LP: body maintenance – far from here

Eine schnelle Review für die wunderbare Body Maintenance „far from here“.
Neulich waren sie in der Alten Hackerei zu Gast (18.02.) und haben mit einer gänzlich nervigen Synth-Wave-Band mit dem tollen Namen Desinteresse gespielt.
Body Maintenance haben so ultrapünktlich angefangen, dass ich die ersten vier Songs ganz sicher verpasst habe. Im Anschluß ein schneller Schnack mit Gitarrist und Sänger Riley Stafford am Merch und diese aktuelle Scheibe eingesackt!
Ich bin ja sehr neugierig darauf, wie Bands sich weiterentwickeln. Und Body Maintenance haben acht neue Songs auf dieser LP, die sehr viel druck- und schwungvoller rüberkommen. Etwas mehr Biss im Songwriting und den Gitarren.
Auch wenn die Band aus Melbourne kommen, habe sie schon einen sehr klaren, britischen New-Wave-Einschlag und so Manches erinnert an The Cure. Sie bleiben insgesamt aber rauher als ihre Vorbilder. Body Maintenance spielen sehr gekonnt mit schönen Melodien, die nicht zu bittersweet werden, die da sind und zugehöriges Beiwerk im Songwriting sind und nicht „da muss jetzt ein Solo hin, dann spielen wir auch eins“.

Läuft richtig richtig gut durch. Artwork von Matt Morgantini. Erschienen via Drunken Sailor Records.

 

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.

review: ZERO ZEROES – s/t LP

Aus Karlsruhe kommen die Zero Zeroes mit ihrem  ersten Album. Sie greifen ganz tief ins Garage Rock’n’roll-Fass, voll auf die 12.  Eins wird mir nach drei Takten schon klar: das müssen Musiker sein, die ich irgendwie schon mal getroffen habe in der Karlsruhe Szene. Die in einigen Bands schon gespielt haben, man merkt hier an jedem Ton die Spielfreude, die Sicherheit und die Präzision. Die Sicherheit mit der sie im Songwriting unterwegs sind, einen Rucksack voller Melodien dabei haben und den voller Wonne auf die Picknickdecke legen.
Dosenbier im Stadtpark!
Der melancholische Touch liegt mir total gut in den Ohren. Mag es allerdings noch mehr, dass sie auf jede Popattitüde verzichten. Nicht zu viel Schalala und Ohoho. Wenn ich das jetzt mal vergleichen darf, würde ich sagen das die Zero Zeroes Ähnlichkeiten mit Turbonegro haben. Nur sind die irgendwann wahnsinnig auf die Melodien aufgesprungen und haben sich, in meinem Ohren, quasi den Pop aufgezwungen und den Punk verloren. Jaja, steinigt mich jetzt. Jedenfalls verzichten die Zero Zeroes darauf und rotzen ein paar eiskalte Riffs in dein pisswarmes Bier.
Lokale Vertreter gibt es auch, die einem Vergleich standhalten, die Neat Mentals zum Beispiel aus Stuttgart.
Sie waren sofort einverstanden zwei ihrer Tracks auf dem nächsten Sampler zu machen, falls ihr reinhören wollt… LP jedenfalls, so hörte ich, ist (fast) ausverkauft.
Die Band hat schon bei FB angekündigt, daß es einen Repress in grauem Vinyl geben wird UND eine neue 7inch, die sie letzten Sommer aufgenommen haben.
Ein paar Worte noch zum Cover. Es sieht so aus, als ob einem Menschen der letzte Atemzug entfleucht, doch ganz so gehetzt am Rande des Jenseits hört sich die Band dann doch glücklicherweise nicht an. Zehn klasse Songs.Der Sound hat was surfiges in der zweiten Gitarre. Das gibt der Musik Griff, Grip, etwas, woran man sich auf jeden Fall erinnern kann und sie besonders macht. Insgesamt megagut gemischt und gemastered.
Anspieltipp ist „le Fay“.

Ich hör jetzt auf zu lobhudeln.