review: PISSE – kohlrübenwinter Doppel7inch

####cover könnta euch heute bei utube angucken. einfach link unten klicken. so. ####
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Ich hörte das erste Mal den Bandnamen und dachte an „mann kackt sich in die Hose“. Dann war erstmal lange Pause. So ein Quatsch! Dann hatte ich den Videoclip zu „scheiß DDR“ gesehen und überhaupt nicht verstanden.
Vor einem Jahr sah ich dann bei meinem Lieblingskumpel die „mit Schinken durch die Menopause“ LP. Ich sag mal so, er ist nicht so der Funpunker!
Er meinte: „boah ey, voll geil. Total Punkrock!“
Also ich die Scheibe mir untern Weihnachtsbaum gelegt und beim ersten Track „pumafrau“ ging mir das Herz auf: Deutschpunk meets Dub. Die Antwoord auf SEEED ist gefunden!
Dann die „scheiß DDR“ gleich viel besser nachzuvollziehen. Ich überschlag mich hier nicht wie das OX oder das SPEX – schieben wir die Multilabelzeitschriften mal beiseite!
Ich weiß, ich hole aus…..

Gut.
2 Singles auf 4 Labels (Phantom Records / Beau Travail / Harbinger Sound / In A Car). Sehen (fast) gleich aus. DDR-Bananen, BRD-Nachkriegscharme, da ist jemand in ein Geschichtsbuch gefallen. Ich hab das gesehen und sofort bestellt. Hab damit meinen Lieblingskumpel ganz schön ins Schwitzen gebracht.
Es wird nichts an der momentanen deutschen Wirklichkeit ausgelassen oder verschmäht. Nein, Ironie wird hier groß geschrieben. Bevor ich aber hier anfange aus Lexikas zu zitieren, oder die bisher unsäglichen Interviews der Band zu verlinken…..
Da sind ein paar Soundfetischisten am Werk.
Die machen den Lo-Fi-Punksound der 1990er so erlebbar, daß man echt denkt, die haben das scheiße aufgenommen.
Nein. au contraire, mein Freund.
Wenn man das drei bis fünfmal gehört hat, merkt man, daß jeder Beat sitzt. Das Gitarrengeschrammel einen abgezirkelten Rhythmus hat und der Synthesizer und das Theremin (!!!) mehr als nur ein Instrument zur Folterung der Gehörgänge ist. Da werden Stimmungen erzeugt. Zwischen John-Carpenter-Horrorfilm und Postpunk. Klingt aber nach 1983. Nur viel besser.

Also ich finde den Bandnamen kacke. Ne. Eher ekelig.
Will nicht dauern ans Pipimachen erinnert werden, wenn ich die Band auflegen.
Und was sage ich meinen Kindern, wenn sie die Plattensammlung durchgehen?
Nungut.
Samstag in Karlsruhe. In der Hackerei.
Danach nur noch die Groß-Städte. In- und außerhalb Deutschlands.
Ich will wissen, ob das nur so ein Kunststudentinnenprojekt wie SchnipoDings ist. Ich werde sie fragen.

Mein Anspieltipp, der morgens vor der Arbeit richtig Bock macht: Work-Life-Balance.
und vom aktuellen Release:
kohlrübenwinter #1
Kohlrübenwinter #2

auf montage (= tour.)

buch: JAN OFF – die Helligkeit der letzten Tage

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Eine unglaublich spannende und herzzereißende Geschichte hängt an diesem Buch. Eine, die ich noch meinen Enkeln erzählen werde. Wenn ich sie euch nun erzählen würde, würdet ihr das alle so machen. Also erzähle ich sie nicht. Vielleicht kurz vor dem Ende der Welt.

Nun zu Jan’s neuestem Buch „die Helligkeit der letzten Tage“. Mit dem Antihelden, dem Loser schlechthin, Angsthase, Weichei, Marek dürfen wir die letzten Tage dieser Menscheit erleben. Er hat kein Selbstbewusstsein und kein Rückgrat. Er will nur eins: den Rausch seines Lebens, um die letzten Tage mit etwas für ihn glaubhaft Sinnvollem zu verbringen.
Jan entzaubert mit wenig verletzenden Worten (jedenfalls erstmal) eine chaotische Welt, die in einer Dämmerung lebt. Jedwede Meinung oder Haltung kommt in ihren durch und durch schlechtesten Zügen zutage. Alle Religionen versuchen noch auf den letzten Drücker, Jünger auf ihre Seite zu ziehen. Menschen fliegen wie Fallobst vom Himmel. Jeder versucht also auf seine Art, mit dem misanthopischen Ende klarzukommen. Welches Paradies einem auch verprochen wurde: hier findest du es nicht.
Marek passiert all das, was man sich nicht wünscht, all das, was er selbst nicht will. Da muss man durch, um das Ende zu erleben. Das ist skurril, das ist lustig, das ist zutiefst entlarvend.
Am Ende zieht die Sprache dann etwas an. Wenn es denn nichts mehr zu verlieren gibt.
Für seichte Gemüter wie Marek, wäre das so wohl nichts. Obschon er nichts zu verlieren hat.

Was er aus seiner Zeit macht und ob die Welt wirklich untergeht, dürft ihr gerne selbst erkunden!
bei unsichtbar mit Leseprobe vom Autor und einem unvergleichlichen Werbeclip.
Das Buch hat knappe 158 Seiten, was die Geschichte aber umso dichter macht. Das ist gut so.

review: DRUNK MOTORCYCLE BOY – try LP

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Sobald die ersten Töne in die Ohren fetzen, geht es los: klare Hooks, Toobs ins Ohr brennende Lyrics und dieser unnachahmliche Pathos in der Stimme.
Das hört sich fast nach einer Popscheibe an. Ist es aber nicht. Dafür bleibt die Band klar im Punk verhaftet.
Der Sound des Bass schön dreckig. Die Gitarre nicht zu laut und ab und an auch schmutzig verzerrt.
Die Weiterentwicklung zu mehr Eigenständgkeit ist super gelungen!
Zur selbstbetitelten 12inch ist einfach mehr in den Songs. Melancholie, großartige Chöre. Kleine Melodien die fetzen, hängenbleiben und nicht zu Gedudel werden! Die Lyrics selbstreflektierend, Geschichten erzählend. Gitarrengebretzel. Immer nach vorne. Weiter so!
Voll gut.
Jetzt beim besten Plattenhändler in Karlsruhe bestellen: backbite
oder woanders 😉 reinhören
FB
By the way: diese Scheibe gibts auch als CD mit den Songs der ersten 12inch MLP! Lohnt!

review: MINUTES FROM MEMORY – start from the beginning MiniCD

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Wenn man Marta mal getroffen hat, ist jeder Moment, den man sich mit ihrer Band ebeschäftigt, ein besonderer, gelebter. Gefüllt mit lächelnder Verzweiflung. Mit weinender Heiterkeit. Die Welt läuft, steht Kopf, öffnet sich, denkt weiter. Untermalt von wuchtigen, klaren Songstrukturen. Das ist nicht mal eben so hingeschmissen.
Die erste EP „Free, far“ in 2010 hatte mich allerdings noch nicht gefetzt. Ich empfand den Gesamteindruck als zu abgeklärt. Zu leicht, eventuell.
EP numero 2 ist gewachsen, hat sich verändert. Allein das Cover, der Titel und der Track dazu „life portrait“ ist mehrfach übergroßartig. Welch höllisch Gebrüll aus Martas Kehle dringt ist ab Song 2 „nothing in this world“ absoluter Knaller.

Ich switche mal zum aktuellen Output „start from the beginning“.
Eine Aufforderung?
Mit „witness“ kommt gleich ein knapp 5 Minuten langer Hammer über den Zweifel am Mensch-sein. Ist man der stille Zeuge, der neben sich selbst steht und seinem Unglück dabei zusieht, wie es sich immer weiter reinreitet? Lügen, betrügen, durch beten darauf hoffen, daß sich wieder alles zum Guten wendet?
Das sind berechtigte Fragen. Leider wollen sie viel zu viele Leute nicht hören. Und nicht verstehen.
Wenn ich gerade heute morgen in die Nachrichten schaue, am 9.11.2016 nimmt das Jahr einfach kein Ende. Noch ein Populist erklimmt den Olymp der Eliten! Die amerikanische Trump(f)-karte hat gestochen.
Da sind alle Fragen nach der Vernunft des Menschen berechtigt!

Zurück zur Musik: es ist schon die dritte EP dieser tollen, kraftvollen Band, die es schafft, zwischen all den menschlichen Zweifeln, musikalisch eine Brücke zu schlagen zwischen Hardcore und Screamo. Die Aufnahmen sind absolut top für eine Band, die das ohne Label macht. Da steckt viel Herzblut drin. Abwechslungsreiche Mucke. Gut gemischt. Viel Druck. Die Brüchigkeit in der Stimme im Wechsel von Brüllen zu Singen – großes Kino! Diese Band ist erwachsen geworden, hat sich verändert.
Gerade fühlt es sich so an, als fehlten mir die richtigen, beschreibenden Worte für diese Band. In gewisser Weise ziehen mich die Lyrics schon etwas „runter“, wie man so sagt…. Dabei ist es eher „erden“. Nachdenken. Think before you act. In der guten Hoffnung, etwas verändern zu können. Mehr Menschen zu treffen, die diese positive Veränderung auch wollen
Ich lasse mal die Lyrics alles sagen:
„It’s enough, it’s enough/ We’ve taken too much/ It’s
enough, it’s enough/ There’s so much blood/ It’s high time
to change/ To understand/ It’s enough, it’s enough/We
have to renounce/ It’s enough, it’s enough/ We should be
ashamed/ There’s no time to rest/ To recover“
just promises.
„She presses delete, rewinds this tape / and starts from
beginning/ New game, new luck. Maybe a new life/ Just let
go everything “
repeat, delete

Und ich hoffe, ich lese das richtige zwischen diesen Zeilen 😉

7inch: HAMMERHEAD – opa war in ordnung

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an einem regnerischen Samstagmorgen setzte er sich hin und schrieb ein review:
HAMMERHEAD. Mülltonnenschmeißende, beißend zynische Punks. Die haben jedes Jugendzentrum aufgemischt. 1000 Liter Dosenbierpartys geschmissen.
In Talkshows gesessen und in Dokus mitgespielt, die heute untrügerische Zeitdokumente der 1990er Jahre sind.
In 2016 eine neue Single. „opa war in ordnung“. Nachdem 2001 die letzte rausgebracht wurde, eine doch sehr lange Zeit. Sie hatten nie aufgehört.
Der Opa auf dem Cover ist wohl eher etwas für Bildungsbürger, da wir ja scheinbar mehr über die Trump-Karte der amerikanischen Politik wissen, als über…. wie heisst er noch…. jedenfalls: er lebt nicht mehr.
HAMMERHEAD schon. Und sie knallen uns 7 Songs um die Ohren, die musikalisch zwar nicht die Offenbarung sind wie einst die „stay where the pepper grows“, dennoch den gestreckten Mittelfinger klar und deutlich im Einerlei des deutschsprachigen Punks strecken. Wie ein Flammenwerfer zwischen Feuerzeugstreckenden Balladenhänden auf einem BAP-Konzert.
Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für den Scheiß.
Oder verstehe die Texte plötzlich.
„Einfach übern Zaun gehangen! Gut ist, wer Gutes tut.“ Orthographisch korrekt geschrieben, keine Schnipsellayouts mehr mit handschriftlichen Notizen. Klar und deutlich. Dabei können „morgen ist untergang“ oder „undank ist der welten lohn“ auch vorgelesen eine wundervolle Dynamik hervorrufen, als seien es Gedichte eines Gottfried Benn. An den kann ich mich noch erinnern. Der war toll. Man muss sich nicht immer den Krach in die Gehörgänge pusten. Nein, man kann ihn auch brüllen: „Punk ist keine Religion. In meinem Falle aber schon.“
So wie diese Single.
Kauft den Scheiß, ihr verpasst sonst was!

review: EIN GUTES PFERD – zwischen den Zeilen ist noch Platz CD / LP

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Ich habe mich echt auf die erste „ganze“ Platte von EIN GUTES PFERD gefreut. Und dann bekomme ich eine Promo von bakraufarfita und darf sie früher anhören! Die Scheibe kommt am 11.11. raus! Vorbestellen unter dem Link des Labels möglich!
Man kann sich ja auch ab und an über die kleinen Dinge freuen, hihi!
Musikalisch ist das echt großes Kino! Viel Abwechslung in den nicht zu eingängigen, kurzen und knackigen Songs. Es wird gebrettert und gepogt. Dazwischen Breaks, Stops und Übergänge. Das wird nicht einfach hingerotzt und keine Sekunde überhöht. In „140 Meter“ ist trotz der 2Minuten17 Spielzeit noch Platz für einen kleinen und dennoch elegischen Part. Wenn das Punk im 21ten Jahrhundert ist, dann ist es Punk!
Denn die Texte sind zwischen Frustration und Melancholie auf der eher pessimistischen Seite angesiedelt. Manchmal verkopft und undurchsichtig, vielleicht einfach, weil Zwischen den Zeilen noch Platz ist, das ein oder andere Bild selbst zu assoziieren. Wenn die Texte klar sind, wie bspw. „Fratze“, dann fetzen sie auch sofort richtig gut!
Erinnern tut mich die Musik an vieles, vor allem an eins:
ohne Kritik wachsen weiterhin die Unkrauts unterm Pflaster!
Dank an die guten Pferde für die tolle Scheibe!
Unterwegs sind die Herren auch wieder:
29.10.16 Hamburg, Störtebeker
11.11.16 Cottbus, Chekov
12.11.16 Berlin, Schokoladen
18.11.16 Mainz, Haus Mainusch
19.11.16 Essen, Alibi
02.12.16 Leipzig, Atari
03.12.16 Zittau, Emil
09.12.16 Braunschweig, B 58
10.12.16 Lübeck, VeB
25.03.17 Berlin, Cassiopeia

review: LITBARSKI – s/t MiniLP

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Eine Empfehlung brachte mich auf die Seite von LITBARSKI. Ein Video gab es zum angucken. So was von Pferde….Leuten. „Der grosse Shannon“. Ich wurde echt neugierig. „du sollst die menschen lieben doch sie lieben dich nicht.“ Oder der eigentlich wahnsinnig eingängige Refrain „sie warten nicht auf dich“, der geradezu einlädt um mitzusingen. Doch im Gesang, der Betonung ist ein Wechsel drin. So wird es wieder schwer einen neuen „Liebespieler“ draus zu machen; evtl auch einen großartigen „sie warten nur auf dich“ hihi.
Na jedenfalls war das der erste Gedanke, den ich hatte, als ich von LITBARSKI (mit einem „t“) hörte. Punkrock!
Nun, ich meldete mich. „Hey gib Platte, ich mach ma Review“
Ein paar Tage später also habt ihr einen Fan mehr! Die Scheibe dreht so ihre Runden. Danke dafür!
Musikalisch beschreiben sie sich selbst als Endachtziger-US-Punk mit Emocore und frühem Post-Hardcore.
Stimmt.
Einiges erinnert mich an KARMAKOPTER, vor allem die Betonung im Gesang. Und vor allem ist die Musik definitiv nicht das, was man erwartet. eingängig sperrig. schräg nach vorne gespielt. Toll! Dann die Lyrics. Chrischan hat ja einiges an Erfahrung im Schreiben, da er Kurzgeschichtenautor und Zwischenweltenbummler ist, wie er das auf seiner Seite beschreibt. Es ist also nicht vorhersehbar und schon gar nicht, wie die Anderen! Es ei erwähnt, daß ich Chrischan, der hier die heiseren Vocals abliefert, auf einem Konzert mit GRIZOU und pADDELNoHNEkANU im Trickster kurz mal kennengelernt habe. Grüße!
Auch hat mich das Cover angesprochen. Rücken. Ferne. Alter. Zaun. Vor allem: selbstgemalt. Kein Photoshopsmartphoneerzeugnis.

Es lohnt sich unbedingt, sich die Scheibe zu besorgen!
Im neuen TRUST #180 ist auch ein Interview drin, was viel Spaß macht, es zu lesen.

Platte gibt es direkt bei der Band oder auch bei elfenart oder flight13.
Live kann man LITBARSKI auch erleben:
27.10.16 Aachen, AZ (+ Moloch, Harker, For I Am)
28.10.16 Köln, AZ (+ Moloch, Kassablanka, Klotzs)
29.10.16 Mönchengladbach, Das Blaue Haus (+ Moloch, Kassablanka)
11.11.16 Dresden, L33 (+ On On On)
12.11.16 Leipzig, Stö (+ On On On, Mann kackt sich in die Hose, Sad Neutrino Bitches)
18.11.16 Hannover, Monster Records (+ Moloch)
19.11.16 (hier wird noch gesucht, irgendwo zw. Hannover und Berlin)

review: DREI AFFEN – s/t (one sided) LP

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ab und an entdeckt man was. nur wegen des bandnamen bspw. oder weil man gerade AUSSITOT MORT hört, weil’s geiler schit ist.
Und dann macht es BUMMM im kopf.
Also mir explodiert der schädel bei der mucke!
mich erinnert die musik der DREI AFFEN aber extrem an die energie, die wut, den ausbruch aus der hölle an die RORSCHACH scheiben, die ich vor langer zeit sehr geliebt habe! und auch heute noch liebe. nur hören kann ich das nicht mehr so oft, haha!

hier also musik direkt aus der hölle der tiefergetunten gitarren.
energie. vertrackte songs. genknüppel. irgendwas zwischen emogrind und screamoviolence mit richtig geilen slomoparts.
drei menschen. drei affen.
aus spanien.
und je länger die mucke läuft….. alter. geil!
platte gerade rausgekommen!
hören
kaufen
download (die dots mit (.) ersetzen! http://www(dot)mediafire(dot)com/download/lhyl3ad7nd1kzaz/Drei+Affen+-+Drei+Affen(dot)zip
nur als beispiele. ich habe keine distros deswegen durchgekämmt.
FB
mal was ausm bauch 😉

tour: KUBALLA & pADDELNoHNEkANU oktober 2016

Freitag, 30. September 2016.
LUWIGSBURG DemoZ
Scheiß einladen. Kofferraumtetris. Da gibt’s immer einen in der Band, der sich genau überlegt, welches Legoteil jetzt an das nächste passt.
Wir stellten fest, das selbst Fauli’s Kombi zu klein ist, um 2 PA-Boxen, eine Monitorbox und 2 Verstärker aufzunehmen. Instrumente und Kleinscheiß wie Platten/Merchkiste geht ja immer irgendwie. Dann die Penntüten noch irgendwo reingequetscht…. und ab dafür!
Autobahn. Autofahren.
Vorstadtvilla aus Backsteinen. DemoZ. Ein nackter Nachbarsmann am Computer. Treppe hoch. Toller Laden. Gut das es den schon so lange gibt. Generationen von engagierten Menschen haben hier schon gewirkt, und tun das immer noch!
PHILEAS FOGG (listen on the sampler numba 3) eröffneten den Abend mit flotten New-Wave-Post-Punk (ich wollte new und post schon immer mal in eine Schubladen stecken). Ein paar vereinzelte Füße tanzten hin und her. Die Herren um das Mastermind Andreas und eine Drummachine hatten an diesem Abend ihren ersten Auftritt und haben den superklasse abgepunkwaved.
Danach HELMUT COOL, die Fashionvictims der Ludwigsburger Punkszene. Leder und Nieten. Patches, deren aufgedruckte Bands man stundenlang als Anlass nehmen kann, die Hits der jeweiligen Band zu gröhlen. Die Jungs haben richtig Spaß, im Grunde ist die Show mehr Comedy als Musikperformance. Wir hatten jedenfalls jede Menge zu lachen!
Danach pADDELNoHNEkANU, die ihr Set runterbrettern, als müssten sie gleich wieder gehen. Was sie nach 30 Minuten auch taten. Schönes Warmlaufen für die folgenden beiden Tage.
KUBALLA dürfen als alteingesessene Musiker ihr Wiederholungsspiel geben. Hat glücklicherweise keine 90 Minuten, doch das Laute kommt aus dem Eckigen.
Die Singlesongs immer noch toll, die von davor auch.
Zack noch ein paar Bier und ab in die Koje.
Es bleibt festzustellen, daß Ludwigsburger am Freitagabend gern auf Strassen liegen und schlafen.
 photo 2016-10-07_22.04.04_zpsn3zasonz.jpg oben: gitarrenkoffer vs phileas fogg /// unten: kuballa vs sitzgelegenheit

Samstag, 01. Oktober 2016
SCHRAMBERG ZODIAK
Schrammeln im Schramberg.
Die Herren Kanuten verfangen sich im Netz der Schramberger Umleitungsspinne. Als sie sich wie Frodo aus den klebrigen Fäden Richtung Licht befreit haben, werden sie von KUBALLA glücklich in Empfang genommen. Wir bauen auf und machen Krach.
Die Musikkneipe ZODIAK gibt es schon seit Mitte der 1980er und ist ab 22 Uhr ganz gut besucht. Wir sind etwas überrascht, daß man in Schrammenberg (so der 1293 erstmals erwähnte Ortsname) so spät noch aus dem Hause geht. Das finden wir gut, denn die Stimmung steigt mit der Anzahl der Besucher!
KUBALLA ziehen heute die Saitenarschkarte. Zuerst reist Matze eine Saite und direkt im Anschluss, während desselben Songs reißt Marta auch Eine. Kommt natürlich gleich die Frage, ob ich aushelfen kann mit einer Klampfe. Doch meine ist ja gnadenlos um(n)gestimmt, sodaß das nicht geht. Kleine Pause.
Übernächster Song: wieder eine Saite. Also ich habe beim legendären Rench’N’Rock 2016 danach meine Klampfe hingeschmissen und bin gegangen.
KUBALLA lösten ihre Aufgabe aber wesentlich professioneller. Es wurde geschraubt und gebastelt, daß die Späne nur so flogen und die Saite wieder aufgezogen!
Die-ohne-Kanu-paddeln schrubbten heute ordentlich die Saiten. Ein wenig verstimmt, aber schön. Also ich fand’s schön.
In allerbester Laune standen Fauli und ich dann noch am Merch und durften den Besuch einer kleinen Familie erleben. Vater-Mutter-Kind. Die Mutter wollte den „Song mit den Wochentagen“ kaufen. Sie meinte „Computerstaat“, den wir covern. Hm, hamwa nicht. Aber ne Single. Und Papa hat noch einen Plattenspieler. Also wurde zum Andenken an diesen Tag von KUBALLA und denen die-ohne-Kanu–paddeln eine Single gekauft.
Ich kam auf die doofe Idee, das etwas schüchtern dreinblickende Mädchen auch noch zu fragen, was sie denn für Musik höre. Im selben Moment kam ich mir wie der dämliche Onkel aus Bielefeld vor. Verdammt, sie könnte meine Tochter sein…… Sie sagte „ich weiß noch nicht“, worauf hin die Mutter bemerkte „ab heute hört sie Punk!“
Wie geil ist diese Nummer bitte? Ich weiß noch, wie meine Liebste und ich angeguckt worden sind, als wir auf dem diesjährigen RockImPark mit unseren Söhnen, 11 und 9 Jahre, die RedHotChiliPeppers angeschaut haben. Zeiten ändern sich, dumme Gesichter bleiben.
Auch wenn sie aus derselben Ecke kommen, in der man selbst steht.
Leider durften die Kanuten noch zurück in die Heimat paddeln, da wir eine Gesangsanlage im ZODIAK gebraucht haben hatten. Also raus mit dem Scheiß. Am Sonntag dann wieder alle Mann einsammeln und ab nach Singen in die TEESTUBE.
 photo 2016-10-07_22.05.31_zpscpni9chn.jpg oben: schramberger zeitmaschine vs marta kuballa /// unten: paddeln vs kanu

Sonntag, 02. Oktober 2016
SINGEN TEESTUBE
Kurz bevor wir ankamen, sahen wir noch den Hohentwiel. Endlich. Und die langsam lang werdenden Schatten der kurz-vor-Herbst-Bäume. Geradezu poetisch.
Im Gegensatz zu unserem Einsatzort. Ich würde sagen: das örtliche Spielzimmer der Singener Jugend. Alle waren so herrlich hübsch und jung, wir könnten eure Eltern sein. Und während sie das lesen, werden sie denken „Halt’s Maul, du Arsch.“
Ein Glück kennt man als Punkrocker die Quelle der ewigen Jugend und verrät das Geheimnis nur unter Punx. Es gab lecker essen, gutes Öttinger – schönes Plakat der PARTEI hing da auch „Oettinger stürzen“ Kann man schon mal machen.
Wir merkten alle, daß das schon unser Tourabschluss war. Jeder war total in Stimmung Party zu machen. Cyrill hatte uns eingeladen, dorthin zu kommen und wir gröhlten „Computerstaat“ während in Dresden die Idioten die Idioten zu Idioten machten.
KUBALLA legten ordentlich vor. Bumm Bumm Tschak. Wildes Gezappel und Todespogo auf dem Parkett folgten. Die Saiten hielten, die Stimmung auch. Bier. Viel. Song zuende. Jemand ruft „halt’s Maul“. Tom erzählt weiter. „Halt’s Maul.“ Na gut. Noch ein Song. Ansage. Wieder „Halt’s Maul“ Okay. Wir haben’s nach dem dritten Mal gecheckt.
In Singen bedeutet „Halt’s Maul.“ also halt’s Maul; aber auch: ist toll, spiel weiter.
Tom, Matze, Martin, Nicholas und Martin gaben noch Songs drauf. Geil!
Dann Umbau. Dann Kanu. Was soll ich sagen!
Ich feierte Ausflüge mit meiner Gitarre ins angereiste Publikum. Es war so laut, wie lange nicht.
Todespogo. „Halt’s Maul“-Rufe. Ich stellte mich dazu und rief mit. Ein bisschen lustig fand ich das schon.
In jedem Falle sind die Singener ganz weit vorne, was das „auf 4 zählen“ anbetrifft. In Ludwigsburg war das noch eine recht müde Aktion gewesen, in Schramberg kam schon mehr und in Singen war ich so überrascht als das beim ersten Mal klappte, dass ich das Spielen vergaß.
In diesem Sinne:
1, 2,
1, 2, 3, 4:
Saugeile Tage. Touren bringt ja richtig Spaß! Hatte ich fast vergessen, die Letzte war ja 2013.
Also: 419578 Küsschen an alle Beteiligten und Mitreisenden 🙂
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vlnr: geilstes foto – bis jetzt

review: ELMAR – bunker und funktürme DEMO MC

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Beim Durchforsten aktueller Konzerttermine bin ich über KUBALLA auf ein Konzert am 18.11. im Haus Mainusch auf eine Band namens ELMAR gestoßen. ELMAR sind 4 Jungs aus Meißen. Richard, Stephan, Peter und Robin.
Und somit auf ein Tape in einer total guten Verpackung!
Dann rein ins Deck und aufgedreht.
Es ist ein recht engagiertes Demo einer frischen Band. 4 Songs.
10 Minuten 10 Sekunden Schwelgen zwischen KRAWEHL und ADOLAR. Drücken etwas mehr auf die Tube. Sie sagen, sie machen „Punk aus Porzellan“. So zerbrechlich wirken sie dann aber doch nicht.
Die Texte mit viel Spielraum für eigene Gedanken; für ein Bild der Welt des Alltags. Zwischen Bunkern und Funktürmen ist da auch reichlich Platz, auf ein Wort darüber zu diskutieren. Wer will wohin mit seiner Ahnungslosigkeit und seinen braunen Jogginghosen. Letzte Runde im Hamsterrad.

Mein Anspieltipp: Im Zimmer Um Die Ecke