review: COLUMBUS WAS WRONG – nicht ohio CD

Vom kleinen aber feinen Label „keine drogen in graceland“ habe ich die CD von COLUMBUS WAS WRONG bekommen. Als sie dann die erste Runde dreht war ich schon baff estaunt, wie derbe langweilig Punkrock sein kann. Ist das Punk?

Manchmal darf aber auch ich die CD ein paar Mal laufen lassen. Dem Leben ne Chance geben, haha! Und da scheine ich genau richtig zu liegen, denn in ihrer kleinen Geschichte, den Releaseinfos entnehme ich, das man sich durchs Leben gekämpft hat. Es geht nicht um Verkaufszahlen, sondern um ein Lebenszeichen, dass man nicht nur anderen, sondern auch sich selbst zuruft. Yeah!

Gediegencore nennen die Herren aus Trier das, was sie da musikalisch servieren. Reduzierte Distortion, viel Melodie und viel Melancholie. Eher Singer/Songwriter als Bierdusche und Pogo. Wer meine Reviews hier liest sollte sich auf ne Mischung aus den Schweizern SCHELM und den sanfteren HERR PAULSEN UND DAS ZEITPROBLEM freuen können.

Acht Songs sind auf der CD. Schönes Cover auch!

bandcamp

Kontakt: columbuswaswrong@gmx.de

review: 0€ IRO – mahnstufe X LP

Da ist sie also: die neue LP von OIRO. Es hat sich einiges getan. Zweite Gitarre ist weg, man hat sich gesundgeschrumpft da Basser Vander raus ist aus der Band. Schade. Aber ich hab ja noch seine Single mit dem schönen „wenn leila wasser holt“. Ich erwähne mal hier, das mir die Singles „andi ist nicht mehr in der gang“ und „der biber und der pfau“ fehlen…. wer sie nicht zu utopischen discogs-preisen loswerden möchte: PN!

Die Band aus Düsseldorf bleibt ihrem reduzierten Sound treu. Elf Tracks in ner halben Stunde. Angeblich sind die Texte weniger kryptisch, jaja. Sie seien auch die einzige Punkband steht da irgendwo aufm Textblatt. Oke. Und was ist mit „Kaktushaut“? Hm? Das soll einer verstehen? Ist mir zu hoch. Liegt vermutlich an dem Elektronervigenlalala.

Insgesamt aber ein klasse Release. Typisch für OIRO und doch an so einigen Ecken mit übergroßartigen Ideen nur so strotzend. Abtrotzdend. Musikalisch wohl ein Panoptikum der über 40 Jahre währenden Düsseldorfer Szene. Angepisst, nölig, das is schon Punk.

Können jetzt aber ruhig auch wieder n paar Konzerte mehr machen und mal in meinem Wohnzimmer vorbeischauen!

Weißes Vinyl, gibts nur bei flight13. yeah.

zuhause

kein haus ist groß genug für euer scheiß gefühl

review: PISSE – s/t LP

Meine Lieblingsband, die vermutlich einen feuchten Kehricht drum gibt, reviewt zu werden. Vor allem von mir! Nachdem ich nun letztes Jahr auf unfassbare drei (!!!) Releases kam, die ich mir von meinem Taschengeld kaufen konnte (zB die Split 10inch), kommt 2020 also noch ne ganze LP hinterhergeschoben.

Los gehts mit „die fetten Kindern“ und die Richtung bleibt erhalten: wütendende Endzeithits reihen sich zehn Mal aneinander. Pendelnd zwischen SynthPunk-Hymnen, windschiefen Genremixen und Pogo-Deutschpunk, alles wild tanzbar, gehört eigentlich in fiese, kleine Keller ausgebrannter Innenstädte. Mit Kids die rumlaufen wie nach den 2000ern geboren, angezogen wie Studenten in den 90er, sehen nur aus wie aus den 80ern. Das ist wohl Punk, das raffst du nie.

Nach knappen 19 Minuten ist der spooky „holt mich bitte schnell aus dieser musikalischen Irrenanstalt“ Apokalypse-Soundtrack vorbei. Aber super CO2-Bilanz.

Danke PISSE.

 

 

 

review: UNBITE – merge EP

 

Habe hier aus Stuggi die neueste Noiserockscheibe von Helge bekommen, der, nachdem BUZZ RODEO einen absolut Kometenhaften Aufstieg und einige sehr schöne Vinyloutputs hatten und eben leider auch schon wieder verglüht sind, sich nun bei UNBITE an den Drums verdingt.

Female Vocals puschen die eingängig krachig, noisigen Riffs nach vorne. Insgesamt ist es recht minimalistisch gehalten und erinnert mich sehr an FUGAZI oder UNWOUND, wobei die Band hier noch in einem Anfangsstadium zu hören ist. Das Namedropping also vielleicht noch zu früh? Die Band gibt es wohlgemerkt erst seit 2019! 

Ich weiß auf jeden Fall, daß UNBITE dabei sind, im Frühjahr 2020 eine Platte an den Start zu bringen und einige Gigs zu spielen. Eine Frau, zwei Männer bringen hier teils hypnotischen, teils sehr noisigen aber auch in klaren Songstrukturen bewegenden Noiserock.

Sechs Songs, in drei Tagen aufgenommen. Schönes Cover auch.

Unbedingt auschecken!

news

nachdem ich von Nico auf seinem Blog vinyl-keks so gelobt worden bin für die ausgabe #5a, habe ich mich kaum ein halbes jahr später von ihm (sehr gerne) fressen lassen.
yeah, jetzt kommt der fame.
haha! nein, nico hat eine kleine redaktion ins leben gerufen und wir besprechen analoges. vor allem vinyl.
find ich super.
hier mal review numero uno: KRUPSKI schrieb „die knittrigen

hier wird es aber weiterhin sinnfreie kritiken zu der punkband xyz geben… es folgt lediglich noch ein serverumzug.
wer mir dabei helfen mag und irgendwelche ideen hat von blogsport umzuziehen: lets go!

review: DEAD KOYS – resting places LP

DEAD KOYS resting places LP
Kam plötzlich so reingeflattert.
Zu meiner Freude. Denn gleich ab dem ersten Ton treibt einen die Reibeisenstimme von… hm, wie heisst er denn. Rauszufinden gibts da wenig. Jedenfalls die Stimme, die warmen Melodien, alles umschliesst dich wie ein Freund, den du an einem lauen Spätsommerabend in der ausgfransten Innenstadt mit einem Bier in seiner linken Hand triffst.
Die Texte, formal schön auf ein A2 Plakat im Innenraum der Platte gedruckt, spiegeln das wieder: Freundschaft, Abschied, Zweifel, Plätze die bleiben. Und Dortmund scheint so einige dieser Plätze zu haben. Um hier und dort auf etwas Grün zu schauen, umrandet von Beton, stehen zu bleiben und ein kleines, emotionales Leben in ein paar Zeilen zu fassen.
Musikalisch fasst das Label bakraufarfita, auf dem die Platte am 21.03. erscheint, dass als Leatherface mit RVIVR und AsFriendsRust zusammen. Die Herren könnten prima auf dem HELL-FEST in Stuggi passen! Von der Band selbst las ich: „irgendwas zwischen 90s emo, punk und softcore“
Ich lass das mal alles so stehen und freue mich, wenn ihr ein Ohr wagt!
Gut gespielt, die Band gibt es wohl schon bald zehn Jahre, sauber gemischt und so kommts auch aus den Boxen. Hot Shit.
Erstmal gibt am Releasetag eine Releasshow mit meinen Freunden von NO°RD! In Dortmund. Grüße!

review: SLIME – die toten wollen wieder alleine sein MaxiEP

SLIME die toten wollen wieder alleine sein
Zuerst hab ich mir gedacht, nachdem die Band nun tatsächlich meine Jugend begleitet haben, ich kauf mir da einfach mal ne schöne neue, kurzweilige Scheibe; und höre ein paar Evergreens wieder.
Der erste Song ist ein neues Stück „die toten wollen wieder alleine sein“, der textlich sehr gut den momentanen gesellschaftlichen Denkprozess in Kaltland widerspiegelt. Musikalisch ist das spürbar anders als die Klassiker aus dem darauf folgenden Medley.
Zum Zweiten fand ich die Siebdruckaufmachung sehr cool. Weißes Vinyl mit rotem Druck des Covermotivs.
Was mich echt stört ist etwas allgemeiner, denn die Scheibe ist eigentlich ganz cool: wenn man zu der Platte, da sie nun schon ein paar Monate raus ist, nach andern Reviews sucht, findet man nur Mailorder, Media-Markt und andere kapitalistische Verkaufplattformen. Ich kotze.
Und limitiert ist die Platte mit 1500 Stück auch nicht. Limitiert geht anders.
Hört sich dann am Ende doch wie eines der TotenHosen an.
Scherz.
Die Lyrics gefallen mir wesentlich besser als die Vertonung von Erich Mühsam „sich fügen heisst lügen“. Und musikalisch auch wesenltich geiler als die schlageresken Riffs und Chöre von „hier und jetzt“. Am Ende noch dieses bejubeln des 40-Jährigen Bandjubulats. Jaja. Wieviel mal habt ihr aufgehört und wieder angefangen? Wer ist noch übrig?
Ach. Egal.
Hat Spaß gemacht, die EP anzuhören.
Mal gucken, was als Nächstes kommt!

review: PUTZFRAU – running demo

PUTZFRAU - demo
ich beginne dieses Jahr mal mit ner ordentlichen runde highspeed-krach!
gestolpert bin ich, natürlich, über das geschnipselte s/w cover und den putzigen bandnamen.
ich weiß, was du denkst: aber nein! das ist ne high speed version von den DEAD KENNEDYS mit ner frau am mikro. und sie kommen aus portland, oregon. wo das liegt ist mir so egal, wie da wo du gerade liegst. sie spielen acht songs in acht minuten und knallen dir aber sowas von schnell ihre kanppen songs um die ohren. anspieltipps auf jeden fall „running
ich hab jedenfalls keine mühe gescheut und der band ne mail geschickt. hier ihre infos:
(….)

Schade auch. Aber hört einfach selbst rein. Feinstes Geballer!

review: DREI AFFEN – seguimos ciegxs EP

Mit einem Donnern mag ich mich ins dem Jahr 2020 schiessen.
Hilfe leisten mir dabei die heftigst ballernden DREI AFFEN aus Torrelavega im Norden Spaniens.
DREI AFFEN - seguimos ciegxs EP
Ich konnte mich nicht entscheiden und habe, ausnahmsweise, alle drei Farben bestellt. Evtl habt ihr Glück und findet die Scheibe noch beim deutschen Label through love oder bestellt sie bei der band selbst.
Vorstellen sollte ich sie eigentlich nicht mehr müssen, es gibt ein sehr kurzweiliges und gutgelauntes Interview in der aktuellen Ausgabe 5A; und selbstverständlich Musik auf dem Tape.
Großartiges Gewitter.
Auf der aktuellen Scheibe „seguimo ciegxs“ was soviel heisst wie „immer noch blind“.
Der erste Song ist auch direkt der Titeltrack. Nach einer kurzen Nachfrage nach Freiheit und einem winzigen, düstermelancholischen Intro schiebt und ballert die Band los, das man in Sekundenschnelle weiß, was in den insgesamt sechs Tracks auf einen zukommt.
Die Songs sind insgesamt mit mehr Druck gespielt als noch auf der ersten EP. Dabei beleiben die Gitarrenriffs richtig catchy. Ab und an in Halbtöne verschiebend, verzichten sie auf allzu noisige Parts.
Sehr abwechslungsreich. Mal der Fokus auf die Basslinie, mal auf das herzzerreissende Geschrei von Elsa. Über alle Tracks drückt Eloy mit seinem Schlagzeugspiel die Parts ins richtige Tempo.
Screamo, Neocrust und Artverwandtes sind nicht ganz mein Style, das hier sticht aber wirklich heraus. Viel mehr als die 20 Minuten, die hier zu hören sind, halte ich aber auch nicht aus, haha!
Auf dieser EP diesmal alle spanischen Texte ins Englische übersetzt. Es geht um Befreiung, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, es geht um das verzweifelte Innerste, das heraus will aus seinem Käfig.
Diesmal auch neu ist die hohe Auflage mit 500 Stück und die Labelanzahl. Waren es bei der ersten, selbstbetitelten EP noch 16, sind es nun noch die erwähnten ThroughLoveRecords PIFIA LeftHandLabel und ZegemaBeachRecords
Interview gibts bei mir (mail auf der startseite), eine handvoll Ausgaben habe ich noch mit grünem Cover.