review: SCHELM / die BRAUNEN RAKETEN Split 10inch

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Ich bekomme Musik aus der Schweiz. Punk aus der Schweiz.
Genauer kommen SCHELM aus Basel. Video am Start zu „warten auf godot
Gespannt wie ein Flitzebogen! Gegründet 2014 als Trio mit 4 Fäusten 😉
Der „Schelm“ ist ja jemand, der anderen Streiche spielt, ein Spaßvogel ist. Und dieser beschreibt sich selbst so: „Schelm sind nicht grossartig. Schelm sind nicht Kunst. Schelm sind lediglich Ausdruck und Ausgeburt des Lebens und der damit einhergehenden Gefühle, von Sehnsüchte und Ängsten, welche unser aller Alltag prägen.“

Und als ich die Platte auspacke, freue ich mich über eine 10inch. Ist ein besonderes Format. Außerdem hatte ich eine Single erwartet, als ich um ein Review gefragt wurde, da von einer EP die Rede war. Finde ich schon mal super.
Was dann aus der Rille tönt ist melancholischer Indipunk, der mich an meine lang vergangene Jugend erinnert. Auf dieser Seite also mehr Indi!
Ach, was war das schön damals!
Die Erinnerung läuft beim Hören wie ein Videoclip durch.
3, 4 Freunde unterwegs am Nachmittag, Sonne scheint, an der Tankstelle Sixpacks kaufen, Baggersee, rauchen, kiffen, trinken, in die Stadt, tingeln, mehr Bier, mehr Leute, feiern, Freunde treffen und die Zeit teilen. Genau das ist, was ich echt gerne mag.
Die Party ist gut, so richtig ziehen sie aber nie das Tempo an, brechen aus. Ich bin gespannt, wie das Live rockt. Fabians Stimme bricht ab und an nach oben aus, was der Musik echt gut tut.
Ich würde mir SCHELM gerne mal in Albumlänge anhören, die 3 Songs sind gut gespielt und hören sich echt gut an, sind mir aber zu wenig!
Also: ab ins Studio!

DIE BRAUNEN RAKETEN, die eigentlich auf Seite 1 die EP beginnen dürfen, bespreche ich erst jetzt, da SCHELM mit mir Kontakt aufgenommen hatten 😉
Auf der anderen Seite, der ersten Seite, am Anfang der CD, des Downloads (jaja, ich hör schon auf) ist also etwas flotterer, doch auch melancholisch eingetauchter Punk. Die Raketen gehen schon etwas mehr ab und haben mehr Druck und Tempo in den Songs. Diese Seite hat weniger Indi, also!
Welche solide gespielt sind, auch etwas ernsthafter. Im Grunde passt da alles zusammen.
Wer auf gut gespielten Deutschpunk steht, der ins Tanzbein geht und dabei Refrains mitsingen möchte, ist hier gut mit dabei. Ist aber nicht mehr so meins.
Ich träume lieber von meiner Jugend in Videoclipästethik!

Die Scheibe gibt’s hier

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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