossongs, in denen sich die Basslinien ziehen wie Gummi und man permanent auf den Wechsel wartet. Nein, kurz und knackig, auf den (punkigen?) Punkt gespielt.
Es ist tanzbare Mucke und dennoch auch kaum innovativ. Da passiert jetzt nicht soooo viel Neues, das meine neue Leidenschaft für die Band 100% gerechtfertigt ist.

„l’amour pour 2 jour“ ist so das tanzbarste Stück, ein Discobanger. Während dann „lost on the dancefloor“ „mehringdamm“ eher gediegen und düster. Gegen Ende wird es auch mal kurz sphärisch mit „two types of reality“ – aber auch nur für etwas mehr als zwei Minuten!

„notre doom“ macht total Spaß, läuft richtig gut durch.
Ich halte das alles für ziemlich schlau. Die Songlänge macht es.

Kauft bei:

 

Dieser Review ist bereits beim Vinyl-Keks erschienen.
Dazu auch meine Top 3 von 2025. Leset und höret!

interview: #1 – The Serration – Thrashmetal, Baden-Baden

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

Interview:
THE SERRATION (aus Baden-Baden, r.i.p.) geführt im Januar 2014.

Bei BC gibt es nur die beiden Songs, die sie damals auf dem Tape mit veröffentlicht haben!

Ich kenne die Band nun schon eine Weile. Ist mir bisher allerdings entgangen, sie mal live zu sehen.

Mit Mosher, dem Drummer der Band habe ich lange einen Proberaum geteilt und auch zusammen Musik gemacht. Erste Übungen anno 1995 machten wir im exakten Nachspielen des SLAYER-Albums ’Seasons in the Abyss‘. Er konnte das Ding auf den Schlag genau spielen. Irre. Ich versuchte es mit der Rhythmusgitarre.

Die anderen kenn ich nicht, und so war ich gespannt an dem Abend, an dem ich mich aufmachte, sie im Proberaum zu besuchen und mein Mobiltelefon unter die Nasen zu halten.
Doch dann kam alles anders, wie das halt so ist, im Leben, haha!
Der Termin wurde hin und hergeschoben. Am Ende dieser 4 Wochen stand der Ausstieg von Mosher. Nun hingen die beiden verbliebenen Tob und Manuel nicht lange durch, sondern fassten sich ein Herz und suchen also nach einem neuen Drummer!

Also los geht’s: wer bei THE SERRATION die Felle prügeln mag, möge sich melden!

PP:
Erzähl mir erstmal wie lange es euch schon gibt und wie ihr zusammen gefunden habt.

Manuel:
Den ersten Gig hatten wir, nach zahlreichen Transformierungen der Bandbelegschaft, mit fundierterem Auftreten und Sound als The Serration am 25. 06. 2011 in Bühl.
Damalige Besetzung: Manuel Seifermann VOC, Tobias Braun GIT, Christof Stich BASS, Daniel Leite da Silva DRUMS.
Damit einhergehende Fokusierung auf einen einheitlicheren Stil den wir als crust/grind definieren.

Zu diesem Gig wurden innerhalb einer doch sehr knappen Phase von nur 5 wochen 5 nagelneue Songs kreiert. Weitere ausgefeiltere Songs kamen im Laufe der Zeit hinzu wie z.b. mutantred, goldcoffin oder crystalclear.
Anfang 2013 verließ uns unser Bassist, jetzt aktuell hat uns unser Schlagzeuger offeriert, dass er die Band verlassen wird.

PP:
Nach all den „Rückschlägen“, die ihr erlebt habt, hätten andere schon aufgegeben. Was ist es, daß euch motiviert und zusammenhält?

Manuel:
Einfach begründet ist es wohl die Tatsache, dass wir gefühlt unser ganzes Leben nichts anderes machen als Mukke und, dass wir uns in dieser Welt wohl fühlen und gut zurecht finden. Darüber hinaus bockt uns der Schaffensdrang. Für uns ist es das Grösste zu sehen, wie etwas wächst und gedeiht, indem sich alle Persönlichkeiten wiederspiegeln auch wenn es jedes Mal ein hartes Stück Arbeit bedeutet.
Wir stehen einfach hinter dem was wir machen, es ist unsere Identität und Definition.

PP:
Sucht ihr außer einem Drummer auch noch einen Bassisten?

Manuel:
Punkt auf unserer To-Do-List: Trommler finden! Ohne Dirigent kann es nicht weitergehen. Dann die geplante Platte produzieren. Einen Bassisten brauchen wir auf kurz oder lang auch.

PP:
Ich stehe auf euren Song „mutant red“. Ich halte, bei allem Blut in diesem Song, ihn für ein Liebeslied. Auch die anderen Songs sind sehr abwechslungsreich in Tempo, Songwriting und Texten. Was sind denn eure Einflüsse?

Manuel:
Converge, Trap Them, Black Breath, Terrorizer, Entombed, At the gates, High on fire, Watain, Northern Light und die Magie diverser Proberaum-Jams.

PP:
Effekte auf dem Gesang?

Manuel:
Nein.

PP:
Wie kommt man auf die Idee in dieser wunderschön im Rheintal gelegenen Gegend diese Musik zu machen? Es gehört doch eine ganz ordentliche Portion Angepisstheit dazu?

Manuel:
Wir halten uns nicht für angepisster als andere, aber natürlich ist in den Menschen mit denen man solche Musik teilt ein Grundstock an „Weltschmerz“ vorhanden.

PP:
Diese Ausgabe hat das Thema „Grauzone“. Könnt ihr damit etwas anfangen, oder ist euch der politische Teil der Musik weniger wichtig?

Manuel:
Wir haben unseren „Band“-Fokus noch nie darauf gelegt, was nicht heißen soll, dass wir uns nicht damit auseinander setzen! Diesbezüglich haben wir einen klaren, unumstrittenen Standpunkt. Nazis raus aus allen Zonen. Heutzutage wird es immer wichtiger genau hinzuschauen was dahintersteckt.

PP:
Zum Abschluß: Welche Bands aus eurer Gegend sollten wir uns unbedingt anhören?

Manuel:
Lunatic Spirit, Deadborn, WuZeTian, Tulzscha, Down on me, Cruel Friends, Ecliptic Circle, Fuck you and die, no comply

 

 

MC: autobot – zurück an der spitze

Autobot alias André Lux hat ein neues Tape raus.

In meiner zeitlichen Wahrnehmung ist das noch gar nicht so lange her, da hatte ich das Split-Tape von Autbot und Ferdinand Führer hier im Deck.

Als die „neue“, giftgrüne Kassette im Deck liegt geht der Gute-Laune-Punkrock los.
Aber Autobot ist gar nicht gutgelaunt, er ist witzig!
Witzig, weil er über die Zahnbürste von Hartmut Engler singt, die er in einem Proberaum (seinem) in Bietigheim (Nähe von Stuttgart) gefunden hat. Und die hat im Millionen eingebracht.
Autobot ist nicht bei Spottifei, nein, ihn gibt es auf Kassette.

Zweiter Song ist „mein lehrer ist ein nazischwein“ und spätestens hier wird dann klar: Autobot ist nicht gutgelaunt, er ist witzig; oder sagen wir ironisch.
Ganz großes Kino!
In Bezug auf die Gutelaune im Punkrock schreibt er dann also einen dritten Song und besingt ebenjene Laune von Ingo. Ingo singt bei den Donots. Kennt ihr? Ich mach da seit jeher einen Bogen drum. „ich wär so gern ingo von den donots“
Autobot ist witzig. Er schreibt ein melancholisches Stück über jemanden, der immer lacht. Und immer freundlich ist und immer seine Haltung parat hat – wie so ein…. Autobot?
Vorletzter Song ist ein schnelles, wildes Stück über „der handwerker ist da“und zum Abschluß gibt es „jeremy“ auf die Ohren.
Und nur um das nochmal deutlich zu sagen: Autobot ist nicht lustig, er ist witzig.
Super Tape! Famoses Artwork auch.
André spielt Gitarre, singt, Pauke, Congo, Melodika, Klavier, Munharmonika und hat die Musik und Texte von Autobot geschrieben.

Erschienen bei Lovelieder Records. Aber wo es das Tape zu haben gibt…. vrmtl einfach bei Insta mal melden! Oder via André selbst bei Etsy/Egonforever. Kostet 6€.

LP: ditz – never exhale

(wer es noch nicht beim vinyl-keks gelesen hat, dann hier:)

DITZ – never gehört. Als die sehr einfach aufgemachte Platte auf dem Teller lag, die Nadel in die Rille schlüpfte, die ersten Töne aus den Boxen hüpften: da war es um mich geschehen.
Das geht richtig gut los und hört im Grunde bei keinem Song auf, bleibt nicht stehen, unaufhörlich.
Ich nehme es also vorweg: was für ein tolles Album!

Intro passt schon mal, dann kommt „Taxi Man„.

Ein wirklicher Banger. Das Stück ist ein halbwegs melodischer Noise-Opener.
Es folgen „space/smile“ und „senor siniestro“ die mich erstmal noch nicht so richtig fetzten, bis dann „four“ mit seiner sägenden Gitarre, dem superryhthmisch minimalistischen Drumpattern und den erzählenden Vocals meine volle Aufmerksamkeit hat.
DITZ spielen mit maximalem Minimalismus. Ganz reduzierer Gesang, nur sprechend, ohne irgendwann lauter zu werden, dafür alles um die Sprache herum.
Ein bisschen Synthie, ein bisschen Zerre auf den Vocals, dieser „the Matrix“-Telefonsound. Irgendwie ist die erste Seite verflucht schnell durch.

Und dann kommt Seite zwei (Überraschung!) – da ist kein einziger Song mehr, den ich nicht gut finde!
smells like something died in here“ ist ein so famos cooler Track, erinnert mich an eine Mischung aus den Sleaford Mods und einer Noiseband, die Bock auf Doom hat. Schön schleppend. (future of the left als Beispiel)

18 wheeler“ ist dann ein sehr noisiger Track, der total gut runtergeht. „the body as structure“ und „britney“ eröffnen dann etews Neues, da da ein wenig Post-Punk durch, weil da aus dem Krach doch auch ein paar Melodiebögen herausperlen.
Sehr minimal eingesetzte, sehr gut umgesetzte Ideen. Ein schwerer Bass, wenig Drums, das die Beats dezidiert gekonnt einsetzt. Keiner drängt sich in den Vordergrund und trotzdem maximaler Output.

Keine Ahnung, was die vorher so gemacht haben, ist nicht ihr erstes Album.
Ich hör dann mal weiter!

DITZ.
Self-Released, in Europa auf schwarzem Vinyl, GB/Australia auch in pink und marbled.
Zweite Auflage in Orange via Bandcamp!

 

LP: hannes & acki – s/t

Von den den „undisputed Kings of Terrorfolk“ habe ich eine EP auf Vinyl zugeschickt bekommen.
Hannes & Acki, das sind Micki und Ties. Gitarre Gesang und Banjo & Gesang.
Sie beschreiben es als Terrorfolk und als „Dosenbier für die Ohren“.
Beide haben wohl mal früher in eingen Deutschpunkkapellen auf E-Gitarren rumgeschrammelt, jetzt machen sie das also akustisch.
Und das ist gut! Sie verlieren in keiner Sekunde auch nur einen Wohlfühl-Lagerfeuer-Akkord auf dem Weg zu verlieren.
Helfen tun ihnen dabei Deutschpunk-„Klassiker“ von SLUTS „Anders“, „Darf ich es wagen“ von BLUT & EISEN, „Asozial“ von TOXOPLASMA, „Helden“ und „Hoffmann“ von HASS und „Klartext“ von DAILY TERROR (hab ich beim Underdog Fanzine gefunden, da es in der Beschreibung der Band leider nicht beilag)
Hannes & Acki kommen aus Bremen. Sie spielen wahnsinnig schnell, was die Songs echt toll macht, denn 99% aller Singer-Songwriter nutzen immer das reduzierte Tempo, always laid back und ruhig. Selbst eben solche, die punkig sein wollen.
Macht Spaß und geht gut rein! Punk ist roh und direkt aber vor allem eins: Liebe und Hoffnung!

Sehr reduziert veröffentlichtes Vinyl. Discostecktasche. Rotes Vinyl. Cool. Vielen Dank für diese Zusendung!

Youtube Kanal. und hier zu haben:

(Diese Review erscheint auch beim Vinyl-Keks.)

 

MC: bürokratie 84 – s/t

Unaufgeforderte Zusendungen bringen oftmals ja ordentlich Spaß. Hier also eine Band namens Bürokratie ’84, Deutschpunk, erinnert mich recht schnell an K.G.B. aus Tübingen, die habe ich hart gefeiert, zumindest das erste Album.
Die Gitarren sind irgendwie hardcoriger und metallischer. Die Vocals, bzw der ganze Gesang ist dann aber doch irgendwie eher 21. Jahrhundert, klebt an seinen vierhebigen Jamben oder sowas und hat ne Menge Gangshouts, auch ein bisschen „vohohoho“

„zeitsignale“ startet mit „was wenn wir nicht konsumieren, was wenn wir es boykottieren“.
Die Songs wirken irgendwie alt. „Stasipunkrock“ „Spitzelalarm in der Zone“ – ich guck da mal ins Anschreiben. Irgendwie passt das nicht zusammen, macht mich stutzig.
Alles ist auf geschredderte Akten, seltsame Email-Adresse, gegründet 1982, Bürokratie ’84 stünden für den rohen, rebellischen Sound der Punkbewegeung. Ich komme mir vergackeiert vor. 1985 schon wieder aufgelöst nach einigen legendären Konzerten. „Kultphänomen in der Untergrundszene“ – ich hab noch niemals von ihnen gehört. Oder kennt ihr meine erste Band Hünersüppchen? Nein. Uns gab es von 1994 -99 ganz in echt. Wirklich! Aber Bürokratie ’84 ?
Ich mach jetzt mal ne Suchmaschinenanfrage und finde heraus, das es exakt eine (1) Person gibt, die dieses Tape bei Kleinanzeigen verkauft.
Vow. Ich schaue mir die Anzeige an und da steht das drin, was auch auf meinem Zettel hier steht.
Es seien verschollene Bänder, die wiederentdeckt wurden, und man sich nicht hätte lumpen lassen, sie von Don Fury (DEM NY-Hardcore-Soundguy aus den 90ern) mischen zu lassen. Das kann sich wirklich hören lassen!

Ich finde nichts weiter im Internet…
Zweite Seite startet mit „pirvatier am Tegernsee“ – der Song ist hardcoriger. Das war schon in Ordnung, dass bei Don Fury mischen zu lassen. Irgendwie klingts auch nach Cro Mags oder so.
Irgendwie lasse ich es ne Weile liegen.

Mache Im Dezember nochmal eine Recherche. Finde bei den Kollegen von Away from Life dann doch noch was und hatte wohl den richtigen Riecher:

Einen großen Anteil daran hat die Stimme von Sänger Patrick, der ebenfalls für die Hardcore-Punk Band Farewell Signs trällert. Dreckig und rotzig, mit leichtem bayerischen Akzent, das passt wie die Faust auf’s Auge. Der Bass bollert richtig schön in Deutschpunk-Manier und der Drummer prügelt gut auf die Schießbude ein.

Das Tape hat ein dreiseitiges Flap, das gut aufgemacht ist, wenn man es auf macht. Diese Bürokratie ’84 ist auf 84 Stück limitiert. Rosa Tape n einem weißen Case.

8inch: laminat snyder – s/t (+ MC)

Hier habe ich mal etwas getan, was ich sonst so gar nicht mache, oder sehr sehr selten: ich habe mir beide Tonträger besorgt vom selben Release.
Es handelt sich um die musikalische Experimentalreise von Laminat Snyder.
Ich denke, das Tape wird es noch geben.

Die 8inch (Nummer 31/33, erschienen bei Frei Zum Abriss Kollektiv) unterscheidet sich ein wenig, da weniger Tracks drauf sind. Tape ist die #45/70, erschienen bei Knorz.
Laminat Snyder hat sich nach dem gleichnamigen Parkett-Ersatz benannt. Der Kassette liegt ein kleines Zettelchen bei, auf dem alle Songs vermerkt sind und wer an welchem Track beteiligt war.

Es geht los mit „garten“ (auch auf der 8inch zu finden ist.) Ein sehr angenehmes Stück, mit Vibraphon. „den haag“ ebenso laid back, ich schaffe es so schnell einzutauchen, dass ich gar nicht mitbekomme, wann die Tracks wechseln. Jedenfalls, nein, „garten“ ist mit Synthie und hat ein ordentliches Tempo zu tanzen.
Sind die vllt in einer andern Reihenfolge darauf?
Jeder Track ist circa 5 Minuten lang, da kann man schon mal anfangen zu träumen. Es ist eher Easy Listening als Lofi, den Sound empfinde ich als sehr aufgeräumt und ohne wilde Experimente mit Geräuschen.
„zähne“ ist auch auf der 8inch, der Track mit Junge von EA80. Herr K. (so steht es im Beiblatt) hat einen Text über Zähne geschrieben und die Herangehesnweise war, dass das in einem Take aufgenommen wird. Erstes Take. Seine Stimme hört sich etwas an, wie durch einen Telefonhörer, was aber sehr gut zusammenpasst zur Gesamtstimmung des Songs.

Seite zwei, so finde ich es dann heraus: „du musst dich äußern“, „der sommer ist gegangen“ und „den haag“ drauf. Die Reihenfolge auf dem Beiblatt stimmt nicht zu der auf dem Tape. Was ich aber feststelle, immer noch nicht korrekt ist.
Der erste Track hört sich ähnlich an wie „garten“, vom Beat her, nur diesmal singt jemand anderer.
Boah, ich beschäftige mich zu viel mit dem … ist ja auch egal. Hört mal rein. Ist ein entspanntes Tape voller guter Musik.

Beteiligte Stefanie Shrnk (Vocals), Björn Sonnenberg, Florian Gelling, Doe Bed, Martin Kircher (Vocals), Christian Stemmann, Oli Spielberger, Christian Schneider (Vibraphon, Drums und alle andern Instrumente)