Als erstes MUSS ich zwei Sachen loswerden:
erschtens (Badisch): V-Mann Joe waren auf ihrem Demo (1990) NIE besser! Ich mag zwar die „Freundschaft, Feindschaft, Liebe, Hass und Streit“ (1992), doch da haben sie schon an den Songs rumgedoktert… Einiges noch schneller gespielt… Das ist nicht immer gut!
zweitens: könnt ihr ganz viel nochmal nachhören im Plattenschau Podcast Folge 4. Felix spricht mit Joe.
Hier liegt nun also eine Compilation einiger Songs von ihren beiden LP’s „Freundschaft, Feindschaft, Liebe, Hass und Streit“ und „Verrat, Verrat“ (1993) vor.
Lion Crew Records (ein recht junges Label aus Erfurt) und Sterbt alle Records (auch recht jung, aus Hamburg) haben sich zusammengetan und V-Mann Joe endlich mal online gebracht. Diese Youtube-Hörerei ging wohl nicht nur ihnen auf den Sack! Das behaupte ich jetzt einfach mal.
Klar kann man sich direkt fragen, ob die 80er Jahre Punkbands nun endlich alle durchgekaspert wurden auf Vinyl und nun auch die 90er Bands dran sind: ja, aaaaber!
Ist mir egal. Hier find ich’s voll richtig. Platten lange vergriffen, bzw. die „Verrat, Verrat“ ist nur auf CD erschienen. War wohl schon die Zeit, in der auch Punks komplett auf dieses Medium umgestiegen sind.
Das hab ich auch versucht, diesen Versuch musste ich aber auch unternehmen, weil es einfach to-tal geile Mucke nicht mehr auf Vinyl gab, die scheiß-CD’s aber genauso teuer.
Ich war dann seeeehr glücklich über Napster.
Wie auch immer: „berlin, anfang der 90er“ ist eine Compilation aus den ersten beiden Platten „freundschaft, feindschaft, liebe, hass und streit“ und „verrat, verrat“ und die beiden Labels Lion Crew Records und Sterb Alle Records haben sich der Sache angenommen.
Und hej: sie starten sofort mit den ersten Knallern, die damals auch schon auf dem Demo waren „jung schwul verliebt“, „geil (sachsen stürmt), „durchgedreht“, „ewigkeit“, „der strandmeister“
Jeden dieser Songs würde ich sofort nachspielen, zwinker!
V-Mann Joe (inoff. FB-Seite) haben damals durch ihre straighte Spielweise bei den Drums un die wahrlich abwechslungreich gespielten Gitarrenriffs, mich musikalisch total abgeholt.
Der Gesang ist melodisch und nicht zu eintönig deutschpunkig, die Lyrics handeln von andern Themen oder formulieren Themen anders, als es die meisten Deutschpunkbands damals machten.
Was ich mich aber schon damals fragte, und heute beim „nachhören“ wieder bemerkte: warum haben sie die Songs noch schneller gespielt? „der strandmeitser“ zum Beispiel. Der War auf dem Demo schon echt schnell und richtig gut. Auf Platte dann mehr Melodie und schneller gespielt – für mich machte das den Song nicht besser!
Von der „verrat, verrat“ sind dann die Songs „mr. staatsfeind nr.1“ und „tiger“ sowie die damals neu aufgenommen Stücke „wahre liebe“ (demotitel roland), „dein ideal“ (demotitel durchgedreht).
Was mir schon zeigte, dass die Band wusste, was für gute Stücke sie geschrieben hat – allerdings dann musikalisch sich in neue Richtungen entwickelte. Da kam dann auch eine quasi Reggae-Version von „geil“ bei rum. Außerdem verlockte die CD zur Längeren Spielzeit von knapp 54 Min auf der „verrat, verrat“
Ich bin sehr froh, dass hier eine Compilation zusammengestellt wurde.
Die ist toll im Gatefoldcover aufgemacht, alle Lyrics, paar Bilder, drei verschiedene Vinylfarben.
bekommt ihr hier (gelb) und hier (blau) und hier (rot).
Denke drüber nach, das Demo nochmal zu veröffentlichen. Auf Tape, versteht sich.
Was denkt ihr?