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MC: Atomvulkan Britz – Privilegoland

Ein wunderschöner Bandname mit tollem Plattentitel fliegt hier rein: Atomvulkan Britz, Tape nennt sich „Privilegoland“.
Da hat sich auch jemand eine ganz hübsche, passende Kulisse gebaut, oder bauen lassen. Scary Gary Flanell, der den Bass und die Vocals übernommen hat, könnte ja einer der Erbauer dieses utopischen Landes sein. Oder Sun Ra Bullock, der die Drums und auch Vocals übernommen hat?
Nun, in der Hauptsdache sind beide wohl, außer mit der Musik auf dem Tape und diesem Seitenprojekt Atomvulkan Britz, mit ihren Labels John Steam Records (Gary) und Edelfaul Recordings (Sun Ra) beschäftigt.

In 2019 hatten die beiden eine Debüt EP rausgebracht und haben also weitergemacht. Mit was denn, werdet ihr euch fragen. Nun, es ist experimenteller Punk. Live gemeinsam im Trixxta zu Berlin aufgenommen.
14 Songs, sehr geduldig aufgenommen, geschnitten, gemischt und gemastert von Ilja Gorowitz.
Etwas Elektronik und Guest Vocals wurden hinzugefügt.
Mit dem recht amüsanten Titel-Stück „Privilegoland“, sie bieten uns einen etwas hochgepitchten Gesang, japanischer Kinderchor?
Das Duo Bass Schlagzeug funktioniert sehr gut.
Die Wirkung von Ibuprofen wurde vertont, wieso sind da eigentlich keine Lyrics bei, man scheint mit einem gewissen Augenzwinkern sein eigenes Tun zu beäugen.
Der Atomvulkan kommt meiner Meinung nach nicht zur Explosion, es fehlt an richtig zündende(lde)m Material. Was wahrscheinlich an bspw dem tollen, sphärischen Stück „Woher?“ mit seinen fünf Minuten liegen könnte. 
Es folgt dem ein Halbminüter namens „Fahrstuhl fahrn“. Ist das eine Ode an den Fahrstuhl im Trixxta 😉
Zwar schon lange her, dass ich dort auf einem Konzert war (mit den famosen Grizou), dennoch in meiner Erinnerung verankert, ein Fahrstuhl in den Keller. Ach, ich möchte dort gerne wieder sein.
„Vokaltrio“ ein Song, der auch gut in einen Film aus den 50er Jahren passen könnte.
Die beiden Macher haben ein sehr eigenes, respektive eigenständiges Verständnis zur Musik, weswegen sogar ein(e) „Dub Station“ Platz findet zwischen den insgesamt, ich erwähnte es, 14 Liedern.

Atomvulkan Britz, Privilegoland. Limitiert auf 50 Tapes. Digital bei BC:

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review: rebok / flanell split MC

Rebok / Flanell Split Tape.

Ich lege, da ich Gary Flanell kenne, habe noch sein Buch vorliegen (dazu später mehr) zuerst Seite B ein und höre mir an „das Rauschen der Heizung part 1 bis 6“. Er hatte mir das Buch „Angst vor blauem Himmel“ zugeschickt und diese Kassette beigelegt mit der Bitte um ein Review. Also los:

Musikalisch ist das zwischen Ambient und Noise. Vor allem ging es wohl um das besagte Rauschen der Heizung, denn das ist immer im Hintergrund. Ein Track hat einen klaren Beat. Ein anderer wieder nur mit Bass. Alles in allem  sehr ruhig und echt spannend anzuhören. Ist für Gary wohl sowas wie „free writing“ mit Musik und Geräusch gewesen. Und was ihm seine Wohnung erzählen wollte.

Es folgt Seite 2, beziehungsweise Seite 1 mit Little Naitsabés Rebok (auch bekannt als Till The Morning Light). Ist noch mehr Ambient, ist etwas strukturierter im Songwriting. Es sind zehn Songs die mich teilweise, ich will jetzt hier kein Name-Dropping mit „riesen“ Namen machen, kann mich des Eindrucks aber nicht erwehren hier neuere the Notwist zu hören.  Ich kenne mich da aber auch nicht wirklich aus, da ich so ne Mucke ja gar nicht höre.

Um so spannender dies hiermit mal getan zu haben. Entspannungsmusik der anderen Art, fass ich mal zusammen. Vielleicht parallel den Film koyaanisqatsi anmachen und diese gruselige Musik von Philip Glass nicht hören zu müssen, sondern eben dieses Tape, das mir wirklich wesentlich besser gefällt! Ganz hübsch aufgemachtes Tape im Pappschuber.

Erschienen bei John Steam.