Das Buch „völkischer nationalismus“ ist mir über die Timeline gelaufen, da ich schon lange der Seite „Aufstehen gegen Rassismus Offenburg“ folge. Das begann ja während der Corona-Zeit, dass sich in Offenburg Menschen versammelten, wie in vielen Städten, um gegen die diktatorischen Maßnahmen auf die Straße zu gehen. Und AgR hat sich von Anfang an dagegen gestellt.
Ich sprach mit Jenny in Ausgabe #7 (2021). Sie setzen sich für ein buntes, aufgklärtes Offenburg ein.
Ich könnte jetzt locker eine 6-seitige Rezension hier in die Tasten prügeln, versuche es aber kurz zu halten.
Gemeinsam mit Wolfgang Achnitz hat Jenny Haas nun über die Zeit nach dem WW II vor allem in Baden-Württemberg recherchiert.
„Völkischer Nationalismus“ erschienen beim Verlag Regionalkultur.
Sie beginnen damit, dass sie sehr klar aufzeigen, wie der Nationalsozialismus in Baden angekommen ist, sich etwickelte und festgefressen hatte; und was nach dem Krieg passiert ist.
Das eine Entnazifizierung in 98% der Fälle bis 1950 quasi relativiert wurde. Auch dadurch, dass viele Veruteilte in Revision gegeangen sind und dann recht bekamen. Es blieben so 200 Menschen übrig, denen eine Schuld nachzuweisen war.
Mediziner, die Versuchsreihen an KZ-Insassen vorgenommen hatten, Juristen, Lehrer, Polizisten …. konnten nach dem Krieg in ihren Positionen bleiben. In Bund, Ländern und Kommunen. Natürlich brauchte man sie.
Eben nicht entnazifiziert.
Was darin mündete, dass bei der Bundestagswahl 1965 (20 Jahre nach dem größten Verbrechen der Menscheit) immer noch 129 ehemalige Nazionalsozialisten im Bundestag saßen. Mehr als die Hälfte für CDU/CSU, ebenso der FDP (die schon 1949 forderte einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu ziehen).
Ihr merkt, hier stecken auf wenigen Seiten schon am Anfang so viele Infos drin, die man eigentlich in Teilen schon mal im Geschichtsunterricht gehört haben sollte, dass einem der Kopf raucht.
Dennoch ist das Buch sehr gut lesbar, sehr sachlich gehalten und mit einigen schwarz/weiß Bildern und hunderten von recherchierten Fußnoten.
Ich habe da Buch noch nicht ganz fertig. Weswegen ich die Rezi aber jetzt schon schreibe: wir müssen aufstehen!
Aufstehen gegen die, gegen die ich schon 1990 aufgestanden bin und immer wieder aufstehen werde. Die Holzköpfe, Altnazis, Stammtischparolenklopfer, die Konservativen, die einfach immer die Rechtsradikalen dulden aber das Progressive nur dann, wenn sie es zur Gewinnmaximierung nutzen können.
Bildet euch.
Bildet Banden!


