interview: #4 – kuballa – punkrock – ludwigshafen

Der Kalender zeigt Oktober und zwei megageile Punkbands aus Baden-Württemberg machen sich auf eine ausgiebige Tour durch: Baden-Württemberg! 3 volle Abende stehen an in Ludwigsburg (DemoZ), Schramberg (zodiak) und in Singen (t-Stube) – wir berichteten!!! (www.provinzpostille.blogsport.de)

In jedem Fall ein Top-Anlass, mir die Zeit zu nehmen und die Band mit Fragen zu löchern. Mal abgesehen davon, daß sie gemeinsam in einer Band spielen, haben sie ein recht aktives Leben in Ludwigsburg. Andere Bands, politische Gruppen und eine Radiosendung!

PP:
Ich fang mal ganz aktuell an, ihr habt eine neue Single „auf dem Weg durch die Zeit“ (das ist die Zweite nach der Ersten „kein Land in Sicht“!) – wie wurde die bis jetzt angenommen und woher habt ihr den Titel?

T:
Der Titel ist eine Zeile aus einem Lied, der uns allen gut gefallen hat und auf der Suche nach einem Titel für die Single haben wir uns darauf dann geeinigt.

PP:
Welcher Song?

T:
Ich hätte es schon gesagt wenn ich es gewusst hätte
(alle lachen…)

PP:
Schreibst du, Tom, die Texte alle?

T:
Ja, weil ich die ja dann auch singen muss.

PP:
Wird intern diskutiert, welche Themen in den Lyrics behandelt werden?

M:
Für uns ist das so, dass wir alle die Art mögen wie Tom die Texte schreibt. Von daher war da bisher nichts dabei, bei dem es jetzt wirklich riesengroße Diskussionen gab. Der Style ist halt so ein bisschen kryptisch, da kann sich jeder sein Teil denken und das passt ganz gut so.

PP:
Dann möchte ich mal über den Sound sprechen, in meinen Ohren hat der sich mit dem Einstieg von Marta nicht groß geändert, war das eine ganz bewusste Entscheidung so weiterzumachen? Manche Bands verändern mit neuer Gitarre ja auch den Sound; oder das Songwriting.

T:
Also ich finde das sich schon etwas verändert hat, weil sie viel besser spielt als ich, und technisch versierter ist. Das macht schon einen großen Unterschied, denn nun gibt es viel mehr Möglichkeiten. (Marta spielt(e) / inzwischen gibt es die Band nicht mehr) auch Gitarre und singt bei MINUTES FROM MEMORY, Anmerk. d. Verf.)

M:
Soundtechnisch und aufnahmespezifisch stellen wir immer wieder fest, dass wir noch nicht bei unserem Wunschsound angekommen sind. Es ist jedes Mal ziemlich schwer das so hinzubekommen. Da sind wir aber auf dem Weg. Und es hängt natürlich auch von dem Menschen ab mit dem aufgenommen wird. Jetzt sind wir 90% zufrieden, es klingt teilweise etwas komprimiert. Grundsätzlich möchten wir mal in eine eher organische Richtung gehen. Rauer auch.

Das Digitale wollen wir bei den nächsten Aufnahmen eher weglassen oder minimieren. Bisher sind wir absolut zufrieden, also in einer guten Entwicklung aber noch nicht im Stadium der absoluten Glückseligkeit angekommen!

T:
Was mich selbst auch noch mal überrascht hat, als ich die Single zum ersten Mal zuhause aufgelegt habe, das das viel näher an dem ist, was wir möchten, als die MP3 oder Computerdatei. Das hat mich dann beruhigt. Wir hatten natürlich auch viele verschiedene Mixe am Start und das war schwer sich durch zuhören und sich zu finden. Ich leg mir also am liebsten die Platte auf und dann gefällt mir das!

PP:
Ja auf jeder Anlage klingt das immer anders, fast zum Verrückt werden. Kommen wir aber nochmal zurück auf deine Texte: im Song „Alabama sprichst du fremdenfeindliche Übergriffe auf Wohnheime an. Gesangs technisch sprichst du mehr, was du so noch nicht gemacht hast. Was hat dich dazu bewegt das so direkt anzusprechen?

T:
Die AFD ist in Ludwigsburg und Stuttgart genauso durch die Decke gegangen wie überall, sag ich mal. Es ist so bei uns, dass wir alle politische Menschen sind, unser Plan nicht der ist, dann auch eine politische Band zu sein. Mir war das für diese Platte ein Anliegen die Thematik Rassismus endlich aufzugreifen. Ansonsten ist es so, dass es mir in meiner eigenen musikalischen Sozialisation so erging, dass ich teilweise auch nur Textfragmente an Texten voll gut fand. Und ich habe das Gefühl, dass ich Texte schreibe bei denen nicht unbedingt direkt aus dem Zusammenhang eine Geschichte entsteht. Irgendwo passen die Worte schon zusammen, doch es sind eher Textfragmente. Das kommt bestimmt daher, dass mir früher beim Hören von Texten immer einzelne Zeilen im Kopf geblieben sind. Ohne den Rest der Geschichte.

PP:
Beim Punk ist das ja oft so, du hast auf der einen Seite Bands die die Slogans raus hauen und die klaren Worte finden. Und auf der anderen Seite der deutschsprachige Punkrock, bei dem man fragmentarischer vorgeht.

T:
So machst Du das ja auch, ist zumindest mein Eindruck.

PP (hier als Sänger von pADDELNoHNEkANU):
Ja klar, ich versuche so eine Strophe zu machen und wenn der Inhalt einen Sinn ergibt, dann wird die nächste Strophe ähnlich, aber anders. Wird eine andere Message. Für mich ist es immer so, dass man halt die Chance hat mit einem Text das Leben abzubilden. Nicht nur was einen beschäftigt, sondern was einen auch betrifft, was man erlebt hat und das ist ja immer eine Mischung aus allem. Und: mir fällt es relativ schwer denselben Refrain 3 Mal zu singen.

M:
Das ist jetzt nicht grade unsere große Stärke. So eine gewisse Redundanz passt da gut zu uns.

T:
Ich finde das auch ganz gut wenn sich das als Refrain wiederholt, weil das dann auch greifbarer wird.

PP:
Ist Punk Mucke für euch eher ein Ventil oder ist es tatsächlich ein Ausdrucksmittel?

M:
Also musikalisch ist unser Anspruch das Ganze relativ einfach zu halten. Ventil oder was auch immer, ist so ein Punkt, da denken wir gar nicht so viel drüber nach. Das kommt dadurch, dass wir eine ganz langsame Band sind, was den kreativen Schaffensprozess angeht. Irgendwann ist klar, den Song wollen wir so spielen und dann steht der Song. Was für uns Punk ist, da könntest Du jede/n in der Band fragen und jede/r wird ein bisschen was anderes erzählen.
Für mich ist das eher Ventil, abgesehen vom sonstigen Leben, neben Lohnerwerbsarbeit auch noch was zu machen worauf ich Bock hab. Da zählt auf jeden Fall Punk Rock und die Einstellung dahinter dazu. Was zu machen, wie wir es gerade heute machen, was gar nix mit meinem normalen Privatleben zu tun hat. Das tut mir unheimlich gut und ist ein wunderschöner Ausgleich für mich. Und natürlich mit meinen Freunden in einer Band rumzuhängen.

PP:
Es ist also im Grunde beides, es ist ein Ventil und ein Ausdrucksmittel. Ich finde das Geile am Punk ja auch, dass man machen kann was man möchte. Weil ja der Grundsatz, soweit man von Grundsatz sprechen kann und darf: „Machen, einfach machen!“ ist.

M und T:
Genau, genau!!

PP:
Deshalb klingt ja jede Punkband heute ein bisschen anders.

Kommen wir mal zur Wohnstätte: Seid ihr alle aus Ludwigsburg, wie ist die Szene da, habt ihr euch dort zusammengefunden so aus dem Punk Bereich oder aus Bands?

T:
Der Martin, Nico und ich wir spielen schon sehr lang zusammen. In unterschiedlichen Besetzungen und auch immer sehr rumpelig. Irgendwann haben wir den Matze kennengelernt aus dem Freundeskreis und er hatte dann mal für unsere alte Besetzung ein Demo aufgenommen. Natürlich hat man auch unabhängig von der Musik Kontakt gehabt. Irgendwann ist der Matze dann in die Band eingestiegen und später unser alter Sänger ausgestiegen.

M:
Das war 2012 und irgendwann ist der Tom dankenswerter Weise ans Mikro gerückt. Und dann ging das halt erst mal so weiter. Aber wir kannten uns alle schon sehr lang (Gelächter).

PP:
Hängt ihr mit dem DemoZ zusammen? War das der Ort wo ihr euch getroffen habt?

T:
Also früher war das DemoZ eine Hausnummer und für die nachwachsenden Generationen ist das hoffentlich jetzt immer noch eine! Aber das stimmt schon, irgendwie kannten wir uns alle von dort. In politischen Gruppen waren wir dort teilweise auch organisiert.

PP:
Wir haben ja vorgestern zusammen dort gespielt. Und das ist ja schon eine geile Sache, dass es das  jetzt schon 36 Jahre gibt. Da haben sich ja dann schon Generationen von Leuten dort getroffen.

T:
Ich war da auch schon mal bisschen Teil der Struktur und ich finde das auch verrückt, dass die nächsten jungen Menschen das jetzt machen, so wie wir ab Anfang der 2000er das gemacht haben. Und das ist auch ein super beruhigendes Gefühl finde ich, weil es dann ja auch bedeutet, dass es weitergeht. Jetzt bin ich da nicht mehr so aktiv aber es gibt immer Leute die da nachkommen oder immer noch am Start sind.

PP:
Ist das DemoZ ein Verein, kann da jeder mitmachen?

T:
Ja ein selbstverwalteter Verein, Mitglieder sind wir natürlich noch das ist ja klar(Gelächter).
Naja und weil wir mit den alten Zusammenhängen da öfters auch gespielt haben, ist das für uns auch immer sehr schön da mal wieder zu spielen so wie jetzt vergangenen Freitag.

M:
Ja die Marta habe ich glaub auch im DemoZ getroffen, da gab es auch einen Bezug zur Tierrechtsszene. Irgendwie alles ein Klüngel im positiven Sinne.

PP:
Ich war total überrascht, als ich mit der Postille angefangen habe, ein bisschen zu recherchieren über Ludwigsburg, wie viele unterschiedliche Bands es gibt: We Had a Deal (r.i.p.), Minutes from Memory (r.i.p.) das ist schon ein gutes Programm, da geht wahrscheinlich ja noch viel viel mehr, was ich gar nicht weiß und das ist schon geil für eine Stadt, wenn es da so eine vielfältige und lebendige Szene gibt.

T:
Das witzige ist ja auch, dass es in Ludwigsburg so drei Baracken gibt und dort Proben auch die meisten Bands oder? HELMUT COOL, WE HAD A DEAL, HELL & BACK proben auch da. Eigentlich proben nur MINUTES FROM MEMORY nicht dort (Gelächter)

M:
Denen ist das zu abgefuckt (großes Gelächter) Aber wir arbeiten dran…

T:
Dann aber nochmal zur Bandentwicklung. Der alte Sänger Pati ging raus, dann war die Frage was tun? Es war schwierig jemand zu finden oder das einem jemand spontan einfällt. Wir sind ja alle eher so freundschaftlich in der Band. Und irgendwo einen Zettel aufzuhängen: „Suchen Sänger oder Sängerin“ das konnten wir uns nicht vorstellen. Deswegen hab ich dann gesagt OK, dann mach ich das halt. Zu aller Erleichterung hab ich dann die Arschkarte gezogen.

M:
Wir haben das mit Tom ausprobiert und ich muss sagen, das hat von Anfang an gut geklungen. Mittlerweile klingt das richtig geil und das scheint dir ja auch Spaß zu machen?

T:
Ja, ich bin auch ganz zufrieden. Also live finde ich das immer noch hui und große Nervosität aber vom Prinzip macht mir das schon Spaß. Die Doppelsache von Gitarre und Gesang hat mich recht schnell an meine Grenzen gebracht und meine Ansage war dann: „Leute ich kann nur eins von beidem machen, sonst ist mir das zu anstrengend!“ In meinem Hobby möchte ich ja schließlich keinen Stress, sondern Spaß haben. Das hat dann wieder eine Überlegungsphase eingeläutet. Die Zettelsache haben wir ja schon abgelehnt und dann ist uns die Marta eingefallen und dann wurde sie mal angefragt, weil wir auch wussten dass sie neben Minutes auch noch was anderes machen wollte. Zum Glück hatte sie da auch Lust drauf und es passt alles super! So hat sich dann dieses Bandgefüge in 2015 gefunden.

PP:
Ihr seid da ja gut vernetzt und tauscht bestimmt neue Musik aus. Ich hab so den Eindruck, dass der Hauptteil des Punkrock nur noch digital stattfindet. Indem man Bands nur noch online entdeckt, wenn man über seinen heimischen Kosmos rausschaut. Ist das noch Punk oder ist das Digital-Diktat?

M:
Also Vinyl ist erst mal ein wichtiges Medium für uns, deswegen bringen wir auch alles auf Vinyl raus. Plus Download Code, das finden wir das Beste. Mit der ganzen Downloadsache da kann es schon grenzwertig werden. Also ich erlebe mich da ganz stark als Konsument von Musik. Da kann dann Musik schon zum Wegwerfprodukt werden. Wenn ich an einem Wochenende 200 Bands anchecke und Sonntag abends nicht mehr weiß was die erste war. Kenn ich alles auch.
Für uns ist deshalb auch Vinyl wichtig. Ein befreundeter Mensch in Stuttgart hat einen kleinen Plattenladen CHEAP TRASH RECORDS! Wir froh, dass es immer noch Menschen gibt, die bereit sind neue Bands zu entdecken und denen auch einen Chance zu geben. Also auch KUBALLA!

PP:
Apropos Chance geben, ihr macht noch einmal im Monat eine Radiosendung, da gebt ihr sicher auch Bands eine Chance die ihr so entdeckt habt. Und in der Sendung dann spielt. Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee?

T:
Da handelt es sich um das Freie Radio für Stuttgart. Ich bin da schon eine Weile Mitglied und mach da Sendungen bei der Inforedaktion, das sind Politsachen. Damals haben wir in Ludwigsburg eine Redaktion gegründet und zweimal im Monat sonntags eine Sendung gemacht.
Da sind aber die Leute weggebrochen und am Ende saß ich mit einem Kollegen nur noch zu zweit da. Ich hab mir dann überlegt, wie ich selbst wieder Spaß in die Sache bekomme! Eine Sendung mit meiner Band machen, jeden vierten Sonntag im Monat. Und das ist jetzt echt eine nette witzige Sache geworden.

PP:
Wie ist die Resonanz da drauf?

M:
Schwer zu sagen, immer unterschiedlich, manchmal bis 100 Leute. Laut Internetmessung. Aber in Stuttgart wird das auch über normale Radiogeräte gehört und nicht gezählt.
Allgemein kommen da ganz gute Rückmeldungen und macht halt auch Spaß als Musiknerd selbst Platten aufzulegen. Sind halt auch zwei Stunden die gefüllt werden wollen.

T:
Ein Ziel ist auch, Bands mal ins Studio einzuladen oder Interviews zu machen. Und es ist auch eine nette Sache Bands im Radio spielen zu können, die halt niemand kennt oder nur wenige Leute kennen. Also einen kleinen Support zu leisten.

PP:
Das war mein bisher längstes Interview! Habt ihr noch etwas anzumerken?

T:
Zum Vinyl wollte ich noch was sagen. Das ich das am Punkrock schon immer super fand, auch als es wenig Vinyl gab, gab es im Punkrock immer noch Vinyl. Du konntest immer auf Konzerten Platten kaufen.

PP:
Das ist ja dann auch vielleicht das Konservative an Punkrock
(Gelächter)

T:
Wenn man das gleich in so ein schlechtes Licht rücken möchte, dann kann man das so machen! Ich finde das positiv! Platten durchzuschauen, so wie früher, war halt im Punkbereich immer möglich; auch durch die Leute mit ihren Plattenständen auf Konzerten! Und ist es eben immer noch!

PP:
Ich bin auch gerne auf Flohmärkten und schaue in die Plattenkisten und denke, naja jetzt müsste doch eigentlich mal die Zeit kommen, wo die Freaks endlich mal ihren Scheiß, ihre Jugendsünden loswerden wollen! Aber die blöden Punker geben ihr Zeug nicht raus
(Gelächter).
Habt ihr noch Plattensammlungen zuhause?

M und T:
Yes!

PP:
Und was steht da so in der Hauptsache? Sucht ihr noch nach deutschsprachigem Punkrock oder habt ihr euch vielleicht auch schon mal nach Asien oder so umgeschaut, da gibt‘s ja auch ein Haufen Bands.

T:
Also ich hab das noch nicht, aber das ist ein guter Gedanke!

PP:
Welche Platten kauft ihr noch?

T:
Also ich kauf schon eher auf Konzerten Platten. Von Bands, die ich mir dort angeschaut habe, dann ist das für mich eine runde Sache. Gutes Konzert und Platte kaufen von der Band! Oder beim Andy im CHEAP TRASH Laden, da gehst du auch nur selten ohne eine Platte raus. Oder wenn der Matze mal eine Platten Bestellung macht und uns darüber vorher informiert, da wird dann auch meistens was mitbestellt. Die meisten Platten die ich kaufe sind schon aus dem Punkrock Bereich.

M:
Ich weiß ja nicht wie es dir geht aber ich habe so ein ambivalentes Verhältnis zu Deutschpunk. Die Deutschpunk Sparte in meinem Plattenregal ist recht klein ausgefallen.

PP:
Da ist ja dann auch wieder die Definitionsfrage was ist denn Deutschpunk? Alle streiten sich drüber aber die Schublade verändert ja auch keiner.

M:
Stimmt. Bei mir ist generell die Sparte mit deutschsprachiger Punk Mucke ziemlich klein. Also es gibt sehr geile japanische Punkbands, z.B. 1000 TRAVELS OF JAWARHARLAL!

Ich versteh da zwar kein Wort, finds aber sehr geil. Oder I EXCUSE ist auch noch so eine japanische Band. Also ich bin jetzt gar nicht so der Deutschpunker muss ich sagen. Da gibt‘s dennoch ein paar Platten, die mir echt wichtig sind. SLIME Schweineherbst war für mich ne ganz wichtige Platte und TOXOPLASMA  Leben verboten. Zu vielem anderen habe ich keinen Bezug. MUFF POTTER war nie meine Band.

T:
Ha aber Nicos und meine Band ist das auf jeden Fall gewesen!

M:
Bei den neueren Sachen mag ich auf jeden Fall TURBOSTAAT. Ich höre viel Hardcore und Rock’n‘Roll Zeug. Auch wenn das jetzt das Weltbild von manchen zerstören mag…

T:
Und für mich ist das mit dem Deutschpunk so, dass ich da als erstes den Schlachtrufe BRD Sampler assoziiere! Da haben mir viele Sachen auch gar nicht gefallen. Z.B. bin ich kein Freund der ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN. Die sollen natürlich ihre Sache so machen, das ist völlig in Ordnung. Nur ich bin da halt nie so richtig drauf angesprungen. Politisch sind sie auf jeden Fall gut! Mit der ganzen Schublade, da würde ich halt lieber sagen Punkrock mit deutschsprachigen Texten. Da finde ich OIRO, TURBOSTAAT, DISCO OSLO, KMPFSPRT alle auch gut.

PP:
Meine Neugierde ist befriedigt. Schluss Worte?

M:
Wir sagen danke!

T:
Genau danke und auch danke dass du das Heftchen machst. Was ist da deine Motivation die dahinter steht?

PP:
Netzwerken. Ich komme aus der Provinz, deswegen heißt das Ding Provinz Postille. Und es ist sau schwer geworden hier Konzerte zu machen. Es gab in Baden-Baden eine sehr lebendige und bunte Szene rund um die JuBe (Jugendbegegnungsstätte). Ich hab das mal in einem „Schwafel-Interview“ alles dem Marko von KOPFPUNK erzählt, haha! (Sendung dürft ihr selbst suchen, link ist zu Karmacopter)

Mein erstes Konzert waren EMILS. Und total verknallt habe ich mich in V-MANN-JOE; die übrigens aus unserer Gegend kamen – nicht von Anfang an aus der Besetzerszene in West-Berlin 😉 Dieses unfassbar geile Demo. Ich glaube, die habe ich 3 Mal in BAD gesehen.

Ich habe vor, auch eine Spezialausgabe zu machen, um das mal wieder in Erinnerung zu bringen. Also zwei, drei Idioten wie mich gibt es schon noch, die sich daran erinnern, was in den 90ern so abging. Und jetzt fehlt das halt komplett. Baden Baden reduziere ich jetzt mal auf das Festspielhaus und das New Pop Festival. Da springen dann 50 000 Menschen und Besucher rum und hören sich Kack Popbands an, die im Radio ein Jahr lang rauf und runter gespielt werden. Für mich ist das gar nichts, widerspricht jedem Gedanken von Musik. Und deswegen habe ich das angefangen, Netzwerken, Bands kennen lernen. So habe ich euch kennengelernt! Angeschrieben, 7inch bestellt und nicht nur online reingehört. Auf dem 2ten Sampler seid ihr ja auch mit drauf.

T:
Ich wollte noch sagen, dass eure Version von Computerstaat mir sehr gut gefällt und 1+1=2fel finde ich auch super. Wegen der Textzeile „als ich zu Boden ging dachte ich die Sache sei gelaufen“. Die hat sich bei mir gleich eingebrannt!

PP:
Ich gestehe: an dieser Zeile habe ich mich selbst total aufgehängt, deshalb kommt sie in dem Song auch gefühlt 28 mal vor.

Das ist mal ein interessantes Ende für ein Interview!

Winken aus der Provinz in den Stuttgarter Ballungsraum.

Nachklapp:
Die Band hat in der zwischenzeit den dritten Basser am Start, mit Hannes haben sie jemanden, der bei den famosen Über… gespielt hat.
Zudem eine neue 7inch bei Krachige-Platten namens „auf den dächern der stadt“

Sie spielen immer wieder Konzerte bspw 20.06. in Heilbronn in der Emma 23!

Nico spielt inzwischen Bass bei den großartigen Wave-Punkern Phileas Fogg.
Dann kam Flo „for a while“, der auch irgendwo spielt. Ich komm grad nicht drauf, aber wenn es mir wieder einfällt, aktualisiere ich das. Ich denke es müsste Snackwolf sein.

Hannes kam von den wunderbaren überalles und ist seit, gefühlt, ein paar Jahren schon Basser bei Kuballa.

 

 

 

konzert: taranja wu + paddelnohnekanu 16.05.2026 – zodiak schramberg

Vor ziemlich genau 10 Jahren waren wir mit Kuballa schon mal im Zodiak gewesen.
Und immer wenn man nach so langer Zeit nochmal in einem Laden spielt, dann sit schon allein die Freud egroß, dass es den noch gibt und die Leute dort weiter machen UND Subkultur weiter unterstützen.

Ralf, das ist der Inhaber des Zodiak, begrüßte uns mit ein paar Bier und wir bauten mit zwei Tontechnikern die Anlage und die Backline auf.
Für diesen Abend war ja noch Taranja Wu als Solo-Künstlerin mit weitestgehend elektronischem Set-Up angekündigt und so durften wir alles andere an Drums und Kleinkram aufbauen.
Das ging recht floot und ich stelle immer wieder fest, dass so Bühnen in einer Raumecke iwie total cool sind. Der Drummer hat einfach ein bisschen mehr Platz nach hinten, man kann die Verstärker schon fast wie im Proberaum aufstellen und hat auf der Bühne nen super Sound.

Ich hatte Durst an diesem Abend. Die ersten drei Bier waren schon vor dem Essen vertilgt und ich spürte so ein leichtes Kribbeln im großen Zeh.
Taranja Wu begann ein paar Minuten später und versuchte das Publikum mit ihrer recht tanzbaren Mischung aus Elektro und Punk zum tanzen zu bewegen.
Die meisten wollten dann doch eher gemütlich zuschauen und wir diskutierten intern, ob wir die Stehtische nicht einfach direkt vor die Bühne stellen sollten.
Aber hej, wer kennt ihn nicht, den „______ Halbkreis“ vor der Bühne (an ___ dürft ihr euren Laden oder den Namen eurer Stadt eintragen)
Wir beließen es dabei und legten los.
Ich hatte ein gutes Gefühl und mit Tulle und Ole auch ordentlich Spaß, dem Publikum mal wieder einen etwas sperrigen Weg in unsere Musik zu ebnen, indem wir „alles gut, ich warte“ als Intro-Songs spielten, wie auf der LP auch.
Hörgewohnheiten lassen sich nirgendwo besser beobachten, als auf der Bühne ins Publikum!
Am Ende: es war ein runder Abend, ich fuhr die Gang nach Hause.
Nächstes Konzert dann mit V-Mann Joe, ich werde berichten!

konzert: neckarions + diaz brother 27.05.2026 – artcanrobert

Nachdem ich nun zuerst über Krach Kultur am 22.05. berichtete und dann vom 25.05. im Kessel Offenburg, muss jetzt der 27.05. folgen, ist klar.
Beim nächsten Bericht dann der 16.05.

Aaaalso: mit den Neckarions hatte ich ein Konzert verabredet. Mit den Diaz Brothers aus Sunderland.
Okay! Ich geh manchmal an Musik ran, als wäre sie eine Wundertüte und warte ab, was passiert. Man muss ja nicht gleich reinhören. Also wenn ich Neckarions gut finde und die mir erzählen, das Diaz Brothers eine supergute Gruppe aus England sind, die melodischen Punkrock machen, dann glaube ich das.
Ich bae dann Anhand der Posts in SM gesehen, dass sie eine Europatour machen und echt ganz gut unterwegs sind. Irgendwo habe ich sicher schon mal über sie was gehört aber noch nicht angehört.

Am Abend des Konzerts, ich hatte bei meinem Arbeitgeber, was nicht immer ganz einfach ist, angemeldet, dass ich früher weg muss. Ausgerechnet an dem Tag sollten wir eigentlich bis 23 Uhr arbeiten. Also im Grunde musste ich mir den ganzen Tag freinehmen…. Augenroll.
Ich war pünktlich zur verabredeten Zeit am Artcanrobert, da standen die Diaz Brothers schon vor der Tour. In wenigen Minuten entspann sich zwischen Neil (Gitarre) und mir ein politisches Gespräch. Das fand ich irgendwie gut.

Wir warteten auf die Neckarions die, wie jeder Auofahren zwischen Karlsruhe und Stuttgart, im Stau landeten und zu spät kamen.
Schwuppdiwupp hatten wir alles auf der Bühne und ich zwei Soundchecks gemacht, an dem Abend machte ich auch noch die Technik, nur Zuschauer blieben aus.
Es kamen, von den am Ende 22 Zahlenden, mehr als die Hälfte das erste Mal ins Artcanrobert. Das war schon sehr sehr großartig, aber leider ein echter Wehmutstropfen, den jede Band hat einfach 40, 50 Peepz „verdient“.
Vor allem, wenn sie so fucking gut sind, wie die Diaz Brothers. Richtig mit Seele und Herz gespielter, emotionaler Punkrock.
Mit Druck und Punk und Emo.
Ich war echt froh, beide Bands waren really happy mit ihrem Sound, das Publikum hatte nichts auszusetzen und kaufte ihnen noch ein paar Platten ab.
Ein super Abend, aber wo wart ihr?

 

LP: hete – s/t

Alter was ist denn da bei Hete los?
Das ist ja mal voll das krass gute Album, dark, deep und dreckig.
Hat mich total überrascht und sofort gecacht.
Die Band hete hat im Grunde keine schnellen Songs, spielt das Midtempo aber so mit Druck und nach vorne, das ich echt ein fettes Grinsen ins Gesicht bekomme.
Mehr Punk als Garage, wobei die Punkeinflüssen sehr sehr deutlich zu hören sind. Dazu singt mal eine weibliche, mal eine männliche Stimme, mal eine, die irgendwie nach Blackmetal oder sowas klingt. Diese Mischung bringt hart Abwechslung in die Lieder.
Eigentlich sind die Melodien oder die Bassläufe sind recht simpel gehalten und vor allem die Gitarren machen oft gar nicht „so ein Ding draus“, sondern bleiben überschaubar. Was ich total gut finde. Ich mag ja auch Dead Years, die sind da aber eben wesentlich ausufernder.
hete bleiben in dem „nach vorne spielen“. Man kann in den oft repetitiven Parts die Lyrics ganz gut verstehen, ausnahmsweise, weil die Mucke so gut ist, verzeihe ich das Fehlen der Worte. Hete können emotional musikalisch überzeugen.
Das Artwork auch recht simpel aber das Pink in dem Grau ist einfach Bombe!
Einzig, und ich weiß nicht, ob den Nerds hier das auch schon aufgefallen ist, das Mastering der North Bomb Factory ist immer ein wenig zuu dick. EIn bisschen zuuu viel Kompressor, denke ich.

Auf der Platte sind 12 Lieder, erschienen bei Kink Records und MyRuin. Textblatt mit Düsternis, Kreuzen und Fotos. Vinyl gibts in grau und schwarz.
Hab voll Bock die live zu sehen!

 

interview: #4 – krasser-fahrstil – punkrock – rastatt

KRASSER-FAHRSTIL haben in den letzten 2 Jahren munter die Besetzung durchgewechselt. Immer wieder ein Bassist. Dann mal ohne zweiten Gitarristen. Damit ich aber auch nix mehr durcheinanderbringe, dürfen die Herren nun selbst erzählen seit wann sie nun wie zusammen spielen!
geführt haben wir das Interview live und in Farbe im Artcanrobert im Backstage, Dezember 2016.

PP:
Ihr seid komplett neu besetzt seit:

Juki:
September!

Fauli:
Beim NO COMPLY– Releasekonzert im September hatten wir unseren ersten Auftritt zusammen, nachdem wir in 8 Tagen unser Set eingespielt hatten.

PP:
Da habta aber Gas gegeben! War ja ganz gut, euer Auftritt!

Fauli:
Sieben Tage geprobt.

PP:
Und ihr seid immer noch zusammen 😉 Scheint gut zu klappen?!?

Fauli / Juki:
Auf jeden Fall
(Gelächter)

PP:
Kommt ihr alle aus Rastatt?

Juki:
Wir kommen alle aus der Rastatter Umgebung. Armand (drums) und ich aus Bischweier. Wenn er voll ist, will er immer Wachteln mit Speck. Weswegen wir ihn auch „Wachtel“ nennen.

Fauli:
Jau, und Floom (Bass) und ich kommen aus Rastatt!

PP:
Ich habe heute Abend einige Songs gehört, die ich schon kenne, wie „AA“ oder „gewicht“, was ja auch schon auf Sampler #1 war, gehört. Ein paar Songs sind auch verändert. Aber auch schon Neues. Für eine Woche proben… Fleissig!

Fauli:
Wir haben noch ein paar Songs der alten Besetzung, aber es verändert sich einiges! Die Neuen Songs die kommen, werden in jedem Fall zusammen geschrieben!

PP:
Du hattest mir erzählt, ihr hattet aufgenommen im Frühjahr ‘16, glaube ich.

Fauli:
Ja. Aber die Sachen haben wir leider ad Acta legen müssen, durch die Umbesetzung. Dafür haben wir nun einige alte, wie auch neue Songs mit Jables (ADONEY) aufgenommen. Die sind gerade im Mix… Mal schauen! Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

PP:
Wie geht’s denn weiter?

Fauli:
Wir schreiben neue Songs. Dann buchen wir gerade Konzerte.
Ich bin immer noch ganz glücklich, daß sich das mit KRASSER FAHRSTIL in letzter Zeit so spontan gefunden hat. Ich hatte bei dem NO COMPLY Releasekonzert vor, alleine zu spielen! Ich hatte schon Beats eingespielt, aber eben 8 Tage vorher traf ich Floom und zapp zarapp waren wir im Proberaum!

PP:
Wie war also euer zweiter Gig?

Fauli:
Gut! Wir haben von einigen Menschen positives Feedback bekommen, haben gut zusammen gespielt: fühlt sich gut an!
Und jetzt eben: Konzerte spielen, spielen, spielen.

PP:
In diesem Sinne, kleine News aus der Provinz!

Viel Spaß und Erfolg weiterhin!

 

Nachklapp:
Die Band gibt es noch. Sie spielen nicht ganz so oft, wie sich das bei Fauli angehört hatte, damals.
Inzwischen haben wir zusammen mit No Flag Left (hießen damals noch Ennolicious) eine selbstproduzierte Split LP rausgebracht „mit abstand am besten

Inzwischen ist seit einigen Jahren Klemmi am Bass dabei und Fauli und Armand (Drums) sind noch von der damaligen Besetzung dabei.

Und wenn ihr das jetzt lest, haben wir gestern zusammen mit paddelnohnekanu, roselin, snailmate und v-mann joe ein Konzert gespielt.

 

interview: #3 loser youth – punk, hamburg

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

 

Irgendwo im Inter-Netz schwirren Töne ohne Ende.
Und am richtigen Ende zieht man dann, wie an einer Schnur,
folgt, hört, schmeisst weg, verheddert sich, bleibt hängen,
hat irgendwann ne scheißcoole Scheibe in der Hand.
So geschehen bei LOSER YOUTH.
Ein kleine Tapeslabel namens UGA UGA TAPES hing mir am Haken
und ich bestellte mir das Magnetband von LOSER YOUTH.
Andreas hat mir ein paar digitale Fragen beantwortet:

PP:
Ich bin aufmerksam geworden auf euch mit dem Taperelease „live in der Elbdisharmonie“. Ist ja doch eine Weltreise von Hamburg nach Bühl. Da kriegt man dann immer nur die kleinen Häppchen der maroden Republik mit. Wie marode seid ihr?

LOSER YOUTH:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Laut Google beschreibt das Wort ‚marode‘ ja den Zustand, dass man durch sein Verhalten zugelassen hat, dass etwas unbrauchbar und schlecht geworden ist.
Dass die Welt so kaputt ist, wie sie ist, liegt bestimmt mit daran, dass viele ihren Arsch nicht hochkriegen um was dagegen zu tun. Das fängt beim aktuellen Rechtsruck an und geht hin bis zur Zerstörung unserer Umwelt. Wir geben uns da allerdings schon ein bisschen Mühe, der ganzen Scheiße etwas entgegenzusetzen. Das ist aber auch immer nur im Rahmen unserer Möglichkeiten und unserer Motivation. In dem Sinne würde ich sagen, dass wir vielleicht nur moderat marode sind. Ist das in etwa, was du hören wolltest? „wink“-Emoticon

PP:
Ich denke da so wie Du. Es ist halt manchmal nicht klar, ob „die anderen“ einen dazu treiben, alles kaputt zu machen, oder ob man es ganz von allein tut, nur weil man halt so ein „Mensch“ ist. Esgeht dann halt doch weiter(:)
Das Cover eurer Platte zeigt euch auf dem Spielplatz. Was macht ihr da? Die eigentlich spannende Frage ist ja, wo guckt ihr hin?

LOSER YOUTH:
Ah, das Coverfoto. Das ist in Hamburg-Eidelstedt aufgenommen, wo wir aufgewachsen sind. Ganz ulkige Geschichte. Wir haben uns da einfach so spontan getroffen und ein paar Löcher in die Luft gestarrt und – ZACK – hatten wir ein Cover. Da ist nichts gestellt dran!!

PP:
„AstroPunksFuckOff“?

LOSER YOUTH:
Es geht in dem Song darum, dass Astrologie scheiße ist. Genauso wie Verschwörungstheorien, Religion oder diese neurechten Montagsmahnwachen. Versteh ich gar nicht, warum Leute bei soviel
Mist mitmachen.

PP:
Wie geht’s weiter bei euch? Mal ne Reise machen? Musik für ne neue Scheibe?

LOSER YOUTH:
Wir nehmen gerade ne neue Platte auf, die kommt irgendwann dieses Jahr bei Riot Bike Records raus – geiles DIY Label aus Norderstedt! Ansonsten spielen wir mal hier, mal da, wie man das halt tut als Punkband. Im Juni sind wir wahrscheinlich in der KTS in Freiburg, das ist ja quasi um die Ecke von Bühl, oder?

PP:
Jo isses! Wir werden weiterhin darüber berichten!
Danke fürs schreiben!

Nachklapp:
das ist dann wohl diese Platte geworden:

Die Band gibt es aktuell immer wieder. Thommy macht nur ganz doll viele andere Projekte und Bands, hier gibt es so einige im Review auch. Aktuell würd ich sagen Briefbombe und apéro. Beide Bands im Review hier und hier.
Was die andern in der Band so treiben, das weiß ich nicht.
In jedem Fall ist auch noch ein 15 Jahre Jubiläumszine raus, mit Interviews … warte mal… wieso ist denn dieses da nicht drin?
Hatte wohl keiner mehr!

LP deutsche laichen – punk ist scheiße, punk ist toll

An Deutsche Laichen kann man sich sicher noch an das hübsche Cover mit der gepressten Zitrone erinnern.
Nach diesem ersten Album ist eine Weile vergangen, so sieben Jahre, und ich freute mich, wieder von der Band zu hören, bestellte mir das Album im Pastic-Bomb-Shop. Jetzt liegts hier.
Und mich strahlt ein KI-generiertes Cover an. Würg.
Aber gut, ich habe in der Zwischenzeit den Artikel von Ronja in eben dem Plastic Bomb gelesen und weiß, dass die Band das genau so wollte und eine Künstlerin Kimberly Maddox hat das mit Hilfe von KI erstellt.
Hier steht es auf dem Cover drauf. Finde ich gut so!

Allein der erste Song kickt mich schon so und ich sauge die Musik auf, höre durch, drehe um, drehe durch!
„beton“ beginnt so direkt und ohne Umschweife, ein vertontes Gedicht, toll!
„zelle“ ist ein Manifest für die Familie, was auch einfach die Gruppe Menschen sein, mit der man lebt und sich freut und schöne Dinge tut.
Zum Beispiel:

 

Auch ein ganz schönes Video.
Wäre das auf der ersten Platte schon so melancholisch gewesen. Dieser Mitgröhlrefrain, dieses fiese Poppige, was einfach kleben bleiben muss: eine Freude.
Erinnert mich an Tiger Magic. Ganz famose Combo.

„punk ist geil, punk ist scheiße“ überrascht mit Piano und dem Blickwinkel einer Frau von der Bühne aus gesehen.
Umgedreht ist „schmutzig“ als Coop mit Irem Karam, wobei ich nicht weiß (singen?), was sie oder er gemacht hat – es fehlt ein Textblatt. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie schön das ist – und sei es nur ein kopierter Zettel – die Texte mitlesen zu können und herauszufinden, was die Band einem mitteilen möchte außerhalb der ganzen, lyrischen Worte.

Das Outro-Stück (feat. allpopp ((leicht mißzuverstehen für einen Badener, wie mich „allhopp“ sagt man hier schon mal, was eine Aufforderung ist, aufzustehen)) ist etwas, was ein wenig am Gesamtbild kratzt, denn ich verstehe das Lied nicht. Musikalisch, meine ich.
So ein bisschen Autotune, Elektro und holprigem Schlagzeug, Hardcore-Frauen- Gesang. Ha! und da fällt mir doch ein: Irem ist bei Anti-Corpos. Neulich ihre Platte hier reviewed. Zumindest das habe ich nun verstanden, puh.

Die Band aus Berlin wird schon noch einiges erleben, musikalisch absolut geeignet uns den Sommer auf manchen Bühnen zu verschönern.

Wohl erschienen bei einem Label namens pretty on the inside, allerdings über audiolith vertrieben. So wie sich das anschaut: das Bandeigene Label.

interview: #3 – the lamplighters – köthen, punkrock

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

The Lamplighters im Interview in 2016.
Wir hatten uns, nach ein paar Dates mit Bands in 2014 nicht mehr gesehen, aber auch nicht aus den Augen verloren.
Mal abgesehen davon, haben The Lamplighters fleißig weitergemacht und eine ordentliche Fanbase, die sie, wenn mich nicht alles täuscht, schon zum zweiten Mal via Crowdfunding mit einer Platte versorgt haben.
Gerade frisch raus ist das neueste Werk, welches nach den jeweiligen Singles benannt wurde. Aber das ist ein anderes Thema und kommt sicher hier auch noch aktuell reingeflattert!

PP:
Ihr wart ja schon auf dem Sampler #1. Und ich freue mich, daß ihr wieder dabei seid. Lange nicht gesehen, haha!
Eure neue CD „views“ ist nun schon ein paar Tage draußen und ich warte hier noch gespannt auf den Vinylrelease!
Wie läuft’s, wie ist die Resonanz?

LAMPI`S:
Hey Felix, wie läuft`s? Das Vinyl kommt Ende März oder im April glaub ich. Die Resonanz ist durchweg sehr gut, bekommen hauptsächlich Reviews aus`m Ausland & die sind bis jetzt super.

PP:
Ausland heisst…? Habt ihr ein Management oder wie kommt das zustande? Ihr macht die Band aber aus Spaß?
Ihr spielt inzwischen sehr regelmäßig Konzerte. In letzter Zeit auch immer öfter auf Soli-Veranstaltungen gegen Rechts. Da das schöne Städtchen Köthen, aus dem ihr kommt, mitten in Sachsen-Anhalt liegt, mag ich gerne wissen, wie es euch dort im Moment geht.

LAMPI`S:
Uns geht es gut, von so nem Trubel bekommen wir speziell in unserem Städtchen eigentlich nich viel mit, es ist sehr ruhig.

PP:
Was glaubt ihr, daß Musik, oder speziell eine Band ausrichten kann. Worauf kann man heute noch Einfluß nehmen?

LAMPI`S:
Man kann als Band, die im gewissem Maße Öffentlichkeit genießt, Projekte unterstützen. Soli Konzerte spielen, Präsenz zeigen.
Im Allgemeinen, auf Punkrock bezogen, ist es glaub ich so, ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn Teenager deine Mucke hören und die gut finden auch auf andere Bands stoßen, die auch diesen sagen wir mal diesen Way of life transportieren. Das det ihren Lebensweg prägt, auf Gleichgesinnte treffen, sich austauschen und was Eigenes auf die Beine stellen, so war das doch auch bei uns, sei es ne Band gründen, ne Zeitung machen oder Konzerte veranstalten, das macht doch dieses Punkding aus.

PP:
Habt ihr das Gefühl, daß es die Presse ist, die Medien, sozialen Netzwerke, die nach Außen sehr polarisieren oder ist es tatsächlich so, wie es dargestellt wird?

LAMPI`S:
Ja klar, es liegt natürlich auch an den Möglichkeiten die jeder heutzutage hat, sehr schnell Nachrichten oder Meinungen öffentlich zu machen und/oder diese zu konsumieren. Die Welt ist halt nich schwarz weiß und sehr komplex dazu. Ich persönlich schau mir z.B. auf Facebook nich mehr jeden Scheiß an, das is mir zu blöd, weil jeder zu allem ne Meinung hat, das geht mir auf`n Keks.
Natürlich weiß ich was Du hier ansprechen möchtest & es ist durchaus so, daß ich diese Stimmung ganz allgemein & nicht nur in Ostdeutschland mit dem Klima um 1930 rum in Deutschland vergleiche und Parallelen ziehen kann, vor allem weil ich mir grad Literatur reinziehe die in dieser Epoche spielt. Man kann die Ängste die Ernst August Ottonormali hat nachvollziehen, vor allem wenn man jeden Tag mit tausend Informationen zugekackt wird und man die geistige Horizontale berücksichtigt, aber verstehen oder akzeptieren tue ich das nicht.

PP:
Oke. Ich sach mal „für mich“ sieht es halt manchmal so aus, als ob sich in Sachsen / Sachsen-Anhalt und Thüringen in den letzten 30 Jahren etwas entwickelt hat, was bisher allen egal war. Wo sind denn bei euch die Brennpunkte?
Hm, für mich als Baden-Württemberger, der die Wende 1989 nur dadurch erlebt hat, daß Schüler auf unsere Schule kamen, die einen berliner oder sächsischen Akzent hatten, hört es sich inzwischen irgendwie altbacken an, wenn man „Ossi“ sagt.
Glaubst Du nicht auch, es würde helfen, wenn wir dieses „Ossi/Wessi“ Ding mal begraben?

Zurück nochmal auf die internationale Presse! Wie denn kommt eure Mucke anderswo an? Wann kommt die Welttournee 😉

LAMPI`S:
Uhh Welttournee haha, wir sind jetzt oft an den Wochenenden unterwegs, was natürlich auch immer logistisch unter Berücksichtigung von Familie & Arbeit geschehen muß. Am 11.03.,12.03. & 13.03.16 supporten wir die großartigen GENERATORS. Im Mai ist ne Tour durch Osteuropa geplant. Im Sommer noch`n paar Open Air`s und ansonsten basteln wir auch schon wieder an neuen Songs.
Achso am 15.04.16 spielen wir in Magdeburg mit unseren gemeisamen Kumpels BEN RACKEN (Freunde von den Lamplighters und pADDELNoHNEkANU) da freuen wir uns besonders drauf.

Danke für Dein Interesse

Winkewinke & Gabbagabba Hey
The Lamplighters

 

 

LP: die ausreden – menschen

Ein schöner Bandname für eine Band die von sich sagt, dass sie cachy Punk machen: die Ausreden.
Kurz hoffe ich, dass es nur eine Ausrede ist, Ironie, für Nieten-Crust.

Die Ausreden sind eine Poppunkband aus Berlin und erinnern mich sofort an Kommando Marlies oder sowas, ich komm nicht drauf. Schöne, gute, deutschsprachige Indie-Pop-Punk-Band.
Egal, die Band selber macht halt Musik. Deswegen höre und schreibe ich – und ihr lest es. Dann hört ihr es. Klar soweit?

Der Sound ist sehr klar struktuiert, Drums, Bass, Gitarre. Eine Frau und ein Mann singen, dadurch ist da einiges an Abwechslung geboten; gepaart mit zwei Gitarren. Freundlich gestimmte Melancholie. Die Stimmen wechseln zwischen Pop und schönen Chören bis hin zu etwas mehr Hingerotztem in „James Bond Million“. Mit dem man den ganzen Haufen Spam-Mails auf die Schippe nimmt, die einem so ins Postfach flattert.
Das macht die insgesamt 11 Songs echt kurzweilig in ihrem 77er Pop-Punk-Gewand. Ah!
Sie singen Deutsch, doch sie erinnern mich an die Neat Mentals oder auch Kommando Marlies. Es gibt so ein, zwei Tracks auf diesem Album wirklich wichtige Sachen ansprechen (schlecht bezahlte Menschen bei Lieferdiensten oder gegen patriarchale Strukturen) und werden sicher bei ganz andern Menschen gehört und erreicht. Allerdings sind die Wiederholung der Refrains manchmal endlos und ich pacck die 10te Schleife einfach nicht. „V – wie Vineta“ ist da so ein Beispiel. Oder „Ringbahn“

Hier ein schöner, etwas dunklerer Song, schönes Songwriting, gut temperierte Akkorde in Dur und Moll, dazu eine etwas kämpferischere Stimmung. „dunkel“.

Der Bandname Die Ausreden ist, by the way, echt toll! Und der Plattentitel „Menschen“ ist so schlicht und schön; ich lese Misanthropie raus.
Bei der guten Laune, die die Band Die Ausreden verbreitet, glaube ich allerdings, dass sie dieses Leben schon sehr lieben.
Wenn du also eine Nachrichtenoverdose hast, keinen Bock mehr auf harten Punk und diese ganze Scheiße jeden Tag, dann kann man sich das Album „Menschen“ echt prima anhören und kommt aus der Schleife raus. So ne Mischung aus Funpunk, 77er Garage, Neue Deutsche Welle, Spaßkapelle.

Das Artwork sind drei gelangweilte Hunde, die auf einer Treppe chillen. Insgesamt alles in Schwarz / weiß gehalten, auch das Vinyl will dann recht gut dazu passen.

Die Ausreden Schallplatte bekommt ihr beim Label Bakraufarfita Records.

 

 

…und möglicherweise habt ihr diese Review so ähnlich schon beim Vinyl-Keks gelesen, denn da schreibe ich ja auch.

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.

interview: #3 – außer ich – punkrock, siegen (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

Ein Tip von Twinky kam reingeflattert und ich stürzte mich sogleich darauf. Das Punkrockende Trio (Matze, Dennis und Thomas kommt aus Siegen. Die LP / CD „Punkmonium“ ist nicht ihre erste Scheibe, aber die Erste, die eben bei mir reingeflättert kam.
Da der Etat für Reisen bei der Postille extrem zusammengekürzt wurde, schickten wir uns das Frage-Antwort-Spiel einfach hin und her.

PP:
Hallo ihr! Heisst das nicht „außer sich“? Oder „außer mir“?

Thomas:
Evtl. waren wir ja zu denk- und recherchefaul um den korrekten Terminus zu benutzen, aber vielleicht war uns dieser Umstand bisher auch noch gar nicht bewusst, weil wir vorgeben aus bildungsfernen Schichten (um die Streetcredibility zu erhöhen…) kommen.
Matze:
Wir setzen dass, bewusst falsch ein, um zu irritieren.
Dennis:
Für mich war das immer eine deutsche, schwächere und grauere Form von AGAINST ME. Da in Deutschland eh alles etwas grauer ist, sogar der Punk. Man kann sich aber auch einen Doppelpunkt zwischen „außer“ und „ich“ vorstellen. Es ist aber definitiv nicht: „außer sich“ oder „außer mir“

PP:
Ich habe eure Scheibe „punkmonium“ gleich mehrfach durchgehört. Gefällt mir nämlich. Viel Distortion auf der Klampfe, ist ja nicht mehr so gefragt in letzter Zeit. Es geht ja mit „eins, zwei“ recht frustriert los über unsere digitale Gesellschaft.
Wieso stört euch das? Glaubt ihr nicht, daß die Digitale eine unabdingbare Entwicklung ist?

Thomas:
Genau genommen geht es in dem Text darum, dass sich die Menschen so verhalten, wie es von ihnen erwartet wird, dadurch entsteht quasi eine äußerliche und charakterliche Deckungsgleichheit. Objektiv betrachtet ist das Einheitsbrei, subjektiv gesehen, behauptet man, daran nicht beteiligt zu sein, richtig ist aber, dass man mittendrin steckt. Und nur weil
man etwas kritisiert, heißt das ja nicht, dass man sich von der Kritik ausnimmt.
Matze:
Die digitalen Medien sorgen dafür, dass wir daran teilhaben, wie besonders
sich einige fühlen, obwohl diese Besonderheiten kaum noch sichtbar werden. Für das Punkkonzert entscheidest du dich letztendlich doch für die Vans. Selbst wenn man sich bemüht, anders zu sein, landet man in einer Schublade auf der dann vielleicht steht „Leute, die zwanghaft versuchen, anders zu sein“.
Jeder bastelt am Paninialbum seines Lebens auf Facebook. Jetzt haben wir
es schon wieder getan.

PP:
Ist nicht auch heute Punkrock zu machen etwas irre Konservatives geworden?
Die ewige Kritik von schlauen Bands, die kaum jemand hört, und all den PopPunkBands, die die eingängigen Hits raushauen und die Konzerte abgreifen.

Thomas:
Über Punkmonium wurde einmal nicht zu Unrecht sinngemäß geschrieben, dass das Album zu seicht für die einen und zu rau für die anderen sei. Es gäbe somit kaum einen Markt für solche Musik. Textlich sieht das ähnlich aus. In unseren beiden Alben haben wir ernste und auch nicht ernst gemeinte Texte. Oft fällt mir bei Punkbands auf, dass sie entweder das eine oder das andere bedienen. Vor allem dann, wenn sie vergleichsweise erfolgreich sind.
Wir haben das nie so richtig verstanden, weil meiner Meinung nach die Texte aus dem Bauch heraus entstehen und nicht schablonenartig wirken sollten.
Es werden ja eigentlich Gefühle in Texten abgebildet und in der heutigen Gesellschaft ist kaum jemand ausschließlich wütend, traurig, verletzt, lustig oder sonst was.
Wir haben eher das Gefühl, dass der Schlüssel zum Erfolg aktuell heißt, intelligent zu wirken. Kryptische Texte: Personalpronomen streichen, ein zwei Wortspiele, rethorische Fragen mit Pathos raushauen als hätten sie Bedeutung.
Das ist wirklich keine Kunst, aber erfolgreich. Konkrete Texte zu schreiben ist unserer Meinung viel schwieriger. Vor ein paar Jahren hatten alle auch noch mehr Humor, da gabs keine LP ohne nicht mindestens einen witzigen Sample aus einem Film oder einer Serie.
Um auf deine Frage zurück zu kommen: Konservativ finden wir das nicht unbedingt, aber irgendwie absurd.
Konservativ finden wir die Tatsache, dass zu viele Leute bei Konzerten absichtlich Vorbands verpassen, ohne sie vorher mal gehört zu haben. Wir arbeiten aktuell daran, die beste Vorband aller Zeiten zu werden, aber das ist leider auch ziemlich konservativ.

PP:
Was du ansprichst mit der „marktkompabilität“ kenne ich sehr gut von meiner eigenen Band. Da gab es die Zeit, wo das mit den Photoshopcover immer populärer wurde.
Früher konnte man die Musikrichtung noch am Cover erkennen. Wir haben dann nen Punk, der ne Mülltonne schmeisst aufs Cover gemalt. Da wurde dann sofortgeschrieben: Boa hey, das Cover sieht aus, als wären da die HannenAlks oder BecksPistols drin.
Wir Szenegreise (alle Ü30) machen viel Meinung. Auf der anderen Seite guck
en wir uns heute noch Bands an, die vor 25, 30 Jahren schon tourten.
Zurück zum Interview:
Manche eurer Lyrics haben eine gute Kraft, obwohl sie sich in melancholischer, sehnsüchtiger Verzweiflung suhlen. „setz dich mit dem Ipad an den Strand und schau dir dabei Fotos an; vom Meer“
Wer schreibt die Texte? Woher nehmt ihr die Inspiration dafür?

Thomas:
In dem Refrain von „Fotos“, den du ausgewählt hast, wird eine ziemlich absurde Situation beschrieben. Solche Situationen sind häufig Inspiration für die Texte. Letztendlich ändert sich aber sowas mit der Zeit und die Texte hängen stark von dem jeweiligen Geschmack zu dem Zeitpunkt ab.
Bei den ersten beiden Alben wurden oft selbst erlebte Situationen aufgegriffen und meistens überspitzt weitergesponnen oder Stereotypen thematisiert.
Bei den neuen Sachen geht es vielmehr um Menschen in emotionalen Extremsituationen, die stellvertretend für gesellschaftliche oder persönliche Zustände stehen können. Wir finden die Entwicklung unserer Texte, besonders im Wissen derer des kommenden Albums gut.

PP:
Wie geht’s weiter bei euch? Ein weiteres Album in Planung?

Matze:
Tatsächlich haben wir vor kurzem ein neues Album aufgenommen. Vorher gibt es aber noch eine Split 7inch mit Senor Karoshi. Wenn das alles draußen ist, hoffen wir, vor allem mal mehr Konzerte spielen zu können.
Wie das geht, konnten wir aber bisher noch nicht herausfinden. Das kann natürlich daran liegen, dass wir die digitale Entwicklung eher als stille Beobachter an uns vorbeiziehen sehen.

PP:
Tausend Dank für das Interview. Wir hören uns!

Nachklapp:

Außer Ich Discographie:
2011     von vornherein schade CD
2014    punkmonium LP (review)
2016    split 7inch /w Senor Karoshi (review)
2017    split LP /w Guilo Galaxis, Duesenjaeger, Disco // Oslo (review)

dieses famose Video haben sie zur LP rausgebracht!

Auf ihrem Kanal gibt es die erste CD komplett zu hören und einen Vorgeschmack auf ein Album, welches in 2016 dann nicht mehr kam.