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fanzine: LA HAINE #4 & #6

Das LA HAINE Zine habe ich bei Instagram entdeckt. Auf Anfrage habe ich dann die Ausgabe vier und sechs zugeschickt bekommen.

Es handelt sich um Blätter, die jeweils inder Mitte gefaltet,  ein Einschittam Falz, in A6 dann in Seiten gefaltet. Ich kenne das so nur von überbordenden „Booklets“ in Kassetten, da ist ja bekanntlich wenig Platz drin für viel Text. Es ist jedenfalls eine ganz wunderbare Idee!

Auf dem Cover der Nummer vier ist dieser Italiener, hab den Namen vergessen, dieser Rechte. Er grinst mit seinen Hasenzähnchenin schwarz/weiß. Auf der Nummer sechs haben wir einmal die ganze G20.  Da würde ich sagen erkenne ich die Trompete aus Amerika wieder, den blonden Wuschelkopf aus England und dieser eine Türke, der ist da auch dabei. Der gemeinsam mit dem russischen Präsidenten in Syrien weiter zündelt, nachem die Trompete keinen Piep mehr von sich gibt und lieber im eigenen Land zündelt. Ach, was ist das schön, die auf einem Punkzine wiederzusehen. Unter ihen auch ein paar Frauen die so kennt.

Die Texte im Heft sind mal Deutsch, mal in Englisch. In der Nummer sechs (in Color) geht’s auf englisch um die Feststellung, dass wir in Diskursen eine Verbindung schaffen müssen… Da fällt mir auf, ich bin nicht ganz so gut in Englisch. Es geht um die Verstrickung von rechts nach links, auch in der CDU. In dieser Ausgabe also ein einzelner, sehr langer Text und zum Abschluss gibt’s noch eine kleine Erklärung zum Konzept des DJs.  Ausgabe vier dagegen auf Deutsch. Es geht um den Sommer 2018 und die Flüchtlinge die im Mittelmeer mit ihren Schlauchbooten irren und nicht aufgenommen werden. Konflikte an der EU Außengrenze, so nennt man das wohl im Beamtendeutsch. Auf zwei Seiten gibt es eine Collage zum Thema „Die Zukunft der Urlaubsreisen unterm Hakenkreuz“.

Ich weiß nicht so recht, wieviel Zynismus ich auf einmal ertrage, bin dennoch begeistert von der Art und Weise, wie Chris das macht. Gerne mehr davon.

 

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buch: CORONA und die DEMOKRATIE (eine linke Kritik)

Vor einer Weile bin ich angeschrieben worden, ob ich ein Buch reviewen möchte, das „Corona und die Demokratie, eine linke Kritik“ heisst.

Das Buch ist bei der edition-critic erschienen. Es haben sich drei Menschen zusammen getan: Gerald Grüneklee (was aus beruflichen Gründen wohl ein Aliasname ist), er ist Sozialpädagoge in Bremen und schon viele Jahre als Publizist, Antiquar, Verlagsservice und Lektor aktiv. Weiterhin Clemens Heni, er ist Dr. phil., Politikwissenschaftler und Direktor des BICSA (Berlin International Center for the Study of Antisemitism). Und finally Peter Nowak, er ist Journalist und schreibt für Konkret, Jungle World, Neues Deutschland und einige andere.

Die Herren gehen der Frage nach, die uns alle umtreibt: was passiert seit März in der BRD? Die größte Freiheits- und Grundrechtsbeschränkungen aller Zeiten im Lande seit dem Ende der NS-Diktatur. Gemeinsam haben sie sich aufgemacht ihr Eindrücke niederzuschreiben und fundamentale Kritik am Verhalten der linken Bewegung zu äußern. Wie ich finde sehr fundiert mit Quellenangaben beziehungsweise natürlich auch mit Argumenten und Gegenargumenten; manchmal auch schlicht und ergreifend Meinungen.

Das Buch ist gut gegliedert. Es geht los mit der Sorge um wen oder was und wer leidet. Corona und das Soziale, wo sollte man solidarisch sein und wo muss man dem Rechtsextremismus begegnen. Viele Punkte kommen uns beknnt vor, einiges hat sich sozusagen auch schon in Wohlgefallen aufgelöst; dennoch wurden auch linke Kritiker in die, nennen wir es mal einfach, „Verschwörungsecke“ gestellt wurden und somit diffamiert. Was den Diskurs im Keim erstickt hat.

Es geht um den Staat und die Autorität, die Gegenwart und Zukunft des Gesundheitssystems, um die Umwelt und das Klima, um Arbeit und Geldkapital und so weiter und so weiter. Das sind viele Themen und die werden immer wieder aufgebrochen von Sogenannten „Zwischenrufen“.

Die Autoren schreiben selber, dass sie die vorliegenden Texte aus dem Tagesgeschehen herausgeschrieben haben und somit auch immer als Moment zu lesen sind. Ihr bemerkt sicher, ich will gar nicht punktuell detailliert auf Einzelnes eingehen. Besorgt euch dieses Buch und lasst uns endlich in einen Diskurs gehen!

Meine eigenen Gedanken zum Thema Corona werde ich mir in der nächsten Ausgabe der Provinzpostille, der Nummer sieben machen, eine Sonderausgabe. Also meldet euch, sofern ihr einen Beitrag leisten wollt, das würde mich sehr freuen.

CORONA UND DIE DEMOKRATIE – eine linke Kritik. Herausgeber Peter Nowak im Interview bei Radio Rote Flora.

Review zuerst erchienen bei vinyl-keks

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fanzine: RAMPAGE #4

Das RAMPAGE-Zine #4.

Nummer vier von einem für mich völlig neuen Zine. Ich bin mir gar nicht sicher ob ich überhaupt schon mal davon gehört habe. Was mich dafür umso mehr überrascht. Überraschen kann. Viele Fanzinemacherinnen, außer dem OKAPI RIOT kenne ich (noch) nicht!  Liz, die Macherin, hat sich ein paar Mitstreiter gesucht, wenn ich es richtig gelesen habe KiWi und Deniz.

Es gibt auf 32 knappen Seiten ein paar Interviews, Plattenreviews, ein paar Gedichte und diverse andere, nette Dinge zum Beispiel ein Mixtape! Leider nicht als MC, man kann es sich einfach selbst zusammenstellen. Mit dem für mich großartigen Anspieltipp BIRDS IN ROW. Die müsst ihr euch reinziehen! Richtig, richtig geiler Screamo aus Frankreich. Das haben die Franzosen eh drauf: Screamo mit 110% Energie. Eine schöne Rubrik um den „alten Platten“ zu huldigen: THESE RECORDS AIN’T DEAD (diesmal, ich hoffe, diese Rubrik gibts immer: ADOLESCENTS und FUGAZI)

Ein schönes Interviews mit AKNE KID JOE, wobei ich ehrlich sagen muss: die Band gibt mir musikalisch nicht so viel. Bisschen zu eingängig. Dafür mit viel Wortwitz und Spaß in den Backen. Großartigen Videos und einer klaren Haltung. Ein kurzes, lesenwertes Interview mit ANGESCHIMMELT YOUTH CREW, die Konzerte in der OETTINGER VILLA in Darmstadt mach(t)en… und hoffentlich sehr bald wieder. Wieso machen wir eigentlich nicht einfach Konzerte mit Mundschutz und alle 30 Minuten Bandwechsel? Das nur so am Rande! Und ich würd mit Band sofort in der OETTINGER VILLA spielen wollen. Subkulturelle Räume erhalten!

Dann haben die Macher*innen noch in die Amazon-Serie FLEABAG reingeschaut. Sie halten die Protagonistin der Serie zwar nicht für wirklich feministisch, doch in ihrer Art, mit ihren Kommentaren die 4.te Wand zu durchbrechen aber für sehr nah am Leben. FLEABAG ist kein Vorbild (…) sondern ein Mistkerl. 

Insgesamt ein ganz wunderbares Heft, ich möchte gerne mehr davon! Aufgemacht es ist bunt, abwechslungsreich aber mir ein klein wenig zu kurz.

Kein Link. Kann man bestellen bei liz.rampage (ä) outlook.de

Review bereits bei Vinyl-Keks erschienen 😉

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video: UNBITE – baby dragon

Von der hier vorbestellbaren, selbstproduzierten LP / CD mit dem Titel „fang“ gibt es von den kürzlich besprochenen UNBITE aus Stuttgart ein erstes, auch im Bild, nicht nur im Ton, noisiges Video. Erscheint beim polnischen Label ANTENA KRZYKU

Kommt mit echt coolem Artwork von Joni Belaruski und in 180g-Vinyl. Splattered.

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fanzine: THE SWINGID FANZINE #6

Das SWINGKID FANZINE Numero Sechs!

Ich hörte von Gunter, der ja bei der PROVINZPOSTILLE die Fanzinereviews schreibt, dass er eine neue Ausgabe seines Zines rausbringt! Ich freue mich schon ne Weile tierisch auf die kommende Ausgabe.

SWINGKID FANZINE #6

Wie bisher ist sie in Deutsch und in Englisch gehalten, es gibt, wie schon auch in der letzten Ausgabe, Kolumnen von anderen Fanzineschreibern. Unter anderem Falk Fatal und Chris von ?, meiner Wenigkeit und der Bianca vom OKAPI RIOT. Neu diesmal sind die Reviews nach Ländern sortiert. Jeweils vier Platten aus Frankreich (SYNDROME 81 – yeah!), vier aus Schweden… usw. Das muss ich immer Punkrock sein. Ist auch mal, vermutlich Länder / Kontinent bedingt, ne Rockband aus der Mongolei (SOYOL ERDENE) dabei. Ein wenig Hardcore, ein bisschen StonerRock. Das Heft ist bunt und vielfältig!

Was das SWINGKID FANZINE ausmacht sind in jedem Fall die Bands (meist Punk und Hardcore) aus allen Ecken dieser Welt. Diesmal sind dabei: GNAR JAR (Skate Punk aus ÄGYPTEN), SUNDOWN SUPERHERO (sunny side of Punkrock aus BARBADOS), ANTI LAM FRONT (Skatepunk aus NORWEGEN), KENTUCKY KINGS (Punk aus PARAGUAY), DECLIVE REPUNKNATE (Punk aus EL SALVADOR), REXURGIR (Hardcore aus NICARAGUA), und GUMIHO (Punk aus SÜDKOREA). Einen überraschenden Artikel über den Swing im Dritten Reich, ein Thema, mit dem ich mich nie beschäftigt hätte; super! Ein Vergleich zwischen deutschem und amerikanischen D.I.Y. Folk Punk, einem kleinen Überblick über Rockmusik auf Papua NeuGuinea. Dazu ein Tapelabel welches Musik aus Canada und Tunesien verbindet A WORLD DEVIDED und Punk-Konzertveranstaltern in der Türkei WARGASM ISTANBUL. Eine Neuentdeckung zum Schluß, die mir persönlich am meisten Spaß gemacht hat: MISSRATCHED aus Frankreich.

Finally: Gunter hat einen riesen Stapel Länder bedient, das Heft ist diesmal in A4 und Farbe, was wahrlich ein tolles Format ist. Gute Entscheidung. Auch das Layout finde ich super. Manche Sachen kann man dadurch nicht soooo gut lesen, dafür habe ich schon in meinen ersten Ausgaben Kritik bekommen, was mich aber ebend gar nicht stört. Das Heft könnt ihr bestellen und kamillentee.waldesruh@web.de oder bei mir.

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OCEANSIDES – spindrift CD (EP)

Hier darf ich mal wieder eine in Rastatt verortete Punkband mit ein paar Zeilen belohnen!

OCEANSIDES, ein Projekt aus dem Murgtal, welches sich in den Nordschwarzwald schlängelt, der Einfachheit halber sagt man: aus Karlsruhe. Ich finde es aber bemerkenswert, das vorneweg, daß es eben auch sehr professionelle und gut gemachte Musik gibt, die eben nicht aus größeren Städten oder musikalischen Schmelztiegeln kommt.

Damit bin ich also schon mal das erste Kompliment losgeworden! Die fünf Songs der vier Herren knallen ohne Ende! Ein teilweise wahnwitziger Ritt durch Emo, ein bisschen Indie, Hardcore und Melodic-Punk. Klar, man darf sich erstmal an das Songwriting gewöhnen, denn die einzelnen Parts reihen sich nicht wie Perlen auf eine Schnur. Manch kurzer Umweg wird mal gegangen, manch Überraschung wartet nach dem nächsten Break. Leicht Melancholisch aber immer mit viel Freude in den Backen. Einziges Manko, zwischen all den selbstgeschriebenen, selbstproduzierten und in Eigenregie veröffentlichten Songs: die Texte kann ich nicht sooo gut verstehen.

Genug gelobhudelt. Schaut mal rein auf der Seite (link oben) und hörts euch an bei bandcamp.

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TRAINER – athletic statics LP

Vier Noiser aus Saarbrücken haben sich aus diversen Bands zusammengefunden, um euch eine ordentliche Portion Noise um die Ohren zu kloppen!

Nach einem ersten, sehr knappen Ausbruch / Intro „ow-eeh-uh“ entwickeln TRAINER einen abgefahrenen Sog aus hämmernden Drums, Genreübergreifenden Gitarrenwänden, die auch mal so gar nichts tun; was meist die Momente sind, in denen auffältt, daß es keinen Bass gibt. Und das finde ich saugeil. Kleiner Ausflug: meine erste Band HÜNERSÜPPCHEN, emo-screamo Punk 1994, die hatte aufm Demo auch keinen Bass. Im Review wurde uns dieser dann unterstellt, weil eine Gitarre so bassig eingestellt war, das es krachte und bratzte. Was bei TRAINER nicht der Fall ist. Es sind ganz eindeutig zwei Gitarren, die zwischen Jazz, Noise, bratzigem Post-Hardcore und leicht apokalyptischen 7/8tel Takten hin und herschwabulieren.

Bin begeistert. Neulich noch FLUID TO GAS gehört. Die neue Band um FUGAZIs Ian MacKaye CORICKY. Oder auch die verblichenen BUZZ RODEO. Jedenfalls, wer auf so deutschen Noisekram steht, kann hier getrost zugreifen: passt.

Erscheint morgen bei FIDEL BASTRO. (und dieser Review erschien ursprünglich für vinyl-keks.)

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review: KURSCHATTEN – planeten ohne ringe MC

Ich bekam ein Tape von Dennis von BAKRAUFARFITA zugesandt. Dachte erstmal ‚huh, wasn Bandname‘ KURSCHATTEN. Klar, wenn man es dann mal laufen lässt, erfährt man mehr. Ich also an die Anlage: der erste Song geht sphärisch los. Zeigt auch gleich eine Marschrichtung auf, die die Band nimmt Verlauf. Man hört sofort, daß ein Bass fehlt und durch einen Synthi ersetzt wurde. Der Gesang ist, wenn er anfängt außergewöhnlich und sehr gepresst. Was mir erst mal die selben Fragezeichen ins Gesicht schreibt, wie der Bandname. Weil ich ihn auch nicht gleich verstehe. Wenn aber der erste Refrain kommt, mit dieser zuckersüßen Melodie über die er singt „Wir sind alle tot, Speichel läuft eiskalt den Rücken runter“. Das ist schon: toll.

Wirklich schlau wird man alllerdings nicht aus den Texten. Ich verfolge aber mit jedem weiteren Song mit Spannung was als nächstes passiert. Das hat schon alles ein ganz liebenswertes Überraschugspotential. Die Band bringt einiges an Tempo, Spielwitz  und Abwechslung mit. Ab und an singt auch noch ein anderer, der Sänger selber auch nicht die ganze Zeit so gepresst. Je länger das läuft, desto besser. Die doch recht melancholisch düsteren Parts der Strophen werden durch herzlich traurige Melodien aufgebrochen. Ich bin froh das KURSCHATTEN aber sowas von 2020 sind. Ironisch, ein bisschen selbstgefällig, habe ich auch das Gefühl vie,lleicht kommt das auch durch den Syntie, ich stell sie mir in so hautengen Strammplern auf der Bühne vor, sie sind nämlich auch selbstironisch. Das empfinde ich als reflektiert.

Macht total Spaß das anzuhören! Was ich ganz großartig finde ist, das es den Release nicht nur digital gibt, sondern auch als Tape! Sechs Songs. Macht immer Spaß! Also Leute, legt euch ein Tape zu! Gibt’s meistens bei so An- und Verkauf-Dingern aus irgendwelchen Haushaltsuflösungen….