konzert: wuzetian, brach, no flag left, petricore – krach kultur I – 22.05.2026

Was ein Line-Up!
Schön am Ende einer arbeitsreichen Woche gelegen. Dazu dann noch „schnell“ auf einen Geburtstag einer lieben Freundin die, glücklicherweise, immer recht früh feiert. Bzw. wir sind gemeinsam Essen gegangen.
Ich kam also gerade so punktgenau um 20 Uhr am Komm an.
In meinem Heimatstädtchen passiert musikalisch und live ja gar nicht mal so viel, da ist dann auch die Genreauswahl schon speziell und besonders.

UND: es spielen drei (!!!) meiner Labelbands an einem Abend.
Ich ließ es mir nicht nehmen, auch mit all meinen Plattenkisten anzureisen.
Erstmal ein Bier in die Hand. Und das Aufnahmegerät gestartet.

Als erstes spielten Petricore. Ich glaube, ich kann sagen, dass ich die meisten Konzerte der Band bisher gesehen habe. Oft spielen sie nämlich nicht.
Sehr hoher Grad an Spielfreude und dazu auch noch ziemlich spielsicher.

Kleiner Funfact: den alten, ersten Bass, den Josl mal spielte hat mir Fauli als Garderobe zum Geburtstag geschenkt! Hängt jetzt bei mir im Flur.
Im Publikum war jemand, der schon ein paar Bier drin hatte und im Kreis lief, die Leute anstieß, um Pogo zu tanzen. Nicht wild, mehr auffordernd.
Und – wie immer in solchen Situationen – musste sich jemand schwer angepöbelt fühlen und ging total an die Decke, schrie den Kerl an, drohte mit Prügel, was weiß ich.
Bevor ich einschreiten wollte, kamen aber schon zwei andere und zogen sie auseinander. Der Pogo-Aufforderer war ganz ruhig geblieben. Wer aber bekam dann die Ansage „mach mal langsamer“ ? genau: er. Fand ich scheiße. Hab den Typ, der da so rumkrakehlte später noch in einem „normalen“ Gespräch erleben dürfen: wenig sympathisch.

Zweite Band des Abends: die düsteren, schweren und sehr lauten WuZeTian aus Achern.
Da ich die Band ja aufgenommen und gemischt habe für ihre Platte „alles lebt alles stirbt“ kann ich nicht verschweigen, dass ich die total gut finde.
John, Gitarre, ist inzwischen weggezogen und für den einen (sie spielen leider auch viel zu selten) Gig nochmal gekommen. Sie suchen gerade jemanden für die zweite Gitarre !!!

Nach einer schweißtreibenden Show merkte man richtig, wie sehr das Publikum hier mitgegangen war und eine Pause brauchte.

Es folgen No Flag Left (ex- Ennolicious) die auch auf Krachige Platten zwei schöne Releases rausgebracht haben!
Inzwischen spielt Simon ja auch bei Petricore an der Klampfe.
No Flag Left sind etwas angepisster mit Schreihals Dome am Micro. Eher so Skatepunk mit Hardcore-Einschlag. Ich finde, sie werden jedes Mal besser, wenn ich sie sehe!

Zum Abschluß des echt coolen Abends, ich hatte zwischendurch irgendwo mein Bier verloren und dann lieber noch eins geholt, bevor ich das Alte dann auf der Box vor der Bühne wiedergefunden habe (ich glaube, es war meins), kamen dann Brach auf die Bühne.
Ich hatte sie ja noch nie live gesehen, hatten sie mich doch aber mit ihrem Sound und Songwriting überzeugt, weswegen ich das Tape auch rausgebracht habe.
Eine Wucht. Ein Brett. Sehr gut gespielt.

Ein echt cooles, erstes Krach Kultur Fest im Komm. Eintritt frei.
Ich hoffe sehr, dass die Jungs weitermachen.

 

 

 

new Releases von KRACHIGE PLATTEN

Freunde der lauschigen Musikgefühle, hier kommen zwei offizielle und ein nachträgliches Werk/e, die bei Krachige Platten erschienen sind.

Kommt und staunt.

Zuerst
In/Schwerer/See, die mich von Show eins an begeisteren durch ihre Wucht, ihr präzises Spiel und die richtig guten Lyrics.
Anfangs hatten wir gemeinsam noch nach anderen Labels gesucht, doch leider keine Zusagen bekommen.
Also haben wir das Projekt „drei Song EP“ nun selbst gestemmt.
Sänger und Grafiker Spike hat das komplette Artwork gestaltet und mit Hämmer auf Seite B einen Siebdruck gezaubert, der sich sehen lassen kann!
Drei Songs auf einer 12inch und einem Tape. Das klingt nach Üppigkeit, haben die Aufnahmen, die die Band im Rama-Studio in Mannheim haben aufnehmen lassen, auch absolut verdient.
Digitaler Release durch i wish i could stay.

dann
WuZeTian
mit ihnen bin ich schon ewig verbunden, mal abgesehen davon, dass auch sie aus der Gegend hier kommen (Achern), haben Marco, der Sänger, und ich schon sehr lange Kontakt. Irgendwann hatten wir auch mal ein Interview gemacht für eine Printausgabe. Ausgabe 2 war das.
Es hat sich einiges getan, WuZeTian haben neue Songs geschrieben und auch den ein oder anderen Wechsel in der Band gehabt.
Ich hatte das Vergnügen, der Band im Grunde das Rundumpaket bieten zu können.
Wir haben gemeinsam aufgenommen, eingeschrieen, dann habe ich das gemixt und gemastert. Presswerk, Tapes überspielen und digitaler Release kommt von Seiten Krachige Platten.
Artwork hat innen und außen Marco übernommen.
Auch ein Video habe ich mit ihnen gedreht und geschnitten mit Lautstarke Filme.

Und finally:
Coltaine haben mich wieder gefragt, ob ich nicht ihre aktuelle Scheibe als Tape rausbringen möchte.
Klar will ich. Atmospärischer Doom aus Karlsruhe.
Auch wir kennen uns nun schon, durch die Vorgängerbands (u.a. Witchfucker) nun eine Weile und ich habe die beiden Saiteninstrumentalisten Moe und Bene Berg in Ausgabe 11 interviewt.
Habe dann aber beschlossen, dass das Tape, da die Platte schon im September erschienen ist via Lay Bay Recording, auch immer noch gut ist, wenn sie im Januar erscheint als MC.

ALLE RELEASE FINDET IHR IM MOMENT (bei den Bands 😉 ) ODER

www.provinzpostille.bandcamp.com

Hier mal die Playlist zu allen Videos, die ich bisher gemacht habe mit Lautstarke Filme

LP: farewell signs – dead body language

Post von Modern Illusion Records. Das Ulmer Label bringt die erste LP von Farewell Signs raus. Erstere dürften euch bekannt sein, da sie die famose MC von Bent Blue seinerzeit für Europa veröffentlichten. Ich bin großer Fan seitdem!
Klar schreibe ich einen Review für das Label, ab und an sind zwar ein oder zwei sehr harte Bands dabei, die mir nicht so richtig ins Gehör wollen, doch lass ich mich ja auch gerne überraschen!

Farewell Signs veröffentlichen (heute, 01.09.2023) ihr Debut Album in Zusammenarbeit mit Modern Illusion und Passion Means Struggle (euch vrmtl auch aus einigen Reviews hier bekannt!)
Sie haben sich als Band tatsächlich erst letztes Jahr gegründet, die Songs wurden als 1-mann-projekt bereits vor ein paar Jahren begonnen.
Die Band, das sage ich vorneweg, spielt ihre langjährige Erfahrung aus anderen Bands hervorragend aus. (ex-)Mitglieder von Red Tape Parade (Ule Gigl, Songwriting), Bridges Left Burning und Driving the Salt (Patrick Winterl, Lyrics) tummeln sich bei Farewell Signs. An der zweiten Gitarre Martin Hoffmann, Drums Johannes Puschmann und am Bass Benedikt Hein.
Die Band hat das ganze Debut in Eigenregie aufgenommen und gemixt.

Jetzt mal zur Musik.
Düster geht es los. Das Intro des ersten Songs „in awe of your own killer“ ist ein echter Brecher, total geil!
„death ceremony“ (ganz unten zu hören!) ist irre abwechslungsreich, so wie auch der Rest, ganz klar, aber der läuft mir echt so am besten rein. Erinnert mich an Judge, obwohl das nur ein ganz kleiner Teil dieses voluminösen Songs ist! Liegt auch am Gesang, der zwar gepresst ist, woran ich mich immer erst etwas gewöhnen muss, aber der sitzt wie eine Eins!
(Ganz geschickt hat die Band das Album schon peux à peux veröffentlicht.)

„la belle indifference“ ist Anfangs total vertrackt und löst sich dann aber auf, hat Melodi-Core Anleihen.
„tonight we’re not for sale“noch so ein Hit! Insgesamt echt ein Bomben Album!
Farewell Signs haben ihre eigene Mixtur aus Hardcore, Emo, Melodi-Core, moderner Hardcore, wie er mich echt öfter vorgespielt werden darf.

(Nicht alle Songs sind in der Albumreihenfolge. Macht ja nüscht:)

und das hier setze ich ans Ende, da „bitter end“ auch das Album beschließt.
Großartiger Track!

Farewell Signs spielen super zusammen. Klar, wenn man die Unterschiede zwischen Hardcore vor 30 Jahren (oder mehr) hört, was damals im Studio (! mit der damaligen Technik) aufgenommen wurde und was heute eben in Eigenregie möglich geworden ist, dann sind das Quantensprünge in Punkto Sound und Recording-Qualität. Natürlich geht dadurch etwas von der Rauheit, der Ungeschliffenen Wut verloren, die Hardcore-Bands früher hatten.
Die Lyircs sind tendenziell hoffnungslos über den Rest der Menschheit, die ihre Meinungen unumkehrbar einbetonieren. Farewell Signs geht es um die Freundschaft, um die man manchmal auch kämpfen muss. Um Abschiede.

Kauft euch dieses Album. Es ist toll!
Modern Illusion Shop
passion means struggle