fanzine: proud to be punk #41

Die Nummer 41 ist, ja man kann sagen „wie immer“, ein umfassender Blick in die Szene von gestern bis heute geworfen worden.
Irre toll, wie akribisch und genau so ein Punkfanzine doch sein kann. Dadurch auch so wenig chaotisch. Lesbar, sozusagen, oder übersichtlich.

Dunkle Tage, eine Hardcorepunkband aus den 80ern, Bomb All, Parcours (ein Bildungsverein), den Angelic Upstarts, König Kurt Buchladen und „wir Punks vom Hinterland“ mit Broesel vom RubberXhead-Fanzine.
Das Menü wird getoppt von „ein tag ohne bier ist wie ein tag ohne wein -teil 7“.
Und beim Lesen dieser Anekdoten mir auffält, dass es im Bereich des Möglichen liegt, dass ich auch mal so drauf war; vor allem, wenn es um den Gebrauch von abgeschnittenen Colaflaschen ging.
Daraus folgend dann einige ihr Abi verpasst oder gerade so auf die Reihe gekriegt haben. Ersteres trifft dann auch mich zu.

Vor einigen Tagen hatte ich ein Telefonat mit eine Redaktionskollegen, der in Chemniz gelebt hat. Während ich das Interview mit dem Bildungsreisen veranstaltenden Verein Parcours las, dass er mir darüber erzählt hatte, dass aus einer Schulklasse schon Ende der 90er, nur drei Kids mitgehen durften bei einem Gedenkstättenbesuch, da die andern schon komplett rechtsradikal waren und man das nicht hätte verantworten können.
Angehängt ist ein Offener Brief an den Bürgermeister Chemitz‘, in dem auf Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes aufmerksam gemacht wird, weil die Bullen dort die Linken einpacken und an Orte fahren, von denen sie nur scher wieder zurück in die Stadt kommen. (Irgendwie habe ich diese Praxis schon in Zusammenhang mit der DDR in Erinnerung…)
Oder gleich dorthin, wo „Betreten verboten“ dran steht, damit sie den Personen dann doch noch etwas anhängen können.
Ich fühle mich so hart an den Anfang der 90er Jahre erinnert.
Es hat sich, eine Zeitlang, etwas verbessert, beruhigt, oder ist aus dem Fokus gekommen; geändert hat sich nichts.

Ich könnte noch ein paar Sätze allein zu diesem Thema loswerden. Sehr anregende Lektüre!
Das Proud to be Punk ist da auch niemals verlegen um Worte, da wird hoch gestapelt – in der Anzahl.
Die Themenauswahl ist wieder super gewesen, kein Artikel hat „nur“ 4 Seiten. Meist sind es 8 bis 10.
Die Reviewseiten sind eingeteilt in „Sachsen Szenereport“ und auch dann der Rest der Republik im „Lauschangriff“, bzw. ab und an auch über den Tellerrand.
Sehr cool, auch darin finde ich mich bei so einigen Sachen wieder.

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