LP: usura – desafecto

Im Sommer letzten Jahres war ich ein paar Tage auf Mallorca, im Nordosten der Insel.
Klar, wir sind auch mal nach Palma gefahren um uns ein wenig die Stadt anzuschauen. Dazu gehörte auch ein Besuch bei Mais Vinilo, einem kleine, wohlsortierten Plattenladen.
Ich fragte den Inhaber, was er denn an mallorcinischem Punk da hätte und er empfahl mir unter anderem Usura. (auch die Suicidas – anderer Review!)

Klar war ich ein wenig überrascht, die Geballte Ladung Crust um die Ohren gefegt zu bekommen. Muss ich mitnehmen, dachte ich!
Usura heißt übersetzt „(Zins-)Wucher“. Die Scheibe trät den Titel „desafecto“ (Entfremdung). Textblatt ist dabei, auf dem alle spanischen Texte auch ins Englische übersetzt sind.

10 eigene Songs und ein Coversong.
Klar, ich hätte die Platte wohl auch hier in Deutschland (bspw. Kink Records oder auch MyRuin) bekommen, spannender ist es aber, das Fach mit dem Titel „in den Ferien gekauft“ zu füllen!

Wie auch immer. Textlich geht es bspw in „arqutectura carcelaria“ (Gefängnisarchitektur) darum, dass in Städten zu leben bedeutet Klassenzugehörig beinhaltet, Privilegien und eben diese Stadt dadurch unser Gefängnishof ist.
Usura hinterfragen auch, warum überhaupt so dumm sind sich weiter zu reproduzieren.
Die Band gibt es schon knapp 15 Jahre. Sie spielen wirklich richtig gut zusammen und ballern ordentlich nach vorne, ohne sich permanent zu wiederholen. Das hat ein hohes Energielevel ohne Schnörkel.
Man hat gleich von Anfang an das Gefühl, man hebt mit dem sägenden Sound der Gitarre ab!

Wie bei Crust-Veröffentlichungen üblich, hier eine handvoll Labels:
Abnegat, Romantic Song Recordings, Aback Distribution, Corrosión Cerebral Records, 1984 Records und Up The Punx.
Schon 2023 erschienen, heute nicht weniger gut. Und eben bei letztem Label Up The Punx habe ich gesehen, dass Usura eine neue Split LP raushaben mit Sota Terra.

bericht zu schuetter vs die angst – eine persönliche Einschätzung.

Keine Ahnung, wie man sowas hier anfängt. Ganz wichtig ist mir, als jemand der aktiver Teil einer Szene ist, die keine „eine“ große Szene ist, sondern sich aus Mikrokosmen zusammensetzt, dass eine Debatte sachlich geführt wird.
Ich bin ein gerechter Mensch, versuche denen, die ich kenne und Streit oder einen Disput haben, ihre Seiten aufzuzeigen und nach Möglichkeit die Sache runterzukochen.
Hier also mal ein öffentlicher Versuch.

Zur Einordnung:
ich mache nicht nur diesen Blog. Ich stecke auch hinter Krachige Platten, ein kleines Label, wie die meisten, unter Freunden, Bekannten, man hilft sich weiter, wer weiß schon von diesem Label 😉
Auch spiele ich in einer Post-Deutschpunk-Band namens paddelnohnekanu Gitarre. Schreibe die Texte und kümmere mich um all den Bandkram.
Die Meisten hier kennen mich wegen der Postille und / oder meiner Band.
Auch noch Videos für befreundete Bands, alsda wären inzwischen NO°RD, Ben Racken, wehatethesmiths, WuZetian, Klotzs, Stiller, Kuballa, InDecision. (YT Playlist Lautstarke Filme – falls jemand zu Videos abbiegen möchte)
Ich denke ich kann behaupten, das ich als reflektierter, ruhiger Mensch wahrgenommen werde, dessen Worte weder falsche Informationen noch Phrasen enthalten.

Nun: ich habe ein Tape reviewed der Band schuetter. Dieses habe ich über BlackCatTapes bekommen, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bestelle ab und zu ein paar Tapes und bekomme dann noch ein oder zwei zu Review-Zwecken dazu.

Die Band Die Angst kenne ich persönlich seit ungefähr 2014. Einige Male habe ich sie live gesehen, auch bei uns im Artcanrobert, einige Male habe ich mit ihnen die Bühne geteilt.

Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass es einen Song namens „Steine in den Weg“ auf dem Tape von schuetter gibt, welcher sich sehr klar gegen die Band Die Angst richtet, muss ich als Labelmensch, der eine Single mit ihnen produziert hat, reagieren.
Und ich bedauere, dass ich den Text nicht genau genug gehört und gelesen habe.
Es sei euch, der Band schuetter, freigestellt, klare Kante bspw. gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft zu richten usw. Das tue auch ich. Und das tut auch Die Angst!
Auch ich heiße nicht gut, was sie, bzw. ein Einzelner in der Band in der Vergangenheit getan hat/haben. Doch ist es nicht so, dass das schon sehr lange her ist und Menschen sich ändern können?
Dass Menschen sich in ihrer Szene engagieren an Ecken und Kanten, die noch nicht glattgeschliffen sind, sondern noch poltern und mit (vielleicht manchmal) sehr einfachen Worten die Gesellschaft kritisieren, auch innerhalb der Szene?
Das, was mir persönlich, all die Jahre, in denen ich nun aktiv Teil dieser Punk-Szene bin, am meisten gegeben hat ist es, zu hinterfragen.
Und den Text dieses Songs ist Ergebnis des Nicht-Hinterfragens!
Wir müssen achtsam sein, müssen unseren Blick schärfen für Bands, die zweifelhafte Inhalte transportieren. Das tun Die Angst nicht.
Und es gibt tatsächlich unglaublich viele Bands oder Bandmember, die (vor allem in amerikanischen Bands) nach Jahrzehnten mit krudem Verschwörungsmist um die Ecke kommen und ihre eigene Geschichte zerstören. Auch das ist hier nicht der Fall.
Es gibt keine Interviews, keine Berichte in denen irgendetwas bestätigt (ja, auch nicht dementiert) wurde. Bspw., dass Die Angst die Linke Szene indoktrinieren würde. Oder Publikum ziehen, welches der Grauzone zuzuornden wäre.
Das ist sehr schwammig und ungenau. Dieses Bild sollte die Band vielleicht nachschärfen. Und innerhalb dieser, für mich, wunderbaren Szene, sollten wir darauf achten, nicht Behauptungen endlos zu wiederholen. Sonst werden sie zu Wahrheiten, die keine sind. Aktuell sehr gut in der rechten bis rechtsradikalen Politik zu begutachten.

Gab es zwischen den Bands Gesprächsversuche?
Ich bekomme mit, dass es immer wieder (auch erfolgreiche) Versuche gibt, die Band Die Angst um Gigs in linken Räumen zu bringen. Das nach weit merh als 10 Jahren Bandgeschichte.
Sprecht miteinander. Und wenn ihr nichts zu sprechen habt, dann tut es nicht. Aber lasst euch doch leben.

LP: rosa extra – extrakte 1980 – 1984

Durch das tolle Video von Rosa Extra bin ich nochmal aufmerksam geworden und habe mir die Platte beim Majorlabel gezogen.

Rosa Extra sind eine Punkband aus der ehemaligen DDR und es handelt sich um gesammelte Werke aus der Zeit 1980-1984.
Ich erfreue mich schon daran, dass wir in dieser tollen neuen Welt leben, in der die Restaurierung der Kassettenaufnahmen heute so gut gelingt, dass man das Gefühl bekommt für die Umstände, in den das entstanden ist, aber eben eine Platte hört und nicht das leiernde, lausige Tape.
Ein 12 seitiges  Booklet ist dabei. In einem Interview werden nicht nur die Gründungsmitglieder Bernd Jestram, Bernd Papenfuß und Günther Spalda vorgestellt, sondern auch einige andere in einem Interview ein paar Anekdoten, bzw. Hintergründe zum entstehen der Aufnahmen erzählen.
1979 gab die Band unter dem Namen „der schwarze Kanal“ ein einzige Konzert und benannte sich dann um. SIe waren sich sicher, dass man mit derart Bandnamen in der DDR nicht mal in einem Mauseloch auftreten würde.
Und Rosa Extra war es sehr wichtig, dass sie nicht als Systemfeinde wahrgenommen wurden.
So schrieben sie ihre Texte nicht zwingend gegen den Staat, das System, und waren dennoch sehr deutlich. Es sollte nicht zu punkig werden und die Texte auf einem lyrischeren Niveau. Eben mehr im Post-Punk, auch durch die Instrumentierung mit Casio-Keyboard oder Alt-Saxophon.
Viele Aufnahmen sind bei Proberaumsessions und Livekonzerten in verschiedenen Locations gemacht wurden.

Zu den Texten sei noch gesagt, dass im Booklet der Aufbau so ist, dass die anwesenden, spielenden Musiker*innen erwähnt werden und wo es aufgenommen wurde.
Dazu dann die Lyrics und die gesungenen Lyrics. Das gibt es teilweise größere Unterschiede. Ein paar Fotos aus und von den Ereignissen. Man kann sich echt ein sehr gutes Rundumbild aus der Zeit um 1980 machen!
Manchmal blickt man als Wessi die Worte nicht und dafür haben sie sie dann nochmal erklärt. Wie bspw gleich im ersten Song „sofadecken und platzpatronen“ ist der Begriff „Komplex-Brigade = Terminus für eine Gruppe von Arbeitern aus verschiedenen Berufssparten“.
Find ich super.

Find die Platte musikalisch auch wirklich ansprechend!
Rosa Extra erinnern mich an West-Bands, die so in dieser Zeit unterwegs waren wie Fehlfarben oder Tod durch Müsli. Post-Punk, der sich klar nach Deutschland anhört!

Gibts bei Majorlabel als Vinyl. Als Tape (gab es das?) bei Edition Iron Curtain Radio.

konzert: OX-Fest 02 mit Zero Zeroes, syff, S.G.A.T.V. + hammerhead

Ein wenig aufgeregt war ich schon.
Wenn ihr meine SM-Timeline verfolgt, dann habt ihr sicher schon mal das Plakat vom Konzert mit Hammerhead in der Jube Baden-Baden wahrgenommen. Fuck ist das lange her. Über 30 Jahre!
Und mit Spermbirds und Slime in der Alten Hackerei ging es mir schon richtig, richtig gut. Pogo, Bier + Gänsehaut. Ich würde an dem Abend sogar jemandem wiedersehen, den ich vermutlich Ende der 90er das letzte Mal auf einem Konzert getroffen habe!

Ebenso war ich überrascht, als vor mir, in Reihe zwei, Joachim Hiller und Klas N Frick auftauchten, um ein wenig zu schwofen und die Bands zu feiern. Klar, mit Joachim hätt man ja schon rechnen können, ist ja schließlich das OX-Fest … allerdings ist Solingen ja nicht gerade um die Ecke bei Karlsruhe. Dazu Kalle Stille, der sicherlich ein paar hübsche Livefotos und Videos geschossen hat.

Die Zero Zeroes legten los.
Irgendwie hat das entspannt druckvolle Spiel was von einer Slacker-Band.

Im Grunde ja eine All-Star-Band. Viele Konzerte spielen die Herren gerade nicht, deswegen ist die Freude bei mir jedenfalls, immer groß. Garage mit einer ordentlich düsteren, nicht minder spielfreudigen, Note.

Danach spielten SYFF, ich kannte sie vorher nicht, insofern kann ich mich ja gänzlich unbeleckt überzegen lassen.
Hat nicht geklappt.
Im Grunde auch Garage-Sound, nur mit Synthie.

Die schweizer Band S.G.A.T.V. (was bedeutet das überhaupt – will ich das wissen?) überzeugten auf voller Länge mit ultralangen Songs.
Dazu dieses Hardrock-Outfit-Synthie-Ding.
Also ich kann nicht mit Kalle Stille gehen, der meinte, dass das Line-Up einfach 4 mal gut war.
S.G.A.T.V. spielen halt noch mehr mit den Synthies, war ein super Sound, aber weniger Garage und mehr Rock und Pop.
Klar, die Band spielte super auf und das Publikum vorne hatte massiv Spaß.

Ich hatte keinen Bock auf Spaß, ich wollte pogen und schubsen.
Und dann kamen Hammerhead.
Und es war so, wie erwartet. Irgendwie auch „leider“, aber trotzdem gut.
Es macht schon richtig Bock, so ner prolligen, zynischen Band zuzuschauen und so  richtig eine vor den Latz geknallt zu bekommen. Ich stand am Rand des Pogopit und habe folgendes Video für euch aufgenommen:

Es war ein schöner Abend, wobei mir die schönen Menschen (aus Lahr, Freiburg, Stuttgart und wo sie alle her angereist waren) am besten gefallen haben.
Niemand liebt dich mehr.

tourbericht: #3 – être? – DIY or die – être? im Osten Europas

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

être? – würde ich sagen – waren eine echt underrated Band, die ihren ganz eigenen Stil hatten. Melo Emo Rap.
Keine Ahnung, das nehme ich vorweg, was aus den Musikern geworden ist.
Habe neulich die CD, die ich auf einem Konzert im Artcanrobert von ihnen gekauft habe, in den Player geschmissen un dmich echt gefreut, sie mal wieder zu hören!
CD’s finden nicht sehr oft den Weg in dieses komische Gerät.

TOURBERICHT:
Im Sommer 2015 hatten wir die Möglichkeit, unsere erste und bisher einzige Tour zu spielen. Sie führte uns auf circa 6500 Kilometern 10 Tage durch den Osten Europas.
Im Nachhinein hat sich die Reise in unseren Hirnen zu einem ziemlichen Film verdichtet. Trotzdem wollen wir versuchen, zu berichten.
Wir sind eine kleine Screamo-Band aus Hessen, die vielleicht in der mittelhessischen Provinz zu etwas Bekanntheit gekommen ist, mehr aber auch nicht.
Als uns Artem von Cookiesounds DIY Gigs aus Odessa im Mai letzten Jahres anschrieb und fragte, ob wir auf seinem Festival spielen wollten, freuten wir uns sehr über die Anfrage,Odessa schien uns aber viel zu fern und zu gefährlich, denn irgendwie war da doch Krieg. Wir teilten Artem unsere Zweifel mit, wobei wir die logistischen vorschoben.
Diese schien er nicht zu akzeptieren und in wenigen Tagen hatte er uns eine Liste mit Städten, Venues und VeranstalterInnen, die auf unserer Route liegen könnten, zusammengestellt. Wir ließen uns darauf ein und begannen, Menschen anzuschreiben und weitere Möglichkeiten zu suchen. Plötzlich wurde die Idee so konkret, dass die anfänglichen Zweifel in Euphorie umschlugen und tatsächlich bekamen wir viel positives Feedback und die Tour stand.
Wir fragten Djaensen von unseren Freunden von Giessen Uebergrund, ob er uns mit seinem Soloprojekt begleiten wolle und er sagte sofort zu. Auch unser Kamerakind Simon ließ sich schnell überzeugen.

Fast am schwierigsten gestaltete sich das Mieten einer bezahlbaren Karre. Die meisten Vermieter sträubten sich, wenn wir ihnen sagten, wohin die Reise gehen solle. Schließlich fanden wir einen Bus in Berlin, den wir mieten konnten. Am 17. August trafen wir uns am frühen Morgen in unserem Proberaum in der Pampa nahe Fulda und beluden unseren Bus. Gegen Mittag wollten wir Richtung Tschechien aufbrechen, unsere verpennte Euphorie wurde aber jäh gebremst: Der Bus verlor irgendeine dubiose Flüssigkeit. Noch vor dem Start mussten wir in eine nahegelegene Werkstatt abgeschleppt werden.

Dort konnte das Problem in einigen Stunden behoben werden, ob wir es bis zum Abend noch rechtzeitig nach Kutná Hora schaffen sollten, blieb fraglich. Schließlich schipperten wir noch pünktlich in der
Kleinstadt circa 80 Kilometer hinter Prag ein, wo uns der Veranstalter Willi erwartete.
Willi, der unser Vater hätte sein können und sich auch etwas so gab, hatte es nach eigenen Angaben vor einigen Jahrzenten von Holland nach Tschechien verschlagen, wo er sich mit seinem Music-Club einen Traum verwirklicht hatte. Das Konzert war kaum besucht. An der Bar im hinteren Teil des Raums saßen nur wenige Zuhörer, die wahrscheinlich zum Inventar des Clubs gehören.
Nach einigen Slivovitz mit ihnen war die Stimmung dann aber doch ziemlich ausgelassen. Als Willi zu späterer Stunde anfing, irgendwas von Hitler und der deutschen Geschichte zu lallen, war es aber an der Zeit, ins Bett zu gehen. Willi gab uns Schlüssel und Adresse eine Hotels, in dem man locker einen Horrorfilm hätte drehen können.

Am nächsten Morgen ging es im Regen weiter Richtung Bratislava. Wir kamen gegen Mittag an und vertrieben uns die Zeit in der Altstadt. Am Abend spielten wir als Support für die Band Jungbluth, die die Herzen der hardcoreaffinen Teile der Reisegruppe höher schlagen ließ. Das Publikum war aber auch zu uns, die wir deutlich poppiger sind, sehr gut. Bratislava scheint eine sehr lebendige Hardcoreszene zu haben.
Nach dem Konzert zogen wir mit Jungbluth und den Veranstalter*innen durch die milde Nacht. Zum Frühstück gab’s vegane Leberwurst.
Zum Fingerlecken.
Am 19. fuhren wir nach Bardejov und spielten dort in einer der exotischsten
Locations unserer Tour. Im dritten Stock eines mittelalterlichen Festungsturms hatte ein Kollektiv von Veranstalter*innen einen runden Raum für Konzerte hergerichtet.
Wir erfuhren, dass 100-Kilometer-Fahrten zu Konzerten unbekannter Bands für slowakische Jugendliche durchaus normal seien. Wir schliefen in dem Gemäuer, während Fledermäuse um uns kreisten.
Gegen 5 Uhr brachen wir etwas verkühlt Richtung Schytomyr im Norden der Ukraine auf. Wir konnten schwer einschätzen, wie lang es dauern würde, die Grenze zu überqueren.

Tourvideo:

Tatsächlich standen wir dort lange an, konnten die Grenze dann aber
passieren. Das mulmige Gefühl, das wir vor dem Grenzübertritt hatten (in Bardejov hatte man uns von Schikanen der Grenzer erzählt), verließ uns in der Ukraine nur kurz. Nach wenigen Kilometern auf ukrainischen Sandpisten, brach ein martialisch aufgerüsteter Jeep aus dem Gebüsch am Fahrbahnrand und verfolgte uns. Der Fahrer fuhr uns dicht auf, zog die Lichthupe und wollte uns wohl zum Halten bewegen. Nach etwa einer halben Stunde, die uns deutlich länger vorkam, ließ er von uns ab. Wer oder was, das war, können wir bis heute nicht bewerteten.
Die Fahrt durch den Norden der Ukraine dauerte lang. Die Schlaglöcher wurden größer, die Dörfer ärmlicher. Immer wieder musste man Checkpoints der ukrainischen Armee passieren, unsere Pässe wurden kontrolliert, es wurde gefragt, was man hier wolle und es wurde mit Waffen aller Art gefuchtelt. Irgendwann merkten wir, dass wir durch ein freundliches „Musicanti! Musicanti!“ unsererseits und das freigebige Verschenken von Tourplakaten, die Sympathien der Grenzer erlangen und uns weitreichenderen Kontrollen entziehen konnten.
Im Dunkeln erreichten wir schließlich mit Verspätung die Stadt Schytomyr nahe Kiew. Dort spielten wir in God’s Garage. Ein Clubhaus
eines christlichen (!) Bikerclubs und zeitgleich lokaler Antifa-Laden. Ziemlich pragmatische Gebäudenutzung. Das Konzert war großartig. Wir spielten mit mehreren lokalen Hardcoregrößen, das Publikum war kaum mit dem zu vergleichen, was man aus Deutschland kennt.
Während wir auf Konzerten höchstens mal mit dem Kopf nicken oder Einzelne two-steppen, machte das ukrainische Publikum aus dem
Abend eine große Party. Trotz Sprachbarriere schrien einige unsere Texte mit und auch Djaensen, dessen Musik ja noch textlastiger ist als unsere, wurde gefeiert wie Ikke Hüftgold auf Mallorca. Leider mussten wir nach dem Konzert direkt weiter. Unsere Routenplanung hatte sich als ziemlich naiv entpuppt.
Also weiter durch das ukrainische Hinterland Richtung Moldawien. Zur Nachfahrt:
müde, kalt, Sterne, Schlaglöcher, überproportional viele Tankstellen. Mittlerweile roch es in unserem Bus wie damals in der Turnhallenumkleide.
In den frühen Morgenstunden erreichten wir die ukrainisch-moldawische Grenze.
Man hatte uns in Schytomyr einen relativ wenig frequentierten Grenzübergang empfohlen. Ein ziemlich einschüchterndes Gebilde aus Stacheldraht und Beton. Auf ukrainischer Seite antwortete uns die Grenzsoldatin in unserem Alter auf die Frage, ob man das Tor zum Passieren öffnen könne noch mit „Why not?“. Auf moldawischer
Seite war die Kommunikation dann etwas komplizierter. Glücklicherweise hatten wir alle wichtigen Dokumente im Vorhinein in die entsprechenden Amtssprachen übersetzen und beglaubigen lassen. Die Stempelsammlung überzeugte und wir durften einreisen.

Moldawien ist das ärmste Land Europas und das merkt man. In der moldawischen Hauptstadt Chisinau trafen wir den Veranstalter des Abends und fuhren mit ihm zu dessen Mutter, die für uns gekocht hatte. Spätestens jetzt fragte sich wahrscheinlich jeder von uns, ob es nicht arrogant ist, als deutsche Mittelstandskids durch die Armenhäuser Europas zu heizen und sich von Menschen, die ihr Jahresgehalt berappen müssten, um die Miete unseres Busses zahlen zu können, bekochen zu lassen.
Das Konzert am Abend war gut besucht. Wir spielten mit einigen lokalen Bands. In Moldawien scheint es eine lebendige Djent-Szene zu geben. Auch wenn wir da mit unserem Schreipop etwas rausfielen, war das Publikum ähnlich motiviert wie am Vorabend.
Nach einer Nacht im Hostel und einer kleinen Kollision mit einem moldawischen Gartenzaun, fuhren wir am 22. August zurück in die Ukraine nach Odessa.
Die Vorfreude war groß, denn schließlich war Artems Suicide Fest der Anlass unserer Tour. Nachdem wir an der Grenze und an diversen Checkpoints wieder einige Tourplakate losgeworden waren und uns ein moldawischer Grenzbeamter in fließendem Deutsch von seiner Zeit in Ostberlin vorgeschwärmt hatte, erreichten wir gegen Mittag das sonnige Odessa.
Eine beeindruckende Metropole voller Touristen und Luxuskarossen. Vor dem Konzert nahm sich Artem Zeit für ein kleines Touriprogramm.
Das Konzert war grandios, wir hörten viele großartige ScreamoBands und spielten vielleicht unser bestes Konzert jemals. Das Publikum bestand
aus einem Haufen Hardcorekids, die ähnlich wie schon in Schytomyr eine
beeindruckende Stimmung verbreiteten.
Nach dem Konzert sprachen wir
zwangsläufig mit Artem und anderen über den Ukrainekonflikt. Kurzfassung:
1. So eingefroren wie wir dachten, war der Konflikt zum damaligen Zeitpunkt nicht.
2. In Odessa fühlt(e) man sich von der EU im Stich gelassen.
Wir schliefen bei einem jungen Pärchen, das extra seine kleine Wohnung für uns geräumt hatte und während wir uns auf dem Boden ausbreiteten, die Nacht im Sitzen verbrachte.

In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages brachen wir zur längsten Etappe der Tour nach Brasov in Rumänien auf. Das Navigationsgerät, das bis dahin relativ zuverlässige Dienste geleistet hatte, zwang uns, die Geländegängigkeit des Busses zu testen und führte uns über Feldwege querfeldein. Wir verbrachten mehrere Stunden damit, neben dem Bus herzulaufen und Baumkronen auf die Seite zu ziehen, während einer von uns versuchte, das Gefährt im Schritttempo nicht im Sand festzusetzen.
Als wir gegen Nachmittag noch immer nicht in Rumänien waren, riefen
wir den Veranstalter des Konzerts in Brasov an und wollten eigentlich absagen.
Dieser sagte nur, er werde schon eine Lösung finden. Schließlich erreichten wir gegen 24 Uhr die Venue. Ein Proberaum in einer alten Fabrik voller Menschen. Der Veranstalter hatte es geschafft, mehrere lokale Bands spontan zu gewinnen, die den ganzen Abend gespielt hatten. Auch das Publikum war geblieben.
Für den nächsten Tag war kein Konzert geplant. Wir fuhren durch Rumänien. Jede/r die/der sagt, man könne sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ nicht tolerieren, sollte eine Nacht in einem Wellblechhaus in einem rumänischen Dorf verbringen müssen.
Wir schliefen in einem Hostel in einer Stadt, deren Name wir vergessen haben.
Am nächsten Tag weiter nach Polen. In Tarnow spielten wir das vorletzte Konzert unserer Tour. Das Konzert war gut besucht und die Leute waren fast so ausgelassen wie an den Abenden zuvor. Als ein Mitglied der Hard-Rock-Vorband irgendwelche Faschodeutschlandscheiße brabbelte, wiesen wir ihn zurecht und setzten uns mit den Veranstalter*innen ab. Es war dunkel. Es gab Martini.

Letzter Tag: Wir fuhren nach Deutschland. In Chemnitz spielten wir unser letztes Konzert, das uns wieder auf den harten Boden der deutschen Konzertrealität brachte. Unser Publikum bestand aus einem Altpunk. Der fand’s so mittel gut.

Ohne pathetisch werden zu wollen, war die Tour für uns alle eine besondere
Erfahrung, die uns mit vielen liebenswerten Menschen in Kontakt gebracht, mehr
Fragen gestellt als beantwortet und uns ziemlich dankbar gemacht hat.

 

Zum Abschluß noch mein Lieblingssong, Videoclip.
Immer noch aktuell. Treffendes Thema.

LP: body maintenance – far from here

Eine schnelle Review für die wunderbare Body Maintenance „far from here“.
Neulich waren sie in der Alten Hackerei zu Gast (18.02.) und haben mit einer gänzlich nervigen Synth-Wave-Band mit dem tollen Namen Desinteresse gespielt.
Body Maintenance haben so ultrapünktlich angefangen, dass ich die ersten vier Songs ganz sicher verpasst habe. Im Anschluß ein schneller Schnack mit Gitarrist und Sänger Riley Stafford am Merch und diese aktuelle Scheibe eingesackt!
Ich bin ja sehr neugierig darauf, wie Bands sich weiterentwickeln. Und Body Maintenance haben acht neue Songs auf dieser LP, die sehr viel druck- und schwungvoller rüberkommen. Etwas mehr Biss im Songwriting und den Gitarren.
Auch wenn die Band aus Melbourne kommen, habe sie schon einen sehr klaren, britischen New-Wave-Einschlag und so Manches erinnert an The Cure. Sie bleiben insgesamt aber rauher als ihre Vorbilder. Body Maintenance spielen sehr gekonnt mit schönen Melodien, die nicht zu bittersweet werden, die da sind und zugehöriges Beiwerk im Songwriting sind und nicht „da muss jetzt ein Solo hin, dann spielen wir auch eins“.

Läuft richtig richtig gut durch. Artwork von Matt Morgantini. Erschienen via Drunken Sailor Records.

 

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.

fanzine: gunter meinhardt – reise nach saint malo

Kurz haben Gunter und ich uns per Mail ausgetauscht und nebenbei verriet er mir, dass er ein neues Heft rausgebracht hat.
Ich freue mich immer über Neues und so verschlinge ich all die Buchstaben recht zügig an einem Vormittag; als es per Post bei mir zuhause angekommen war. Auch verriet er mir nicht, um was es denn ging, umso leichter fällt dann das neugierige beschnuppern der einzelnen Sätze.

„Reise nach Saint Malo“ – es handelt sich hierbei um einen Ort in Frankreich.
Nutzung und Veröffentlichung im Internet findet Gunter nicht gut, deswegen steht es auch gleich vonre im Heft, aber einen Nennung, die muss in Ordnung gehen, denn wass du schreibst, lieber Gunter, ist einfach gut und das sollten noch ein paar Lesende ans Herz gelegt bekommen!

Auf 12 Seiten gibt es ein Tagebuch der Reise. Er beschreibt die Reise, die Stationen, so amüsant, in einem herrlich süffisanten Tonfall, der manchmal wirkt, als könne er ins Gegenteil kippen, dass ich mich schon frage, ob er denn Spaß auf seiner Reise hatte – zwinker.
Ein liebenswerter Bericht über die anderen, angereisten Touristen, die örtliche Gastronomie, der öffentliche Nahverkehr, er fasst alles mit spitzen Fingern an! Doch bevor man aber denken kann, dass er das wohl alles nicht leiden kann, dreht er eine Pointe daraus.
Dazwischen etwas Tristesse und Langeweile, wenn man aus dem Fenster schaut und auf den Sturm schaut, der über den Atlantik heranzieht.

Gegen Ende kommen zwei richtig gute Sätze, die sich um unsere digitale Welt drehen.

„…eine abgebildete Realität Mahnung und Warnung in einer immer virtueller werdenden Welt in der sich vieles verabschiedet, nämlich der gesunde Menschenverstand.“
„schöne neue digitale Welt, du bietest so viele Lösungen an, die es früher nicht gebraucht hätte.“

In diesem Sinne:
hier bestellen.

 

fanzine: loser youth – 15 jahre

Zufällig bekomme ich das mit und lasse mir da sehr gerne postalisch zuschicken. Wie cool. Ich liiiiebe Jubiläen!

Tommy schickte mir das also.
Zuerst dachte ich, als ich es dann endlich zwischen meinen gierigen Fanzinerhänden rieb „wer liest n sowas eigentlich nochmal. alte Interviews, die man schon mal gelesen hat. und so n Zeug.“
Gute Frage, ob ich sie beantworten kann?
Kleine Notizen zu den einzelnen Releases.
Am witzigsten ist da schon die Geschichte um die 7inch „zwei mal halber hahn“. Es war tatsächlich recht schwer zu bekommen.
Heute verstehe ich warum: versehentlich haben die Loser Youth die ungemasterten Files ins Presswerk geschickt haben.
Was bei dem flotten Garage-Punk, den sie spielen eigentlich so gar nicht ins Gewicht fällt. Hörbar, meine ich. Die Mischung funktioniert(e) für mich.

Ein wenig scheint es die Brot-Fanzine-Gedenk-Grafik zu sein, die für dieses Zine nochmal zur Anwendung kam.
Schade, dass es das nicht mehr gibt, das war doch immer ganz amüsant zu lesen.
Ein aktuelles Interview mit Raffa von Alarmstufe Gerd, der inzwischen bei Streckmittel spielt (Platte hier im Review) – am Ende hängt ja dann doch alles zusammen. Denn die Loser Youth hat sich nach einem Song von Alarmstufe Gerd benannt.
Raffa spielte übrigens auch bei Los Gringos, einer Punk-Surf-Band. Voll gute Scheiben!
Es gibt so einiges an Sidefacts zu erfahren, zusammengerechnete Tourkilometer, Flyer/Artwork, Fotos und ein Kreuzworträtsel. Für die, die das Heft auch wirklich ganz gelesen haben, dort könnt ihr euch nochmal ein paar Punkte abholen!
Meldet euch via Facebook, so hab ichs gemacht. Geht auch bestimmt irgendwie anders.

Fazit:
Ich werd in eine Platte von ihnen stecken und wenn ich die dann in viiiielen Jahren wieder raushole, um sie zu hören, dann freue ich mich, wenn ich das nochmal so angucken und lesen kann.

konzert: release BLUTGRUPPE WIXXE + norton und dr. drexler project

Jessas. (Badisch für Herrgottsack). Das war ein famoses Lineup. Ich mag das total gerne, wenn da zwar überall „punk“ draufsteht, aber jede Band für sich einfach einen Unterschied macht.
Was euch jetzt noch nicht auf die Qualität dieses Abend hinweisen soll!

Norton aus der Schweiz, scheinbar schon desöfteren zu Gast in der Hackerei gewesen, starteten laut, mit fast zärtlich gehauchtem Gesang.
Es dauerte einen oder zwei Songs, bis der Sänger auf Betriebstemperatur war. Durchweg schöne Songs im Stil von Leatherface.
Der Drummer hat einen besonderen Stil zu spielen, die Bassistin immer konzentriert mit ihm die Songs voranzutreiben.

Dr. Drexler Project sind etwas Besonderes. Ich hatte ja, nachdem ich die letzte Platte hier reviewen durfte, eine Vorstellung, wieviele Leute da mindestens auf der Band stehen müssten.
Es waren 2 (zwei!) und ein Tapedeck. Ja, ein Tapedeck von…. sie hatten es mir verraten… etwas altes auf jeden Fall – Neckermann (Lachsmiley)?
Also vom Set-Up sowas wie die deutschen Lo-Fi Sleaford Mods.
Vom Auftreten und Textlichen aber eher weniger explizit dafür politischer und musikalisch eher so wie… Front oder Pisse.
Das Clownskostüm plus die exaltierte Art des Vortrags des durch die Kopfbedeckung unkenntlichen Sängers macht, dass die meisten im Publikum entweder vor Freude sofort einsteigen, oder mit offenem Mund stehenbleiben. Keine einfache Konsumierbarkeit garantiert!
Rausgegangen ist kaum jemand, was ich sehr gut fand.

Allerdings muss ich an dieser Stelle bemerken, dass bei der ersten Band kaum Leute drin waren, es sich bei der zweiten dann sehr langsam füllte.
Bei Blutgruppe Wixxe war der Laden schon ganz gut gefüllt mit ca. 70 Leuten.
Dr. Drexler Project tauschte dann noch ein paar Worte mit mir aus, ich besuchte sie am Merch.
Sehr interessante Menschen, die ihre Zeit und Kreativität komplett der Musik „opfern“: Bassist und Sänger betreiben auch gemeinsam Duophonic und haben eine der Pressmaschinen von Bieber, der noch flight13-duplication als Booker betreibt, aber auch Bassist ist in der folgenden Band:

Blutgruppe Wixxe hatte ich nun schon mal gesehen. Energiegeladene 30 Minuten Show. Fullspeed Hardcore-Punk mit französischen Texten und einer agilen Sängerin.
Heute mal kaum Ansagen dazwischen sondern von Anfang bis Ende Gebretter.
So stell ich mir das vor, wenn ne Hardcoreband auftritt: kurz & knackig!

Ein schöner Abend, an dem sich wiedereinmal gezeigt hat, dass in der Alten Hackerei immer wieder andere Menschen auftauchen, um sich gute (Punk)-Musik anzuschauen.

LP deutsche laichen – punk ist scheiße, punk ist toll

An Deutsche Laichen kann man sich sicher noch an das hübsche Cover mit der gepressten Zitrone erinnern.
Nach diesem ersten Album ist eine Weile vergangen, so sieben Jahre, und ich freute mich, wieder von der Band zu hören, bestellte mir das Album im Pastic-Bomb-Shop. Jetzt liegts hier.
Und mich strahlt ein KI-generiertes Cover an. Würg.
Aber gut, ich habe in der Zwischenzeit den Artikel von Ronja in eben dem Plastic Bomb gelesen und weiß, dass die Band das genau so wollte und eine Künstlerin Kimberly Maddox hat das mit Hilfe von KI erstellt.
Hier steht es auf dem Cover drauf. Finde ich gut so!

Allein der erste Song kickt mich schon so und ich sauge die Musik auf, höre durch, drehe um, drehe durch!
„beton“ beginnt so direkt und ohne Umschweife, ein vertontes Gedicht, toll!
„zelle“ ist ein Manifest für die Familie, was auch einfach die Gruppe Menschen sein, mit der man lebt und sich freut und schöne Dinge tut.
Zum Beispiel:

 

Auch ein ganz schönes Video.
Wäre das auf der ersten Platte schon so melancholisch gewesen. Dieser Mitgröhlrefrain, dieses fiese Poppige, was einfach kleben bleiben muss: eine Freude.
Erinnert mich an Tiger Magic. Ganz famose Combo.

„punk ist geil, punk ist scheiße“ überrascht mit Piano und dem Blickwinkel einer Frau von der Bühne aus gesehen.
Umgedreht ist „schmutzig“ als Coop mit Irem Karam, wobei ich nicht weiß (singen?), was sie oder er gemacht hat – es fehlt ein Textblatt. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie schön das ist – und sei es nur ein kopierter Zettel – die Texte mitlesen zu können und herauszufinden, was die Band einem mitteilen möchte außerhalb der ganzen, lyrischen Worte.

Das Outro-Stück (feat. allpopp ((leicht mißzuverstehen für einen Badener, wie mich „allhopp“ sagt man hier schon mal, was eine Aufforderung ist, aufzustehen)) ist etwas, was ein wenig am Gesamtbild kratzt, denn ich verstehe das Lied nicht. Musikalisch, meine ich.
So ein bisschen Autotune, Elektro und holprigem Schlagzeug, Hardcore-Frauen- Gesang. Ha! und da fällt mir doch ein: Irem ist bei Anti-Corpos. Neulich ihre Platte hier reviewed. Zumindest das habe ich nun verstanden, puh.

Die Band aus Berlin wird schon noch einiges erleben, musikalisch absolut geeignet uns den Sommer auf manchen Bühnen zu verschönern.

Wohl erschienen bei einem Label namens pretty on the inside, allerdings über audiolith vertrieben. So wie sich das anschaut: das Bandeigene Label.