Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis (in 2025 hatte ich euch nicht verraten, welches) Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!
Manchmal kann es unheimlich einfach sein, eine Band zu finden, die etwas macht, was nicht jede Band macht. Von Jule, dem Saänger und Gitarristen von HOW I LEFT hörte ich schon, da er desöfteren mit TOM MESS unterwegs ist.
Und da im beschaulichen Bühl ein Veganes Restaurant aufmachte und direkt mal ne Band dort spielte, wurde ich neugierig!
Das Restaurant von TIMO FRANKE lohnt sich und die Musik von HOW I LEFT sowieso:
PP:
Ihr habt eine CD raus (eure erste?) die „sniffing glue with frank sinatra“
heisst. Wie kommt sie an?
HIL:
Erstmal moin moin liebe Provinzpostille!
Ihr liegt goldrichtig- wir haben von Juli bis September 2015 in zig Nacht und Nebel Aktionen unsere erste CD aufgenommen und fertig gemacht. Quasi nahtlos daran sind wir dann mit der CD im Gepäck quer durch den Süden gezogen und haben hier und dort gespielt.
Ob und wie die Cd nun ankommt? Fühlt sich zumindest so an, als würde sie gut ankommen- steckt ja auch ne ganze Menge Herzblut drin. Im Dezember 2015 war die erste Auflage dann auch schon tatsächlich restlos vergriffen und wir haben die nächsten 40000 Stück geordert. Die gigantische Menge an Verkaufsgeldern haben wir dann in noch viel gigantischere Instrumente und Equipment gesteckt um noch gigantischere Aufnahmen zu machen und noch gigantischere Verkaufsgelder zu generieren und so weiter! Spass beiseite- die erste Auflage hatte ein Volumen von 150 Stück. Die waren im Dezember weg und von der zwoten Auflage sind zu unserer Freude auch schon wieder ne ganze Menge verkauft.
PP:
Wo habt ihr die aufgenommen, bei Nacht und Nebel?
HIL:
Die Frage nach dem Wo ist nicht ganz so einfach zu beantworten, da wir komplett alles selbst aufgenommen und gemischt haben. Die kompletten Schlagzeugspuren haben wir in unserem Proberaum aufgenommen. Den ganzen Rest- also die Gitarren, die Bassspuren, die Tasteninstrumente und den Gesang haben wirzum Teil im Proberaum in Karlsruhe, zum Teil in Kassel, zum Teil in Winden und zum Teil in der Wohnung in Karlsruhe aufgenommen. So wie es eben am besten gepasst hat und so wie wir eben Bock hatten. Eine der Ideen hinter „How I Left“ ist unter anderem die Idee einfach derbe viel selbst auszuprobieren und schlussendlich auch zu machen. Einzig beim Mastern, und bei der grafischen Umsetzung hatten wir unbezahlbare Hilfe von zwo dicken Kumpels!
PP:
Schreibt ihr an neuem Material?
HIL:
Die Konzertpause bis Ende April nutzen wir tats ächlich, um an neuen Songs zu schreiben. Außerdem haben wir auch begonnen, die zwote CD aufzunehmen.
PP:
Wie kommt man auf die Idee zu zweit Musik zu machen? Hat sonst keiner Bock gehabt mitzumachen oder habt ihr einfach keine Freunde?
HIL:
Wir haben einfach keinen Bock gehabt, dass noch jemand mitmacht. Freunde haben wir auch keine- naja den ein oder anderen vielleicht. Die dürfen dann zum Beispiel unsere Aufnahmen fantastisch mastern oder na
ch unseren wirren Ideen grandiose grafische Konzepte verwirklichen. Oder mit uns Musik machen. Live gibt es uns zu unserer großen Freude auch immer mal wieder zu dritt- dann haben wir den Nigel samt Tasten im Gepäck oder eventuell auch mal nen anderen Nigel, der dann auch mal nen Bass im Gepäck hat.
„How I Left“ sind aber erstmal die zwo Typen ohne Freunde (oder halt mit dem ein oder anderen!)- eben Jule Baetz und Michy Muuf.
PP:
Vereinfacht es das zu zweit sein, Songs zu schreiben?
HIL: Keine Ahnung- uns beiden fällt es jedenfalls leicht zu zweit Songs zu schreiben bzw. daran zu arbeiten. Wenns uns jeweils nochmals geben würden, würde es uns vielleicht dann quasi zu viert auch leicht fallen. Das Schreiben als solches geht bei uns immer ziem lich fix. Ist das mal nicht d
er Fall, dann gehen wir in dem Moment lieber ein paar Pils trinken. Beim nächsten Mal kla ppt es dann meistens wieder schneller! Bis die neuen Songs dann allerdings „rundgespielt“ sind und so rumpeln wie sie eb en rumpeln sollen, dauert es dann schon auch mal ne ganze Wei le. In dem Fall trinken wir dann die Pilsken während der zwo-Mann-Trainingseinheiten.
PP:
Im Grunde könnt ihr ja überall auftreten, was euch wiederum sicher
an Orte führt, an denen sonst keine Band unterwegs ist. Was ist euer abgefahrenstes Liveerlebnis bis jetzt?
HIL:
Jo Blatter, seinezeichens grandioser Barber mit eigener Barberstub in Lichtenau, ist ein ziemlich cooler Typ mit starken Ideen. Unter anderem hatte er die fabelhafte Idee eines „Refugees Cut Day“ in der Flüchtlingsunterkunft in Sasbachwalden (eine ehemaliges Hotel in dem zu dem Zeitpunkt mehr als 700 Hilfesuchenden untergebracht gewesen sind) auf die Beine zu stellen (inklusive Kuchenbuffet, Spielstrasse für die vielen Kinder, einem DJ und eben einer Band – How I Left). Er selbst hat mit seinem Vater „duracellhäschengleich“ Haare geschnitten und wir durften den Menschen unsere Musik schenken. In Worten kann man das ganze nicht wirklich wiedergeben. Die komplette ehemalige Hotellobby war voll mit neugierigen Menschen verschiedenster Kulturkreise und vor
unserer improvisierten Bühne standen extrem viele Kinder die uns mit ihren dankbaren Kinderaugen angeschaut haben. Selten hatten wir so derbe die Hosen voll wie an dem Tag – ganz einfach weil wir überhaupt nicht abschätzen konnten, was uns erwarten würde, wie den Menschen unsere Musik gefallen würde,..!
Das war definitiv das abgefahrenste Liveerlebniss.
PP:
Ich höre viel Sehnsucht in euren Songs. Wohin geht die Reise?
HIL:
Mmmhh Sehnsucht? Klingt aber auf jeden fall mal gut und deshalb lassen wir das einfach mal so stehen. Wohin die Reise mental geht?
Keine Ahnung!
Sicher ist jedenfalls, dass wir weiterhin ne gehörige Portion Spaß dabei haben werden, gemeinsam Songs zu schreiben, unterwegs zu sein, auf der Bühne nebeneinander zu stehen. Und das ein oder andere musikalische
Stelldichein geben wir wieder ab Ende April.
PP:
Vielen Dank für das Interview.
Das ist die aktuellere Platte; die kam im April 2023, bei This Charming Man und ich habe es klingeln gehört, dass es eine neue Platte geben wird.