review: OIRO – meteoriten der grossen idee

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Eigentlich wollte ich ja andere Bands vorstellen (kommt noch, versprochen!). Welche, die man noch nicht kennt.
Nachdem aber nun nach einer gefühlten Ewigkeit der neue Longplayer der OIROs aufm Teller liegt, ich mit gar ehrfürchtiger Vorsicht die Hülle aufschnitt, das weiße Vinyl rausholte und ebend, auf den Teller zur Mahlzeit legte passierte folgendes:
Klar, die Band um Wortspiele nie verlegen. Gipfel: €O IRO. Genial. Sound geht los, Gehör auf!
Viel Riff. Kryptischer Text. Es fällt auf, Gitarren klarer. Weniger Punknoise. Dafür abgeklärter. Ausm Bauch. ‚Das ist kein Camping‘ eine klare Ansage zum Thema „Flüchtlinge“, egal woher sie kommen. Kurz & bündig. ‚Baumarkt‘ ist seltsam. Beim 4ten Song fällt auf, daß das Neue wohl die vielen Töne sind. Feels a bit sophisticated. Waren früher die Gitarrenriffs und der treibende Rhythmus die Ansage. Man ist wohl älter geworden und mochte „regenbogen, rot fehlt“ vom letzten Album wohl mehr, wie die, für mich, übergroßartigen „schlafschach“ und „schlange stehen“. Alles etwas mehr laidback, jetzt.
Jedenfalls war ich nach der letzten Single „zähmen“ (auch auf dem Album) auf die beiden „Stadt / Erde“-Teile I und II gespannt, denn der dritte ist auf eben jener 7inch.
Zurück zum Song, der Refrain kommt und den melancholischen Melodiebogen kenne ich schon vom ersten.
Bei allem NEU und ANDERS und VERÄNDERUNG… ich komme hier gerade nicht so mit. Ein Glück sind das nicht DIE NERVEN. Die nerven! Die setzen sich drauf. OIRO machen, was OIRO machen. Gekonnt arrangierte Musik, die sonst keiner macht. Das immergleiche Riff 3 1/2 Minuten lang zerpflücken kann jeder.
Dann kommt ‚Zirkus Europa‘. Es geht endlich mal nach vorne. Die Drums sind mir zu weich. Passt trotzdem alles. Toll gespielt und super gemischt. Gleichmäßiges Klangbild. Gitarren, die sich ineinander verkeilen, um auseinander zu gehen. Dieses Riff ‚…sie kommen nicht rein…‘ hatten wir allerdings in der OIRO Disco(graphie) doch auch schon mal. So ähnlich. Jetzt halt ein bisschen anders.
Ich finde es geil. Um es blöd zu finden. Oder umgekehrt. Flight13 empfiehlt ja im Katalog die Platte mehrmals durchzuhören. Na gut!
Das erste Hören war jetzt nur ein wenig langweilig. Ist der Lärm der Gitarren zu glatt produziert? Greife den Plattentitel auf: ist der Planet OIRO gesprengt worden? Bruchstücke nun unterwegs im All! Um in Kürze auf unsere Planeten zu treffen mit der innovativen NoisePunkWelle?
Ich habe Zweifel.
Klar, höre ich das noch mal 😉
Ich schreibe dann auch noch mal!
Summa summarum: Die Songs sind klarer arrangiert und haben jetzt elekronische Einsprengsel, die ich nicht unbedingt brauche. In der Gesamtheit ist die Musik, wie auch das Artwork, wie auch die Mischung, ziemlich gut. Etwas ruhiger und abwartender. Nicht so fordernd wie „gib mal Feuer Spiesser damit ich dich anzünden kann“. Definitiv eine Band, die sich ihre Nische erarbeitet. Etwas, das ohnehin besonders ist, an Bands, die schon über ein Jahrzehnt unterwegs sind, wie Turbostaat, Duesenjaeger, Pascow und eben OIRO: jede Band für sich absolut hörenswert. Keine Stars im Universum. Meteoriten der grossen Idee.

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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