LP: usura – desafecto

Im Sommer letzten Jahres war ich ein paar Tage auf Mallorca, im Nordosten der Insel.
Klar, wir sind auch mal nach Palma gefahren um uns ein wenig die Stadt anzuschauen. Dazu gehörte auch ein Besuch bei Mais Vinilo, einem kleine, wohlsortierten Plattenladen.
Ich fragte den Inhaber, was er denn an mallorcinischem Punk da hätte und er empfahl mir unter anderem Usura. (auch die Suicidas – anderer Review!)

Klar war ich ein wenig überrascht, die Geballte Ladung Crust um die Ohren gefegt zu bekommen. Muss ich mitnehmen, dachte ich!
Usura heißt übersetzt „(Zins-)Wucher“. Die Scheibe trät den Titel „desafecto“ (Entfremdung). Textblatt ist dabei, auf dem alle spanischen Texte auch ins Englische übersetzt sind.

10 eigene Songs und ein Coversong.
Klar, ich hätte die Platte wohl auch hier in Deutschland (bspw. Kink Records oder auch MyRuin) bekommen, spannender ist es aber, das Fach mit dem Titel „in den Ferien gekauft“ zu füllen!

Wie auch immer. Textlich geht es bspw in „arqutectura carcelaria“ (Gefängnisarchitektur) darum, dass in Städten zu leben bedeutet Klassenzugehörig beinhaltet, Privilegien und eben diese Stadt dadurch unser Gefängnishof ist.
Usura hinterfragen auch, warum überhaupt so dumm sind sich weiter zu reproduzieren.
Die Band gibt es schon knapp 15 Jahre. Sie spielen wirklich richtig gut zusammen und ballern ordentlich nach vorne, ohne sich permanent zu wiederholen. Das hat ein hohes Energielevel ohne Schnörkel.
Man hat gleich von Anfang an das Gefühl, man hebt mit dem sägenden Sound der Gitarre ab!

Wie bei Crust-Veröffentlichungen üblich, hier eine handvoll Labels:
Abnegat, Romantic Song Recordings, Aback Distribution, Corrosión Cerebral Records, 1984 Records und Up The Punx.
Schon 2023 erschienen, heute nicht weniger gut. Und eben bei letztem Label Up The Punx habe ich gesehen, dass Usura eine neue Split LP raushaben mit Sota Terra.