LP: spitlicker – s/t

In einer süßen, kleinen Facebook-Gruppe namens Punkfreaks bin ich auf die Band Spitlicker gestoßen. Ein ganz famos schlimmes Cover grinste mich an: kauf mich und hör die Mucke!
Ein wenig sieht es so aus, als hätte der eine dem andern gerade am Anus gerochen und würde sich nun darüber freuen.

Spitlicker sind eine vierköpfige Band, erschienen ist die Platte bei Aktiver Ausstand in Plastik, SM-Musik und eben Punkfreaks.
Ich leg die Platte auf und – entschuldigt das folgende, militaristische Bild, das ich zeichne – es wird in der Mitte eines Raumes ein Maschinengewehr aufgebaut und losgeballert. Mega!
Man wird mit total gutem Crust-Punk mit zynischen Texten beschossen, bis auch wirklich alle mindestens einmal getroffen wurden.
Die Songtitel sind auch erwähnenswert „natural born asozial“, vielleicht auch nur was für so alte FIlmhasen, wie mich, der da gleich den Film von Oliver Stone im Sinn hat „natural born killers“.
Jedenfalls „revolutionsausverkauf“ und „haben ist besser als brauchen“ sind ganz wunderbare Beispiele für scharf geschossene Worte.
In „masken“ die Aufforderung, die Dinger einfach aufzubehalten (ja! ja!, wie hab ich mir das gewünscht!), denn die Luete haben sich ihre hohlen Worte ja eh nur bei Facebook abgeholt.
Ganz weit vorne „haben ist besser als brauchen“

ich will das haben, was du brauchst
ich brauch es nicht, will es nur haben
will es haben, damit du es nicht haben kannst
und lass es in der ecke des regal verstauben
haben ist besser als brauchen, das hat schon meine mama gesagt
haben ist besser als brauchen, und was du hast, das hast du.

Ein Beiblatt mit abgerundeten Ecken ist in the Inside mit Fotos und Texten.
Sehr cooler DIY-Release. Dieses bewusst Asoziale von Hammerhead in den 90ern nach 4 Jahrzehnte später geschleppt und mit einem Vorschlaghammer ins Aufnahmegerät gezimmert. Jeder Song ein Nagel an deinem Sarg der Gewöhnlichkeit.