Der Cursor blinkt.
Er wartet auf Eingabe.
Und ich hab keine Ahnung, woran es hängt, dass da keiner was eingeben will. Willen und Hände sind vorhanden, die coole neue Platte von den Neat Mentals hat schon mehr fach die Nadel des Plattenspielers gesehen.
Erschienen ist das gute Stück bereits Mitte Juli bei Gunner Records.
Verzeiht mir also den späten Review, es lag an meiner Zeit, nicht an der Schlechtigekeit der…. Welt, zwinker! Also genaugenommen der nicht vorhandenen Zeit für so schöne Müßiggänge wie Musik in aller Form und Schönheit anhören.
Damit starte ich also in einen übervollen Herbst 2026, da ich richtig richtig richtig viel Musik durch meine Ohrmuskeln pusten werde und ein paar Worte ausspucken!
Das Cover spricht mich total an. Die Zwiespältigkeit dieser Welt in Form eines Freude-bringenden Riesenrads; oder eben dem brennenden Vergnügen nach Untergang.
„Fortune and Fate“ ist der Titel und wohl am ehesten auf den menschlichen Lebensweg bezogen.
Die Rückseite ist dagegen durchweg freundlich.
Mit in der Platte, auf schwarzem Vinyl, kommt ein Lyricsheet mit Bandfoto.
Neat Mentals haben eine ganze Schippe in Punkto Songwriting und Aufnahme draufgelegt, im Vergleich zum letzten Album. Also eigentlich haben sie das von Anfang an, von Release zu Release!
Was ich echt sofort mag ist, dass sie sich die Glattheit ähnlicher Garage-Punk-Musik sparen und ganz klar mit ihrem Sound den DIY-Spirit hochhalten.
Zuerstmal zur Musik:
Die Neat Mentals haben sich von der 77er-Garage-Nummer aus den Anfangstagen spürbar weiterentwickelt. Und das in der Band weit mehr musikalische Elemente stecken bemerkt man nicht nur an ihrer Spielfreude, nein, man sollte auch immer mal im Blick haben, was die einzelnen Bandmitglieder noch an Musik machen (the tyles, Black Humour, und so einiges mehr).
Die über die Jahre aufgestaute Kreativität bricht sich auf diesem Album nun wirklich spürbar eine Bahn!
Das Album „Fortune and Fate“ startet mit einem mich an Iron Maiden erinnernden Intro, bevor mit „bad sad game“ mit einem fast schon typischen Kracher ihr Album starten, dem Intro aber treu bleiben.
„how can we explain it to our kids“ oder „sorrow“ sind eher 80’s trashig mit mehr Distortion und gehe so in Richtung Metallica oder Anthrax, ummantelt mit dem Neat Mentals Sound und Songwriting.
Dazu aber auch Punk-Songs mit warmen Gitarren, melancholischen Riffs „scene police“ oder „suicidal tendencies“.
Garniert mit so Parts, die ich mir schon saugut auf einem Festival zur Publikumsanimation vorstellen kann! Jeder kann abgeholt werden!
Oder auch mit dem Song „alive“
Eine sehr bekannte Stimme haben sich die Neat Mentals eingeladen. Stevie Williams von Clowns. Mit ihm haben sie sich eine ordentliche Abwechslung in die eigene Stimmfarbe von Franko und Pete geholt.
Er hat schon mehr Griff in der Stimme, die beiden Mentals singen da schon eher laid back.
Finde ich tatsächlich als ergänzende Abwechslung zu den wirklich vielfältigen Gitarren ziemlich gut!
Album ist all in all ziemlich cool.
Die Ohrwürmer, die sich früher hart ins Hirn bohrten, gibt es tatsächlich nicht mehr in der Form, wie auf den älteren Releases.
Neat Mentals haben ein echt professionelles und rundes Album auf den Plattenteller gedonnert. Und nochmal gesagt: das ist trotzdem und gerade deswegen kein High-End Produkt, sondern hat seine Kanten – und das gefällt mir echt gut.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass die ollen Algo’s der Streamer nicht wirklich damit umgehen können. Klingt halt auf Platte am besten!
Hier nochmal die Links.
Gunner Records. Oder bei der Band!