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alles von 2020

Hitlisten, spotzifei, einzelne Songs, zerhackt, vereinzellt, in Mixtapes wieder in eine x-beliebige Reihenfolge gebracht. Wer kennt das nicht. Mal abgesehen davon: jeder Printausgabe, auch der kommenden im Jänner, liegt wieder ein Tape bei.
Am Schlimmsten fand ich immer CDs. Weil sie dann Compilation heißen und meistens total schlimme Bands dafür gezahlt haben auf einem Billigprodukt ihrer Wahl stattfinden zu dürfen. Es gab da mal ein Punkmagazin, welches so eine CD immer und immer wieder dabei hatte und alle maulten immer. Schade. Auch zwischen Bands, die man nicht hören mag findet man Perlen!
Ich fang mal an mit Lesestoff der bei mir angekommen ist, bzw den ich mir besorgt habe. Nichts, aber auch wirklich gar nichts, geht über Printzines. Manchmal bin ich den großen Magazinen etwas überdrüssig, doch in den kleinen A5ern findet sich doch immer wieder Kreatives, Neues und vor allem Musik, Musik, Musik.

Durch THE SWINGKID Fanzine #6, diesmal in A4, bin ich auf LITIGE, eine französische Punkband aufmerksam geworden. Geil!
Review

Dann gab es eine erste Ausgabe (und vielleicht schon letzte) vom BLACK CAT FANZINE. Da haben sich die fleissigen Labelmenschen vom BLACK CAT LABEL hingesetzt und eine sehr schöne Zusammenstellung an interessanten Artikeln und Interviews zusammen gebracht.

Dann hat mich auch noch das RAMPAGE #4 überrascht. Lest hier.

Und dann gab selbstverständlich jede Menge Musik dieses Jahr. Einige Bands haben ihre Tonträger weiterhin veröffentlicht und meine Gehörgänge damit erfreut. Allen Wider- und Umständen zum trotz: ein Album ist ein Album und möchte nicht auf irgendeine Zeit warten…. es wartet (meistens) auf jetzt!
Insgesamt, ich habe kurz mal nachgezählt, habe ich für die Postille und den Keks knapp 100 Reviews in 2020 geschrieben. Ein paar kommen noch in den nächsten Tagen, gerade momentan ist wieder etwas Zeit bei mir.
In loser Reihenfolge nun also ein paar Hitalben und 7inches:

SCHALKO – cool
Freiburger Post-Punker mit einem musikalisch minimalistischem Feuerwerk. Zwischen den Stühlen.

PEPPONE – gute Aussichten
Magdeburger Pop-Punker mit viel mehr Biss und Punk, als auf den Vorgängeralben, ohne sich dabei zu verlieren.

PISSE – s/t
Man kommt nicht mehr an dieser Band vorbei. Anfangs fand ich sie total sperrig. Inzwischen habe bin ich vereinnahmt.

FLUID TO GAS – handle with care
Ganz wunderbarer Noiserock/Punk aus Bonn. Bin schon seit Mitte der 90er Fan und war total erfreut, gleich zwei 7inches und eine Compilation aller Songs hören zu dürfen!

Überraschungen waren auch (sind!)
die Split 7inch von GRÜNER STAR und ELMAR

und die instrumental Post-Hardcorerer BRUECKEN.

2021 wir sicherlich nicht weniger spannend. Hier liegt noch ein viel zu großer Stapel aus 2020, der erstmal abgearbeitet wird. Mit dem Sampler zur Ausgabe 6 vom April diesen Jahres könnt ihr aber immer noch nichts falsch machen.
Im Laufe des Januar wird es aber endlich Ausgabe #7 als Print mit Tapesampler geben. Yeah. Mit dabei sind einige der oben Erwähnten! Und auch einiges Überraschendes, denn diesmal wird die Ausgabe ganz sicher nicht so wie sonst.

Bleibt gesund und ich freue mich von euch erstmal per Mail zu lesen, wir sehen uns sicher irgendwann im nächsten Jahr!

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nevermind a HITLIST, heres mine for 2017

so. dann also auch ich.
mal sehen….

in diesem Jahr ist so unfassbar viel an mir durchgerauscht, daß ich teilweise den Überblick verloren hatte, was ich schon reviewt hatte, und was nicht.
Das großartige Album von HELL & BACK war zB noch gar nicht dabei. Ich höre es aber schon seitdem die Bestellung mit dem ltd Vinylspaß angekommen ist. Wann das war?
Hm.
Egal.

ohne Nummern, dafür mit ner Notiz: (muss nichtmal aus diesem Jahr sein, hauptsache, ich habs dieses Jahr gekauft, haha!)

KRAWEHL s/t

lange drauf gefreut, als ich die Vorankündigung las. Und es ist ein Brett geworden. Toll. Ein Interview gibts auch dazu und einen Tag auf ihrer Tour durften wir diese Band auch treffen.
HELL & BACK – slowlife
man spielt ein paar Takte an und kommt nicht umhin, an dieses melancholisch hochmelodiösem Gitarrenspiel sein Herz zu verlieren. Mal abgesehen von der gesamten Band, die eine Tightness am Start haben… vow!
– DIE TOTEN HOSEN – laune der natur
nachdem ich sie gehört hatte, war ich echt erstaunt über die Geschwindigkeit, die der alte Kahn dann doch aufgenommen hat. Die Texte um Abschied, Tod und Loslassen deuten schon auf ein gewisses Alter hin, ham mir aber in so mancher Minute mehr gebracht als bspw die Zusatz LP “learning English Lesson 2” (Englandpunk ist soooo fad)
EA80 – definitiv Ja
die Reviews hatte ich im August auch hintereinander geschrieben. Geile Scheibe! Und für einen, der EA80 schon so lange hört ein Pflichttermin! Überraschend mit dem Sound in der Zeit zurückgereist. Obergeiler Scheiß!
LYPURÀ – á
ich hatte sie schon von der Notgemeinschaft Peter Pan empfohlen bekommen; und jede Sekunde des Zuhörens lohnt! Eine klasse, außergewöhnliche Scheibe ist da rausgekommen. Vor allem aus der Gegend um Karlsruhe so eine hammer Emo/Screamo Band. Ist dann auch beim einzigen Label hier erschienen: TWISTED CHORDS! Congrats 😉
KLOTZS – eine stadt / keine stadt
die Spielfreude dieser Band muss man lange bei anderen suchen. Und KLOTZS sind immerhin noch zu zweit! Barritongitarre, Drums, superklasse Texte! Pflichtkauf!
TOM MESS – forget everything (and rock)
ein Singer/Songwriter aus Karlsruhe, der, wenn die ersten Riffs verklungen sind und die nächsten ihre Runden drehen, wie ein alter Freund klingt. Einen, den man Abends an der Theke trifft. Im Spiegel auf der Kneipentoilette im Zwiegespräch. Superklasse gemachte LP!
KRANK – die verdammten
die erste Scheibe fand ich, zumindest zurückblickend auf den Sound, einfallslos. Dann habe ich sie im Artcanrobert live gesehen. Dann die Scheibe bestellt, und siehe da: der Sound passt jetzt wie eine Faust in dein Gesicht. Alle Songs so präzise hingerotzt. Dazu dieser nervquäkende Gesang. Obergeil!
KUBALLA / pADDELNoHNEkANU Split 7inch
klar, Werbung in eigener Sache. Aber geiles Ding. Abwechslungsreicher kanns in Sachen Punk auf keinen Fall in 12 Minuten zugehen.

wir sehen, lesen, hören uns nächstes Jahr!

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post-review: BEAR VS SHARK

 photo Bear VS Shark 01_zpsqpcjq4vi.jpg (Foto von brooklynvegan.com)
ENGLISH VERSION below (…. i translate it myself with dictionary 😉 )
Die Entdeckung dieser Band muss noch im Post-Napster-Zeitalter stattgefunden haben, als ich mir Musik ohne Ende von den emuleservern dieses Planeten gezogen habe. Das Allermeiste, ich würde sagen 96% ist direkt wieder im Papierkorb gelandet. Doch ein paar wenige Bands haben es Zack! geschafft die volle Punktzahl zu gewinnen. Ich habe dann immer wieder versucht eine LP von ihnen zu bekommen, doch ca. 2011 war das ein aussichtloses Unterfangen, denn die Platten waren restlos ausverkauft.
Zuerst war da dies irrwitzig atemlose von „ma jolie“ vom „right now you’re in the best of hands“-Album (2003). Ein treibendes Posthardcoreriff. Ebenso plötzlich wieder raus. Cleane Gitarre. Eine gefühlte Ewigkeit. Dann Marc’s eingängiger Gesang, der mit einem Mal in einer Megafetten Distortiongitarre eintaucht und sich überschlägt und schreit und singt und……
Very impressive!
Ich hörte voll Spannung die nächsten Songs an und war verknallt.
Energie, wie sie einige Jahre vorher allerhöchstens REFUSED (1998) oder AT THE DRIVE-IN (2000) hatten und live in einer unglaublichen Lärmwand (zu oft) verschluderten. BEAR VS. SHARK habe ich leider nie live gesehen.
Die Herren haben sich 2005 nach 2 Alben aufgelöst.
Das Erste war eben „Right Now, You’re in the Best of Hands. And If Something Isn’t Quite Right, Your Doctor Will Know in a Hurry” in 2003.
Nachdem sie sich 2001 gegründet hatten, machten sich die Bandmitglieder auf die Suche nach Torpedogleichen Riffs mit harten Vocals aber auch vielen Melodien. Mich erinnerte es an manchen Stellen an die unglaublichen FUGAZI. An die Energie vergangener Helden wie MC5.
Anfang diesen Jahrtausends (nennt man es nun Nuller-Jahre, oder was?) wurde Punkmusik ja durch das Internet/digitale downloads noch schneller gefressen, als es sich irgendwer hätte träumen lassen.
Alle Bands fingen an zu schreien, zu keifen, Lyrics auszuspucken. Kombinierten Hardcore und Punk zu Post-Hardcore, Emo oder Screamo. Immer neue Blüten trieb diese Musik. Und für mich war das oft zu rauschhaft. Denn jeder Rausch ist anders und eine Stecknadel in einem Rausch zu finden…. Dieser Vergleich ist wohl in die Hose gegangen, haha!
Sänger Marc Paffi fasst die Attitüde sehr gut zusammen: “I don’t think there was ever a mantra behind what we were doing,” recalls Gaviglio. “I mean, we were never going to wear makeup or dress in matching outfits. … We wanted to be ourselves. We were playing because we loved to play, not because we ever thought we were cooler than anyone. Why would we think we’re better than anyone? When all we’re doing is writing songs and, frankly, rolling around in a cramped, crappy, rusty van and sleeping on other people’s floors! We did that all for the music! And, maybe it’s those Midwestern values, but we also answered every piece of fan mail. If anyone came up after a show, we’d talk with them.”
Es ging immer um die Musik. Und bei den Strecken, die die Band aus Highland, Michigan auf Tour hat zurücklegen müssen, ist mir klar, warum da allsbald die Luft raus ist. Zumal als Grund für die Trennung eben die von Marc erwähnten Tourbedingungen angeführt werden.

2005 kommt noch, bevor die Band sich trennt, das Album „terrorhawk“ raus.
Ich empfand das sofort als Steigerung zur ersten Scheibe. Die ersten Tracks haben wieder diesen unnachahmlichen Druck. Dieses Anschiebende, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Doch die Band kann es auch Größer. Das stellt sie mit dem, in meinen Ohren, fast schon QUEEN-haften „Baraga Embankment“. Die Lyrics gehen natürlich in eine andere Richtung wie die von Freddy Mercury. In diesem Song geht es um die Abwehr von schicksalhaften Katastrophen, die für viele aber unvermeidlich sind und passieren müssen. „and you always learned a lot from the deep end of faith and you worry yourself sick”. Eine klare Pianolinie beginnt mit Marc’s mitreißendem Gesang, um sich immer weiter hochzuschrauben, die toll gesungenen Lyrics mit seinem Gebrüll zu paaren, es folgen Drums und Lärm und: Freude!
Das ganze Album pendelt für mich zwischen den typisch energiegeladenen Songs von BEAR VS. SHARK über all das, was die meisten Emobands bspw als Alleinstellungsmerkmal auf ein ganzes Album auswalzen. Es gibt die träumerischen Songs, die extreme noisigen, die Math-rock vertrackten, es gibt Fragmente, die nicht so recht wissen, wohin sie wollen.
Das ist ganz großes Kino!
Das komplette zweite Album ist abwechslungreicher und mein absoluter Fav!

Anspieltips:
„right now….“: Ma Jolie / MPS / Bloodgiver
“terrorhawk”: Catamaran / 5, 6 kids / Antwan / I fucked your dad
Und genau diese beiden Alben gibt es nun bei EQUAL VISION als Doppel LP mit neuem Artwork vom Sänger Marc.

hier eine session @audiotree. haben auch einen tollen kanal bei utube!

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ENGLISH VERSION:
the recovery of this band must reach back to the post-napster-era. the most i loaded through emule-server world-wide and 96% of it landed in trash. but a few bands made the full 10 points and BEAR VS SHARK was one of them. i searched for an LP but in 2011 it was really hard to find one, cause they were completely sold-out.
first of all songs catches me “ma jolie”. this completely breathless and ridiculous song. this pulsive post-hardcore-riff. slap-bang cut into a clean guitar lasting for an eon. than marc’s catchy vocals. dunking into a heavy distortion guitar and overturn and screaming and singing…..
very impressive!
i was electrified! heard the next few songs and: fell in love!
i remembered REFUSED or AT THE DIRVE-In with this maximum of energy in their songs. which ATDI for example often wasted on stage. but unfortunately i missed a live show of BEAR VS SHARK. and they split in 2005.
first album was „Right Now, You’re in the Best of Hands. And If Something Isn’t Quite Right, Your Doctor Will Know in a Hurry” in 2003.
after founding the band in 2001 they make themselves up to find torpedo-like riffs with hard vocals and many melodies. on some points while listening i remembered the incredible FUGAZI but also the energy of MC5.
in the beginning of this century punkrock was eaten faster than ever through digital downloads. noone could have forseen that. everyone seems to begin to scream, to jangle, to spit out the lyrics. combinig hardcore and punk to posthardcore or emo or screamo. singer marc paffi summarise this attitude like this: “I don’t think there was ever a mantra behind what we were doing,” recalls Gaviglio. “I mean, we were never going to wear makeup or dress in matching outfits. … We wanted to be ourselves. We were playing because we loved to play, not because we ever thought we were cooler than anyone. Why would we think we’re better than anyone? When all we’re doing is writing songs and, frankly, rolling around in a cramped, crappy, rusty van and sleeping on other people’s floors! We did that all for the music! And, maybe it’s those Midwestern values, but we also answered every piece of fan mail. If anyone came up after a show, we’d talk with them.”
it’s all about the music. not more and not less.
in 2005 comes the second album “terrorhawk” before band split up.
when i heard it the first time, for me it was a heightening! the first tracks have had this inimitable power. the music pushes forward with a big smile! and there are those “bigger than life” songs like “baraga embankment”. it has something QUEEN-ful for me. the lyrics are about the inevitable catastrophesin life that has to happen. „and you always learned a lot from the deep end of faith and you worry yourself sick”.
starting with a clear pianoline and marc’s electrifying vocals. raise up with the lyrics, getting noiyer an louder, followed with energy and: pleasure!
the whole album oscillate between this typical energy of BEAR VS SHARK and one variety that take other bands as a unique feature for a whole album – what bores after 3 songs.
on this album are dreamy songs, math-rocking, extremely noisy parts, and fragments who don’t know where to go 😉
that IS big cinema!
the second album is much more diversified and my all-time fav!

for example:
„right now….“: Ma Jolie / MPS / Bloodgiver
“terrorhawk”: Catamaran / 5, 6 kids / Antwan / I fucked your dad
those albums have a re-release on EQUAL VISION as Double LP with new artwork from singer Marc.

here a great livesession recorded @audiotree. also on utube.