MC: primeval path – manx loagthan

Komplizierter Titel, den die Band Primeval Path da auf Kassette gepackt hat. Allerdings spuckt die Suchmaschine gleich das Passende aus: es ist eine Schafsorte, die nur auf der Isle of Man lebt.

Via Mörtel Sounds bekomme ich das Tape.
Das Cover ziert also ebenjenen Schafsbock, der zu dieser Art gehört. Dazu, abgesehen vom Tape, ein FCK AFD Schlüsselanhänger. Cool!
Sechs Songs des Dark-Wave-Trio aus Köln sind auf dem Megnetband zu hören.
Primeval Path überraschen mich mit ihrer Art! Dark Wave mit Drumcomputer, der irgendwie auch das „post“ noch hörbar hat, wäre aber zu viel gesagt. Mehr Gitarren als Synthie, was mir grundsätzlich auch schon sympathisch ist.
Die ersten beiden Songs „extacy“ und „nacht“ finde ich spannend und cool, weil sie auch ein gutes Tempo haben. „empty feelings“ ist dann schon etwas düsterer und reduzierter. Mit „cold kills“ weht ein Hauch Western über die Gitarre. Das könnte so ein post-apokalyptischer Western sein, in dem auch „execution“ als Soundtrack läuft.
Der letzte Song „automatic“ punktet nochmal voll mit dem super Bassriff. Büschn schräger Synthie drauf, der Laune macht.
Einzig, was mich kalt erwischt, ist dieser verzerrte Gesang. Der sich in keiner Sekunde ändert und den ich auch kaum verstehen kann.

80 Tapes bei Moertel Sounds. Inzwischen dort ausverkauft. Vielleicht gibt es noch einen Mailorder, der das hat.
Aufjedensten mal anchecken:

LP: dinner for deux – kehrseitenpropaganda

Dinner for Deux, eine deutsch englisch französische Wortschöpfung, präsentieren vier neue Songs auf einer LP.
Die erste Seite sind ebenjene und tragen den Titel „kehrseitenpropaganda“. Die anderen sechs Songs sind unter dem Titel „überwintern“ bereits 2023 erschienen.

Früher, so vor 30, 40 Jahren, da gab es diese Art Musik ja auch schon. Electronic Body Music, glaube ich. EBM. Dark Wave. Sowas eben. Synthies mit Drumcomputer, auch mal mit Gitarre, meist verhallter Gesang, tief, düster.
Ich konnte mir das damals nicht anhören. Da lass ich mich lieber ne halbe Stunde auf Platte anschreien, die Sänger können auch nicht singen, immerhin klingt es dann nicht schief.
Und ausgerechnet diese Musik machen in meinen Ohren nun Dinner for Deux: verhallten Dark Wave.
But: Zeiten ändern sich. Ich kann dieser Art Musik tatsächlich inzwischen etwas abgewinnen!

Die beiden Musiker von Dinner for Deux machen minimalistische und doch anregende Musik. Treibende Rhythmen. Es geht immer ein mehr nach vorne und ist zappelig, als zu dröge.
„im kreis“ und „dynamit“ sind zwei gute Starter!
Dann hörte ich plötzlich Stimmen. Drehte mich um, hatte auch das Fenster auf und machte es zu. Dann bemerkte ich, dass die von der Platte kommen.
Es ist ein sehr langes Intro bei „waschsalon“, immer wieder hört man Satzfetzen heraus. Es geht wohl um sexuelle Übergriffe, Belästigung.
Sehr gut gemacht. Sie haben meine Aufmerksamkeit.

Die ganzen zehn Songs waren mir beim ersten Durchlauf erstmal ganz schön viel gewesen. Doch der Songaufbau zieht mich dann doch jedesmal wieder mit hinein.
Die Platte hat mich doch überrascht, schön!
Das Cover ist abgefahren, ich dachte zuerst an den Rammstein-Sänger, nach seinem Absturz; irrend durch Berlin.

Moertel Sounds.