interview / review: THE SWINGKID FANZINE #5

mal was anderes, mal was Neues!
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Gunter, den Macher des SWINGKID FANZINEs habe ich vor einer Weile online kennengelernt! (FB)
Ich glaube, ich hatte auch schon mal eine der älteren Ausgaben in der Hand. Auf der einen Seite schade, daß das Heft so selten rauskommt, auf der anderen Seite tut das all den Bands und Stories gut. Deshalb kann ich mich vor Freude auch kaum zurückhalten!
Die Bands sind aus den verschiedensten Ecken der Welt, mit den unterschiedlichsten Ansichten und Gründen, ihre (Punk)Musik zu machen. Marocco, Sri Lanka, Mexico und Kuwait; um nur einige zu nennen! Beigelegt ist eine CD mit der Musik der Bands. 2 Aufkleber, die in jedem Heft verschieden sind.
Interviews, Stories, Bildergeschichten, ein Kreuzworträtsel, alles in Farbe, da kann einem nicht langweilig werden!
Da dachte ich statt Werbung in Form eines Reviews zu machen, mache ich euch durch ein kurzes Interview mit Gunter vielleicht sogar ein wenig neugieriger!
Das Heft bekommt ihr über die FB-Seite oder bei mir (PN).
Moin Gunter!
Erzähl erstmal was das SWINGKID ist und wie lange Du für die aktuelle Ausgabe #5 gebraucht hast!

Moin Felix, das „Swingkid Fanzine“ ist ein Heft mit dem Anspruch ein globales, unabhängiges Fanzine für Musik und soziale Themen zu sein. Es gibt einige Aspekte, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind: Das irgendwie nicht zum Mainstream gehören, der Versuch es tatsächlich global zugänglich zu machen, die Suche nach Neuem und Kreativem, die Ablehnung von kommerziellen Aspekten, Humor. Ausgangspunkt ist immer wieder Punk.

Ich habe an der letzten Ausgabe etwa neun Monate gearbeitet, allerdings ist der Vertrieb, der sich immer etwas hinzieht, nicht mit einberechnet.

Machst Du das Heft allein?

Ja und Nein. Ja, weil ich alles plane, durchführe, suche, bezahle, etc. und nein, weil die Antworten für Interviews und die Kolumnen von anderen geschrieben bzw. zur Verfügung gestellt werden.

Was hast dich dazu bewegt, dein Heft als, nennen wir es Paper-on-demand, rauszubringen?

Paper-on-demand ist es eher nicht, es gibt 108 Exemplare in Papierform und die Möglichkeit, sich das Heft herunterzuladen. Sollte es einen größeren Bedarf geben, kann ich natürlich nachdrucken, aber dafür müsste das Angebot dann so gut sein, dass es wenigstens die Kosten trägt.

Du machst ein sehr internationales Fanzine, wie findest du Kontakt zu all den Bands aus Marocco, Uruguay, Vietnam – bist du viel unterwegs?

Nein, Reisen geht leider nicht häufig, obwohl ich drei weitere Reisen unternommen habe. Der überwiegende Teil ist Internetrecherche – und ich bin natürlich schon ein paar Jahre dabei und habe entsprechende Platten und Erfahrungen.

Was war der bislang am schwierigsten herzustellende Kontakt?

Generell gilt: Alle Kontakte sind schwierig. Vom Zeitaufwand muss man sich das so vorstellen: Aus ein bis zwei Stunden Internetrecherche entspringt eine Band, die man hören kann.

Es gelten bei mir folgende Kriterien: Die Band beherrscht ihre Instrumente, es gibt hörbaren Gesang, eine gewisse Eigenständigkeit und Kreativität ist vorhanden, es wird kein rechter/radikaler Müll verbreitet.
Von den gefunden Bands ist etwa die Hälfte noch aktiv. Von diesen Bands antwortet etwa ein Drittel. Ich frage entweder an, ob die Band/das Projekt ein Interview geben oder einen Song beisteuern will. Jetzt beginnt der frustrierende Teil: Ich verschicke eine Erklärung, was das Swingkid-Fanzine ist und Fragen. Jetzt heißt es warten. Normalerweise verliere ich etwa die Hälfte der Kontakte – die Bands haben zwar zugestimmt, aber dann wird der Kontakt einfach abgebrochen. Das kann sehr frustrierend sein, bei der jetzigen Ausgabe hatte ich gleich am Anfang drei Abbrüche. Oft reichen schon kleinste Fehler, z.B. das man nach einer „normalen“ E-Mail fragt, etc. Es kommt eigentlich nie vor, dass es Rückfragen oder Erklärungen gibt, sodass man dann einfach dasitzt, noch einige Male hinterherschreibt und es dann sein lässt. Bei den übrigen Bands hat man dann noch die Arbeit, mehrfach nach Bildern bzw. Songs für die beiliegende CD zu fragen. Ein großes Problem ist es oft auch, noch einmal nachträglich Fragen zu schicken, da diese unter Umständen nicht beantwortet werden. Und dann verschickt man die fertige Ausgabe – und nur etwas mehr als die Hälfte der Bands meldet sich noch einmal. Insgesamt also ist es eine sehr schwierige Angelegenheit, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Letztlich ist es aber auch wiederum gut: Am Ende bleiben herausragende Projekte übrig!

Welche Highlights bekommen denn die Leser in Ausgabe #5 unter die Augen?

Zuerst einmal gibt es eine großartige CD als Beilage mit vielen, vielen Highlights. Bei den 10 interviewten Bands/Projekten möchte ich keine/s herausheben. Ich bin optisch mit dem Heft zufrieden, weil es eine deutliche Weiterentwicklung ist gegenüber der #4. Es gibt jede Menge kurzweilige Sachen: Ich habe versucht, es keine Bleiwüste werden zu lassen. Ich finde die Idee mit Briefmarken zu arbeiten großartig. Und es gibt Aufkleber. Ansonsten: 80 Seiten in englischer Sprache mit Bands von Orten, von denen du noch nie etwas gehört hast. Ein Heft, dass am Ende seinen Weg in mindestens 30 Länder gefunden hat. Ein Heft, das man nicht am Zeitungsstand findet, sondern das man suchen muss.

review: OIRO – nur ein Augenblick (digital)

Ich rede da gar nicht lange rum, zitiere den Taxt, der auch auf Bandcamp/Homepage steht.
Ziemlich klasse, daß die Jungs von OIRO das gemacht haben, ich habe bei ersten Hören direkt ne Gänsehaut bekommen. Die beiden Afghanen Hamid und Saijad singen wirklich klasse! Ein Track ist von OIRO, einer von den beiden Flüchtlingen!
Hut ab! Super Sache!
In einem anderen Threat hatte ich schon die Videos besprochen, die OIRO gerade vermehrt in den Äther schicken! Unbedingt anschauen!

ASYLPOLITIK UND JUNGE GEFLÜCHTETE

OIRO in Gemeinschaftsproduktion mit Hamid und Saijad aus Afghanistan

OIRO veröffentlichten digital die Songs „Nur ein Augenblick“ und „Seltsames Gefühl“!

Die Songs entstanden gemeinsam mit unseren Freunden Hamid und Saijad, geflüchtet aus dem Kriegsgebiet in Afghanistan. Geduldet warten sie auf ihren achtzehnten Geburtstag und die Abschiebung in ihr sicheres Herkunftsland.

OIRO unterstützt damit das Projekt „future me – no border“ und betrachtet die Veröffentlichung als Position gegen die restriktive Asylpolitik Europas.

Für eine Welt ohne Grenzen!

review: HASS AUF ALLES EP (randomdirtshop)

Mutti, ich hab da was im Internett entdeckt!
Finde ich total gut und brauche Taschengeld, denn:
hier gibt es richtig gute Mucke UND was zum anziehen!
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Erstmal entdeckte ich HASS AUF ALLES. Man ist das plump, dachte ich mir, das kann ja nur Deutschpunk sein. Oder sowas.
Es ist: oder sowas.
Laut, schnell, ins Gesicht, auf die zwölf, pissed, female fronted, und es gibt es auf MC.
Erste ist ausverkauft (verdammt.) Zeite EP hat viel weniger Lieder, ist aber genauso gut.
Musikalisch ist das keine generationen umwälzende Erneuerung, textlich liegen HASS AUF ALLES aber ziemlich klar auf meiner Schiene. Wie ich aus diesem Satz wieder rauskomme, weiß ich auch nicht; ich mach halt mal nen Punkt.
Ich habe zuerst in die #2 reingehört. Mit dem Sample aus „absolute giganten“ hat mich die Band sofort gefangen!
Es geht sofort auf 180 los und ich denk so: „alter, ist das angepisst, die meinen das total ernst“ Ein Glück ist das Leben etwas, was man mit einem zwinkernden Auge betrachten kann und bei der Textzeile:

„keine sorge mir geht es gut
auch wenn ich nicht so ausseh
ich brauche keinen schmuck
ich trag nur augenringe“

Komme ich nicht umhin, mich zu freuen.
Und bei jedem weiteren Song feiere ich die Band mehr. Super!

Ich rolle mich so durch die Seite und entdecke Links (finde ich total gut, daß die Dinger nicht ‚Rights‘ heißen)
Einer schickt mich zu randomdirt.de!
Es gibt MC’s von HASS AUF ALLES und Shirts und Prints und noch ne Band. Die heisst „…is dodleijk“ Was immer das heissen mag. Aber das Logo mit dem Totenkopf ist super. Und die Mucke ist Trashpunk, der die bayerische Bierkultur auf die Strasse kippt. Es geht ums squattern, den täglichen Menschen in seiner grauen Welt.
Das ganze ist in Zusammenarbeit mit KINK Records entstanden und auch käuflich zu erwerben.
Außerdem noch Videos zu den Bands und anderen Projekten.

Schöner DIY Laden mit allem, was man für nen schmalen und fairen Taler erwerben kann!
RANDOMDIRT

review: KAPTAIN KAIZEN – einatmen, ausatmen CD

Da läuft diese Scheibe nun schon seit Wochen bei mir rauf und runter, 2 Tracks sind auf dem aktuellen Sampler der Ausgabe 4 – und plötzlich tritt Schweiß auf meine Stirn. Habe was vergessen: den Review!
Hier also nun endlich einige wohlfeile Worte:
KAPTAIN KAIZEN, eine Punkband die ausm Südwesten kommen. Die Gitarren sind tief in die NDW-Plattensammlung des Vaters gefallen, das Schlagzeug treibt sie flott nach vorne, der Gesang mehr ein weiteres Instrument, den schrägen Tönen noch eine Synkope hinzuzufügen. Die Texte tiefgründig doch nicht oberschlau. Es geht ums Leben, es geht um Menschen, es geht um den Irrsinn zwischen 2 schiefen Harmonien.
Bevor ich mich nun überschlage vor Freude, schlage ich noch zwei Mal in die Hände!
Wieso hat das niemand auf Platte rausgebracht?
Die ersten Songs treiben noch mehr, doch nicht alles ist windschief auf dieser tollen Platte! Ich höre da in Momenten auch mal das Indigenäsel von SPORTFREUNDE STILLER oder die Sehnsucht von TURBOSTAAT. Einige Wechselgitarreneinsätze erinnern mich an NICHTS. Ich werde mal nicht 30 Minuten angepisst angeschrieen, wie das einige Bands gerade bevorzugt machen. Das ist toll!
Viel Abwechslung. Wenig Verzerrung. Lo-Fi Indi Schrubbel Punk.
Unbedingt anchecken!

konzert: ARTCANROBERT 25.03. KUBALLA / KRANK / atmen, weiter… / COLD KIDS

watn Line-Up!
KUBALLA aus Ludwigsburg, COLD KIDS aus Bamberg, ATMEN, WEITER… aus Landau/Mainz und KRANK aus … Münster oder so.
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Es starteten die COLD KIDS mit ihrem treibenden Synthiepunksound und dem fordernd, gestikulierenden Sänger Hobel.
Das ging gut nach vorne! Die 7inch, die letztes Jahr rauskam, habe ich ja besprochen! Wir haben dann auch noch ein Interview nach einem bretternden Set gemacht. Gibt’s dann ganz bald in Ausgabe 5 zu lesen! Reingucken!
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dann: atmen, weiter… ich kann nur sagen: endlich mal wieder. Oli hat ja eine Zeit bei burn/it/out gespielt, die es nun eine Weile nicht mehr gibt. Und desöfteren Konzerte im Fatal zu Landau organisiert. Die waren immer toll, trotz oder gerade wegen der kleinsten Bühne im ganzen Bundesgebiet!
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eine sehr emotionale Show, die da Oli und Höbi, die beiden Gründer, mit ihrem neuen Bassisten Jan nach vorne gespielt haben. Viele neue Songs, die noch nicht auf ihrem 4-Track Demo von 2013 sind/waren. Dafür gibt es Neues auf die Ohren, die Herren haben aufgenommen und suchen aktuell ein Label für ihre LP!
An Startnummer Vier der heutigen Hitparade waren die Ludwigsburger KUBALLA.
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Ich kann schon fast sagen „wie immer“ da es die sicher 7te Show ist, die ich mit ihnen sehe: top!
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Tom shoutet seine angepissten Lyrics quasi im Blingflug. Dazu rockt Matze die Songs als lockere Fingerübung, Martha bringt die weiblichen Note(n) aufs Griffbrett, Nicholas brettert den Bass und Martin passt auf, daß er sich keine Blasen und Schrunden an den Händen holt. Insgesamt sehr laut, was wohl am Mischer lag. Gar nicht daran, daß das Punkrock ist.
Apropos Punk: zum Abschluß gab es dann die Punkrocker von KRANK auf die Augen und Ohren.
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ich kannte sie bisher aus dem Katalog des Labels this charming man, das bisher nur eine Hitband in meine Ohren getrieben hat: FREIBURG! Alles andere ein wenig noisig, sperrig. Nungut. Ein anderes Blatt!
KRANK waren erstmal wie ein Alien, da sie komplett klaren, mit sehr deutlichen Messages gespickten Punkrock spielen. Der hat auch seine Ecken und Kanten, ist aber Punk und nicht so artsfartynoisy. Mit neuem Album „ins verderben“ im Gepäck!
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Sänger Jan kloppt eine Wahrheit nach der anderen raus. Läuft aufgeregt vor der Bühne hin und her (der schwarze Schatten vor Schlagzeuger Ramon). Die Band ist ziemlich spielfreudig drauf und kloppt einen Punksmasher nach dem anderen raus, ohne eine allzulange Biertrinkpause einzulegen.

Top Abend.
Ich hoffe, das Artcanrobert bleibt uns noch lange erhalten…. man weiß es ja nicht so genau, wann das Neubaugebiet gegenüber fertig ist und Lärm unerwünscht……

review: BLANK WHEN ZERO – taped TAPE

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Vom kleinen, feinen Label KEEP IT A SECRET aus Mainz kommt hier ein Tape von der Band BLANK WHEN ZERO, ebenfalls aus der Mainzer Gegend.
Ich hatte schon mal in den einen oder anderen Release von KEEP IT A SECRET reingehört allerdings noch nicht meinen Lieblingssound gefunden. Und dann das: losbrettern, abfahren, 1, 2, 3, 4 in Hochgeschwindigkeit. Hardcorepunk der aber nichts mit den Nietenmeeren auf irgendwelchen Lederjacken zu tun hat. So zumindest mal auf dem neuen Album „taped!“ aus 2016.
Wenn man sich aber ihr Gesamtwerk, wie auf dem vorliegenden Tape, durchhört, merkt man schnell, daß BLANK WHEN ZERO ein Trio sind, daß die Parts abbrennt wie ein Feuerwerk. Ein Rauschen in den Ohren der Walfische, für den geneigten Hörer Hit an Hit. Zwischen Amen81, früheren Tool und NeinNeinNein. Sag ich mal so als Musikjournaillenstudent.
Alle Aufnahmen sind einwandfrei aufgenommen und eingespielt. Gut gemachte Schnipselcover immer am „goldenen Schnitt“ vorbei.

Auf dem Tape sind die Songs vom Album „taped“ „blank“ „einerseits“ und „konsumrauschen„.
Alles aus den Jahren 2010 bis 2016.

Dieses Tape ist die erste Magnetbandveröffentlichung beim Label. Bisher Vinyl und CD. Somit das Portfolio erweitert, gute Idee!
KEEP IT A SECRET

review: DxBxSx – wer will das denn (LP, CD, MC, DC)

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Die Band ist aus den formerly known as DRIVE BY SHOOTING hervorgegangen. 2009 suchten die Verbliebenen händeringend einen Trommler und fanden auch einen. Sie ersetzten einen Haufen Buchstaben durch ein X im Namen und auch das Englische wurde gegen nun deutsche Lyrics eingetauscht.
Diese deutliche Verbesserung in Punkto Sprachverständlichkeit führte direkt in einen Rio Reiser-Vergleich. Wobei ihr Fashion Style sich schon klar abhebt von den 70er Jahren. Ist eher so ein Edel-Rocker-Look a la Berlin, wa!
Die Musik spielt im Rahmen der benannten Berliner Schnoddrigkeit auf sehr hohem, schweißtreibendem, Schweinerockniveau.
Was wiederum die frechen, wortwitzigen, punkigen Texte von Sänger und Gitarrist Angel konterkariert und ins Punkige treibt. Die schnoddrige Art mit der der Bass von Tim (auch bei der Band „blutige Knie“) malträtiert wird (schön in den Videos zu sehen) ist absolut Outstanding Stuff. Oder? Nö, kenn ich schon vom KYUSS Bassisten. Oder NIRVANA.
Verdammt, doch alles nur geklaut? Oder kann sich da nur keiner mehr dran erinnern, weil so lange her?

Energie, Punk, Stoner, passt alles zusammen.

Hört mal selbst rein – neues Album „wer will das denn“ ab dem 28.04. zu haben.
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Oder, auch geil: LIVE
22.04. Nürnberg Kunstverein
05.05. Magdeburg HOT
06.05. Berlin Cassiopeia (Record Release Party)

nur glotzen, aber nicht anfassen:
herrlich schräges, durchgeknalltes Video zu Berghain
monstercooles VFX-Kino zu „ihr! alle! immer!

konzert: ARTCANROBERT 11.03.2017

Endlich mal wieder das Artcanrobert. Mein liebster Club in der Gegend und immer eine Reise wert!
An diesem Abend 4 Bands:
als erstes spielten AS TIME RUNS OUT, eine richtig, echte Newcomerband aus dem Artcanrobert!
 photo IMG_2086_zpsqwriieua.jpg sofort gelang mir ein mystisches Pic. Heavy, growling, ein wenig rumpelig noch. Vor allem laut ham se gespielt. War super!
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Nach AS TIME RUNS OUT spielten weitere Artcanrobert-Hasen nämlich: KRASSER FAHRSTIL.
Ich ging kurz Backstage, während sie aufbauten und ich muß schrecklich ausgesehen haben, beim fotografieren:
 photo IMG_2103_zpslxoujvno.jpg Der Trommler vom den MEAT BALLZ erschreckte sich heftig und drohte mich mit einem französischen Baguette zu erschlagen.
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Die Band, die im letzten Jahr einige Besetzungswechsel hatte, hat sich nun gefunden und spielt Punk mit ziemlich klaren Wurzeln im Deutschpunk. Gute Lyrics, nach vorne, Melancholie.
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In der neuen Printausgabe (nächste Woche im persönlichen Handel erhältlich) ein kurzes Interview mit den Herren Markus und Juki (beide Gitarre).
Danach die famosen pADDELNoHNEkANU.
Aus meiner Sicht ein feines Konzert, wir nehmen ja gerade auf, haben kaum geprobt, dafür als Zugabe die Coversongs fürs Jubliäumstapes gebrettert: Boxhamsters – Konflikt / EA80 – Tote Puppen / Dackelblut – Frisör.

Zum Schluß dann ein Grunge / Hardcore / Stoner Gewitter der Karlsruher Combo MEAT BALLZ.
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Ganz klar: es ist Grunge! Ich habe diese Spielart schon lange nicht mehr auf einem Konzert gehört. Super. Vor allem laut!
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Elegische Stonerparts – nach einer Stunde Spielzeit kam es mir so vor, als ob die Band maximal 6-8 Songs gespielt hätte.
Und danach spielten sie noch mal eine Stunde.
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Jedenfalls hat sich der Baguetteattentäter erfolgreich hinter seinen Haaren versteckt.
Ich hab ihn nicht wiedererkannt.

review: V.A. Kinderheim St. Maria Josefa, Peru Benefit 12inch LP

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eine Bombenaktion!
Mal ganz abgesehen von dem klasse Line-Up, was sich da für einen Abend versammelt hat und auch noch diese Platte zusammen rausgebracht hat. 4 Mal feinster, deutschsprachiger Punkrock!
In Kooperation mit my45 (presswerk) schäl sick (veranstalter) und angry beard (layout) und antikörper export / pressure an ink (siebdruck auf der b-seite)
Ich fasse mich kurz, denn ihr dürftet merken: ich bin begeistert.
zu DUESENJAEGER oder DISCO / OSLO muß ich den meisten ja nichts mehr erzählen. Zu AUßER ICH sei gesagt, das sie auf dem Sampler #3 mit drauf sind, wer reinhören mag. Und mit GIULIO GALAXIS kann das noch was werden 😉
Die Platte ist entstanden, um ein Kinderheim in Peru zu unterstützen.

Infos zum Kinderheim:
Das Waisenhaus „Albergue de Niños Santa Maria Josefa Ferreñafe“ liegt in Ferreñafe, eine kleine Stadt im Norden Perus.
Hier leben durchschnittlich 20 bis 25 Kinder im Alter zwischen 0 und 7 Jahren. Das Kinderheim kümmert sich hauptsächlich um Straßenkinder und Kinder von StraftäterInnen die Ihre Kinder nicht mehr versorgen können. Viele von ihnen haben Missbildungen oder Traumata aufgrund des oft hohen Drogenkonsums ihrer Eltern während der Schwangerschaft.
„Es kam auch schon mal vor, dass Babys zu uns gebracht worden sind, die zuvor in einem Mülleimer gefunden wurden“, so die Heimgründerin Maria, die vor fünfzehn Jahren von Spanien nach Peru ausgewandert ist und das Heim gründete.

Das Waisenhaus wird von Nonnen geführt, die sich rund um die Uhr um die Kinder kümmern. Unterstützung vom Staat oder Kirche bekommen sie nicht, das komplette Waisenhaus finanziert sich ausschließlich über Spendengelder. Ob Babymilch, Windeln oder Medizin – es wird dringend Hilfe benötigt.

über die FB-Seite von SchälSick sind noch einige Platten zu haben!
und hier die Veranstaltungs-Review vom Abend des release / PUNKEVAL bei Bierschinken!

konzert: mein Festivalsommer

(schon ein paar Tage her, habe den Bericht aber gefunden und nun soll er ins Netz. Ich fands nämlich toll da:)

Der etwas andere Livebericht zu RedHotChiliPeppers @ RockImPark

Zum 9. Geburtstag wünschte sich unser ‚Mittlerer‘ eigentlich einen Konzertbesuch bei Revolverheld. Nicht meine Mucke. Trotzdem mal geguckt und festgestellt: die machen dieses Jahr nur so Akkustiknummern. Scheißteuer und Noah will ne rockende Band. Laut und echt.
Eine Weile später, kam mit einem alten Freund eine Lösung ins Haus geflattert. Wir unterhielten uns, auch über Noahs Wunsch, und kamen auf die Chili Peppers. Der, kleinste gemeinsame Nenner im Hause, denn der Große und meine Frau finden sie auch gut. Spielen dieses Jahr aber nur OpenAir. Das sei kein Problem, sagte mein Freund, er arbeite bei RIP, er bringe uns rein. Klar, dachte ich. 2 Erwachsene, 2 „kleine“ Kinder zwischen 70000 aufgebrachten Jugendlichen. Klang nach einem Plan.
Wir also um Altersgrenze und fehlende Tagestickets gekümmert. Freund um begehrte Bändchen. Dann kamen die ersten Nachrichten. Unwetter. Viel zu viel Regen. SouthSide kurz vor dem Untergang. Die Zeit wurde knapp, denn Sonntags waren RHCP die Headliner und RockAmRing brach das Festival ab. Und RockImPark?!?!? Sonntagmorgen kam die Entwarnung: in Nürnberg wird weiter gerockt. Folglich Stullen geschmiert, ab ins Auto.
Wir fuhren durch ein krasses Gewitter, was uns auf 30 km/h auf der Autobahn verlangsamte, kamen heil an. Unsere beiden Jungs kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Lauter halbwegs Betrunkene am Strassenrand. Einstürzende, halb verfallene Zelte. Irrwitzig laute Musik aus 100ten Boxen. Migranten, die die leeren Pfanddosen und -flaschen einsammelten. Eine Schlange am Eingang. Menschen über Menschen. Uns Erwachsenen fällt das nicht mehr so auf, doch Kinderaugen fallen Dinge auf, die wir übersehen, nicht sehen wollen.
Und dann erklär das mal….
Ein Security nahm sich im 2ten Wellenbrecher gleich unser an. Wir bekamen quasi Sitzplätze am Wellenbrecher; und falls irgendetwas sei: melden 😉
Überhaupt fiel meiner Süßen und mir auf, wieviele Menschen uns anguckten. Manche mit dem Tantenblick ‚das könnt ihr den armen Kindern doch nicht antun‘. Manche mit dem typisch deutschen Skepsisblick ‚erzähl mir nicht, daß die Kids freiwillig hierherwollen‘. Sauviele aber freuten sich mit uns. Fragten die Jungs, wie es ihnen gefällt und welche Band sie denn gut finden.
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Apropos Musik: wir sahen die DEFTONES gegen 17 Uhr.
Meine Söhne waren nicht so angetan von dem Slomo-Rock, dem Jammer/Schreigesang. Ich mochte die Hits ’shove it‘ und ‚my own summer‘ echt gerne hören. Die neuen Songs leider etwas belanglos. Der Wind wehte durch die Haare des Gitarristen, dessen Gesicht man nicht ein einziges Mal sehen konnte. Hochprofessionell wurden Gitarren während der Show getauscht. Ich hatte das Gefühl, daß der Funke auch nicht wirklich auf das restliche Publikum übersprang.
Danach kamen BILLY TALENT. Die riesige Leinwand zeigte an, daß sie weit über eine Stunde spielen würden. Ich dachte nur: ‚och nö, doofe Kiddie-Musik‘. Dann legte die Band los. Und ich war platt. Erstmal viel mir der saugute Drive auf, den Bass und Schlagzeug haben. Dann erzählte der Sänger mit der IronMaidenQuengelstimme, daß es die Band nun bald 20 Jahre gibt. Ups. Einige Songs hatte ich auch schon mal dudeln hören. Und dann fiel mir das Spiel und die Gitarre auf. Die runtergespielten Bünde der Fender. Sofort hatte ich das Bild eines Menschen vor Augen, der mit seiner Klampfe, seinem Baby, in allen Lebenslagen, unterwegs ist. Mit der er übt, die er pflegt, mit der er schläft, aufnimmt und sogar auf große Konzerte mitnimmt. Mal abgesehen von den langsamen Nummern und der Stimme hats mir überraschend gut gefallen. In jedem Fall sind meine Jungs jetzt Fans!
Dann eine schier endlose Pause bis zu den ChiliPeppers. Großartig. Wir hatten sie 2003 schon gesehen. Damals noch mit John Frusciante an der Klampfe. Den ‚Neuen‘ haben sie aber inzwischen auch richtig gut eingespielt. Es war wieder eine Freude, die Herren auf der Bühne rumspacken zu sehen. Flea lebendig und hüpffreudig. Anthony mit seiner Pornoleiste. Chad mit einem packenden, wie auch eigenständigem Schlagzeuggroove. Natürlich waren ein, zwei Hits dabei. Doch spielten sie viele Songs der letzten beiden Alben. Alben, die wir nie gehört haben. Songs, die leider nicht mehr alle denn geilen Drive der 1990er Alben haben. Aber sie spielen.
Bei der ersten Zugabe machten wir uns auf den langen Weg zurück zum Auto, um dem möglichen Stau am Ende eines solchen Festivals zu entgehen. Am nächsten Morgen war ja schliesslich wieder Arbeit und Schule angesagt.
Dickes Bussi 😉 an meinen Kumpel, der das möglich gemacht hat!
Vorbei an menschenleeren Müllhalden von noch kaputteren Campinggegenständen. Viele Menschen lassen ihren Scheiß liegen und verschwinden am Ende des Festivals. Und während noch eine Hart&Heftig Metalcombo von der kleinen Bühne unseren Rückweg zum Auto beschallte, waren wir noch berauscht, allein von der Musik!
Ein famoser Tag. Einzigartig für die Jungs. Mehrfach übergrossartig.

F I N

Am nächsten Morgen kamen wir natürlich kaum aus dem Bett. Jedenfalls meine Süße und ich. Die Jungs sprangen schon wieder munter in die Klamotten und in die Schule. Allerdings merkten wir dann nachmittags, so gegen 17 Uhr, das ihnen etwas Schlaf fehlte!