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MC: antimanifest – lernzielkontrolle

Als wäre 2018 erst gestern gewesen, schließen Antimanifest mit ihrem Intro an das an, welches sie schon als „neonstarter“ auf dem letzten Release hatten. „erdrückend und still“ ist eben genau das nicht. Abwechslungsreich, laut und schnell.
Von vorne: Antimanifest liegen hier mit einem superschick aufgemachten Tape vor mir. Stoffsäckchen bedruckt, klasse Design, eine oldschool Zapfsäule – macht den Eindruck, als hätte die Band da Weitblick bewiesen!
Im Säckchen ist eine Klapppapphülle (ja, dieses Wort habe ich soeben ersonnen), die eine verrammelte, baufällige Tankstelle zeigt, vor der ein Mann (?) sitzt, der sich die „Tafel“ anschaut.
Die Frage, die sich aufdrängt bei so einem wirklich 1 A Coverartwork: wo bleibt das Vinyl? Das Artwork ist wirklich liebevoll, gut gezeichnet und ideenreich. Schön eingearbeitet in die Möglichkeiten, die die Faltung des Pappschuber mit sich bringt. Dabei ist auch noch ein knapp A4-großes Textblatt. Eine Seite Lyrics, eine Seite das Coverbild nochmal etwas größer. Christian Brix heißt der Künstler, der dies Cover gemalt hat.
Ich nehme mal an, da die Band bisher bei Twisted Chords war, wo nun so einige Bands ein neues Zuhause suchen, da Tobi zum Ende diesen Jahres seine langjährige und umtriebige Tätigkeit an den Nagel hängt, dass deswegen „nur“ ein Tape entstanden ist, als analoger Release.
Antimanifest haben sich wohl vier Jahre von „am Ende aller Tage“ bis zu „Lernzielkontrolle“ Zeit gelassen, da es einen Wechsel in der Band gab, und zwar den entscheidensten: Gitarre/Gesang haben gewechselt. Nun, Vik singt um einiges rougher, hat eher ein Rostkehlchen als eine zwitschernde Singstimme. Und natürlich sind die Songs auch etwas, ja, härter geworden.
Klar ist, Antimanifest machen melodisch, melancholischen Punkrock mit ernsten Texten und fahren eher im Emofahrwasser, als mit einem Parolenpunkkahn. Also eher Hot Water Music als Es war Mord; musikalisch!
Der Dreier ist seit 2014 gemeinsam unterwegs; sie waren mal zu viert.
Als Video gab es eine Auskopplung zu „Messer“ (achtung, das Video beinhaltet Flashlights“), dem zweiten Song der EP.

Eine klare Abrechnung mit dem Geschwurbel der Covid-Gegner.
Der Dreier spielt ziemlich gut zusammen, der Sound druckvoll, läuft richtig gut durch!
Die fünf Songs sind recht abwechslungsreich, von sehr ernstem Text „ins Messer“ hin zu etwas witzigerem wie „Computerwarrior“. Welches der dritte Song auf Seite eins ist.

Auf Seite zwei dann vom Tempo her die etwas „abgehangeneren“ „im Zweifel dagegen“ und „Freier Fall“.
Mich erinnert das Musikalische desöfteren an Krawehl oder Willy Fog. Keine Ahnung, ob das hier noch jemand kennt, haha!
Jedenfalls: super release, taugt richtig richtig gut.

Anhören bei Deezer.

(Dieses Review erscheint so ähnlich noch beim Vinyl-Keks.)

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