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CeDe Salatschüssel #4 – L.A.K. / Commander Nilpfred / Nullpunkt / Schubladendenken

Immer wieder schön, immer wieder neu, eine neue Runde, eine neue Runde!
L.A.K. – Ziel Unbekannt
Jaja, die CDs, die CDs, ich weiß, die Band L.A.K. hat mich auf jeden Fall schon mal dran erinnert, ob ich noch… naja, hier isses also nun, mit etwas Verspätung zum Release, doch immer noch VOR dem Vinyl-Release. Auch hier leider die Begründung: Lieferschwierigkeiten. So schade, dass es kein adäquates Presswerk gibt, welches sich um Punk-Releases kümmert. Ja, ist viel Arbeit, dafür konstant.
Ganz so lang brauche ich nicht in der Herstellung eine Reviews, doch einen CD-Player, den habe ich nicht mehr. Laufwerk gekauft, mp3’s gezogen, aufm Stick gehört:

L.A.K. erfreuen mich mit ihrem Midtempo-Punkrock. Der erste Song „Geschichte schreiben“ zeigt direkt, was die gut eingespielte Band kann und was sie noch vorhaben auf Albumlänge; ein richtig guter Opener!
Mich erinnern diese „ohoho“-Chöre (leider?) direkt an die Toten Hosen und der Gesang an den Herrn Wiebusch von Kettcar. Ist ja keine schlechte Mischung! L.A.K. hatte ich schon mal auf dem Plattenteller liegen. ihr letztes Album kam 2018, einen Review hatte ich für den Vinyl-Keks  geschrieben; doch die Aufnahmen zur neuen Platte (produziert mit Kurt Ebelhäuser – auch Pascow, bspw.) überzeugen 100%.
Die Band hat sich nach über 25 Jahren (!!!) also nochmal richtig was vorgenommen. Mit dem Sound, der verdammt guten Spielweise, den ehrlichen, freundschaftlichen,  kritischen und reflektierten Texten, brauchen sie sich auf keiner Bühne zu verstecken und gehören ganz klar ins Abendprogramm; und in jeden CD-Player.

Ein sehr liebenswertes Video, herzlich, hach:

CD’s oder auch als Vinyl im Bandeigenen Shop.

Commander Nilpfred – Tyrannopotamus Rex

Schon der Name weißt ja auf Partypunk hin. Wobei sich die Kombination an Worten, für mich als Die-Hard-Politpunker (hüstel) echt beißen. Da wo Punk zur Party wird, isses spießig, bunt und gewollt.
Beim ersten Stück „fick das system“, ja, auch beim zweiten „rothenfeld“ ist jemand hart in ein Reimbuch gefallen und hat alle Reime auf „system“ und „feld“.
Gefällt?
Und zwar wie ein Baum.
Mit der Axt.
Also nicht die Axt, aber der Baum, der gefällt.
Der dritte Song „carpe diem“ erinnert mich an Simon & Garfunkel.
Wenn ich so anspruchvolle, abwechslungsreiche Musik höre, was Commander Nilpfred ganz sicher machen, dann komme ich mir so gänzlich ungebildet vor!
Das hat ne Range, hier gibt es kein Einschienenbahn-Punk, mal ist eine Verzerrung auf dem Bass, aber:
spätestens bei Song fünf „über den Wolken“ der Platte „TyrannoPötamus Rex“ – dessen Titel ich nicht verstehe – kann ich nicht noch einen mehr. Beim Titel habe ich habe eine Annahme, dass das auf das Covermotiv anspielt, auf dem so eine Art Wolpertinger zu sehen ist. Die Band hat den Namen sicherlich wissenschaftlich korrekt aus einem WasIstWas-Buch zusammengesetzt.

Sehr humorvoll das Ganze. Gibt es im bandeigenen Shop zu kaufen, auch als LP oder MC.
Das ist kein Punk, oldschool nennen sie es, sie haben einen Punkhintergrund.
Top eingspielt, ganz sicher sehr gute Einstiegsmucke, ich bin raus.


Und bei(m) Nullpunkt angelangt:

Nullpunkt – Gemischtwarenladen

Aus Rostock kommen Nullpunkt. Hui der Name eigenet sich ja gleich für mehrere Steilvorlagen (hihi), vor allem nach der letzten CD, ich bin in meinem Auto unterwegs (von Konstanz nach Singen, wer es wissen möchte) und höre mich durch. Seid 15 Jahren gibt es die MelodicPunker schon; im November gibt es ein Jubiläumskonzert in Güstrow. Das ist ja auch ein Wort. In 15 Jahren passiert viel, man hat sicher schon das ein oder andere Release auf die Hörerschaft losgelassen und manch Konzert gespielt. Nach kurzer Recherche: es gibt ein Release vorneweg, das ist von 2012. Andere Recherche ergaben zwei Releases…

Nun also 12 freshe Songs, auch fürs Gemüt: Mit „du“ haben sie ein sehr persönliches Stück geschrieben und im Video ist sicher das ein oder andere Kind zu sehen, was in den letzten Jahren zum Bandgefüge hinzugekommen ist. Das ist sehr freundschaftlich!


Von vorne gehört hat Nullpunkt viel Attitüde und klare Kante gegen Rechts. „Im Netz der Spinner“ wartet mit rockiger Stimmer, Double-Base und Metalkante auf.
Genau in dieser Mischung liegt Freude und Schmerz, meiner vor allem. Das ist super gespielt und aufgenommen, die Musik und Texte ist was für größeres Publikum. Eine Mischung aus Die Ärzte, FSF und 100 Kilo Herz. An mir läuft das etwas vorbei und von all den vielen Spielarten, die die Band drauf hat, bleibt bei mir vor allem Soli und ein Hauch von Punk hängen und ganz ganz viel Rock.
Erschienen bei RockZoneRecords, auch als 180gramm LP. Bereits vor mehreren Monaten, die CD hats nun aber mal in den CD geschafft.

Schubladendenken #2 – LabelCompilation von Bakraufarfita

Schubladendenken, eine LabelCompilation aus dem Hause Bakraufarfita. Geilstes Label.
Geht gleich los mit der neuen Single von 100 Kilo Herz. Track zwei ist Detlef. Keine Sorge, ich geh jetzt nicht jeden einzelnen Track durch! Detlef haben mich total erschreckt, irgendwie hab ich irgendwann mal ein Video gesehen, oder so. Ist nicht so ganz mein Style und diese Snare klingt zeimlich schrecklich. Insgesamt nicht schlecht. Eher so Mukke könnte ich mir vorstellen, wenn ich ganz hart besoffen bin aufm Konzert  (das bin ich nie), dann kann ich stundenlang mitgröhlen. Apropos: Thema für die Toten Crackhuren im Kofferraum. die Vorzeige Schlager-Punk-Band, falls man sowas überhaupt in einen Zusammenhang bringen darf. Die sich in einer Nische breit gemacht haben, die es eigentlich gar nicht gibt. Alleinstellungsmerkmal. Ein ganz wunderbarer Song, der die komplette Geschichte von „alte Männer machen Punkrock mit Bums Humor, sind einfach sowas von gestrig“, umso schöner, dass im Laufe der erzählten Geschichte die toten crackhuren wieder zu Punkrock-Leben erweckt werden und zurückkommen!
Ich kann das neue Album folglich nur empfehlen! Es ist zwar hart Pink, und ich hasse Pink, aber was tut man nicht alles …
Einiges kenne ich noch nicht, und ist der Grund, weswegen ich mich entschlossen habe, diesen kleinen Review zu schreibe, denn die Compilation macht Spaß zu hören.
Zum Beispiel Kumpelbasis „die Armee der Zeigefinger“, so ein bisschen Ähnlichkeit mit den Dorks. SOKO Linx, megaburner! Klaus from the South, schlagereksen Punkrock, so Sportfreunde Stiller mäßig. Gruselig! Und ich bin noch nicht am Ende der ersten CD.
Bands wie Partout (auch schon hier mal reviewed), Blaske, Büchse, richtig coole Bands. Dead Koys, Kurschatten, Piefke und Huelse.
Einige Bands gibts im Shop im Angebot, greift zu, andere werden euch noch hoffentlich mal live begegnen! Tolle Auswahl.

Wehrmutstropfen ist Barde Thomas Tulpe.
Insgesamt ein super Überblick über die Sachen, die bei Bakraufarfita erschienen sind, bzw. wohl auch noch erscheinen werden.

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