review: SPERMBIRDS – go to hell then turn left LP

SPERMBIRDS go to hell then turn left
Seit “ a columbus feeling“ ist viel Zeit vergangen. Für mich noch mehr Zeit, seit ich die letzte Platte überhaupt gekauft habe.
Auch wenn ich mich da weit hinauslehne: irgendwie waren die SPERMBIRDS für mich nicht mehr als (über?)durchschnittlicher Midtempo-Hardcore.
Doch um die Band wurde es nie still. Touren in Südafrika, Australien, ich hab schon ganz schön beeindruckt geguckt. Ist ja eher ungewöhnlich für eine deutsche Band.
Dann die Ankündigung eines neuen Albums und ich hab das erste Mal wieder zugegriffen.
„breathe deep“ läuft an und fetzt. Später auch noch das echt witzige Video dazu entdeckt.

„i’m not from here“ ist an zweiter Stelle auch gleich ein fetter Pogo-Smasher. „agent nine“ noisiges midetempo.
Viel erinnert mit an die DeadKennedys, ein wenig alte Refused, dazu ein fetter Packen SPERMBIRDS.
Das Album weiß sich festzubeissen und ist zum Glück keines, was sofort reinläuft. Ein Hit jagt hier nicht den nächsten. Sondern er kommt! Auf Seite eins mit „thanks for being special“. Einer kleinen Ode an die schweren Schmetterlinge im Bauch.
Die erste Seite ist sehr abwechslungreich!
Das Artwork ist klasse, Spermien die „a quater till the end of the world“ auf unseren brennenden Planeten zurasen.
Den Titeltrack dann, Anfang der zweiten Seite, finde ich nicht so den Hammer. Und da er mir nicht so reinläuft, fällt mir auch die leichte Zerre auf Lee’s Vocals auf.
Bevor ich lange drüber nachdenken kann, kommt mit „all rights reserved“ der nächste Pogo-Smasher.

fuck the planet starting right now
all rights reserved
i know the why and i know the how
all rights reserved
i reserve the right not to be an asshole

Die SPERMBIRDS schaffen es also auch nach 35 Jahren (uff.) und so einigen Ups and Downs einfach so zu sein, wie sie halt gerade sind. Ich finde viele Anleihen aber auch eine Band, die einfach neue Songs schreibt, aufnimmt und ein neues Album rausbringt. Wie lange das auch immer dauern mag, das Wichtigste ist: es zu machen!
Wen interessiert, wie lange es sie schon gibt? JETZT spielen sie Hardcore, den sehr sehr wenige Bands hierzulande raushauen.
Und das ist die Hauptsache!
Ein Glück muss ich sie nicht in so ner riesen Halle angucken, sondern werd in der Alten Hackerei mit 100 andern erdrückt. Wird super!

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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