LP: horde / out of phase – split

Bekomme irgendwann ne Nachricht „hast du die platte eigentlich gekriegt“ – ich so „welche“ – „horde“ – ach fuck, ja klar, die… jetzt weiß ich, warum die mit Fragezeichen im Gesicht vorm Plattenspieler rumsteht!

Also schmeiß ich die Scheibe endlich auf den Plattenspieler.
Das Cover ist inside/out und hat nen schönen Siebdruck.
Auf der horde-seite ist so ne Giraffe drauf und auf der out of phase-seite, die „dissolution“ heißt eher so n Knochen.
Die Musik geht los und ich denke „hab ich 45rpm eingestellt?“ öh, nö, alles richtig gemacht.

Ich kürze ab: es ist so schnell, so gut gespielt, aber dieser Eintongesang und die fast unhörbaren Riffs (falls da mehr als ein Ton ist) sind mir echt ne Nummer too much.
Beide Bands grinden richtig hart. In seltenen Fällen auch so n büschn Crust drin.
Horde wechselt sich der höhere Gesangstn ab und zu mit dem tieferen ab. In der Menge der Songs (so circa 14 -20) geht das aber unter.
Die Texte sind auf dem Inlay abgedruckt. Quasi auch am Stück. Keine Interpunktion, nur die Titel so ganz leicht fetter gedruckt.

Zu Horde finde ich mal so gar nix. Wenn man den Namen eingibt findet man ne Unblackmetal Band aus Australien oder Schlimmeres….

Out of phase bespielen die zweite Seite.
Etwas weniger Text, ein paar Songs weniger, ballern kein bisschen weniger!

Insgesamt habe ich schon ganz schönen Mist von Grindcore-Bands gehört, vor allem in meinem Anfängen meiner Tape-trading-Zeit. Das ist schon echt gut, wie die spielen.

Schweres 180gramm Vinyl in schwarz, eben ein Siebdruckcover.
Viele Labels
abnegat, body blows records, etwas, was ich nicht lesen kann, ganamala autoproduzioni, pasidary pats records, broken sounds, und noch was…

Wer sie haben möchte, schreibt mich gerne an!

BTW:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.
Falls ihr mehrere haben wollt, auch für weniger Kohle: mail

LP: KŸHL – nach strich und faden

KŸHL beginnen ganz ruhig und sanft; doch nach dem „…“ geschriebenen Titel des Intro drehen sie mit „phrasenpflaster“ ordentlich auf.
Dabei aber immer in ihrem geordneten Chaos bleiben, welches sie wohl sehr lieben.
Sie machen das sehr bewusst ohne Verzerrung. Die Lautheit der Band kommt doch oft sehr deutlich vom Schlagzeuger, der sehr gekonnt immer lauter wird. Bzw. auch die Vocals, das Geschrei, wir immer lauter. Ich finde, dass man das nicht oft so hört. Meist werden viele Melodien verwischt durch zu viel Zerre oder dem Hall.

KŸHL Gitarre und Bass bleiben in ihrer Range.
Die Band ist ein Skramz/Screamo Kollektiv aus mehreren Städten, wie ich dem Insta-Profil entnehme. Hamburg, Görlitz und Dresden. Wobei letztere Städte wohl noch am nähesten beeinander liegen.
Sie spielen sich schon ganz ordentlich durch Europa. Wenn ich mich nicht täusche hatte ich sie schon ein paar Mal im Ohr, aber noch nie auf dem Plattenteller liegen.
Platte ist von 2023, habe sie trotzdem geschickt bekommen um hier diese Rezi zu schreiben. Vielen Dank dafür!
„nach strich und faden“ ist ein schöner, lärmiger, nicht zu Math-coriger Screamo Release von Zilp Zalp Records, Friendly Otter Records, Skate Pizza Records, Shove Records, Zegema Beach, Trace in Mace, Times as a Color, Dingleberry Records und Broken Sounds (letzteres hab ich dann von discogs)…. irgendwie sind noch ein paar vermerkt aber nicht als Labellogo.
Die Striche und Fäden auf dem Cover sind die Lichtstreifen, die Autoscheinwerfer in einer Langzeitbelichtung hinterlassen. Wirkt wie ein Foto, ist aber, denke ich, nachgezeichnet. Cool.

Schade ist, das keine Texte dabei sind. In dem Geschrei kann ich jetzt ihre politische und queere Einstellung (Beschreibung von Insta) nicht so richtig nachvollziehen. Und ich empfinde das als wichtig, die Message, wie sie geschrieben und gemeint ist, auch lesen und verstehen zu können!
Insgesamt ist der Sound ausgewogen und jedes Instrument (auch die Vocals) sind quasi gleichberechtigt.