LP: duesenjaeger – solaire

Lange habe ich mir Zeit gelassen, die kleine Tour verpasst; ja, irgendwie war ich ein bisschen müde, nachdem ich Duesenjaeger in Freiburg und im P8 Karlsruhe gesehen hatte.
Es ist dann doch recht oft der selbe Stiefel an Tempo, der durchgedrückt wird. Da schau ich mir dann doch auch mal ne neuere Band an.

Und an diesem Punkt überrascht die neue EP von Duesenjaeger dann doch!
„solaire“ bringt fünf neue Stücke auf zwei Seiten verteilt.
Letztes Jahr aufgenommen, komplett fertig gestellt und schon zur Tour im Oktober käuflich zu erwerben.
Das tat ich via flight13.

Mit „kantholz“ legen sie mit einem Song los, der gut auf jeder Platte vorher hätte schon stattfinden können. Auch die Snare und Basedrum haben so einen Signature-sound, der halt eben das Klangbild von Duesenjaeger ausmacht.
Die Melancholie mochte ich immer sehr.
Die Weiterentwicklung findet, wie bei andern Bands, die da immer groß drüber sprechen, hier nicht statt. Es sind eher Nuancen, kleine Schlenker, die ein paar Nuancen Grau herausarbeiten (ein Bezug auf das Covermotiv).

In Punkto Riffs „dekadenzdisko“ denke ich eher an Manowar, wäre da nicht der typische Gesang und die Melodie auf der Gitarre.
Bis hier hat sie mich also noch nicht, die Platte.
„niemandsland“ ist ein Song gegen Krieg, der mit wenigen Worten das umschreibt, was auch ich denke!
Auf Seite zwei sind nur zwei Stücke, „am ende“ noch bei 3 Minuten, während sie mit „solar“ dann knapp an die 7 Minuten rangehen. Ein echt besonderes Riff, was eine Drehung im Riff hat, die man nicht gleich nachvollziehen kann.
Find ich richtig gut!
Doch ja, die zweite Seite gefällt mir echt gut.
Und es ist nun wirklich nicht die Überplatte 2025 gewesen. Ich habe aber auch das Gefühl, dass das Duesenjaeger gar nicht sein wollen! Auch das ist gut so!

Erschienen bei myruin. Ich habe die schwarze Variante, passt zum Artwork sehr gut. Gibt es in verschiedenen Farben in Kleinstauflagen zu haben.
Es sind von einigen älteren Releases neue Pressungen erhältlich!

konzert: SCHELM / OIRO / DUESENJAEGER @ wheit rabbit Freiburg 25.Nov.

Endlich mal wieder ne Band sehen, die ich schon zig mal gesehen habe. Endlich mal wieder mit Kumpels irgendwohin fahren. Leute treffen, neue kennenlernen, die bisher schon mal in der Postille auftauchten (SCHELM – Story in Ausgabe #4), einfach: Samstagabend mal raus.
Dann: Telefon. Das Folterinstrument Whattsapp sagt: „kann nicht kommen“ „kann heute nicht fahren“ … durch die Blume: keinen Bock.
Wie kann man auf OIRO keinen Bock haben? Oder auf DUESENJAGER?
Am Abend vorher mit noch mehr geilen Bands in Esslingen. Aber da musste ich Spätschicht arbeiten. Verdammt, ich will nicht allein nach Freiburg fahren. Ist dann doch schon ne Stunde Fahrt. Und ich will n Bier trinken! Oder zwei.
Normalerweise ist bei solchen Aktionen der Samstagabend im Arsch und man geht nirgendwo mehr hin. Diesmal kam ein rettender Anruf einer schönen Frau, die unbedingt mit mir auf diese Reise wollte. Also doch: hin da!

zuerst: SCHELM aus Basel die, wie sie selbst erzählten, sich quasi selbst eingeladen hatten, um die anderen Bands zu sehen. Ach so!
schelm
Liebenswerter Indipunk. Knackig vorgetragen.
Sorry, ich hatte n Bier in der Hand und war ausnahmsweise redefaul. Ich umarme euch ein ander Mal 😉
Die Herren haben übrigens eine Platte aufgenommen! Nach ihrer Split 10inch das erste Full-Length-Album. Wann kommt das?
oiro
zweitens: OIRO
Endlich wieder „gib mal Feuer Spiesser“ oder „lissabon“. Songs, die sich eigentlich immer im Set befinden. Und heute Abend auch gespielt wurden! War sehr gespannt auf die neuen Songs wie „das ist kein camping“ von der neuen Platte „meteoriten der großen idee„.
Alle Songs haben klasse funktioniert!
Texte zum abfeiern und mitsingen. Songs zum Bierduschen und zuhören!
Immer wieder geil, spielen leider inzwischen zu selten. Vor allem in Baden!
Der Weisse Hase füllte sich langsam mit jeder Menge Menschen, was der Stimmung im Laden echt guttat!
Zum Schluss, und drittens:
DUESENJAEGER
duesenjaeger
Ich hatte mich, wie ihr unschwer an den Fotos sehen könnt, keinen Millimeter von meinem Platz wegbewegt. Nach etwa 10 ihrer nach vorne treibenden Songs bin ich dann auch abgerauscht, da die Stunde Fahrt noch vor müden Augen lag.
Große Spielfreude bei den Duesenjaegern, auch hier: klasse Texte, tolle Songs, außergewöhnlich!
Es lohnt, jede Minute dabeizubleiben und sie hinterher an der Theke zu treffen.
Buntes Publikum in jedem Alter. Finde ich gut so.
Hätte gerne abschliessend ne Menge Merch gekauft… hab nur schon alles.
Weil es so super ist.
By the way: auch in meinem Bauchladen erhältlich, das Buch von Jonny Bauer, dem OIRO-Sänger. „scheiternhaufen

review: DUESENJAEGER – treibsand

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Was ich so liebe, sind die klitzekleinen Veränderungen, die man suchen muss.
Nein, die man finden darf!
Der erste Song läuft durch „woanders mit Dav“. Erst glaube ich, bei dem geradezu poppigen Gitarrenriff, das es größere Veräanderungen gibt im Düsenuniversum. Doch dann kommt der Wechsel und sie zeigen dem geneigten Hörer die erste lange Nase!
Überhaupt laufen die ersten 3 Songs sehr gefällig durch. Die Texte, wie immer, aufmerksam-machend. Und gerade als ich denke, daß auf der 10inch „leben lieben sterben“ auch der ein oder andere Ausbruch in flottere Fahrwasser dabei war, kommt das kurze und kackige „kehren vor den Bekehrten“. Mehr mag ich nun auf einzelne Lieder nicht eingehen, da soll noch was übrig sein, was euch auf dem Plattenteller noch mitnehmen soll und kann und wird! Kleines Ratespiel: an welchen Song erinnert euch das Riff von „Kreislauf“?
Was ich so liebe, sind diese kleinen Veränderungen, die sich manchmal nur in einem neuen Bild ausdrücken, die die Worte von Herrn Neumann erzeugen. „RÜCKSICHT KEINE TUGEND MEHR – NACH UNTEN NACHTRETEN.“ ganz schön aus dem Zusammenhang erissen, dies Zitat, doch ein gutes Beispiel für die Umbrüche in den Sätzen, halb gesprochen, ganz gedacht, den Gedanken nicht abgebrochen. Ihn sozusagen nur an den Hörer weitergegeben.
Die in ihrer Kürze schon elegischen Gitarrenparts, die in einer anderen Welt ein Solo wären.
Schön, das „Grabeland“ den Weg auf die Scheibe gefunden hat, der schon auf der gleichnamigen Split 7 inch mit Captain Planet war.
Zum Schluß schieben sie noch die Nachdenklyrics hinterher. Wer bin ich, was wollte ich bewegen, und was genau tue ich eigentlich jetzt. Gerade jetzt?

Danke Duesenjaeger.
oder hier.
hier ein aktuelles Interview (heisses Shirt, Herr Neumann!!!)