konzert: 16.07. RENCH‘N’ROCK

Ein kleines Festival in der Ortenau. Wer weiß, wo das liegt? (und ich meine ohne Internetgucken 😉 )
Klar, wir Badener wissen das und freuten uns extrem darauf, ein Festival, selbst organisiert, zu besuchen und zu bespielen.
Moderne Kommunikationsmittel machten es möglich jede Kleinigkeit, sei sie auch noch so klein, per Telefon oder Mail zu besprechen. Leider sagte dann doch eine Band ab und ein Singer/Songwriter sprang ein.
Dieses Jahr der zweite Anlauf des RENCH’N’ROCK
Die Wettervorhersage, im Gegensatz zu vielen anderen Festivals im Juni /Juli, war spitze.
Den Anfang machte EOIN O’SULLIVAN (leider keine Muckerseite, nur eine private), ein Ire mit einer ganz markanten Stimme. Und einer recht eigenwilligen Art, auf seiner Klampfe zu zupfen. Ich fand das als Einstieg in den langen Abend (5 Bands sollten noch folgen) ziemlich geil. Ich hoffe, mehr von ihm zu hören, findet sich ja auch ganz gerne mal Akustikmucke auf meinem Sampler wieder!
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Es folgten NIKLAS BOHNERT & BAND, die mit ihrem Indierock auch zu überzeugen wussten. Nachdenkliche, melancholische Texte mit Sprachwitz und einer Story. Fand ich recht sympathisch und hoffe, die Herren bringen mal eine CD in den Handel. So jung und schon so viel zu erzählen. Darf aber ganz ehrlich sagen: mein Schuh ist es nicht 😉
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Als Dritte am Start: PAT WEST. Der Sänger und Gitarrist Patrick, der als Voodoo-Priester mit Galgenpuppe am Gürtel auftritt, hat mich echt überrascht. Ich habe schon lange kein so abgefahrenes Bühnenoutfit gesehen, wie das. Und dazu, gegen später am Merchstand, einen so netten Kerl!
Die Musik ist, laut Eigenbeschreibung, eine Mischung aus Blues und Punk. Sie haben ein CD raus mit dem Titel „dreadnought blues“. Und sie hatten einen echt jungen Kerl an der dritten Gitarre auf der Bühne, der etwas nervös erschien, seine Sache aber super gemacht hat.
Die Band gibt ein gutes Bild auf der Bühne ab. In meinen Ohren klang die Musik doch eher nach Rock mit Blueselementen, als nach Punk. Da fehlt der Druck nach vorne. Das Publikum, was teilweise bekennende Hörer der Band sind, feierte die Herren ordentlich ab. Auch hier ein zweiter Schuh, der mir nicht passt.
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Den Druck erwartete ich eigentlich von meiner eigenen Band. Ich nehme aber mal vorweg: grandios gescheitert!
Der Soundcheck war zu schnell abgehandelt. braucht pADDELNoHNEkANU vielleicht doch ein Kanu? Wie man im Alter einen Rollator brauchen kann?
Beim dritten Song riss eine Saite und da ich ein Floyd-Rose-Tremolo spiele, habe ich immer eine zweite Klampfe am Start. Die hatte ich auch im Vorfeld in den Händen gehabt und gestimmt. Als ich sie, ganz flott und ohne zögern umschnallte, klang sie, als hätte jemand eine Jammergeige draus gemacht. Wir kämpften uns durch 5 weitere Songs, die auch bei einigen Tänzern ziemlich gut ankamen, als mit einem Mal überhaupt kein Geräusch mehr aus dem Verstärker kam.
Wohl scheinbar ein dritter Schuh, der nicht passt. Leider einer, der passen sollte.
Ich knallte die Klampfe zu Boden und verließ das Trauerspiel. Einen Moment dachte ich, mit dieser Punkshow hätten wir nun irgendwen geschockt…. Aux contraire:
Wir verkauften noch ein paar Scheiben und knüpften neue Kontakte, ein paar Bier und tolle Gespräche!
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Vorletzte Band des Abends waren die Acherner FOR THE BIRDS, die ich schon eine Weile kenne, sie waren auch mit 2 Songs ihres Demos auf dem ersten Postillensampler drauf.
Nun haben sie ein Jahr lang an ihrer Platte „through pain and affliction“ gearbeitet, die nächste Woche rauskommt.
Die Mucke hat Wucht und ist eine Melange aus melodischem, schnellen Punk und schleppendem Screamo im fetten Hardcoregewand. Klingt für manche vielleicht nicht neu, ist aber Musik, die man nicht mit einem Mal „durchhören“ erfasst.
Ich fand’s geil und wünsch mir eine CD – Review folgt!
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Als Finale des Abends bezogen die ReggaeMannen um FROG FARM die Bühne. Gutgelaunte Musik mit Bläsersatz. Man mag gar nicht glauben, daß die Herren aus Eisental kommen. Dort wo sonst nur der Fasching herrscht, haha! Seit 1997 schon unterwegs und immer wieder in Baden unterwegs.
Es gibt so viele Coverbands von irgendwelchen Rock- und Popbands in der Gegend von Baden-Baden bis Offenburg, daß ich doch immer wieder glücklich bin, zu wissen: es gibt noch geile Mucke. Alle Bands an diesem Abend haben das dem etwa 150-200 zählenden Publikum gezeigt.
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Die Veranstalter um Julian und Jens haben ein tolles Festival aus dem Boden gehoben mit Bühne, top Equipment, einem Streamliner umgebaut zur Bar, einem Toilettenwagen und dem immergleichen Spruch am Eingang: „Eintritt gegen Spende, kriegst auch n Schnaps.“
Komplett kaputt zog dann nicht nur mein Equipment in die Werkstatt sondern auch ich ins nahe Bett. Schuhe brauchte ich nun keine mehr.
Nächstes Jahr dann wieder!

review: KUBALLA – auf dem Weg durch die Zeit 7inch

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Als die Single nach so unglaublich langer Vorankündigung endlich rotiert, fallen mir sofort 2 Dinge auf:
1. der Sound, die Attitüde haben sich kaum verändert zu den beiden vorhergehenden Releases
2. viel Kompression.

Ich finds saugeil, daß es Bands gibt, die immer weiter an ihrem Sound feilen, an ihrer Art zu spielen. Sie haben seit etwas über einem Jahr einen Neuzugang Martha an der Klampfe, was Tom dazu zwang seinen CaptainPlanet gleichen Elfengesang, eben wie Arne, anzupassen. Schliesslich hat er ja kein Instrument mehr in der Hand.
Das hat er.
Nicht in der Tonlage, nein eher im Tonfall. Wo die letzte Single aufhört, geht es nahtlos noch ein Maulen weiter. „Fuck off, Tür zu!“
Und das ist nicht kindisch oder schlecht gereimt. Es ist aufbegehrend, immer noch. Das Alter ändert an der inneren Haltung gegenüber faktisch Schlechtem nichts. „Alabama ist überall“
Englisch/deutsche Wortspiele, man sollte zuhören, wenn man hört. Das Hörgerät mal wieder anmachen. Volume up to 12!
Wobei mir da eben die etwas zu gut gemeinte Kompression auffällt. Ich mag den etwas „offeneren“ Sound. Empfinde das „drückende“ bei KUBALLA dadurch als Alleinstellungsmerkmal. Sollte auch nicht zu laut maulen, denn wir pissen uns nicht ins eigene DIY-Nest. Alles selbst aufgenommen, produziert und veröffentlicht auf dem eigenen Label Kuballa-Records. So geht das!
In der Flut von langweiligen Punkbands sticht die MS Kuballa mit 33 1/3 Knoten in See. Das ist nicht immer Vollgas, bekommt aber in jeder Abspielsekunde mehr (Nach) Druck.
Man könnte sie geradewegs in einem Atemzug mit meinen anderen Heroen aus Dortmund AUßER ICH nennen. Mach ich ja auch.
Wunderprächtiges Artwork von Micha, der schon so einige tolle Artwoks für tolle Bands gemacht hat, veröffentlicht die im SchwarzenRand macht und mit seiner Band WeHadADeal auch aus Ludwigsburg kommt.
Und die Herren verabschieden sich von dieser toll gemachten Single mit „too old to die as the legendary“.
Scheiße ist das wahr 🙂
Also Alles in Allem ein echter Knaller: druckvoll, klare Attitüde, nice Artwork, DIY!

Im Oktober für 3 Tage mit pADDELNoHNEkANU auf Kurztour durch den Schwarzwald. Nein, so düster wie es sich anhört wird es nicht. Nur dunkel.
30.09. LUDWIGSBURG DemoZ !!!nur begrenzte Plätze, bitte ne Mail schreiben!
01.10. SCHRAMBERG Zodiac
02.10. TBA

Und nun die links:
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fanzine: DOWNPOUR #4

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Mal was anderes probieren.
Mal was anderes machen.
Sonntagnachmittag.
Handballrasenturnier meiner beiden Jungs. Die Damen des Hauses sind auf eine andere Hochzeit tanzen gegangen. Ich sitze also allein auf einer Bierbank mit stillem Wasser und lese zwischen hunderten Eltern, die angespannt ihren rennenden und schwitzenden Kindern zuschauen, das neue DOWNPOUR.
Ich lese gerne. Vor allem etwas, das ich in der Hand haltend durchblättern kann; mit Buchstaben. Als ich mitbekam, daß das DOWNPOUR diesmal nicht ein Tape beilegen, sondern eine 7 inch! Begeisterung wie beim ALLEINER THREAT. Großartiger Scheiß, Leute.
Und es legt die Messlatte sauhoch. Die Postille #4 dann auch mit 7inch?!?!?

Das Heft kam also an. Beim Leser.
Erster Eindruck: top!
Gebunden. Klares Layout. Werbung von lauter coolen Bands und Labels. Freue mich tierisch, daß HELL & BACK, die auch mit einen kleinen Interview in #3 der Provinzpostille sind und 2 Songs aufm Tape. Hier mit großen Inti & Beitrag auf der 7inch.
Dann lese ich die Kolumnen auf den ersten Seiten, die ich in anderen Zines oft überblättere. Und eben jene Kolumnisten legen mir quasi die Worte für dieses Review in den Kuli: Timo schreibt: „…, das was mir am Herzen liegt über das Internet zu konsumieren und das ist Musik und Politik.“
Ein guter Gedanke, den ich gerne zu meinem eigenen verforme:
Bei Musik sei das Netz zu kurzweilig, zu wenig (an)fassbar. Die Politik freut sich in sozialen, was eigentlich nicht ‚dumm‘ bedeutet, Netzwerken über Sangriasaufende Spacken und Frauenbegrapscher. Darauf wird leidlich und in schnellstmöglicher Blindheit reagiert. Nachrichten also eine Frage der griffigen Titel und wer der Erste ist, der es twittert. Kleinstmöglicher Inhalt, keinen Fakten.
Im Grunde, wie Banker ihr Geld machen = Luft pumpen.
Wie genial ist es da, Fanzines am Bett, aufm Örtchen oder einfach in der Tasche zu haben.
Stand-by Lyric. Und in diesem Falle, kann man sehr ausführliche Interviews und Musik von eben HELL&BACK, CID CISCO und den IRISH HANDCUFFS lesen.
Nach dem lesen von Philips Kolumne und dem anschliessenen Blättern im Heft, dem hören der Mucke auf der 7inch ‚Friend or Pho‘, fehlt mir etwas: Vielfältigkeit.
Vor kurzem bei der BOMBE #95 gelobt, hier das einzige, kleine Motzerchen. Die Musik ist straight gespielter, melodisher Punkrock. Mehr eben auch nicht. Keine Spielarten, kein Ausbrechen. Klar, daß muß nicht, ist ja im sozialen Netzwerk Menschheit schon wieder ein Alleinstellungsmerkmal, bei einer einzigen Sache zu bleiben.
Also: top struktuiertes Layout, geile Bands mit guter Mucke, gute Gespräche. Übergroßartige Beilage. Top Fotos. Als I-Tüpfelchen fehlt eben die Vielfalt. Der kleine Ausbrecher aus dem Mikrokosmos.
Weitermachen!
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review: REVERANCE to FUGAZI the blog that celebrates itself

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FUGAZI. Wer hat sie nicht gehört, der in den 1990ern groß geworden ist. Wer hat sie nicht bewundernd und verwundert angeschaut, als sie eines ihrer wenigen Deutschlandkonzerte gespielt haben. Emotionen, Krach, Singalongs, Saallicht an.
Dann kam, nach dem Ende der Band, letztes Jahr eine neue Scheibe raus mit Demotracks der ältesten Songs. Wen es juckt, wird begeistert sein ob der Veränderungen, die nach den Demos noch an den Songs (waiting room oder merchandise) vorgenommen wurden. Ein toller Einblick.
Nungut. Ich las also den Bandnamen und man darf ja heute ganz unverbindlich Musik hören. Ich stieß auf diesen FUGAZI Tribute und erwartete Nichts. Nichts oder Katastrophe. Ich kann Tributealben nämlich gar nicht leiden. Außerdem ist FUGAZI wohl eine der bestdokumentiertesten Bands im Punkbereich, die wo gibt. Fotografen machten Fotos, die wohl jeder schon mal irgendwie, irgendwo, irgendwann gesehen hat. Ein tolles Buch gibt es beispielsweise von Glen E. Friedman https://www.amazon.de/Keep-Your-Eyes-Open-Photographs/dp/0964191687/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1468315277&sr=8-12&keywords=fugazi
Auch haben die Herren ein immenses Onlinearchiv an Liveaufnahmen.
Dann kam letztes Jahr eine LP raus mit Demoversionen der ersten EP und der „Margin Walker“. Auch nice. Andere Versionen von SOngs zu hören, die sich eingebrannt haben. Festzustellen, an welchen Ecken es hakte, zu Zeiten des Demos. Wie schnell oder langsam….
Was kann da also noch kommen?
Als erstes ‚waiting room‘. In einer, wie ich finde, sehr langsamen wie auch sympathischen Version von SOFT WOUNDS. Langsamer habe ich das gute Stück noch nicht gehört. Ich kenne noch eine Version von den LongBeachDubAllstars. Wobei mir da auffällt, daß es schon geiler ist, wenn die Band den Coversong zu ihrem eigenen macht. Gar nicht erst versucht ihn haargenau nachzuspielen, geschweige denn, nur das Riff zu nehmen und den Taxt zu verändern. Wie die LBDA, die auf diesem Sampler ncht drauf sind. Hier gibts Bands aus Südamerika zu hören. By the way: der Blog ist auch ein Label, was in Brasilien seine Runden dreht. Es ist ziemlich was los auf dem Blog. Wer Spanisch kann, ist klar im Vorteil.
Ich fange an zu schwafeln. Um das hier nun abzukürzen, denn die ein oder andere Songvariante ist voll Kacke, verrate ich euch meine Favorits und ihr hört mal rein und sagt mir eure:
SUNSHINE AND THE RAIN – merchandise (discowave)
REI CLONE – smallpox champion (noise)
HARPS – blueprint (doom)
COACHES – suggestion (indi.emo.wasimmer)
PETAL HEAD – arpeggiator
Und jetzt mal schnell zu bandcamp das Teil geladen und AUFDREHEN!

PS: the blog that celebrates itself

fanzine: PLASTIC BOMB #95

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Das erste Mal seit langem fällt mir in einem Zine auf, daß da mehr als nur Musik und Gequatsche über Musik drin ist. Vor allem in einem Zine, daß eine Auflage in 50-facher Auflage hat, gegenüber meinem, kleinen, bescheidenen, jaja, ich hör schon auf….. Aber is schon so. Das VISIONS, mit dem ich groß geworden bin, berichtet nur noch über Bands, die über große Labels, die es ja auch im Metal/HC/Punk Bereich inzwischen gibt. Punk ist für mich immer noch eine Nische. Auch wenn ich die Mucke mit euch fairerweise teile 😉
Sofort ins Auge springen mir meine Jugend, meine Teenieidole YUPPICIDE und so ein paar Typen, mit deren durchgeknallten Aktionen (MTV-Interview, Auftritt bei Arabella…. ja, es gab es mal, die gute, Alltagsberieselung im TV): HAMMERHEAD. Noch mehr (DISCHARGE SKEPTIKER) oder weniger (HUMAN ABFALL – total unlustige Mucke) interessante Interviews natürlich im Heft.
Mit den Rubriken ‚Punk in der Provinz‘ und auch dem leider letzten Teil ‚die wunderbare Welt der Propaganda‘ kriegt mich die BOMBE ohnehin jedesmal. ‚Anders leben‘ schiesst diesmal fen vogel ab. Toller, sehr lesenweter Artikel zum Thema ‚femiPornos‘. Mal abgesehen davon, daß ich als Normalo zu diesem Thema nichts weiter weiß als das es diverse Internetportale gibt, auf denen man sich Fickereien angucken kann. Ich auch nicht in die 18er Abteilung meiner Videothek gehe (bin einfach zu alt für den Scheiß). Finde ich den Artikel gut recherchiert und geschrieben. Ausserdem gute Verweise, mit denen man das ganze auch digital weiterverfolgen kann!

Und dann finde ich die CD-Beilage diesmal aufs Äusserte gelungen. Das mag Zufall sein. Fällt mir einfach positiv auf.
Kaufempfehlung 😉

fanzine: ALLEINER THREAT

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Hui, das hat nun lange gedauert. Habe schon vor sicher einem halben Jahr diese tolle Ausgabe von Mika Reckinnens Egozine in der Post gehabt. Auch liefen die Songs von The Beauty of Doubt (Manila), Bad Omen (auch Manila?), Toxic Orgasm (Cebu), Monthly Red (Pampagna Provinz), Tiger Pussy (Cebu), Thought (auch Cebu) schon rauf und runter. Tolle Mischung. Auffallend viele Female Fronted Punkbands. Super. Booklett, bzw das Zine in Größe der 7inch. Alles prima lesbar, und wie ich im Impressum erfahre, sind die Artikel und Interviews, zwar nochmals nachbearbeitet, schon einmal erschienen. Bspw. im heissgeliebten TRUST.
Superklasse Thema ‚Punk auf den Philippinen‘ mit viel Interessantem über die riesige Stadt Manila, Frauen im Punk auf den Philippinen, bspw war mir überhaupt nicht bewusst, daß dort die vorherrschende Religion das Christentum ist.
Total klasse bearbeitet und umgesetzt.
1 mit Sternchen
INFO

review: SENOR KAROSHI / AUßER ICH split 7inch

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Die Mucke der SENIORs geht los und bei dem abgestoppten Gitarrenriff und dem sehr eingängigen Gesang fällt mir sofort etwas auf. Es ist eigentlich nicht mein Ding. Da mir aber meine Buddies von AUSSER ICH dieses Stück Schwarzes Gold zugeschickt haben, beginne ich zu schürfen. Es kommen erstmal die momentan gängigen Standards für deutschsprachig schlauen Punk zum tragen. Eben, abgestoppte Gitarren, Sticks klappern auf dem Snarerand, wenig Verzerrung, sehr jugendlich gewollt. Ein Name fällt. ‚Walter‘. Ein Name, der gefühlt schon seit den 70ern nicht mehr in ist. Da gibt es doch Jahrgangsmäßig ganz sicher was zu finden, was moderner, nachvollziehbarer ist; Kevin, Maximillian. Klar, spricht sich nicht so gut. Manchmal muss man eben etwas wagen, nicht? Trotzdem, oder genau deswegen, erinnert mich das sehr an LoveA. Das alles zusammen dann irgendwie ein bisschen Möbelhaus und ich bin genervt. Heisst aber nicht, daß es mir nicht gefällt. Da tauchen die Stimmen auf. Die den gesetzten Beat noch etwas mehr nach vorne treiben. Binden und an die Leine nehmen. Kräftig ziehen. 3 AkkordePunkSong halt auf einer Saite gespielt. Begeistere mich über die Manigfaltigkeit dieses Trios. Ja, genau, Trio sind drei. Hört sich an wie 5. „Wasted for the young“. Irgendwie gut!
Ach, dann kommt er endlich: der 2te Song. „NIWIDA“ geht weiter mit Rimshots, abgehackten Gitarren und Singalongs der Trierer Schule. Da kommen die Herren übrigens her. Hitpotential hoch 3. Wenn auf der Platte, die kommen soll, nur so Songs drauf sind….. Hui.
Umdrehen. AUßER ICH. Sie beginnen mit einem Sample aus den vielgeliebten Simpsons. Man ist ja inzwischen gemeinsam nicht-erwachsen geworden. Die Herren, übrigens auch ein Trio, haben mir im Interview der #3 etwas über ihr Verhältnis zu Samples aus Filmen erzählt. Der Sound hat sich über die beiden ersten beiden Scheiben kaum verändert. Viel Distortion, sehr melancholische Riffs. Sehr geil.
Doch so richtig in Fahrt kommt der ‚Sensenmann aus Oberbayern‘ erstmal nicht. Gefühlt passiert eine kleine Endlosigkeit lang nicht viel, bis er vom Strahl geholt wird. Doch da entwickelt sich in der Zwischenzeit ein musikalischer Sog, in den man sich auf keinen Fall ziehen lassen darf, um die äußerst literarische Geschichte mitzubekommen. Oder ihr hört die 7inch einfach so oft wie ich. Unterschiedlicher kann Punk heute nicht sein. Menschen, die etwas zu erzählen haben und nur einen Teil des schon desöfter erfundenen Rads benutzen, um weiteres hinzuzufügen. Die Distortion, die bei SENOR KAROSHI wenig ist, packen AUßER ICH doppelt drauf.
Knaller!
Und dann kauft ihr die Scheibe von AUßER ICH, die dieses Jahr noch erscheinen soll! Ach ja, und die von SENOR KAROSHI natürlich auch……
Und wer hier zwischen den Zeilen Kritik liest. Ja, da ist welche. Gerade deswegen finde ich diese Split 7inch bemerkenswert toll.
der postillensampler

review: SCHELM / die BRAUNEN RAKETEN Split 10inch

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Ich bekomme Musik aus der Schweiz. Punk aus der Schweiz.
Genauer kommen SCHELM aus Basel. Video am Start zu „warten auf godot
Gespannt wie ein Flitzebogen! Gegründet 2014 als Trio mit 4 Fäusten 😉
Der „Schelm“ ist ja jemand, der anderen Streiche spielt, ein Spaßvogel ist. Und dieser beschreibt sich selbst so: „Schelm sind nicht grossartig. Schelm sind nicht Kunst. Schelm sind lediglich Ausdruck und Ausgeburt des Lebens und der damit einhergehenden Gefühle, von Sehnsüchte und Ängsten, welche unser aller Alltag prägen.“

Und als ich die Platte auspacke, freue ich mich über eine 10inch. Ist ein besonderes Format. Außerdem hatte ich eine Single erwartet, als ich um ein Review gefragt wurde, da von einer EP die Rede war. Finde ich schon mal super.
Was dann aus der Rille tönt ist melancholischer Indipunk, der mich an meine lang vergangene Jugend erinnert. Auf dieser Seite also mehr Indi!
Ach, was war das schön damals!
Die Erinnerung läuft beim Hören wie ein Videoclip durch.
3, 4 Freunde unterwegs am Nachmittag, Sonne scheint, an der Tankstelle Sixpacks kaufen, Baggersee, rauchen, kiffen, trinken, in die Stadt, tingeln, mehr Bier, mehr Leute, feiern, Freunde treffen und die Zeit teilen. Genau das ist, was ich echt gerne mag.
Die Party ist gut, so richtig ziehen sie aber nie das Tempo an, brechen aus. Ich bin gespannt, wie das Live rockt. Fabians Stimme bricht ab und an nach oben aus, was der Musik echt gut tut.
Ich würde mir SCHELM gerne mal in Albumlänge anhören, die 3 Songs sind gut gespielt und hören sich echt gut an, sind mir aber zu wenig!
Also: ab ins Studio!

DIE BRAUNEN RAKETEN, die eigentlich auf Seite 1 die EP beginnen dürfen, bespreche ich erst jetzt, da SCHELM mit mir Kontakt aufgenommen hatten 😉
Auf der anderen Seite, der ersten Seite, am Anfang der CD, des Downloads (jaja, ich hör schon auf) ist also etwas flotterer, doch auch melancholisch eingetauchter Punk. Die Raketen gehen schon etwas mehr ab und haben mehr Druck und Tempo in den Songs. Diese Seite hat weniger Indi, also!
Welche solide gespielt sind, auch etwas ernsthafter. Im Grunde passt da alles zusammen.
Wer auf gut gespielten Deutschpunk steht, der ins Tanzbein geht und dabei Refrains mitsingen möchte, ist hier gut mit dabei. Ist aber nicht mehr so meins.
Ich träume lieber von meiner Jugend in Videoclipästethik!

Die Scheibe gibt’s hier

review: CAPTAIN PLANET – ein ende LP

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Ich las den Titel: „ein Ende“ und ich dachte sicher, wenn auch kurz, das selbe wie alle „nein!, die hören jetzt nicht auf.
Dann legte ich die Scheibe auf und wurde sofort mitgerissen. Die Kapitäne spielen ja in ihrer eigenen Tonlage. Ganz hoch oben.
Wie oft ich sie schon live gesehen habe, sicher ein halbes Dutzend Mal. Da haben andere sicher mehr auf dem Konto, doch für Fans jenseits des Weißwurstäquators gar nicht mal so leicht. Im Oktober kommen sie immerhin nach Stuttgart!
Nach der ersten Umdrehung habe ich eine Band gehört, die ich schon von den ersten drei tollen Alben, vor allem mag ich die „wasser kommt“ und „inselwissen“, kenne.
Nachdem die halbe Stunde ein weiteres Mal durchgelaufen ist, sitze ich da. Guck aus meinen Augen auf den Monitor und der Cursor blinkt. Die Lider zwinkern hinherher.
Die Songs lassen mich nicht gleich los. Wie ein guter Film, der langsam anfing und jede Minute seinen Sog fester um meine Gedanken schloss und mich am Ende ( 😉 ) irgendwo auf der anderen Seite des Wurmlochs in eine andere Dimension entlässt.
Geil.
Das Artwork wirkt erstmal sehr schlicht und ergreifend. Wenn man nun das Experiment startet, die Platte laufen zu lassen, das Poster oder das Cover aufstellt und sich das Bild anschaut, wie eins von diesen Artefaktvideos von Gurus bei utube, dann…. ja, dann…. ich sag nur Film! Wurmloch!
Geil.

Zum Abschluß noch 2 Worte oder so zu dem grandiosen DeluxePaket.
Die LiveCD bringt einem die saugute Stimmung ins Haus, die die Band und ihr Publikum mitbringt. Da wird mitgesungen, da wird sich gefreut und gejubelt. Einzig der Sound ist nicht so meins. Aber da bin ich auch einer derer, die sich die Bands lieber live ansehen, als das Live auf Konserve anzuhören!
Dann noch die Zusatz 7inch. Hey Leute, wie soll ich denn den Text lesen beim hören, wenn er auf dem Label steht und sich mit 45rpm schwindelig dreht. Also das müsst ihr optimieren, haha!
Nein, auch ein sehr schöner Song, der da drauf ist.
Der übervolle Aschenbecher auf dieser Single sided 7 inch, der sicherlich zu der Oma auf dem Plakat gehört, erinnert mich daran, daß ich nicht mehr rauche. Schon eine ganze Weile nicht.
Geil.
Obendrauf gibt’s noch eben jenes Plakat und einen Downloadcode für all das auf deinem MP3.

Jede Minute hat sich gelohnt, es war wie nach hause kommen und trotzdem eine Ecke entdecken, die man in 10 Jahren noch nicht genauer betrachtet hat.
Die Lyrics sind in einem großen Ganzen zu sehen, denn wie Arne dichtet: „Ja all die kleinen Dinge sind so groß, wenn man Haufen daraus macht.“

review: TIGER MAGIC – if nothing works out…

…at least i do!
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erstmal große Freude beim Anblick des Covers.
Was eine geniale Idee! Bandnahme auf dem Shirt und Titel auf dem Handydisplay.
Beim Öffnen und Herausnehmen dann noch das wirklich tolle Beiblatt mit seiner ganz eigenen Geschichte. Ein Sportraum, in dem alle Bandmitglieder irgendeinen Spökes machen. Überahupt das ganze Cover ist total liebevoll gestaltet!
Die Platte ist voll mit Alltagsgeräuschen, Geschichten mit und ohne Musik, Lautstärke, MidtempoPostPunk, Emo nennen es vielleicht manche, Pop mit viel Gefühl ohne zu nerven weil es auch im Radio laufen will „lucille“. Plötzlich geht es raus aus einem Song, der aber noch nicht zuende ist. Andere machen 2 Lieder draus. Hier geht ein Song schon mal 6 1/2 Minuten „runnin'“. Dann gibt es auch wieder sehr straighte Songs, wie das tolle „blown fuses“, „those summer nights“!
Das überrascht immer wieder.
Und läuft aber auch supergut bei offenem Fenster im Auto.
Das Ganze garniert mit dem tollen Gesang der beiden Sängerinnen.
Ich stelle fest, daß es noch eine weitere Scheibe gibt die da heisst „crush on you“ und von 2013 ist. Will ich auch haben 😉
Beide Platten sind in Coop mit dem tollen Label TiefInMarcellousSchuld rausgekommen
Was soll ich noch sagen:
die Scheibe läuft und läuft!
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