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review: Meijar – s/t LP

Ein Debüt Album mit viel Power, Energie, Gefühl und Herz. Meijar aus Dresden habe in Eigenregie ihr Debüt aufgenommen. Und gleich der erste Song „Polygraph“ weiß zu überzeugen. Post-Grunge-Screamo-Mucke.
Die Gitarren und der Gesang ergänzen sich dabei, bzw. unterstützen die jeweils erzeugte Stimmung. Die Vocals teilen sich der Drummer und einer der beiden Gitarristen. Was für Abwechslung sorgt.
Mit dem letzten Song der ersten Seite steigen sie mit einem Ein-Minüter ohne Gesang, einem Ausklang entschwindet sie.
Was wiederum die sonst so lyrischen Texte unheimlich unterstützt, ohne etwas zu sagen. Wehmutstropfen: es ist kein Textblatt dabei, aber man kann ja bei Bandcamp reinlesen.

Wieder zurück
Land in Sicht
wird alles noch sein wie es mal war
das Finden beginnt
werd wieder zum Kind
viel zu lang verneint
endlich daheim

So oft gehört
niemals geglaubt
Leben erfüllt
Leben verbraucht
Viel zu lang her
bitte verzeih
ich hab‘ all das vermisst
endlich daheim

(Auszug aus „heem“)
Die Band spielt bei ihrem Debüt mit allem, was ihnen zur Verfügung steht und hat dabei auch einen wirklich druckvollen Sound gemastert bekommen im LaLaStudio Leipzig. In diesem Studio sind ja schon einige wahnsinnig gute Emo/Screamo Scheiben entstanden. Hier auch schon besprochen bspw Krawehl und Zo!is.
Ich kann es wirklich empfehlen hier reinzuhören, Post-Rockern wirds gefallen, wie auch Leuten, die mal entspannteren Screamo hören möchten. Eine gute Mischung aus Screamo, Post-Hardcore und Emo. Ich mag gar keine Bandnamen hier droppen, zu viele Einflüsse sind so klar rauszuhören, ihr werdet eure Freude daran haben!
Aktuelles Video der Band ist ein Song der B-Seite „mauerwerk“

Gibts bei der Band (bandcamp) zum Download, hier den tubenkanal, und beim Label die LP lala schallplatten.

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fanzine: Drachenmädchen #14

Das Drachenmädchen flattert bei mir schon seit vielen Jahren rein. So freue ich mich immer wieder auf eine neue Ausgabe, so auch bei der Nummer 14.  Im Vorfeld hatte ich mitbekommen, dass Rosi, der Commander und Herr Neumann, die feste Redaktion dieses Heftes, auf der Suche nach Schreibern war, die etwas zum Thema DIY loswerden wollen. Diesem Aufruf gefolgt sind Sabrina von der Band Lügen, Roland von Oysteren, Dirk Bernemann, Falk Fatal, Katharina Ferrari und so einige andere unter Pseudonym (?).

Punk geht nicht ohne DIY, ohne DIY gibts kein Punk. Nach diesem schlauen Satz also zum Heft.
Prall gefüllt mit Texten zum Thema, manchmal auch eher in Geschichtenform am Thema entlang, Interviews, Erinnerungen. Ein wirklich lesenswertes, abwechslungsreiches Panoptikum.
Besonders aufgefallen sind mir das Interview mit Monochrome. Eine wohl ersten Emo/Postrockbands Ende der 90er, die in Deutschland jede Menge Konzerte gespielt haben. Ich hab nicht eins gesehen. Emo war nicht so mein Ding. Auch Postrock nicht. Aber lauscht mal selbst. Erster Release 1999

Super Statement gibts als Kolumne „DIY or Die Kolumne“ über den Fakt, dass die Broilers in kleine Betriebe in Düsseldorf gehen, um kostenlos Teile ihres Musikvideos zu drehen. Das OX Magazin unterstützt das auch noch. Bezahlung: Product Placements im Video.
Den Rest könnt ihr euch wohl denken….
Zwei erwähnenswerte Interviews mit Wolfgang Niedecken von BAP, ja Punkband aus Köln, und Punkrockers Radio, Punk in Dauerschleife ausm Radio. Bulli vom Mailorder Antikörper Export, spielender Basser bei Alarmsignal hat eine ziemlich abgefahrene Story aus dem Lockdown Frühjahr 2020 zu erzählen. Eine Bastelstunde DIY-Plattenspieler mit Legoteilen, es gibt auf 118 Seiten im Querformat A5 Buchstaben satt.
Zu haben bei MyRuin.

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review: Franky Shampoo – the lost Tapes MC

Franky Shampoo – hu. Mit dem ersten Blick auf die Kassette befürchte ich  schlimmste Schlagermusik, oder eine kaputte Elvis-Kopie; oder beides miteinander vermählt.
Natürlich weiß ich bei dem Label It’s Eleven Records, dass das wohl nicht passieren wird. Mit dieser Hoffnung im Genick lege ich das Tape in den  räudigsten Walkman, den ich in einer Schublade finden konnte um adäquate Soundqualität geniessen kann.

Wir starten mit „in the night“ und ich werde mit einem wunderbar melancholischen, sehr simpel gehaltenen, textlich 77er EnglandPunkrock mit leichtem New-Wave-Einschlag überrascht. Nicht: überrumpelt.
An wen erinnert mich das? Peter & the Test Tube Babys isses nicht. Aber so in die Richtung.  An Startplatz 2 kommt „braineater“. Etwas düsterer, aha. Es finden relativ viele Samples aus Filmen oder ähnlichem Platz vor den Songs aber auch währenddessen. Nach ner Weile fällt mir ein guter Vergleich ein.
Habe in letzter Zeit recht oft die Litovsk aus Frankreich angehört. Gepaart mit den Hooks der Stuttgarter Band Neat Mentals. Wer hier fleissig in meine Sampler reinhört, wird sicher wissen, von welchen Kleinoden ich spreche.
Nun, Franky (mit vollem Namen) Franky Shampoo & the City Creatures nimmt soweit musikalisch also den direkten Weg in meine Ohren.
Auf Seite eins vier Songs, super aufgenommen, geht gut ins Tanzbein. Auf Seite B drei Lieder. Die letzten beiden hätte er sich direkt mal sparen können, mein Gehör steht in Flammen.
Der Kassette liegt eine kleine Autogrammkarte bei, „Franky Shampoo loves you“, wird bei nächster Gelegenheit signiert! Gut abgehangener 77er New-Wave-Punk.
Kein Anspieltipp sind die letzten beiden Tracks: ein schlimmes Cover von einer Band, ja ich mag sie nicht, Motörhead und einem Soundexperiment rückwärts abgespielt; das auch noch 4 1/2 Minuten lang. Experimentiert euch da doch selbst mal rein!

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review: passionless pointless – s/t MC (plus Fanzine)

Leider inzwischen, as time goes by, in der Rubrik „besser spät als nie“ gelandet.
Was den grandiosen Output des Trios Passionless Pointless nicht weniger interessant macht!
Zuersteinmal empfehle ich bei Insta ein Abo zu lassen!
Dazu gibts auch noch das Label Vinyldyke, welches auch einen Instagram Kanal hat, wo uns Evelyn so einiges von ihrem DIY-Output erzählt, bzw erklärt. Aber mal der Reihe nach.

Passionless Pointless machen mich vom ersten Ton an darauf aufmerksam, dass ich schon ganz schön alt bin. Eine Zeitreise zurück ans Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre, als es losging mit Grunge und Mann eigentlich mehr so Hardcoremucke gemacht hat, mit Moshparts, vielleicht auch, damit das so ein bisschen Hiphopbeats hat, um gefälliger zu werden. Plötzlich saßen 1000 Mädels im Proberaum, wir 15, sie 15, und sie wollten alle Grungerock hören. Und das war doch so ne Emo, Softiescheißmucke, uargl. 
Am Schlimmsten war dieser Chartbreaker „Smells like Teen Spirit“, darauf konnte man nur mit noch mehr Hass in der eigenen Mucke begegnen. Nun, ich war auch eher n Softie und habe es mit einer der ersten Emo-Punkbands versucht, die es wohl so Mitte der 90er gab: Hünersüppchen.
Abgefahrene Zeit, Bands die nur meinen explodierenden musikalischen Kosmos gestreift haben: L7, Hole, laut und bratzig das Ganze!
Passionless Pointless machen an diesem Punkt ihre musikalische „Arbeit“ ziemlich gut, das fetzt wie Sau, ordentlich Distortion drin, ab und an punkig, knackiges Tempo, mit Biss und coole Texte.
Die Band pendelt zwischen Grunge, Punkrock, Heavy Blues Rock. Ich könnte noch Seitenweise schreiben, acht Songs pendeln zwischen zwei und knapp vier Minuten. Das Besondere, zumal die Aufnahmen richtig gut geworden, ist auch das ganze Drumherum. Das beiligende Fanzine enthält nicht nur die Lyrics und ein paar Fotos, alles in s/w, sondern auch die Geschichte, warum sie die Platten auf MC und nicht als LP veröffentlicht haben. 24 Seiten Linernotes. Evelyn, spielt Gitarre und singt, bringt da eine Menge Spirit rein. Sie veröffentlicht auch kleine Videos bei Insta, wie sie auf ihre Riffs kommt, macht Shirts mit Siebdruck, das erwähnte Fanzine und Label Vinyldyke.
Mega liebenswert, 110% DIY. Für mich zusammen mindestens 11 Gründe warum man zugreifen sollte.