review: KLOTZS – eine stadt / keine stadt DoLP

klotzs - eine stadt/keine stadt

Ganz groß ist das Artwork. Nein. Die Mucke. Ne, die Texte. Ach was: das ganze Zusammenspiel!
Ich habe die Herren erst mit ihrem vorvorigen Release, der 10inch „schwarzer Planet“ kennengelernt und gefeiert. Auch das Konzert im Artcanrobert war voller Spielfreude und Lebendigkeit kaum zu übertreffen!
Wie schon erwähnt: sie sind doch noch zu zweit!
Irgendwann mal, vor vielen Jahren, startete die Band als Band. Dann wurden es immer weniger und der Sänger, der sich gerne hinter Kürzeln versteckt, deswegen hier mal kein Name, haha! Nun sind sie zwei. „IF“ und „PFFFT“.
Und das rockt und punkt und ist sperrig und melodisch und träumt vor sich hin. Gitarre und Bass in einem Instrument!

Wie auch immer.
Das vorliegende Album wird angekündigt als „das verschollene Album“, Songs die nie das Licht der Welt erblickt hätten, wäre da nicht eine naturbelassene DIY-Schönheit in Siegen unterwegs!
Auf drei LP-Seiten bekommt man wirklich ALLES, was KLOTZS‘ Spielfreude ausmacht. Punk mal schnell mal Midtempo. ElektroWavePunk. Noise- und Spieleskapaden. Kurz, mal lang.
Superklasse Texte mit Hirn; ohne endlose Wiederholungen mantrahafter Refrains, die erst nämlich erst dann zum mitsingen einladen, wenn man sie den geistig erfasst hat nicht, weil sie so superschlau daherkommen. Hoffe, ich habe das einigermaßen klar formuliert.
Das Gatefoldcover kommt mit einer Remineszenz an den „schwarzen Planet“ und einem Stadtpanorama zum aufklappen!
Allein die Titelgebenden Songs „eine Stadt“ und „keine Stadt“ spiegeln schon einen großen Teil des musikalischen Schaffens wieder.

„dieser ort ist für uns
so wie fast jede andere stadt
(…)
trost & ereignislos
auf die frage „wo kommt ihr denn her“
entgegnen wir
„wir wären gern von woanders,
doch wir sind von hier“

Einzig: der Song „deutschpunk 2.0“ beantwortet die Fragen, ob Punk nun Religion ist, DIY sein muss oder Hitparadenmucke sein darf, ob man Erfolg damit haben kann, darf oder soll, leider auch nicht final. Verdammt 😉

Die Scheibe gibts vom MAJOR LABEL und bei den Herren selbst zu bestellen. Selbstverständlich auch bei jedem anderen wohlsortierten Plattenladen.
Spielzeit: eine Stunde und eine Minute.

Autor: felixfrantic

post-deutschpunker. fanzine seit 2014. Gitarristin bei pADDELNoHNEkANU

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