review: EA80 – 7×7inch Box

EA80 7 x 7inch
Als hätten sie meine Rezi zum letzten Album „definitiv: ja“

…Experimente sind nicht zu erwarten. Sie schwelgen zwischen altersweisen Abgesängen und düstermelancholischen Wutausbrüchen. …

gelesen und sich ein Herz gefasst, mich zu überraschen.
Denn wenn es eins nicht gibt, auf diesen vielen 7inches: dann ist es Ruhe. Jeder einzelne Song bringt weder einen altermilden Blick auf diese Welt zutage, noch Midtempopunk, der nach Schema F funktioniert. Wut, Verzweiflung, kurzes Erhellen vor der Düsternis, was zur Hölle ist bloß mit euch los? – sind wohl die Fragen, die hinter den Texten stehen.
Zu EA80 muss man eigentlich ja überhaupt nichts mehr schreiben.
Doch fällt mir ne Menge dazu ein.
Diese großartige Box enthält sieben Singles mit jeweils exakt sechs Songs pro Einheit. Jede Single wurde von einem anderen Label veröffentlicht.
Musikzimmer (schon einiges von EA80 und Ablegern veröffentlicht)/ Licht-ung (viel Ambient Noise Kram) / Phantom Records beispielsweise die großartig flippigen PISSE) / und einige kenne ich noch nicht…. und dafür isses wohl gut!: Static-Age / Beau Travail / Pflichtkauf / Stencil Trash
Man muss ganz schön oft aufstehen, wenn man die Songs in Ruhe hören möchte. Am besten steht man wohl die ganze Zeit, denn es geht wahnsinnig schnell, bis die 45rpm drehende Scheibe zu Ende ist.
In der Hauptsache geht es beim Artwork um einen Sack (deutsche) Kartoffeln, sehr detailliert und künstlerisch fotografiert. Ich finde diese Thema auch immer wieder in den Lyrics. Die deutsche Kartoffel ist wieder auf den Strassen und Punk jeder Spielart darf/muss/soll sich dazu äußern. Das Cover ist bunt wie nie, das Booklet ausufernd wie nie, die Texte kurz wie nie.
Ein kurzer Satz dazu „lass uns mal wieder eine Single machen“.
Hat ja hervorragend funktioniert!
Die Lyrics sind großartig, kreisen und treffen ins Schwarze. Manchmal beides zugleich.

fick die stadt

die armen müssen erfrieren
vor dem geschäft für den gehobenen bedarf

ich weiß es gibt (k)einen anderen weg
geh du doch schon mal voran

Anfangs dachte ich, das wird so ein Knüppel/Tempomassaker, wie auf der Single, der „202“.
Doch abwechslungsreich ist das hier allemal.
Wo auf den letzten Alben noch mit bspw „trashfest“ ein überlanger, ich will es mal Düster-Emo nennen, ausufernd trister Song auf dem vorletzten Album zu finden war, so auf dem letzten ebenso mit „riot grrrrrls“. Doch auf den Singles muss man sich ja kurz fassen. Keine langen Intros, Solis oder andere verlängernde Ideen.
Ich freu mich. So wie EA80, so gibt es keine zweite Band.

Kein FB. kein download.
ein paar songs, je nach label, auf bandcamp.
kein downloadcode.

aber ein repress. und wohl auch als LP. 2020.
Dann muss man nicht so oft aufstehen.
puh.

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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