LP: ambulanz – …

„…“ ist auf der Seite gedruckt, was so viel bedeutet wie III (drei).
Ambulanz also mit ihren dritten Output, fünf Songs, die sie uns da schenken!

Bei „…“ handelt es sich laut Label um Art-Punk. Oje. Da denke ich sofort an eine Vernissage und möchte gerne das Kaviar-Artischocken-Soufflée wieder ausspucken.
Anfangs fetzt mich der Sound noch nicht. Zu viel Krautrock und Synthie.

Der Sound ist auch an diese Zeit angelehnt. Der Bass hat diese Mittendrin, die bei den Beatles schon genervt haben. Der Synthie klingt, wie auch der Gesang, als sei er die punkige Antwort auf die Bands, die das mit dem 70’s Rock zu Ernst genommen haben. Der Basslauf bleibt kleben wir Schwarze Afghane in den Dreadlocks.
Man merkt allerdings: Ambulanz haben richtig Spaß bei dem, was sie machen. Und das hört man ja nicht gleich bei jeder Band raus.
Dennoch: was machen sie?
Komplexen Garage-Punk. Sie haben schon ein gutes Tempo und bleiben da immer griffig. Zwischendurch auch mal vertrackt, nicht so leicht zu greifen.
Es mündet alles im Song „slime“ am Ende. Schönes Intro, richtig gut gespielt und endet in einer Geräuschorgie, die gefühlt sehr lange andauert, bis sie nochmal einen Stück Lied kredenzt.

Mir gefällt die Platte besser, als das Tape davor. Das Artwork ist sehr sehr bunt, allerdings auch unübersichtlich, so ohne Bandnamen, Titel nicht zu erkennen, kein Textbeiblatt. Ja, im Grunde wünsche ich mir das von jeder Band. Wenn schon Vinyl, dann haut mir euren Shit auch um die Ohren!
Robuster Release.

Für richtig entspannt 10€ auf der BC Seite zu erstehen. Schwarzes Vinyl!
It’s Eleven Records.

LP: yass – feel safe

Die neue LP von Yass beginnt mit einem Songs, den es schon als erstes Video gab. „in the basement“.

gemeinsam mit dem zweiten Song „got hurt“ fangen Yass sehr fiebrig an, was sie im Grunde auch live ausmacht.
Sie fangen auch dort an, wo sie beim letzten Album aufgehört haben.
In jedem Fall gehen die stampfenden Beats hart ins Bein. Zappelfaktor garantiert.
„suit“ eine, gewissermaßen, ruhigere Nummer.
„nobot“ – auch als video erschienen – man muss sich an diesem Punkt dann doch mal wieder in Erinnerung rufen, dass die Band nur aus zwei Menschen besteht. Drums und einem Wahnsinnigen! Dieser spielt Gitarre, spricht seine Lines ins Mikro und programmiert noch die ganzen Synthy-Sachen, die zugespielt werden.

Yass sind in ihrer Art unglaublich kreativ. Und in dem Synth-Noise-Gitarren-Spektrum wohl ziemlich alleinstehend.
Seite zwei – mal kurz & knackig zusammengefasst – der Titeltrack „feel safe“ ist mit der schnellste Song.
Insgesamt wirklich ein, in seiner überladenen Schlichtheit, sehr sehr gutes Album.

Grafik-Design von Fabian Bremer. Erschienen bei Crazysane Records.

MC: komfort – tristesse

Name und Titel sind ja schon mal ein ausgesprochen gutes Paar:
Komfort Tristesse.
Ein Tape haben die Herren rausgebracht mit sechs Songs. Ich hab das Tape einfach zugeschickt bekommen und freue mich immer über neue Musik, vor allem überraschende!
Und Komfort machen Synth-Wave. Was eine Musikrichtung ist, die mir nicht ganz so liegt, und ich fühlte mich auch erstmal von der Düsternis erdrückt.
Wenn man aber mal ein wenig zuhört, bekommt das schon einen gewissen Sog. Sie vermischen 80s Synth mit neueren Elementen. Fühle mich erinnert an die tollen Kurschatten.
Die Vocals werden eher atmosphärisch eingesetzt. Ab und an auch mal etwas flotter.
Mir gefallen „zerrissen“ „blind“ und auch das letzte Stück „suffocate“ ist ein echt guter Rausschmeißer auf dem Tape.
Hat mir insgesamt ganz gut gefallen, auch wegen des wirklich gut aufgenommenem und gemischten Sound.
DIY.