review: SHEER TERROR – standing up for falling down LP

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Bei FB hatte ich die Nachricht von der neuen Platte, die erste seit 18 Jahren, mit einem kleinen Freudengluckser und einem erstaunten Ausruf “Uäh?” aufgenommen.
Das war so im April/Mai diesen Jahres. Und die extrem geile „Just can’t hate enough“ lag gerade in Dauerrotation auf dem Plattenteller. Also muß die neue Scheibe ran.
Da die Jungs seit ebenfalls knapp 18 Jahren nicht mehr in Europa auf Tour waren und dem ein oder anderen Szenegänger sicher NICHTS sagen, schnell auf der Homepage des Labels (reaper records) ein neues Shirt und die Scheibe bestellt.
Ich hatte die Platte vermutlich mit allen anderen Pressefuzzis und anderen Bütteln noch bevor sie im Laden stand. Doch mit dem Review habe ich mir ja nun leidlich Zeit gelassen. Ich mache es spannend, ich weiß. Aber die ganze Sache empfand ich auch als extrem spannend.
Es klingelte, der Postbote übergab mir das Paket. Ich riß es aufgeregt auf, entnahm ein viel zu großes Shirt (ich denke, sie haben Paul Bearer als Maß genommen) und eine blitzeblanke Gatefold-LP. Und eine Autogrammkarte fiel raus. Ich lachte. Vor 20 Jahren hätten die Jungs mich aus dem Juz gejagt (denke ich 😉 ) bei einer Bitte um Autogramme! Cool.
Hochglanzoptik.
Aber: cool.
Gute Bilder.
Schnell die Anlage an, den Plattenspieler aufgeklappt, auflegen, Nadel drauf und: BÄMMMMMM!
Stop. Ich nahm die Nadel noch mal hoch. Nochmal Luft holen. Dann noch mal langsam ablassen. Lautstärke noch ein bisschen nach oben:
„Heartburn in G“ BÄMM!
Ich konnte die Wucht, die mich erwischte, kaum fassen. Zum ersten Abschluß nach knapp 3 Minuten ein Bellen von Rev. Paul Bearer.
Dann „Ain’t alright“. Wechselgesang. Paßt gut. Und zwischendruch kläfft Paul, durch einen saugeil eingeleiteten Tempowechsel, in einen treibenden Moshpart.
Mit „Weird, jealous and fat“ wird gleich weitergeprügelt. Mit so viel Energie hatte ich mitnichten gerechnet. Vow! !…cry fat boy!??!
Weiter mit „Boots, Braces & Alimony“, der Ballade. Auch hier passen die superfetten Gitarren. Bei jeder anderen Band kotze ich meist innerlich, wenn Gitarren so dermaßen durch den Kompressor gejagt wurden. Aber hier sprudelt alles nur so vor Sound. Ein Gebirge von Wand. Fast zu fett. Aber nur fast.
Ich schreibe jetzt doch schnell, damit ich nicht n Herzinfarkt bekomme vor lauter Freude!
Mit „Coffee, 5 Sugar“ gibt’s die Genickbrechervariante der Mighty Mighty Bosstones. Sheer Terror mit Gebläse.
„Did you just meet me?“ ist ein waschechter Punksong. Und das ist, was mir immer so an Sheer Terror oder auch SFA und Yuppicide gefallen hat, und noch gefällt. Der einzige Unterschied zum Punk ist wohl, daß sie immer Hardcore bleiben und die Punks sich dann doch irgendwann ins Reihenhaus flüchten.
Weiter geht’s mit „love you like a leper“: heavy.
“sandbox tonka”. Noch ein geiler Punksong.
„the revenge of Mr. Jiggs“. Ein Song, wie er auch auf dem ersten Album hätte sein können. Schleppende Trioden und die Kuhglocke!
„cigarettes & farts“. Fullspeed.
Und der letzte Song „Singalong a stupid song“ erinnert noch einmal superkrass an Boston. Schöner Abschluß.

Habe schon eine Weile keine so obergeil produzierte Scheibe gehört, die so wahnsinnig aus dem Bauch gespielt ist, wie diese!
KAUFEN!

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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