LP deutsche laichen – punk ist scheiße, punk ist toll

An Deutsche Laichen kann man sich sicher noch an das hübsche Cover mit der gepressten Zitrone erinnern.
Nach diesem ersten Album ist eine Weile vergangen, so sieben Jahre, und ich freute mich, wieder von der Band zu hören, bestellte mir das Album im Pastic-Bomb-Shop. Jetzt liegts hier.
Und mich strahlt ein KI-generiertes Cover an. Würg.
Aber gut, ich habe in der Zwischenzeit den Artikel von Ronja in eben dem Plastic Bomb gelesen und weiß, dass die Band das genau so wollte und eine Künstlerin Kimberly Maddox hat das mit Hilfe von KI erstellt.
Hier steht es auf dem Cover drauf. Finde ich gut so!

Allein der erste Song kickt mich schon so und ich sauge die Musik auf, höre durch, drehe um, drehe durch!
„beton“ beginnt so direkt und ohne Umschweife, ein vertontes Gedicht, toll!
„zelle“ ist ein Manifest für die Familie, was auch einfach die Gruppe Menschen sein, mit der man lebt und sich freut und schöne Dinge tut.
Zum Beispiel:

 

Auch ein ganz schönes Video.
Wäre das auf der ersten Platte schon so melancholisch gewesen. Dieser Mitgröhlrefrain, dieses fiese Poppige, was einfach kleben bleiben muss: eine Freude.
Erinnert mich an Tiger Magic. Ganz famose Combo.

„punk ist geil, punk ist scheiße“ überrascht mit Piano und dem Blickwinkel einer Frau von der Bühne aus gesehen.
Umgedreht ist „schmutzig“ als Coop mit Irem Karam, wobei ich nicht weiß (singen?), was sie oder er gemacht hat – es fehlt ein Textblatt. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie schön das ist – und sei es nur ein kopierter Zettel – die Texte mitlesen zu können und herauszufinden, was die Band einem mitteilen möchte außerhalb der ganzen, lyrischen Worte.

Das Outro-Stück (feat. allpopp ((leicht mißzuverstehen für einen Badener, wie mich „allhopp“ sagt man hier schon mal, was eine Aufforderung ist, aufzustehen)) ist etwas, was ein wenig am Gesamtbild kratzt, denn ich verstehe das Lied nicht. Musikalisch, meine ich.
So ein bisschen Autotune, Elektro und holprigem Schlagzeug, Hardcore-Frauen- Gesang. Ha! und da fällt mir doch ein: Irem ist bei Anti-Corpos. Neulich ihre Platte hier reviewed. Zumindest das habe ich nun verstanden, puh.

Die Band aus Berlin wird schon noch einiges erleben, musikalisch absolut geeignet uns den Sommer auf manchen Bühnen zu verschönern.

Wohl erschienen bei einem Label namens pretty on the inside, allerdings über audiolith vertrieben. So wie sich das anschaut: das Bandeigene Label.

LP: kaput krauts – vom feeling her ein scheißgefühl

Das wird ja aber auch Zeit, dass ich diese schöne Platte der Kaput Krauts aus dem Jahre 2025 endlich mal bespreche.
Denn: ihr müsst sie hören, sie ist sehr gut!

Die Band hat sich ein wenig verändert. Sie haben zwar immer noch dieses herausragend, leicht chaotisch wirkende, oder nennen wir es „lebendige“, Songwriting, garniert mit Samples, und man manchmal gar nicht weiß, wo ein Song beginnt, und wo er aufhört.
Nach diesem chaotischen Satzbau jetzt mal Klartext:
Autotune geht gar nicht.
Bei „zwischen mir und ich“ gelingt ihnen ein kleines Kunststück in einem hochmelodischen Song, Knaller!
Und wer sich fragte was „in girum imus nocte et consumimur igni“ ist: ein lateinisches Palindrom, welches wohl die Motten heraufbeschwört, die sich ums Kerzenlicht drehen und dann verbrennen.

Nach der ersten Seite ist auf jeden Fall ein weiteres Mal klar, das die Kaput Krauts eine melancholisch melodische Punkband sind, die ein untrügliches Gespür dafür hat geile Hooks spielen und diese dann haarklein zerlegen kann, ohne sie kaputt zu machen!
Die Texte voller alltäglicher Sinnlosigkeiten, die zerpflückt werden und sich auch in neuen Wortschöpfungen ergießen: Verlusterfahrungsgewinn.
Ich denke, das geht nur im Deutschen, wegen unserer Art Hauptwörter aneinanderzureihen und dann auch noch zusammenzuschreiben. Verlust und Gewinn in einem Wort. Sehr gut. Danke!

Und ehe ich mich das versehe, ist die Platte durchgelaufen, ich habe die Band inzwischen im Oktober 2025 bei mir im Club live gesehen, und Kaput Krauts spielen sich mit dem letzten Song, dem Titeltrack, „vom feeling her ein scheiß gefühl“ in Rage!
Ein paar Coops im Gesang gibt es.
Schöne Platte. Schlichtes Artwork.
Texte auf der Innenhülle. Meine Platte ist Pink, gibt’s glaub auch in Schwarz. zB bei flight13.

Nach 13 Jahren also ein neues Album. Kleinere Veränderungen gab es auf jeden Fall; und sind doch geblieben, wie sie sind: abwechslungsreich!