bericht zu schuetter vs die angst – eine persönliche Einschätzung.

Keine Ahnung, wie man sowas hier anfängt. Ganz wichtig ist mir, als jemand der aktiver Teil einer Szene ist, die keine „eine“ große Szene ist, sondern sich aus Mikrokosmen zusammensetzt, dass eine Debatte sachlich geführt wird.
Ich bin ein gerechter Mensch, versuche denen, die ich kenne und Streit oder einen Disput haben, ihre Seiten aufzuzeigen und nach Möglichkeit die Sache runterzukochen.
Hier also mal ein öffentlicher Versuch.

Zur Einordnung:
ich mache nicht nur diesen Blog. Ich stecke auch hinter Krachige Platten, ein kleines Label, wie die meisten, unter Freunden, Bekannten, man hilft sich weiter, wer weiß schon von diesem Label 😉
Auch spiele ich in einer Post-Deutschpunk-Band namens paddelnohnekanu Gitarre. Schreibe die Texte und kümmere mich um all den Bandkram.
Die Meisten hier kennen mich wegen der Postille und / oder meiner Band.
Auch noch Videos für befreundete Bands, alsda wären inzwischen NO°RD, Ben Racken, wehatethesmiths, WuZetian, Klotzs, Stiller, Kuballa, InDecision. (YT Playlist Lautstarke Filme – falls jemand zu Videos abbiegen möchte)
Ich denke ich kann behaupten, das ich als reflektierter, ruhiger Mensch wahrgenommen werde, dessen Worte weder falsche Informationen noch Phrasen enthalten.

Nun: ich habe ein Tape reviewed der Band schuetter. Dieses habe ich über BlackCatTapes bekommen, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bestelle ab und zu ein paar Tapes und bekomme dann noch ein oder zwei zu Review-Zwecken dazu.

Die Band Die Angst kenne ich persönlich seit ungefähr 2014. Einige Male habe ich sie live gesehen, auch bei uns im Artcanrobert, einige Male habe ich mit ihnen die Bühne geteilt.

Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass es einen Song namens „Steine in den Weg“ auf dem Tape von schuetter gibt, welcher sich sehr klar gegen die Band Die Angst richtet, muss ich als Labelmensch, der eine Single mit ihnen produziert hat, reagieren.
Und ich bedauere, dass ich den Text nicht genau genug gehört und gelesen habe.
Es sei euch, der Band schuetter, freigestellt, klare Kante bspw. gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft zu richten usw. Das tue auch ich. Und das tut auch Die Angst!
Auch ich heiße nicht gut, was sie, bzw. ein Einzelner in der Band in der Vergangenheit getan hat/haben. Doch ist es nicht so, dass das schon sehr lange her ist und Menschen sich ändern können?
Dass Menschen sich in ihrer Szene engagieren an Ecken und Kanten, die noch nicht glattgeschliffen sind, sondern noch poltern und mit (vielleicht manchmal) sehr einfachen Worten die Gesellschaft kritisieren, auch innerhalb der Szene?
Das, was mir persönlich, all die Jahre, in denen ich nun aktiv Teil dieser Punk-Szene bin, am meisten gegeben hat ist es, zu hinterfragen.
Und den Text dieses Songs ist Ergebnis des Nicht-Hinterfragens!
Wir müssen achtsam sein, müssen unseren Blick schärfen für Bands, die zweifelhafte Inhalte transportieren. Das tun Die Angst nicht.
Und es gibt tatsächlich unglaublich viele Bands oder Bandmember, die (vor allem in amerikanischen Bands) nach Jahrzehnten mit krudem Verschwörungsmist um die Ecke kommen und ihre eigene Geschichte zerstören. Auch das ist hier nicht der Fall.
Es gibt keine Interviews, keine Berichte in denen irgendetwas bestätigt (ja, auch nicht dementiert) wurde. Bspw., dass Die Angst die Linke Szene indoktrinieren würde. Oder Publikum ziehen, welches der Grauzone zuzuornden wäre.
Das ist sehr schwammig und ungenau. Dieses Bild sollte die Band vielleicht nachschärfen. Und innerhalb dieser, für mich, wunderbaren Szene, sollten wir darauf achten, nicht Behauptungen endlos zu wiederholen. Sonst werden sie zu Wahrheiten, die keine sind. Aktuell sehr gut in der rechten bis rechtsradikalen Politik zu begutachten.

Gab es zwischen den Bands Gesprächsversuche?
Ich bekomme mit, dass es immer wieder (auch erfolgreiche) Versuche gibt, die Band Die Angst um Gigs in linken Räumen zu bringen. Das nach weit merh als 10 Jahren Bandgeschichte.
Sprecht miteinander. Und wenn ihr nichts zu sprechen habt, dann tut es nicht. Aber lasst euch doch leben.

Leidartikel: immer noch unentspannt. (Teil II)

Man merke das gar nicht, dass ich unentspannt sei.
Man könne meinen Worten so gut folgen.
Cool. Und?
Schon versucht, die Welt zu ändern?
Nein, aber die andern machen es. Unentwegt.

Ich hatte einen Traum, letzte Nacht, von einer freien, sozialistischen…. hehehe. Ne, hat nicht geklappt. War ein repressives System. Kein Sozialismus. Sozialismus heißt nämlich, dass Produktionsmittel allen gehören. Die DDR war nur leider da ein bürokratisches Monster und hat die Produktionsmittel diktiert.
Und hier im Westen hieß es „die Revolution frisst ihre Kinder“.
Jetzt sind wir bei „die Kinder und deren Eltern fressen die Revolution“ – falls da mal eine war.

Wir sollten uns endlich alle mal darauf einigen: diese Menschen, die da bei der AfuckingD sind, die sind keine Nazis. Nazis waren diese Menschen, die die NSDAP unterstützt haben. Die mitgemacht haben beim Holocaust.
Faschos waren die, die in den 90ern in der DVU, der NPD oder derart Parteien rumgegeistert sind. Die auf den Strassen marodiert haben in ihren Bomberjacken und Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln.
Das sind die von dieser Partei heute nicht. Nein.
Rechtsradikale. Ja, das schon eher.
Aber: jetzt kommt, worauf ich hinaus will, dass sind alles „alte“ Begriffe, so wie die „Alt-Parteien“ (die Grünen sind ja eine der ältesten Parteien überhaupt) sie benutzen, doch die Blauen sind ja neu! Ganz neu! Die kann man mit solchen Begriffen gar nicht beschreiben. Das geht denen doch ab.
Vor allem die, die hinter dem „Antifaschistischen Schutzwall“ ein Spitzelsystem gelebt haben! Die haben in den letzten knapp 40 Jahren Wiedervereinigung noch nicht richtig wahrgenommen, dass sie damals VERARSCHT worden sind. Oder sie haben es vergessen.
Ach ja, das Vergessen. Als ehemaliges West-Deutschland vergessen wir ja auch, das auch „wir“ einfach nur Nazis waren, die halt wieder einen Job bekommen haben. So wie Lehrer ausm Osten ihren nach der Wende auch behalten durften. Wer hätte sonst die Kinder unterrichten sollen?

Es ist alles nicht einfach zu entwirren und vieles wohl auch nicht so zu benennen, wie man es benennen muss oder soll.
Worte sind dazu da, Dinge wirklich genau benennen zu können. Doch wenn eine riesen Gruppe frustrierter Menschen sich was neues ausdenkt und sagt: „wir sind Deutschland“ – was willste dagegen sagen?
„nein, wir!“
?
Die uns Gegendemonstranten entgegenrufen „Nazis raus!“ – uns? Die wir vor einem öffentlich rechtlichen Rundfunkgebäude stehen und die Agitatoren rufen „wir werden euch aus euren Schreibstuben jagen“, die Rundfunkgebühren (wurden umbenannt) immer noch als GEZ bezeichnen und einfach dabei bleiben, damit es stimmt.
Die uns permanent bedrohen. Die Menschen in diesem Land bedrohen, die arbeiten gehen und Steuern zahlen und nichts als ein friedliches Leben leben wollen. Die andere Menschen akzeptieren können, weil sie einen langen Kampf gegen verfilzte Ex-Nazistrukturen in eingemauerten Köpfen ausgefochten haben und Dinge liberalisiert haben.

Es treffen also zwei Kulturen aufeinander, die einen haben wirklich einen Antifaschistischen Kampf geführt, mit rechtstaatlichen Mitteln, den andern wurde erzählt, ihr seid Sozialisten und die Faschisten sitzen immer noch auf der andern Seite.
Ist doch super gelaufen bis hier.
Letztere, so mein Eindruck, meine Behauptung daraus folgt jetzt, infizieren die, die schon lange drauf warten endlich wieder sagen zu können, was sie wirklich denken!
„das wird man ja wohl sagen dürfen“
Klar, hat dir / euch niemand verboten. Nie seit der Gründung der BRD.
Nur: wenn deine Meinung haltloser Scheiß ist, dann muß du akzeptieren, dass er haltloser Scheiß ist und nochmal drüber nachdenken. Und den andern zuhören. Eventuell kommst du dann zu einem neuen Ergebnis. Einem würdigeren, anständigeren, selbstverständlicheren!

Aber es ist ja so leicht, andere auszugrenzen. So leicht, andere schlecht zu machen, niederzubrüllen – einzusperren!