fanzine: gunter meinhardt – reise nach saint malo

Kurz haben Gunter und ich uns per Mail ausgetauscht und nebenbei verriet er mir, dass er ein neues Heft rausgebracht hat.
Ich freue mich immer über Neues und so verschlinge ich all die Buchstaben recht zügig an einem Vormittag; als es per Post bei mir zuhause angekommen war. Auch verriet er mir nicht, um was es denn ging, umso leichter fällt dann das neugierige beschnuppern der einzelnen Sätze.

„Reise nach Saint Malo“ – es handelt sich hierbei um einen Ort in Frankreich.
Nutzung und Veröffentlichung im Internet findet Gunter nicht gut, deswegen steht es auch gleich vonre im Heft, aber einen Nennung, die muss in Ordnung gehen, denn wass du schreibst, lieber Gunter, ist einfach gut und das sollten noch ein paar Lesende ans Herz gelegt bekommen!

Auf 12 Seiten gibt es ein Tagebuch der Reise. Er beschreibt die Reise, die Stationen, so amüsant, in einem herrlich süffisanten Tonfall, der manchmal wirkt, als könne er ins Gegenteil kippen, dass ich mich schon frage, ob er denn Spaß auf seiner Reise hatte – zwinker.
Ein liebenswerter Bericht über die anderen, angereisten Touristen, die örtliche Gastronomie, der öffentliche Nahverkehr, er fasst alles mit spitzen Fingern an! Doch bevor man aber denken kann, dass er das wohl alles nicht leiden kann, dreht er eine Pointe daraus.
Dazwischen etwas Tristesse und Langeweile, wenn man aus dem Fenster schaut und auf den Sturm schaut, der über den Atlantik heranzieht.

Gegen Ende kommen zwei richtig gute Sätze, die sich um unsere digitale Welt drehen.

„…eine abgebildete Realität Mahnung und Warnung in einer immer virtueller werdenden Welt in der sich vieles verabschiedet, nämlich der gesunde Menschenverstand.“
„schöne neue digitale Welt, du bietest so viele Lösungen an, die es früher nicht gebraucht hätte.“

In diesem Sinne:
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review: BRUECKEN – schall und raum LP

Eine der wenigen (100 Stück) seeblauen Vinyls hab ich mir bei der Band bestellt.

Sie selbst bezeichnen es als PostRock mit Shoegaze Einflüssen. Ja. Stimmt. Da ich andere Instrumentalbands wie THIS WILL DESTROY YOU oder MOGWAI auch ganz gern mal höre, ist das hier echt eine schöne Komplettierung.

Ein in sich schlüssiges Songwriting, Gitarrenwände, viel Hall, elegische Parts und lange Songs. Die Band selbst beschreibt ihre Musik als Ergebnis von widrigen Bedingungen aber auch tiefer Verbundenheit. Das erzählen auch schon die Songtitel „taumelnd“ „trotzden“ „unvollendet“ „loslassen“ und „müssen“

Es ist eine Platte, die man zehn Mal hintereinander laufen lassen kann. Der Sound ist sehr ausgewogen. Mal drückend, schiebend, oft weit aber nicht zu sanft, dafür spürt man den Bass immerda.

hier zu haben (Moment of Collapse)