konzert: oiro + so n paar andere 09.05.2026

Nach der Albumreview kommt der Konzertreview.
So hat es ja im richtigen Leben auch stattgefunden.
Zuerst haben Oiro die Platte rausgebracht und dann war ich aufm Konzert.

Ich hätte mal aufs Plakat gucken sollen, oft gibt das ja einen Rückschluß darauf, wer wann spielt.
Aber ich guckte nicht, als wunder ich mich, dass Oiro als erste Band des Abends aufspielen.

Johnny war in Plauderlaune, er bezieht ja auch ganz gerne das Publikum ein. Dazu erzählt auch was über die Songs, Inhalt und Drumherum. Wenn Oiro also ein 20-Minuten-Konzert spielen müssten: sie würden es reißen.
Aber es auch gut so!
Live hat die Band richtig guten Druck. Der Bass dengelt mehr, die Gitarre noisig wie eh und je, der Drumbeat rumsst durch die Boxen.
Johnny ist als ein guter Entertainer.

Danach spielten Suck.
Hatte ich vorher nicht gehört und war überrascht. Also erstmal muss ich sie, spaßeshalber, zur seltsamst angezogensten Band, die ich je gesehen habe, küren. Sry. Gar nicht böse gemeint, echt! Und weil ich auch gar nicht lästern will: ich weiß ja nicht, ob sie bei jedem Konzert so aussehen. Ihr könnt euch ja euer eigenes Bild machen. Diplomatisch ausgedrückt: bemerkenswert kreative Outfits, ohne kostümiert zu sein.
Der Sound, so ne Mischung Punk und Thrash-Metal. Also ich hab danach gelesen, dass sie sich anhören wir Metallica bei den ersten Alben. Und ich würde sagen, ja stimmt. Ist nur leider für mich eher ein Ausschlußkriterium als ein Gewinnermerkmal. Wenn ich mir ihr Logo im äußerst professionellen Shop anschaue: Metallica, ja.
Ich verkroch mich in das „du bist zu alte für den Scheiß, um den zu verstehen“ Eck im Biergarten.
Ein paar nette Unterhaltungen später wieder zurück.
Zum Abschluß Bubonix.
Die Band, die durch das lokale Label Twisted Chords bei mir auch früher mal auf dem Plattednreher gelandet war, fetzte nochmal richtig rein mit ihrem, nennen wir es Hardcore-Gebräu.

Ich weiß, diesmal war ich ein bisschen maulig. Aber hej, nicht jedes Konzert kann ein Volltreffer sein und man entdeckt „den“ nächsten Topkandidaten für die Plattensammlung.

PS:
den ersten Tag hatte ich mir Aufgrund allgemeiner Plattheit in Körper und Geist geschenkt. Schade, denn Blut und Eisen hätte ich echt gern gesehen!

LP: oiro – zweite kasse, bitte

Düsseldorfs bald einzige Punkband mit neuem Hitalbum.
Wie einige andere Schreiberlingskolleg*innen schon festgestellt haben, passiert so ein neues Album von Oiro inzwischen mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Circa alle 2 Jahre liegen 10 neue Brenner auf dem Plattenteller.
Was hat sich geändert?
Vielleicht die Vorgehensweise:
Es gab Songs zum Reinhören und eine Listenig-Party bei Bandcamp. Ein paar Konzerte vorher. Und ich dachte „ich seh sie ja im Mai aufm Hackerei-Geburtstag, dann muss ich das ja nicht vorher hören!“ Ich kann mich dann live überraschen lassen. Werde weder zu euphorisch noch tieftraurig über mittelmäßige Songs. Win-Win.

VIDEO

Erster Song von Oiro ist „steine und keulen“ – Oiro sind live auf jeden Fall krachiger. Die Platte ist schon sehr moderat aufgenommen und gemischt. Das ist vermutlich auch bewusst so gesetzt.
Es hat sich tatsächlich nicht sooo viel verändert, dass ich euch das jetzt Textkolonnenmäßg um die Ohren – in die Augen – hauen könnte.
Aber es ist gut!
„Pfeffi auf Pump“ (siehe oben)

In aller Kürze:
ein gutes Album. Läuft!
Anspieltipp „elektizität“ ein famos melodisches Stück, welches einen großartigen Abschluß bildet.

Vinyl beim Majorlabel (ltd grün und schwarze Version). Kassette bei Raccoone Records.

 

perzine: trail magic 7 & 8 & 9

Hier kommt nun die Fortsetzung der Lesereise, die ich mit Chris‘ Wanderungen gemacht habe:

#7:
Diese Ausgabe von Trail Magic ist wohl eine Doppelnummer mit Ausgabe 6.
Eine Story aus Gerontenpunk #3 gibt es und Chris vermerkt dazu, das Beiträge selten aktuell und dennoch zeitlos sind.
Ich kenne den Zeitdruck sehr gut, den ich mir oft genug gemacht habe, weil ich das geführte Interview so aktuell wie möglich halten wollte… und am Ende waren es dann 6 – 10 Monate, die dazwischen lagen.
Weswegen ich wohl gerade auch eine sehr lange Pause mache.

Was ist in diesem Zine?:
Am Anfang stehen diesmal die Protagonist*innen mit der Frage „wie sie zum Punk kamen“ und Vicky, die quasi das Hauptinterview dieser Ausgabe trägt antwortet am kürzesten!
Mir springt ein Foto mit einer Box oder Schublade an Kassetten in die Augen, weil da tatsächlich eine ProvinzPostillen-Compilation drin steht. Neben „where the wild things are“. Hach, ja. Schön. Bad Affair sind heiß zu enpfehlen.
Ist doch was, mal in andere Sammlungen reingucken zu können!

Ein kurzes Interview mit Marko vom Label Microsleep und der Band Tall as Trees (wo hab ich die shcon mal gesehen oder gehört?!?)
Dann von Mika Raeckinnen einen guten Bericht von „nicht weniger von allem sondern mehr vom richtigen – plädoyer für einen ökofaieren hedonismus“. Den ich größtenteils sehr gut nachvollziehen kann. Alerdings nicht in Gänze für mich leben kann.

Meine Liebste, die selbst mal zwei Hunde hatte, hat das Interview von Vicky gelesen und war beeindruckt von ihren Erlebnissen auf ihrem Trail!
Es ist schon sehr besonders so zu reisen.

#8
Puh!
Der Lesestoff wird gefühlt nicht weniger, doch auch nicht weniger fesselnd.
Es ist diesmal ein Tagebuch, Titel „NST Nights“ (Nord-Süd-Trail).
Der führt auf 2000km einmal von Norden nach Süden durch Deutschland – und Chris ist ihn gelaufen.
Krass!
Chris konzentriert sich in der Hauptsache eben auf seine Nächte in der Wildnis. Wie und wo schläft man, wo kommt man unter.
Er hat einige Male diese Wanderung unterbrochen und wieder aufgenommen. Ab und an schreibt er, dass er mal wieder Zuhause in Berlin war und überspringt aber auch manchmal so ein paar Tage zwischen den Einträgen. Da komm ich gegen Ende nicht mehr so ganz mit, was aber im Grunde nichts macht.
Es gibt Treffen mit andernen Hikern, mit Tieren in der Nacht, schlechtem, wie gutem Wetter und ein paar Tipps, beiläufig eingestreut, zur Ausrüstung. Das ist echt alles sehr flockig geschrieben und man kann es flüssig durchlesen!
Zwischen Februar und September 2025 hat er diese Wanderung gemacht.
Bisher die rundeste und gelungenste Ausgabe, finde ich!

#9
Die Nummer 9 hat die Startfrage, welches Buch als letztes gelesen wurde.
Und ich bleibe direkt hängen.
Hänsel, das ist die Hälfte von Hänsel & Gretel, ein Hiking-Team, und Chris hat ein Interview mit ihm im Heft. Er hat als letztes „der Salzpfad“ gelesen.
Diesen Film habe ich tatsächlich gesehen (Review). Mehr oder weniger zufällig, einfach mal schauen, was läuft. Und bis jetzt konnte ich wenig damit anfangen, doch nun fällt mir auf, wie nah sich Trail Magic und „der Salzpfad“ sind. Es geht ums Wandern und was man erlebt. Die Menschen, die man trifft, die seltsamen Begegnungen. Im Dunkeln, im Regen zu nah an eine Klippe oder ans Wasser bauen.
Ich habe eine Gemeinsamkeit gefunden, yeah!

Debakel schreibt ganz wundervoll über ein Buch über Walter Moers. War nie mein Ding, aber die Geschichten sind echt super!

Unheimlich viele Anglizismen um das Thema Wandern. „coldsoaken“ und „ultralight Rucksack“.
Es gab ein Treffen in Holland namens „Trail Days“ im Nationalpark Hoge Veluwe getroffen haben. Ich bin leicht überfordert, auch wenn viele der Wörter sich erschließen oder erklärt werden.

Ein Bericht von Magpie, der den NST (Nord-Süd-Trail) auch gelaufen ist, wie Chris, der in Ausgabe 8 darüber berichtete.
Er ist Stück für Stück gelaufen und berichtet über einen kleinen Teil, auf dem er Teenies getroffen hat, einer davon ein TikTok-er.

Hänsel macht Spaß, die beiden (mit Gretel zusammen) haben im Grunde erst nach der Rente richtig angefangen. Lange Wanderungen (3 Jahre!), aber auch kurze. Macht richtig Fun über deren Erlebnisse mehr zu erfahren, bspw auch die Veränderung, die über Jahrzehnte beim Wandern erlebbar sind.

Ein Stapel Fanzinereviews rundet die üppige Ausgabe 9 ab.

Bekommt ihr bei Chris über Insta.

 

 

 

LP: leistungsträger – goldwashing

Ben schreibt mich an. Ben ist ein Leistungsträger. Er ist zuständig für die Bebassungsmassnahmen in der Band Leistungsträger. Ohne „die“. Nur Leistungsträger.
Mit Ben spielt noch Glen Goldwasser, der für die Rhythmusentwicklung zuständige, äh, ja, Leistungsträger. Dann gibt es noch Alexander Löwe-Anwalt, der für die Unternehmenskommunikation und das Sechs-Saiten-Managment zuständig ist.
Warum hat mich dann Ben angeschrieben?
Naja, hört sich ja erstmal an, als wenn das so ne extrem witzige Grindcoreband sein könnte wie Vor die Hunde; sind sie aber nicht. Man wird da ziemlich schnell enttäuscht, zumindest im ersten Song, es ist ein recht metal-lastiger Punksong von Leistungsträger. Sie sind also Satiriker.
Der Song hat ein äußerst filigranes Solo auf dem Sechssaiter.

Musikalisch bleiben weniger Fragen offen.
Die Lyrics sind erstmal das, was mich nicht wegzappen lässt. Den humoristischen Gipfel erreicht; wobei ich hier nochmal den Grindcore erwähnen möchte, der ja meist mehr Faktenbasiert daherkommt; bei Leistungsträger fühlt man geradezu zu Fremdscham, die Pein, „nur in Deutschland“ zu leben und als Tourist unterwegs zu sein.
Ja, es treibt mir die Tränen in die Augen, was man alles so als deutscher Tourist im Ausland erleben kann, und will, Mallorca und Afrika und in Südamerika verstecken sich die Altnazis.
In Deutschland gibt es einfach nur Deutschland. Ja, Mist. Was ne Feststellung, Danke.
Und Arschlöcher, die Scheiße produzieren.

Die Schwierigkeit, die ich habe, ist nicht der schlaue Mix von Oi-Musik, mit bisschen Metal, nach vorne gespielt, fette Zerrgitarre, kann schon fast unter Hardcore laufen, sondern, dass Leistungsträger einen sehr männlich vorgetragenen Gesang rausbrüllen.
Könnte auch Deutschpunk sein, isses aber, in meinen Ohren, nicht.
Vielleicht machen sie das so, weil das in Berlin sonst keiner macht!

All in all macht die Band das wirklich gut, klasse Sound, das Trio ist sicher schon eine ganze Weile unterwegs, vielleicht nicht in dieser Konstellation, aber es ist echt gut.
Was die Detlef’s vom Rhein sind, das sind Leistungsträger von der Spree.

Platte bei der Band oder bei bleeding heart nihilist. Tape bei Tape or die.

perzine: trail magic 5 & 6

Die Nummer 5 des Trail Magic bekommt, der Reihenfolge nach, den ersten Review hier.
Ich hab die Ausgaben des bienenfleissigen Chris von der 5 bis zur 9 hier liegen und alle noch nicht gelesen…. auch, weil ich gerade ein Buch lese. Es ist ein geschichtliches und deswegen bin ich etwas lahm beim lesen und schiebe nicht noch diverse Zines dazwischen.
Da will ich mir je Zeit für nehmen.
Und mach es dann doch. Ein sommerlicher Tag, ich lieg im Garten rum. Also ein Heft in die Hand und lesen.

#5:
Zuerst stellen alle Schreiberlinge sich diesmal vor und erzählen, wann sie sich das erste Fußballspiel angeschaut haben.
Jo, Fußball… So gar nicht mein Ding, auch nicht lange Wanderungen, allerdings sollte man ja neugierig bleiben!
Großes Thema ist Hunde, die einem auf Trails begegnen. Zwischen „kein Problem“ und „große Panik“ wird alles erzählt und ich kann beides nachvollziehen.
Meist kann ich das ganz gut einschätzen, aber Hunde sind am Ende auf dem Feld eher unberechenbar und machen einen mit lauten Gebell doch nervös.

Einen Haufen Reviews von anderen Zines, Fußball, sogar Eishockey ist dabei, die Fanzine-Szene ist nicht mehr so gewaltig wie vor dem digitalen Zeitalter, dafür immer noch sehr breit aufgestellt!
Und die Überraschung in dieser Ausgabe ist „pog du sau“ – Fanzine-Kulturgeschichte von Thomas aka Kingfisher. Der erzählt über eine Zeit, in der es am C64 (Commodore Computer) auf Disketten Fanzines gab!
Wusste ich nicht. Ich bin baff erstaunt.
Es ist jetzt nicht so, dass ich das mit den Disketten und der Tape- und Disk-Trader-Szene nicht mehr erlebt hätte, aux contraire, aber das es Zines darauf gab…. krass. Lesenswert!

Das Artwork ist weiterhin punkig, schnippelig, Texte in so Textboxen, Hintergrundbild, alles schwarz-weiß ausm Drucker.
Gibts direkt bei Chris. Link oben zu Insta!

#6:
Es ist ein sehr persönliches Heft, eine sehr persönliche, herzlich geschriebene Geschichte über das Altwerden eines Elternteils.
Diesmal in A6 quer, was auch Spaß macht.
Es gibt da nicht viel zu reviewen.
Gut und kurzweilig geschrieben, regt zum Nachdenken an.

Dazu hat Chris ein paar Zines aus den 80ern ausgepackt, Nostalgie.
Wenn man da so reinschaut, hat sich die ganze Szene so stark verändert, dass ich danach den Eindruck habe, dass nicht nur das Digitale der Zine-Szene zusetzt, sondern damals schon die vielen Verlage, die Schreiber*innen und vor allem Zeicher*innen ganz neue Verbreitungsmöglichkeiten geboten haben.

 

7inch: spit acid – time for revenge

Spit Acid aus Osnabrück sind nicht die Spit Acid ausn 90ern – nur so als Info für die alten Hardcore-Hasen hier!
Sie haben ihre zweite Veröffentlichung raus, diesmal als 7inch bei My Ruin.

Als es losgeht, bin ich erstmal überrascht, dass die Art Hardcorepunk auch bei MyRuin seinen Platz findet. Bisher habe ich das Label eher im (Post-)Punk wahrgenommen. Klar, einzelne Ausreißer gab es immer.
Spit Acid sind ein Trio. Zwei Frauen, ein Kerl. Da mir keine weiteren Infos über sie vorliegen, kann ich euch nicht genau sagen ob sie queer sind.

Die 7inch „zeit für rache“ beginnt nur mit Drums, die Snare knallt wie Sau, dann steigt ein knarzig verzerrter Basslauf auf und als Gitarre und Stimme einsetzen ist klar, die Band will ein paar sehr deutliche Worte mit sehr druckvoller Musik loswerden.

Heavy, pissed Hardcorepunk, der etwas ins crustige geht, aber im Midtempo bleibt. Feministische Texte, soweit ich das identifizieren kann.
Ziemlich cooler Release.

MyRuin. Vinyl in Baby-Pink Transparent.

 

 

LP: ausgestorben – planetenübergabe

Ich hab die Platte mehrfach aufgelegt.
Und weiß nicht, was ich schreiben soll.
Oke, „planetenübergabe“ ist ein scheißcooler Plattentitel. Meega!
Ich würde gerne etwas drüber schreiben, denn so einiges bei den beteiligten Bandmitgliedern ist in den Jahren hängengeblieben.
Die Musik hier, die bleibt nicht hängen. Das ist so 77er Punkrock von der ganz gediegenen Sorte. Da schaffen es nichtmal die Texte und Intonation von Rachut, mich irgendwie zu cachen. Die Musik wirkt so ausgestorben, wie der Bandname titelt.

Ich leg mal nochmal Maulgruppe auf. Die fand ich Bombe.

Augestorben gibt es beim Major Label. Und Freunde des Label und alle der Menschen, die in diesem Allstar-Projekt (Atli Grund ( BIG BALLS AND THE GREAT WHITE IDIOT, KLEIBER ) an der Gitarre, Uwe Roth am Bass ( ARM, DAS MOOR ), Elmar Günther am Schlagzeug ( PAROLE TRIXI ) und natürlich Thomas Wenzel ( DIE GOLDENEN ZITRONEN, DIE STERNE, KOMMANDO SONNE-NMILCH ) und eben Jens Rachut ( MAULGRUPPE, OMA HANS, DACKELBLUT, ANGESCHISSEN, und und und) mitmachen, haben sicher etwas mehr Freude daran, als ich.

 

interview: #4 – krasser-fahrstil – punkrock – rastatt

KRASSER-FAHRSTIL haben in den letzten 2 Jahren munter die Besetzung durchgewechselt. Immer wieder ein Bassist. Dann mal ohne zweiten Gitarristen. Damit ich aber auch nix mehr durcheinanderbringe, dürfen die Herren nun selbst erzählen seit wann sie nun wie zusammen spielen!
geführt haben wir das Interview live und in Farbe im Artcanrobert im Backstage, Dezember 2016.

PP:
Ihr seid komplett neu besetzt seit:

Juki:
September!

Fauli:
Beim NO COMPLY– Releasekonzert im September hatten wir unseren ersten Auftritt zusammen, nachdem wir in 8 Tagen unser Set eingespielt hatten.

PP:
Da habta aber Gas gegeben! War ja ganz gut, euer Auftritt!

Fauli:
Sieben Tage geprobt.

PP:
Und ihr seid immer noch zusammen 😉 Scheint gut zu klappen?!?

Fauli / Juki:
Auf jeden Fall
(Gelächter)

PP:
Kommt ihr alle aus Rastatt?

Juki:
Wir kommen alle aus der Rastatter Umgebung. Armand (drums) und ich aus Bischweier. Wenn er voll ist, will er immer Wachteln mit Speck. Weswegen wir ihn auch „Wachtel“ nennen.

Fauli:
Jau, und Floom (Bass) und ich kommen aus Rastatt!

PP:
Ich habe heute Abend einige Songs gehört, die ich schon kenne, wie „AA“ oder „gewicht“, was ja auch schon auf Sampler #1 war, gehört. Ein paar Songs sind auch verändert. Aber auch schon Neues. Für eine Woche proben… Fleissig!

Fauli:
Wir haben noch ein paar Songs der alten Besetzung, aber es verändert sich einiges! Die Neuen Songs die kommen, werden in jedem Fall zusammen geschrieben!

PP:
Du hattest mir erzählt, ihr hattet aufgenommen im Frühjahr ‘16, glaube ich.

Fauli:
Ja. Aber die Sachen haben wir leider ad Acta legen müssen, durch die Umbesetzung. Dafür haben wir nun einige alte, wie auch neue Songs mit Jables (ADONEY) aufgenommen. Die sind gerade im Mix… Mal schauen! Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

PP:
Wie geht’s denn weiter?

Fauli:
Wir schreiben neue Songs. Dann buchen wir gerade Konzerte.
Ich bin immer noch ganz glücklich, daß sich das mit KRASSER FAHRSTIL in letzter Zeit so spontan gefunden hat. Ich hatte bei dem NO COMPLY Releasekonzert vor, alleine zu spielen! Ich hatte schon Beats eingespielt, aber eben 8 Tage vorher traf ich Floom und zapp zarapp waren wir im Proberaum!

PP:
Wie war also euer zweiter Gig?

Fauli:
Gut! Wir haben von einigen Menschen positives Feedback bekommen, haben gut zusammen gespielt: fühlt sich gut an!
Und jetzt eben: Konzerte spielen, spielen, spielen.

PP:
In diesem Sinne, kleine News aus der Provinz!

Viel Spaß und Erfolg weiterhin!

 

Nachklapp:
Die Band gibt es noch. Sie spielen nicht ganz so oft, wie sich das bei Fauli angehört hatte, damals.
Inzwischen haben wir zusammen mit No Flag Left (hießen damals noch Ennolicious) eine selbstproduzierte Split LP rausgebracht „mit abstand am besten

Inzwischen ist seit einigen Jahren Klemmi am Bass dabei und Fauli und Armand (Drums) sind noch von der damaligen Besetzung dabei.

Und wenn ihr das jetzt lest, haben wir gestern zusammen mit paddelnohnekanu, roselin, snailmate und v-mann joe ein Konzert gespielt.

 

konzert: heihaizi + A9 – 25.05.2026 – Offenburg Kessel

Nach dem Konzert am Freitagabend in Bühl, ergabe es sich, dass ich ein Wochenende frei hatte und Pfingstmontag ja gleich nochmal ein Feiertag war.
Prima! Ausschlafen, rumgammeln, und dann auf ne Matineé-Show in den Kessel; in der Hoffnung, dass diesmal beide Bands da sein würden.
Bei der letzten Matineé war nur eine Band da, zwinker. Aber nich minder laut!

Es gab Kaffee und Kuchen, dann ging es mit entspanntem Hochgeschwindigkeits-Hardcore aus Leipzig los.
A9 schrubbten ordentlich über die Griffbretter, der Sänger bellte seine Texte, ein paar Tanzbeine flogen auf den Boden, standen wieder auf, angepeitscht von der Snare.
Habe lange keine so freundlich dreinblickende Gitarristin gesehen bei solch einer Klatsche an Musik. Schön.

Danach machten Heihaizi ihren Linecheck und ließen dann auch gleich die Hunde von der Leine.
Man sagt der Band (oder sie selbst über sich), dass sie die kroatischen Beastie Boys seien. An dem Abend konnte ich endlich feststellen, warum und in welchem Bezug. Vor allem dreht es sich wohl um das Party-Album dieser Band „licensed to ill“.
Heihaizi spielen allerdings auch ein paar schnellere Punksongs.

Auch hier wurden ein paar Tanzbeine und ein paar Fäuste in die Luft geworfen. Hauptsächlich von der mitgereisten Band.
Man merkte, dass einige im Kessel, über das von mir als „frei“ genutzte Wochenende, in Mannheim auf dem Pfingstfest waren.
Ich hatte das schon auch überlegt, Angesichts der Benzinpreise und ohne Mitfahrer*in – momentan einfach keine Chance.

Bin gespannt auf die nächste Punkshow im Kessel.
### SUPPORT LOCAL VENUES ###

 

interview: #4 – brutale gruppe 5000 – synthpunk – hamburg (r.i.p.)

BRUTALE GRUPPE 5000

Das kleine Provinzische Fragespiel. Voll lustig.

Wer seid ihr?

BRUTALE GRUPPE 5000 besteht aus KEM TRAIL, TO:MARS, EGON LASER & RADIOAKTIV MNNN.

PP:
Totale Spinner oder freie Radikale?

BG 5000:
Antioxidantien schützen den Körper vor freien Radikalen, welche als krebserregend einzustufen sind. Antioxidantien sind insbesondere in Obst und Gemüse enthalten. BRUTALE GRUPPE 5000 positioniert sich für den Verzehr von Obst und Gemüse, selbstverständlich ohne gentechnische Veränderung und nach Möglichkeit nicht käuflich erworben.

PP:
Look oder Einheit?

BG5000:
Die Einheit, zum Beispiel die deutsche Einheit braucht kein Mensch.
Jeder Mensch ist illegal und Schuld an der Misere. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmten Gebiet geboren wurde, gehört automatisch einer Nation an. Viele Menschen schmieren sich anschließend zu willkürlichen Anlässen wie zum Beispiel der Fußball Weltmeisterschaft ihre Nationalfarben ins Gesicht. Oder erschießen ihre Nachbarn. Oder beuten sie aus. Das ist nicht nur ein scheiß Look sondern soll darüber hinaus den Eindruck von Einheit suggerieren.
Das ist scheiße. Also: Weder Look, noch Einheit!

PP:
Schnell oder laut?

BG5000:
Da das eine die unkonkrete Beschreibung von Geschwindigkeit und das andere ein Ausdruck subjektiven Empfindens von Lautstärke ist, ist es sehr schwer eine Entscheidung zu treffen.
Beides in Kombination hingegen stellt eine gute Wahl von Kriterien hochqualitativer Punkmusik dar. Beides!

PP:
Casio oder Yamaha?

BG5000:
BRUTALE GRUPPE 5000 verwendet unter anderem einen Synthesizer der Marke Casio.
Dieser fand seinen Weg rein zufällig in den Proberaum, sodass sich diese Frage vorerst nicht stellte. Die Bassgitarre, die ebenso zufällig den Weg zu RADIOAKTIV MNNN fand, wurde vom Hersteller Yamaha fabriziert. Danke an die lieben Menschen, die diese Geschenke brachten. Beides!

PP:
Vergangenheit oder Zukunftsmaschine?

BG5000:
Die Vergangenheit ist keine Zukunftsmaschine, sondern die Zukunft ist eigentlich eine Vergangenheitsmaschine.
Die Zukunftsmaschine benutzt Gegenwart und Zeit zur Produktion von Vergangenheit.
Sie ist ein Perpetuum Mobile.
Die Zukunftsmaschine II ist eine Maschine, die aus Pflastersteinen, Fischgräten, bunten Bällen und Faktor X (der in einem Pappkarton geliefert wurde) ein Produkt herstellt: Schwebende, rosafarbene Wölkchen. Einäugig und mit einem Reisverschluss als Mund.

PP:
Amon Düül oder Kraftklub?

BG5000:
Ganz klar Amon Düül. Improvisierte Anti-Musiker*innen mit mehr Besetzungswechseln als Songstrukturen sind weitaus sympathischer als ne Bande gut promoteter Jungs, die beim Echo und 1 Live Preise abräumt. Im Zweifelsfall: Arno X Dübel!

PP:
Blume oder Blümchen?

BG5000:
„Ich will keine Blume sein, verdammt!“, dachte sich wohl auch Jasmin Wagner und legte im November 2000 ihr Amt als Blümchen nieder. Vielleicht hat sie was mit dem Song von BRUTALE GRUPPE 5000 zu tun, vielleicht aber auch nicht.

PP:
Dinosaurier oder Prophet?

BG5000:
Jede*r Prophet*in verkündet die Botschaft ihrer/seiner Vision, die er/sie von ihrer/seiner Gottheit erhalten hat. Wenn die Gottheit in Ordnung ist: Warum nicht? Wenn die Gottheit, wie in den meisten Fällen, nur Kackscheiße verlangt heißt es weiterhin: Fuck Off! Ich bin Atheist*in.

PP:
Brutal oder Banal?

BG5000:
Das Wort brutal lässt sich indirekt ableiten von Marcus Iunius Brutus, der einer der Mörder von Caesar war. Nicht, dass BRUTALE GRUPPE 5000 in irgendeiner Weise Mord befürworten würden, aber bei Riesenarschlöchern wie Gaius Julius Caesar muss differenziert werden. Du stehst also wieder vor dem moralischen Dilemma: Würdest du eine geringere Zahl Menschenleben beenden um dadurch eine größere Zahl Menschenleben zu retten?

PP:
Herzlichen Dank!

Randnotiz:
mit wem ich dieses Interview führt, schriftlich, kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Vielleicht war es, ein weiteres Mal, der umtriebige Kem Trail, spielt er doch auch (aka Tommy) bei Loser Youth, Aperó und einigen Bands und Projekten mehr.