perzine: trail magic 7 & 8 & 9

Hier kommt nun die Fortsetzung der Lesereise, die ich mit Chris‘ Wanderungen gemacht habe:

#7:
Diese Ausgabe von Trail Magic ist wohl eine Doppelnummer mit Ausgabe 6.
Eine Story aus Gerontenpunk #3 gibt es und Chris vermerkt dazu, das Beiträge selten aktuell und dennoch zeitlos sind.
Ich kenne den Zeitdruck sehr gut, den ich mir oft genug gemacht habe, weil ich das geführte Interview so aktuell wie möglich halten wollte… und am Ende waren es dann 6 – 10 Monate, die dazwischen lagen.
Weswegen ich wohl gerade auch eine sehr lange Pause mache.

Was ist in diesem Zine?:
Am Anfang stehen diesmal die Protagonist*innen mit der Frage „wie sie zum Punk kamen“ und Vicky, die quasi das Hauptinterview dieser Ausgabe trägt antwortet am kürzesten!
Mir springt ein Foto mit einer Box oder Schublade an Kassetten in die Augen, weil da tatsächlich eine ProvinzPostillen-Compilation drin steht. Neben „where the wild things are“. Hach, ja. Schön. Bad Affair sind heiß zu enpfehlen.
Ist doch was, mal in andere Sammlungen reingucken zu können!

Ein kurzes Interview mit Marko vom Label Microsleep und der Band Tall as Trees (wo hab ich die shcon mal gesehen oder gehört?!?)
Dann von Mika Raeckinnen einen guten Bericht von „nicht weniger von allem sondern mehr vom richtigen – plädoyer für einen ökofaieren hedonismus“. Den ich größtenteils sehr gut nachvollziehen kann. Alerdings nicht in Gänze für mich leben kann.

Meine Liebste, die selbst mal zwei Hunde hatte, hat das Interview von Vicky gelesen und war beeindruckt von ihren Erlebnissen auf ihrem Trail!
Es ist schon sehr besonders so zu reisen.

#8
Puh!
Der Lesestoff wird gefühlt nicht weniger, doch auch nicht weniger fesselnd.
Es ist diesmal ein Tagebuch, Titel „NST Nights“ (Nord-Süd-Trail).
Der führt auf 2000km einmal von Norden nach Süden durch Deutschland – und Chris ist ihn gelaufen.
Krass!
Chris konzentriert sich in der Hauptsache eben auf seine Nächte in der Wildnis. Wie und wo schläft man, wo kommt man unter.
Er hat einige Male diese Wanderung unterbrochen und wieder aufgenommen. Ab und an schreibt er, dass er mal wieder Zuhause in Berlin war und überspringt aber auch manchmal so ein paar Tage zwischen den Einträgen. Da komm ich gegen Ende nicht mehr so ganz mit, was aber im Grunde nichts macht.
Es gibt Treffen mit andernen Hikern, mit Tieren in der Nacht, schlechtem, wie gutem Wetter und ein paar Tipps, beiläufig eingestreut, zur Ausrüstung. Das ist echt alles sehr flockig geschrieben und man kann es flüssig durchlesen!
Zwischen Februar und September 2025 hat er diese Wanderung gemacht.
Bisher die rundeste und gelungenste Ausgabe, finde ich!

#9
Die Nummer 9 hat die Startfrage, welches Buch als letztes gelesen wurde.
Und ich bleibe direkt hängen.
Hänsel, das ist die Hälfte von Hänsel & Gretel, ein Hiking-Team, und Chris hat ein Interview mit ihm im Heft. Er hat als letztes „der Salzpfad“ gelesen.
Diesen Film habe ich tatsächlich gesehen (Review). Mehr oder weniger zufällig, einfach mal schauen, was läuft. Und bis jetzt konnte ich wenig damit anfangen, doch nun fällt mir auf, wie nah sich Trail Magic und „der Salzpfad“ sind. Es geht ums Wandern und was man erlebt. Die Menschen, die man trifft, die seltsamen Begegnungen. Im Dunkeln, im Regen zu nah an eine Klippe oder ans Wasser bauen.
Ich habe eine Gemeinsamkeit gefunden, yeah!

Debakel schreibt ganz wundervoll über ein Buch über Walter Moers. War nie mein Ding, aber die Geschichten sind echt super!

Unheimlich viele Anglizismen um das Thema Wandern. „coldsoaken“ und „ultralight Rucksack“.
Es gab ein Treffen in Holland namens „Trail Days“ im Nationalpark Hoge Veluwe getroffen haben. Ich bin leicht überfordert, auch wenn viele der Wörter sich erschließen oder erklärt werden.

Ein Bericht von Magpie, der den NST (Nord-Süd-Trail) auch gelaufen ist, wie Chris, der in Ausgabe 8 darüber berichtete.
Er ist Stück für Stück gelaufen und berichtet über einen kleinen Teil, auf dem er Teenies getroffen hat, einer davon ein TikTok-er.

Hänsel macht Spaß, die beiden (mit Gretel zusammen) haben im Grunde erst nach der Rente richtig angefangen. Lange Wanderungen (3 Jahre!), aber auch kurze. Macht richtig Fun über deren Erlebnisse mehr zu erfahren, bspw auch die Veränderung, die über Jahrzehnte beim Wandern erlebbar sind.

Ein Stapel Fanzinereviews rundet die üppige Ausgabe 9 ab.

Bekommt ihr bei Chris über Insta.

 

 

 

perzine: trail magic 5 & 6

Die Nummer 5 des Trail Magic bekommt, der Reihenfolge nach, den ersten Review hier.
Ich hab die Ausgaben des bienenfleissigen Chris von der 5 bis zur 9 hier liegen und alle noch nicht gelesen…. auch, weil ich gerade ein Buch lese. Es ist ein geschichtliches und deswegen bin ich etwas lahm beim lesen und schiebe nicht noch diverse Zines dazwischen.
Da will ich mir je Zeit für nehmen.
Und mach es dann doch. Ein sommerlicher Tag, ich lieg im Garten rum. Also ein Heft in die Hand und lesen.

#5:
Zuerst stellen alle Schreiberlinge sich diesmal vor und erzählen, wann sie sich das erste Fußballspiel angeschaut haben.
Jo, Fußball… So gar nicht mein Ding, auch nicht lange Wanderungen, allerdings sollte man ja neugierig bleiben!
Großes Thema ist Hunde, die einem auf Trails begegnen. Zwischen „kein Problem“ und „große Panik“ wird alles erzählt und ich kann beides nachvollziehen.
Meist kann ich das ganz gut einschätzen, aber Hunde sind am Ende auf dem Feld eher unberechenbar und machen einen mit lauten Gebell doch nervös.

Einen Haufen Reviews von anderen Zines, Fußball, sogar Eishockey ist dabei, die Fanzine-Szene ist nicht mehr so gewaltig wie vor dem digitalen Zeitalter, dafür immer noch sehr breit aufgestellt!
Und die Überraschung in dieser Ausgabe ist „pog du sau“ – Fanzine-Kulturgeschichte von Thomas aka Kingfisher. Der erzählt über eine Zeit, in der es am C64 (Commodore Computer) auf Disketten Fanzines gab!
Wusste ich nicht. Ich bin baff erstaunt.
Es ist jetzt nicht so, dass ich das mit den Disketten und der Tape- und Disk-Trader-Szene nicht mehr erlebt hätte, aux contraire, aber das es Zines darauf gab…. krass. Lesenswert!

Das Artwork ist weiterhin punkig, schnippelig, Texte in so Textboxen, Hintergrundbild, alles schwarz-weiß ausm Drucker.
Gibts direkt bei Chris. Link oben zu Insta!

#6:
Es ist ein sehr persönliches Heft, eine sehr persönliche, herzlich geschriebene Geschichte über das Altwerden eines Elternteils.
Diesmal in A6 quer, was auch Spaß macht.
Es gibt da nicht viel zu reviewen.
Gut und kurzweilig geschrieben, regt zum Nachdenken an.

Dazu hat Chris ein paar Zines aus den 80ern ausgepackt, Nostalgie.
Wenn man da so reinschaut, hat sich die ganze Szene so stark verändert, dass ich danach den Eindruck habe, dass nicht nur das Digitale der Zine-Szene zusetzt, sondern damals schon die vielen Verlage, die Schreiber*innen und vor allem Zeicher*innen ganz neue Verbreitungsmöglichkeiten geboten haben.

 

fotozine: Trist-esse (entes-anomicos-publishing)

Carlos von ENTES ANOMICOS hat Nicolas gesprochen und hat ihn sozusagen, mehr oder weniger, auch überredet ein Fotozine zu machen. Denn Nico veröffentlich bei Facebook viele seiner Fotos in Bezug auf seine Band Phileas Fogg, doch das meiste ist seiner Heimat Griechenland und seinen Trips dorthin gewidmet.
Es heißt Trist-esse, Nico hat sich das ja auch als Pseudonym gegeben: Nicholas Tristesse.
Einige schwarz-weiß Fotografien versprühen viel Einsamkeit und Verfall, die Veränderung der Zeit im Bild. Eben eine Tristesse.
Nico hat mir das Heft auf dem ersten Phileas Fogg Konzert in Ludwigsburg (in der neuen Ausgabe der Postille gibt es einen Konzertbericht) und Carlos hat mir auch eines geschickt. Wer also eines möchte: der melde sich bitte bei mir!
Schönes, kurzweilige Fotozine, 16 Seiten.

 

perzine: Grusel, Grusel

Das vermutlich heutzutage am meisten genutzte Format des Fanzines ist das Perzine. „per“ von persönlich. Gut, vieles ist persönlich, da bspw die Printausgabe der Postille (fast) allein von mir gemacht wird. Ich mag nun diesen Begriff mit einführen, da ich doch ab und an nun auf Zines treffe, die nichts mit Musik zu tun haben. Und in meiner Welt ist ein Fanzine halt ne ganz klar musikalische Angelegenheit.

Hier habe ich bei Konsti über Gafas del Rigor bekommen. Auf ihn bin ich durch „Die letzte Oelung“ gestoßen. Und der Autor Karl Knochen hat ja auch eine Short Story zur Ausgabe #8 beigesteuert.
Jedenfalls ist das Grusel, Grusel ein 6-seitiges-Zine mit Cartoons, kleinen Texten und zwei Löchern im Cover.
Ich denke auch, eine bestimmte Druckart, denn manche Texte sind verschoben nochmal auf der Seite sichtbar. Ich kenn mich da nicht so gut aus.
Vier Texte „Ambivalenz in Heidenheim“, „Saugstärke“, „Ost/West, Mann/Frau“ und „fast ein Franz-Mann“ sind subtile Witzigkeiten aus dem Leben des unbekannten Autors.

Ich komme nicht umhin: immer wieder witzig zu lesen. Schaut also ab und an mal auf Konsti’s Seite rein. Es gibt da auch Tapes mit Krachmusik.