video: RAMMSTEIN – deutschland

jajajaja.
Provokation vom Feinsten für all die, die nicht eindeutig links stehen, sondern sich über die Erregung ebenjener amüsieren wollen. Provokation gegenüber Juden, weil die sich sowieso immer provoziert fühlen. Provokation Rechten gegenüber, da diese sich gerade irgendwie sicherer fühlen, gebildeter als in den 1990ern noch, in ihrem Schloss aus Dummheit und Ignoranz.
Ja, Provokation allenortens. Mit eingebauter Schreibprovokation für alle Feullitonisten sich an der Bildästhik abzuarbeiten, die RAMMSTEIN sich von einem HipHop-Produzenten haben filmen lassen.
Die Zeit schreibt:

Deutschland ist eine Frau: Das ist die zentrale Botschaft dieses neunminütigen Kurzfilms. Und diese Frau versetzt Generationen, Epochen und Genealogien, Sippschaften, Stämme und Reiche von Männern in den Zustand einer unauflösbaren erotischen Spannung.

Fazit: es geht um Liebe.
Auf vice.com echauffiert sich der Autor über das Herrenmenschendasein des Herrn Endemann, der in Berlin wohl Immobilienbesitzer ist und sich als solcher auch aufführt. Seine Kumpels, die im gesaugten Audi zum Konzert fahren, werden brüllen

„Deutschland, meine Liebe kann ich dir nicht geben, Deutschland.“ Diese Relativierung wird untergehen im Gebrüll, jede Wette. Und zurück bleibt ein Stadion voll mit dickbäuchigen Männern im Schein der lodernden Flammen, die „Deutschland“ skandieren. Deutschland. Deutschland. Deutschland. Deutschland. Deutschland. Deutschland.

noch mehr aus dem Netz gefällig? hier kommt meins!

Ich denke, falls ich das mal kurz hier rauslassen darf:
RAMMSTEIN und ihr weltfremder SpecterTheDirector haben ein Kunstwerk erschaffen, daß es in sich hat. Ein Quantensprung für die unausweichlich sich verbindenen negativen Energien, kurde Weltanschauungen von Ex-DDR-Geschichtsbuchlesern mit patriarchaischen, kapitalistischen Musikproduzenten.
Zu Zeiten der DDR stand in den Geschichtsbüchern, daß der Westen dekadent und kapitalistisch sei. Die Bestätigung haben die Menschen dort nach der Wende bekommen. Zumal die Westler die Nazivergangenheitsverwalter waren und sie nicht. Keine Aufarbeitung diesen Teils der deutschen Geschichte.
In Hip-Hop-Geschichtsbüchern stehen vor allem Erich von Däniken und KENFM. Ich will hier keine Klischees bedienen, wie käme ich dazu. Hüstel.
Das aber Universal Music bei diesem, aber auch FourMusic (die fantastischen Vier) derart Musikvideos für viel Geld produzieren lassen, macht mich echt sprachlos.
Schaut euch mal „antiamarteria“ an. Keine Sorge, die ersten paar Minuten in Cinemascope reichen schon. Zwischen kindischem Pimmelgeschwätz, Spielzeugwaffen und „hey, ich weiß was über das Elend dieser Welt“ …. würg. Immer gegen das Edelbratzenestablishment schwätzend, welches eigentlich ihr High-End-level darstellt. Endgegner besiegt: Platz einnehmen; selber Schampus saufen, Drogen rein und mit Aliens… nicht ernst gemeint, oder? Ist alle ein Scherz? Einfach nur die gereimten Worthülsen in „echte“ Bilder verpackt? DIESE BILD SCHENKT IHR EUREN und unseren KINDERN! Bäh!

Zurück zur deutschen Zeitreise im neuen RAMMSTEIN-Video:
Rammsteins hohle Lyric trifft auf hohles Gedankengut.
Ich habe, ehrlich gesagt, keine Antwort darauf. Herr Endemann darf sich gerne mal zu einem Interview bei mir melden.
Die Bildsprache ist so wirr und durcheinander, daß der zeitgenössische Zuschauer sicherlich nicht die Hälfte der Zusammenhänge verstehen kann. Was zuerst ein klares Statement gegen Faschismus sein mag, wird durch mehrmaliges (hin)gucken immer schwammiger. Was wollen sie damit erreichen? Das wir jede Szene, jeden Zusammenhang in der 10ten Klasse Gymnasium einer „Gedichtinterpretation“ unterziehen?
In vier lausigen Tagen 20 Millionen Clicks. Ein Weltbild über Deutschland im Ausland, welches „wir“ eigentlich so nicht wollen: melancholisch martialisch, patriachaisch. Nur eine Übermutter thront über allen: Germania.
Ich hoffe sehr, daß ein Specter NIEMALS einen Spielfilm für Fernsehen drehen darf oder seine Theorien in Interviews der Zeit, Spiegel oder ähnlichen Magazinen loswird. Ach was, er wird, wie alle Youtuber ein Buch schreiben (lassen).
Wer ein Ticket für eine der RAMMSTEIN-Shows „gewonnen“ hat, möge im Stau dorthin stecken bleiben.

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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