LP: hyperdog – dog days

Monate her, dass ich sie live gesehen habe und mich total darüber freute.

Ungestüm, druckvoll und mehr Post-Hardcore als Garage. Obwohl.. doch schon, ordentlich Garage!
Die Platte ist einseitig bespielt. Sollte ja eigentlich schnell gehört sein, hat nicht geklappt, nu isses ja soweit und ich kann euch mitteilen, wie gut ich auch die Platte finde!

Der erste Song ist „the race“ wohl der, den ich aufgenommen habe und bei youtube (so ganz leicht asynchron) online stellte.
Die Aufnahmen sind sehr gut im Klangbild, allerdings die Songs eitwas more laid back gespielt. Hyperdog machen so gar nix faslch, neulich war ich ja aufm OX-Fest und hab die andern Vertreter von Synth-Garage-Wasweißich gesehen und gehört, die mir so gar nicht reinlaufen wollten. „sellout“ ist mal ein recht zügiges Stück, die andern eben etwas reduzierter. Das Artwork zu „dogdays“ ist echt witzig gemacht, könnte auch ne Kaugummiwerbung sein. Liebenswert schön. chrizao hat das gemalt.
Allerdings muss ich sagen, dieser Sound wird schon ganz schön durchgereicht. Hyperdog, und es sei ihnen wahrlich gegönnt, haben sich den Arsch abgetourt und Henry Rollins hat sie in ihrer Sendung gebracht.
Das ist bei sehr vielen Meldungen das einzige, was man lesen kann.
Hey, Namedropping und die Band geht steil. Oke? Oder nicht?

Bekommt ihr beim Label Supervillain.

 

 

konzert: release BLUTGRUPPE WIXXE + norton und dr. drexler project

Jessas. (Badisch für Herrgottsack). Das war ein famoses Lineup. Ich mag das total gerne, wenn da zwar überall „punk“ draufsteht, aber jede Band für sich einfach einen Unterschied macht.
Was euch jetzt noch nicht auf die Qualität dieses Abend hinweisen soll!

Norton aus der Schweiz, scheinbar schon desöfteren zu Gast in der Hackerei gewesen, starteten laut, mit fast zärtlich gehauchtem Gesang.
Es dauerte einen oder zwei Songs, bis der Sänger auf Betriebstemperatur war. Durchweg schöne Songs im Stil von Leatherface.
Der Drummer hat einen besonderen Stil zu spielen, die Bassistin immer konzentriert mit ihm die Songs voranzutreiben.

Dr. Drexler Project sind etwas Besonderes. Ich hatte ja, nachdem ich die letzte Platte hier reviewen durfte, eine Vorstellung, wieviele Leute da mindestens auf der Band stehen müssten.
Es waren 2 (zwei!) und ein Tapedeck. Ja, ein Tapedeck von…. sie hatten es mir verraten… etwas altes auf jeden Fall – Neckermann (Lachsmiley)?
Also vom Set-Up sowas wie die deutschen Lo-Fi Sleaford Mods.
Vom Auftreten und Textlichen aber eher weniger explizit dafür politischer und musikalisch eher so wie… Front oder Pisse.
Das Clownskostüm plus die exaltierte Art des Vortrags des durch die Kopfbedeckung unkenntlichen Sängers macht, dass die meisten im Publikum entweder vor Freude sofort einsteigen, oder mit offenem Mund stehenbleiben. Keine einfache Konsumierbarkeit garantiert!
Rausgegangen ist kaum jemand, was ich sehr gut fand.

Allerdings muss ich an dieser Stelle bemerken, dass bei der ersten Band kaum Leute drin waren, es sich bei der zweiten dann sehr langsam füllte.
Bei Blutgruppe Wixxe war der Laden schon ganz gut gefüllt mit ca. 70 Leuten.
Dr. Drexler Project tauschte dann noch ein paar Worte mit mir aus, ich besuchte sie am Merch.
Sehr interessante Menschen, die ihre Zeit und Kreativität komplett der Musik „opfern“: Bassist und Sänger betreiben auch gemeinsam Duophonic und haben eine der Pressmaschinen von Bieber, der noch flight13-duplication als Booker betreibt, aber auch Bassist ist in der folgenden Band:

Blutgruppe Wixxe hatte ich nun schon mal gesehen. Energiegeladene 30 Minuten Show. Fullspeed Hardcore-Punk mit französischen Texten und einer agilen Sängerin.
Heute mal kaum Ansagen dazwischen sondern von Anfang bis Ende Gebretter.
So stell ich mir das vor, wenn ne Hardcoreband auftritt: kurz & knackig!

Ein schöner Abend, an dem sich wiedereinmal gezeigt hat, dass in der Alten Hackerei immer wieder andere Menschen auftauchen, um sich gute (Punk)-Musik anzuschauen.

LP: anti-corpos – backlash

Erstmal: saucooles Cover!
Und als die Musik läuft hab ich Bilder meiner Jugend vor Augen.
In den 90ern gab es einige Bands, leider meistens ohne weibliche Beteiligte, die einen derart krassen Lärm gemacht haben.
Damals gab es den Begriff Screamo auch noch nicht.
Aber laute Gitarren, Wände aus Zorn durch Mirkofon geschrieen, gerufen, und in diesem Fall von Anti-Corpos auch gesungen, Drums die Schläge richtig wegknallen.
omg. I love that!

Anti-Corpos sind eine all-female, queer-feministische Band aus Berlin, die ihre Ursprünge in Brasilien hat.
Ich bin fassungslos begeistert von dieser Band!
Der stürmische Sound, von drei Frauen in einer Düsternis und Energie vorgetragen, dass mir die Spucke erstmal wegbleibt.
„backlash“ ist das Resultat von 20 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte, Anti-Corpos sind komplett an mir vorbeigegangen, bis jetzt!
Zeitweise waren sie wohl mal auch zu viert, wenn ich die Fotos richtig deute. Ich tauche tiefer ein ins Internet für eine Recherche.

Es ist nun also keine Band, die aus #punktoo oder aktuellen Diskussionen und Diskursen über den Anteil von Frauen in der Punkszene und der sehr männliche Umgang mit ihnen, entstanden ist. Diese Frauen stehen schon sehr lange genau dafür ein: ihre Rechte, ihre Lautstärke, diese vorzutragen. Sie haben sich 2002 in Brasilien gegründet und sind inzwischen in Berlin ansäßig.
Diese queere Band ist, ich habe mich kurz mal durch ihre üppige Diskographie bei Bandcamp gehört, gewachsen und ganz sicher lauter und wütender geworden. Sie haben wohl eher mal mit Straight-Edge-Hardcore angefangen, als mit dem dystopischen Hardcore, der auf dieser Platte seinen Ausbruch gefunden hat. Das liegt vermutlich am Weggang der Sängerin und der Gitarristin, denn nun haben sie eine neue Gitarristin, die das Trio komplettiert.
Adriessa Souza – Vocals/Bass (Eat My Fear, Dominatrix), Helena Krausz – Drums (Eat My Fear, Gegenüber), and Irem Kara – Vocals/Guitar, seit 2022 (Nervöus, Hoarse)
Der Sound ist richtig heavy und maximaler Output. Abwechslungsreich in den Vocals. Inhaltlich, „backlash“ bedeutet Gegenreaktion, ganz klar gegen Männlichkeit, gegen Rassismus und pro feministisch, vor allem aber mit einem Augenmerk darauf, als Südamerikanerinnen hier im weißen Europa unterwegs zu sein.

Triggerwarnung wg. Strobo-Effekten:

Das Label No Gods No Masters ist von Anfang Teil ihrer Reise. Und das ist eben in Brasilien angesiedelt. Ich kenne zwei Bands, die ich entdeckt habe, Renegades of Punk und Àgua. Give it a listen!
Zusätzlich sind Refuse Records (Europa-Release) und Emancypunx beteiligt.

Für meinen Teil als Mann empfinde ich die Musik von Anti-Corpos als Testo-geschwängerte, verzerrte Hardcoremusik, die den männlichen Kollegen in nichts nachsteht. Nur die Inhalte der Texte sind klar anders und sehr direkt formuliert.
Wie bspw in dem oben eingefügten Video.
Die erste Seite ist in meinen Ohren etwas bedachter, sie hat mehr Druck und Power im Sinner einer Tanzbarkeit. Und die zweite Seite ist mehr nach vorne gespielt, mehr geknüppelt.
Adriessa und Irem teilen sich die Vocals und das passt ins musikalische Konzept total gut rein. Es ist „nicht einfach nur“ wütend, sondern es knallt.
Meist kreisen die Songs um die zwei Minuten und Anti-Corpos holen im Songwriting raus, was in der Kürze der Zeit geht, fügen noch eine ordentliche Prise Gitarrenkrach dazu. Manchmal am Ende eines Songs ein kleiner Twist, der gut funktioniert und ein I-Tüpfelchen ist.

„scream for a change“ erzählt in einer persönlichen Weise von den dissonanten Akkorden, die man rausschreit, in seiner winzigen Welt, in der man unterwegs ist, man aber von diesem Wechsel träumt! Das unter der Oberfläche von Normen, von der Vorstellung von Körpern und Geschlechtern, dass es darunter eine Welt gibt, die ausbrechen sollte, Wirklichkeit werden!
Das, was viele falsch verstehen und dann als Linke Diktatur bezeichnen, aus Gründen der Ahnungslosigkeit „woke“ nicht verstehen wollen. Das diese schöne Welt, diese Liebe zum Vorschein kommen sollte; so hart und brutal sie sich auch mal anhört!
„migrant heart“ kann ich total nachvollziehen. Dass das Herz, dass aus einem anderen Land kommt, die Kälte sieht, spürt, die gerade immer größer wird in der Gesellschaft.

9 Songs. Emotionale Brachialität. Super produziert. Hochglanzcover. Schwarzes Vinyl und Textblatt. Gibt es auch in zwei farbigen Varianten bei Refuse Records (Link oben!)

Diese Review erscheint/erschien auch bei vinyl-keks

MC: blert – s/t (demo)

blert plärrt ordentlich aus den Boxen. Garagepunk mit einer Sängern, die sich anhört als wäre die Sängerin von Berlin 2.0 mal so richtig, richtig sauer. Sie rotzt echt ordentlich was ins Mikro.

blert hat mich jetzt nicht sofort gepackt, denn Garagepunk verfolgt dann doch immer wieder die gleichen melodischen Muster und Beats. Klar, dieses straight nach vorne Ballern geht manchen Punkband ja ab, wenn sie da mir ihren Stroke-Downs Midtempo rumscheppern.

„fallout“ ist ne schöne Abwechslung. Wenn dieses kehlige „down down down“ im Mikro landet hat man einfach total Bock mitzubangen.
Cool.
Der fünfte und letzte Song auf diesem Demo-Tape ist „painwolf“, beginnt schön melodisch und wickelt eine musikalische Spirale nach oben und hat ein gutes, ausgespieltes Ende.

Kurzweilig, gutes Artwork, auf beiden Seiten die 5 Songs, erschienen bei Back Cat Tapes.

MC: blut + eisen – feiertag

Die Band habe ich nur wahrgenommen durch nen Kumpel, der mir immer wieder erzählte wie geil die Platte und die Konzerte in den 90ern waren.
Nun, die Band ist wieder da, yey!
Erste Rechercheergebnisse zeigen: es waren die 80er! Und dieses markante Cover der „schrei doch“ LP von Blut + Eisen hat euch sicherlich auch schon mal aus einer Plattenkiste angegrinst!

Soweit so gar nichts. Ich weiß es nicht. Also Mal schnell das Black Cat Tape(s) in den Kasi geschoben, auf 12 gedreht und:
in Teilen hat sich die Band wieder zusammen getan und darum gibt es auch ein wenig Zores. Ohne jetzt despektierlich sein zu wollen: hey – das ist Punkmusik, die 40 Jahre später wieder in neuer Besetzung spielt – egal! Hauptsache gute Musik!
Einigt euch, dass muss ja nicht enden wie bei Black Flag.

Was ist denn da auf dem Tape drauf?
13 Songs, 6 davon Liveaufnahmen aktuelleren Datums. Lion Crew und Black Cat Tapes als Coop-Release, Liz Illustrations hat da ein schönes Covermotiv gezaubert und los gehen die Hooks, die durch die Boxen ballern.
Jo, zügiges Tempo der Band Blut + Eisen, Hardcorepunk.
„abgefackelt, abgeschottet, piep“ ein wahrlich lustiger Song.
Die Band ist sehr gut eingespielt. Das ein oder andere Soli passt da tatsächlich gut rein, die Sängerin hat ne ordentliche Röhre, die hängen bleibt. Und die andern: ey, die brettern mit einem richtig guten Tempo durch die Songs, dass die alten Pogomuskeln wohl ordentlich auf der Tanzfläche ausgeschüttelt werden müssen.
Für selbstgemacht ist das ein echt tighter Release.

 

 

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.

MC: exceeded capacity – demo II

Glücklicherweise kenne ich die Band seit dem ersten Song.
Exceeded Capacity ist ein Kind von Joe, der hier auch als Gastschreiber tätig ist, allerdings auch ganz doll viel kreativen Output am Start hat.
Bei Krachige Platten hat er schon zwei Compliations mit seinem Oevre herausgebracht, mit EITR (zweite Auflage am Start) und Rontgen auch zwei Bands, und nun also das neue Demo, schlicht „II“, via Kink Records.
Ich bin ein bisschen neidisch, aber Kink passt da schon ganz gut. Nächste Stufe bitte dann Refused Records als Coop!

Also Exceeded Capacity haben 10 Songs in knapp 20 Minuten, zwischen Hochgeschwindigkeit und gediegenem Geballer.
Nein, das ist schön schrammeliger Garage Hardcorepunk. Büschn Fastcore.
Klare Texte und mit dem ersten „DSDS“ fange ich gleich mal an:

Deutschland spannt den Superstrick
Angenehm knackt das Genick
Letzte Ruhe, nicht zu retten
die wir uns auf Lügen betten

„demokratie“ – „artikel 3“ oder eben „DSDS“ sind schon sehr klare Einordnungen der bestehenden Verhältnisse, und die finden wir (ich schließe mich da ein) nicht gut.
Zwischendurch auch mal gedanklich etwas abschweifen in ein „portal“ bei einem „abendspaziergang“ – auch schön. Ja, nehm ich mal so mit.

Was Exceeded Capacity total cool machen ist, das sie abwechslungsreich von Anfang an so ne Viertel (oder halbe?) Note an einen Part angehängt wird, an den nächsten wieder nicht.
So wird das Songwriting unrhythmischer, nicht aber das Spiel. Der Drummer hält diesen Break-Wahnsinn mit seinen Stöcken ganz gut beeinander.
Die Band erinnert mich so an Briefbombe oder Loser Youth oder eben auch Jodie Faster. Zum einen liegt das am teilweise sehr trockenen Gitarrensound, aber auch an der Direktheit des Ungestümen.

Gibts hier zu kaufen
Kink Records

 

 

und hier noch das alte demo. einfach mal als YT link.

digi: warblob – tape recording

Alright! Warblob! HC/Punk aus Los Angeles, CA, USA!
Aufmerksam geworden auf die Band bin ich durch den Vokalisten, Sean, der auch Schlagzeug bei Surfbort spielt. Auf Surfbort wiederum bin ich vergangenen Sommer total kleben geblieben und habe die Band seitdem regelmäßig auf den Ohren.

Warblob läuft mir aber genauso gut rein: Primitive Musik von begabten Musikern, da geht mir das Herz auf! Das Release ist übersäht und aufgefüllt mit irgendwelchem Krach, Cuts und Klang-Collagen, die wirken wie Zement zwischen den Liedern. Das Ergebnis trifft mich jedes Mal wie eine Mauer aus Ziegelsteinen mit schäbigen Graffitis, fuck yeah!

Erster Track: „Warblob“ von Warblob! Der Sänger singt oft das gleiche, irgendwie geil. Ist es das, was man „Pocket“ nennt? Die Vocals haben einen eigenen Groove, trotz der betonten Stumpfheit. Zweiter Track, eine Bassline für die Götter, dazu dissonante Gitarrenmelodien. „I’m not talking to you. You’re not talking to me.“

Im folgenden wird auch gerne mal ein Takt eingeschoben, that’s songwriting, Baby! Düster geht es einher, der Drummer hat es echt drauf, geile, simple Parts, tolle Dynamik und teils höllisch schnell gespielt.

Das kann man auch auf YouTube bewundern, es gibt eine recht gute Aufnahmen eines Auftritts einer lokalen Show in Los Angeles.

Dann eine neue Szene-Hymne: „You smell like weed and butthole“, wer kennt es nicht, diese Typen aus dem Bus oder dem selbstverwalteten Kulturzentrum, die schlicht nach Arsch riechen.

Die Herren Warblob wissen einen musikalischen Bogen zu spannen, wie „Terror Fried“ zeigt. Am Ende des Liedes, Mucho, nimmt der Track nochmal richtig Fahrt auf, mucho geil halt.

Von langsam bis schnell ist alles dabei. Die Songlängen bewegen sich zwischen einer Minute und Dreißig und zwei Minuten. Gönnt euch dieses hochverdichtete Stück Punk und werdet Teil des (War)Blobs!

 

LP: disgusting news – symptoms

Direkt zu Beginn des Jahres 2025 gibt es Hardcorepunk von den Disgusting News auf die Ohren.

Irgendwie drückt die Band bei mir nen Reset-Button mit ihrem dritten Album. Im Vergleich zu den Vorgänger-Alben. Ich hatte beide schon auf dem Plattenteller und ich könnte schwören, es gibt krasse Weiterentwicklungen. Oder doch nicht?
Mal so rum: sie machen von der ersten Probe an Hardcore-Punk.
Die beiden ersten Scheiben „fressfeind“ und „family traumata“ hatten thematisch eine Richtung, die in den Lyrics einer Linie treu blieb.
Beim Titel „symptoms“ könnte man das schon auch denken, aber Symptome kann man ja in Krankheiten wie auch in gesellschaftlichen Dingen feststellen und benennen.

Die ersten vier Songs „wreck, sad boys, lost in a loop und talk of devation“ sind ziemlich krass gut gespielte Kracher. Der Bass dengelt ordentlich, richtig guter Sound.
„people pleaser und strassen“ (was der erste Song in deutscher Sprache ist) erinnert mich ein wenig an Dead Years und weht eine neue Farbe in die robuste Klanglandschaft. Wobei sie auf den ganzen Hall verzichten.
Erste Seite ist total rasant, gut durchgelaufen.
Ich wäre ja dann doch auch manchmal glücklich, wenn es einen Hinweis gäbe, ob es 33rpm oder 45 sind, hehe!

Zweite Seite beginnt wie die erste. Sie „funktioniert“ nicht ganz so. Es wird jetzt knallhart durchgezogen, was vorher noch aufgebrochen wurde. „allein“ ist ein bemerkenswert starker Song.
Das letzte Stück „bitter“ ist ein sehr starker Ausgang für eine LP wie die von Disgusting News. Ein Mann nutzt ein Mädchen aus, nutzt ihre jugendliche Liebe aus. Machtmissbrauch.
Thematisch also breiter aufgestellt, dafür der Sound kompromissloser. Die Sängerin Vanessa brüllt nicht mehr „einfach“ nur sondern gibt den Songs Facetten, die dem Gesamtlärm echt gut tun!

Cover ist ein Gatefold mit allen Texten. 12 Songs. File under „feministischer Hardcore-Punk“. Eingängig. Geil. Kickt wie Hölle.

Platte gibt es entweder direkt beim Label Bakraufarfita Records, oder bei eurem Mailorder!

 

Dieser Review erscheint relativ zeitgleich beim Vinyl-Keks

7inch: ceresit 81 – kraft durch bier

Ein kurz & knackig Review über die einseitig bespielte 3-Song-EP von der Band Ceresit 81 folgt hier!

Die Band Ceresit 81 gründete sich eben im Jahre 1981 und brachte 85 ein Full-Length-Album namens „three gallows“ raus. Sie kamen aus Berlin.

Ich würde mal sagen, dass das Hardcore-Punk ist. Schnell, rau, ungeschliffen.
Die 7inch startet mit einem, für mein Gefühl, unerträglichen Rockpart, der dann schnell im Deutschpunk endet.
Der Sänger singt so zackig, dass man eigentlich nur den Refrain „checkst noch was Mode ist“ richtig versteht.
Der Sound ist nicht schlecht, so ist das nicht gemeint. Man kann gut die beiden Gitarren Rhythmus und Lead unterscheiden.
„Kraft durch Bier“ dann der Hit.
Nette Wiederveröffentlichung dieser Songs, die haben wirklich Power. Es kein wirklicher Deutschpunk. Die Zeit damals war ja sehr schnelllebig und Punk-Bands wurden härter und schneller. Selbe Zeitspanne entwickelte sich ja in Ami-Land auch der Punk zum Hardcore mit dem wohl bekanntesten Beispiel Minor Threat, die mit durchgetretenem Gaspedal nicht mal die Schnellsten waren.
Ceresit 81, später auch nur noch Ceresit, sind dann doch am ehesten Deutschpunk, kein Rumpeln, kein Zucken, voll nach Vorne!

Die beiden Songs „Kraft durch Bier“ und „Sixpack“ sind eher als ironisch konotierte Songs zu betracten. So beschreibt es jedenfalls Marcel, der Sänger und Gitarrist der Band in einem Interview im OX-Fanzine.

Bei Power It Up gibt es nun die Werkschau in einem recht passablen Sound. Teilweise mit Synthie, teilweise englisch gesungen. Hier also das wohlverdiente Re-Issue dieser 7inch!

(dieser Review ist auch beim Vinyl-Keks erschienen)

7inch: unitX – ontario songs

Unit X habe ich hier vorliegen.
Fünf vegan straight Edge Hardcore-Smasher!
Die Band fährt einen klassischen Hardcore-Ansatz. Schnell, nach vorne, viele gute Breaks, abwechslungsreich. Und der Sänger kreischt nicht ganz so hoch, was mir sehr goutiert!

Insgesamt wirken die Songs aus einem Guss, man hat kaum einen Moment (Moshpart) zu Verschnaufen. Man knackt bewußt nicht die 2-Minuten-Marke.
Die Band ist ein Duo aus Sänger Tim Drew und Tausendsassa Pedrag Vujcic hat alle Instrumente von „Ontario Songs“ eingespielt. Beide sind in Kanada beheimatet und kommen eben aus London, einer Stadt in Ontario.
Textlich werden ordentlich Worte gebraucht, dass sind keine repetitiven Slogans. Was Unit X in meinen Augen etwas besonderer macht, als die meisten Vertreter*innen des Hardcore.
Es geht viel um Erfahrungen, negative, mit denen man lernt umzugehen.

Erschienen als MC und 7inch bei Passion Means Struggle, SP Discos und Specimen 32