PP und Politik Teil2

Ich lese gerade einen Artikel über die Flüchlingsbewegung aus Westafrika.
Angeblich (ich habe da keine Zahlen und auch keine verglichen und geprüft) kommen immer noch mehr Flüchtlinge aus diesen Ländern, als momentan aus Kriegsgebieten wie Syrien und Afghanistan. Das Totschlagargument ist, wie schon Jahrzehnte: „wenn diese Menschen Arbeit hätten, dann würden sie nicht auf die Idee kommen zu fliehen.“
Was ein simpler, dummer, wie auch die Situation ignorierender Satz.
Wenn kein Krieg ist, würden die Syrer auch nicht auf die Idee kommen. Und wenn sie nicht kommen würden, dann würde ich auch nicht auf die Idee kommen, die Grenzen zu schliessen.
Und das nennt sich Journalismus?
1+1=2fel
Nach der Ausgabe #1 meines Zines habe ich eine Kritik bekommen, die ich auch schon mal ansprach. Das ich doch bitte Ansätze zur Verbesserung aufzeigen solle. Ich habe in angemessener Weise im Vorwort der gerade erschienen #3 reagiert. Wie auch immer, seidem mache ich mir Gedanken um Lösungen. Klar, keine Sorge, habe ich mir auch schon vorher gemacht.
Klar springe ich von einem Gedanken zum Nächsten. Da müsst ihr halt mitdenken!
Interessant wird es dann, wenn man aus seinem jugendlich, wehleidigen, selbstbezogenen Gejammertal rauskommt und anfängt, die Welt um sich herum auch in der Ferne zu erkennen. Wahrzunehmen. Weil man etwas Gelaufen ist und nun über die Baumwipfel schauen kann. Den Tellerrand.

Man kriegt Kinder. Oder sieht, wie andere mit ihnen umgehen.
Worauf ich hinaus will:
Was macht man mit einem Kind, daß jeden Tag vor einem steht und ein und die selbe Sache einfordert und schon 100 Mal ein Nein bekommen hat? Bspw „kann ich Schokolade?“
Dann sagt man ein Mal „Ja“ und am nächsten Tag wieder nein. Und das Kind muß lernen, damit umzugehen.
Denn wenn wir mal groß sind, und über Ränder hinausschauen, dann wissen wir, der Chef sagt auch oft Nein, bevor er einmal Ja sagt. Die geliebte Frau zuhause auch!
Man selbst ja auch.
Was ist also das Scheißproblem, dem Erdogan weiterhin Nein zu sagen?
Der soll mal erst sein Zimmer aufräumen! Sonst gibts keine „Thundermans“ auf Nickelodeon heute abend.
Und wenn der Erdogan bei seinem Bruder Griechenland ins Zimmer schielt und sagt „du musst aber auch aufräumen“, dann sind wir als Eltern VERPFLICHTET den Bruder in Schutz zu nehmen und den anderen daran zu erinnern, was er noch zu erledigen hat.
Kann ja nicht sein, daß der, der sein Zimmer nicht aufräumen will, alle anderen Mitbewohner erpresst.
Ich las gerade von einem Drogenbaron in Südamerika, dessen 22-jährige Freundin zu Besuch im Knast war und die Bezihung beenden wollte. Er erwürgte sie und versteckte sie in seiner Zelle. Er wohl sogar versucht sie dort zu begraben. Irgendwann ist dem Wärter der Verwesungsgeruch aufgefallen. (….)
Ignoranz ist dumm. Folglich ist der Mensch dumm. Der, der sich die Welt in „interessiert mich / nicht“ einteilt. Oder „gefällt mir“; und der Rest ist Ignoranz.

Ich merke mit jedem Tag mehr, daß mir als halbwegs intelligenter Mensch das Aufräumen auch nicht so sehr liegt. Mein Schreibtisch ein chaotischer Haufen Ideen ist. Aber wenn ich alles halbe Jahr mal drüberschaue und sortiere, alte Ideen in den Papierkorb schmeisse oder auch aufleben lasse, da sie noch nicht ausgereift waren und nun Zeit dazu da ist, dann habe ich Freude. Freude am verändern.
Klar, als Eltern sitzt man dann mal abends am Tisch, trinkt einen Wein und fragt sich, ob man das mit der Strenge denn richtig macht.
Ob die Freiheit, es einfach mal laufen zu lassen nicht die geilere, aus dem Frieden entstandene, Idee ist. Ob die Kinder nicht Verantwortung dadurch lernen, sie ein Mal um etwas zu bitten, wie einen Erwachsenen, und dann darauf zu vertrauen, daß es passieren wird.
Gerade sind Sommerferien. Wenn wir die Kinder nicht jeden fucking Morgen daran erinnern würden, nach dem Essen die Zähne zu putzen und das Gesicht waschen, dann hätten sie in 6 Wochen schwarze Gesichter und gelbe Zähne. Und anziehen würden sie sich auch nicht. Ach, ihr kennt solche Erwachsenen? ups.
Liberal wäre jetzt: „lass sie doch“ „wer’s mag“.
Nö. Etwas Konstanz und Geradlinigkeit und Regelmäßigkeit sind grandiose Erungenschaften dieser Menschheit. Die machen das Produkt nachhaltiger, haha!

Ich könnte nun noch 1 1/2 Stunden so weitermachen.
Brüder, die sich streiten, bspw. gibt es immer. Doch erschiessen sie sich?
Kinder, die etwas von Eltern wollen, das viel Geld kostet, stehen jeden morgen auf und fragen danach. Sagen wir immer Ja?
Schlechte Noten in der Schule: Strafe? oder Bestrafung?
Für alles finden wir ein Gegenargument. Nur keine klare Linie mehr darin.
Was, und jetzt komme ich zurück zur Politik, ist es anderes als LEBEN? Deines, meines und unser gemeinsames.
Mein Eindruck ist: alles soll so schnell wie möglich und gleichzeitig passieren. Das geht nicht.
Da das Sprichwort sagt: „das einzig Beständige ist die Veränderung“ sollten wir in unsere Argumentation also immer mit einbeziehen!
Ein so simpler Satz wie: „wenn diese Menschen Arbeit hätten, dann würden sie nicht auf die Idee kommen zu fliehen.“ ist rückwärtsgewandt, ohne Empathie und ohne die kleinste Idee der Veränderung.
Eben jene Veränderung kann und darf man als verantwortungsvolle Eltern ab und an erwarten. Daß das Kind halt nur alle drei, vier Tage nach Schokolade fragt und man dann viel öfter Ja sagt.

Wenn fremde Kinder aus fremden Städten mit seltsamen Dialekten in die Klasse kommen, werde sie beglotzt, beäugt, gehänselt, hinter vorgehaltener Hand aufgezogen und irgendwann lieb gewonnen, wenn sie diesen Aufnahmeritus der Bande denn unbeschadet überstanden haben.
So mir ergangen als Rheinländer in Baden.

Jetzt wird es erst richtig kompliziert:
Lebt bewusst!
Bring Fremden dein Wissen und deine Kultur näher.
Wenn du Fremder bist, lass es dir erzählen. Erklären.
Verändere dich!
Ansonsten kannst du auch zuhause vor deinem Flachbildfernseher oder deiner Höhlenmalerei sitzen bleiben. Finde ich beides wahnsinnig uninteressant.
Seid nicht zu liberal. Jeder hat seine Grenzen. Die sind dazu da, überdacht und verschoben zu werden.
Für viele „Dinge“ gibt es nur 2 Möglichkeiten: machen oder lassen.
Ja oder Nein.
Eine dritte ist, in Fällen der Unmenschlickeit, des außer Acht lassens von Anstand und Erziehung, ein klares Nein. Ohne wenn und aber.

Was ist deine klare Linie?

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.