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fanzine: rampage #6

Erster Review für 2023!
Vorneweg fällt mir auf, dass Frauen, weibliche Wesen, oder bi, nonbinäre, was immer, hauptsache nicht männlich, sehr farbenfrohe, bunte Zines machen.
Auch beim Rampage ist das so. Das ist toll. Sollte ich mir wohl selbst mal was abgucken.
„in dieser Ausgabe steckt viel Feminismus & wie immer: Musik“ so kündigt es Liz im Vorwort an.
Stimmt!
Zu Beginn gibt es für den geneigten Digital-Nerd einige Tipps zum Anschauen, beneso aber auch Buchtipps. Beides aktuell wie auch schon vor einigen Jahrzehnten angesprochen, angestoßen, wieder und wieder aufs Tapet gebracht. Queer, Homo, anders Leben, waren und sind Themen der Punkszene!
Interviews mit Bands dürfen in Punkto Musik nicht fehlen.
Die schwedische Band Rotten Mind über Songwriting, die heimische Punkszene und ihr aktuelles Album unterhalten; sehr kurz & knackig.
Ebenso mit Anna Wydra, die bei La Pochette Surprise erschienen ist, über ihre eigene Verletzlichkeit und kratives Songwriting unterhalten. „the absurdity of beeing“ heißt ihr aktuelles Werk.
Auch etwas ausführlicher kommen die Baits zu Wort. Die österreichische Band macht wohl etwas poppigere Musik und hat einen sehr großen Bezug zum Film-Schaffen, weswegen ihr Videos immer einen popkulturellen Bezug haben.

Sonst wird das Rampage immer wieder aufgelockert, bzw regt zum nachdenken an, durch Grafiken, Gedichte, ein paar wenige Reviews, das Allermeiste ganz klar mit queer-feministischem Bezug. „pulp – punk – poetry“ es ist drin, was draufsteht!
Das ist durchweg gut!
Ein ganz tolles Heft, ich hoffe, ihr macht weiter, auch wenn es manchmal im Geldbeutel recht knapp ist.
Es sind so knapp 30 Seiten, dickes Papier, tolle Grafik, klar, bunt, sehr lesbar!
Zu haben auf jeden Fall über Instagram!

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MC: lügen – III

Ich bin traurig; nimm die besten Momente von Oma Hans, von Oiro, dann gibst du einen ordentlichen Schuss minimalistischen NDW-Punk dazu. Garnierst da musikalische Mahl mit cleveren Texten als Topping. Mit so viel Inhalt versehen, dass man einen Moment braucht, um da richtig reinkriechen zu können. 
Das ist insgesamt keine schwere Kost, eher manchmal etwas sperrig, was Lügen da so machen; vielmehr: machten.
Denn die Band hat sich mit diesem Release aufgelöst.
Einige haben schon ihre kleinen Reviews, ihre Texte des Bedauerns zu dem Verschwinden von Lügen zum Ausdruck gebracht, ich frage hier nach dem Warum!
Ich weiß, Warum-Fragen zu stellen ist nicht schlau, man bekommt meist keine zufriedenstellende Antwort.

Lügen fragen nicht warum. Sie stellen fest. Respektive Sabrina, die Sängerin und Texterin, macht das sehr deutlich mit ihren Texten. Gegen die Menschen, die meinen, der Staat zu sein und dies durchdrücken wollen. Die Trauer um Menschen, die zu früh aus dem Leben scheiden.
Für mich der, wie soll ich das sagen, berührendste Text, der mir selbst am meisten gibt, weil man als Mann noch so sehr versuchen kann im Familienkonstrukt mit Partnerin und Kindern der Partnerin viele Freiheiten zu lassen, man scheitert oft genug selbst daran. In „selbstunterschätzungssyndrom“ beschreibt Sabrina jene Frauen, die diesen familiären Weg nicht genommen haben, und für diesen auch schlicht und ergreifend auch gar nicht kämpfen wollen oder müssen.
Sie wollen so sein dürfen, wie sie sind und dabei selbst auf keinen Fall unterschätzen müssen.
10 Songs voller Botschaften, dahinter kleine Geschichten.
Drittes Album, eine 7inch, von 2016 – 2022.
Lügen – III

Es ist nicht alles Freude. Das muss es auch nicht sein. Kritik ist keine Freude. Deswegen können manche Aussagen ganz schön nach unten ziehen. Man darf sich aber nicht nach unten ziehen lassen; so sehe ich das zumindest.
Und stehe sozusagen staunend vor den klaren, wenig freudigen, wenngleich treffenden, Aussagen von Sabrina.

deutschland, wenn ich durch deine straßen geh
bin ich mir sicher, dass nichts hier sicher ist
außer dass tot
ein lebensstil sein kann
(outro)

Dieser Song „outro“ befindet sich in der Mitte, sehr weise an Position fünf gesteckt.
Zum Abschluss, ich ende mit einem Track der 7inch, die ich hier mal reviewed habe, mit dem Video zu „Pauls Penis“ entdeckt. Ein Song, der mit dem Alt-68er-Patrichariatsmissverständnis aufräumt, „freie Liebe“ ist nämlich eine Einbahnstrasse.

Lügen verabschieden sich mit den Worten „Bullerbü is immer noch abgebrannt und nichts muss bleiben wie es ist.“
Zu haben ist das Tape bei Bakraufarfita oder auch Raccoone Records.

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fanzine: OKAPI RIOT #6

Nummer 99 von 250 und ich bin ganz begeistert!
Zum einen, weil ich kann mich immer wieder gern daran erinnere, dass ich eine der ersten Ausgaben von einem lieben Freund aus Ludwigsburg bekommen habe. Bainca ist von Anfang an sehr engagiert in ihrem Thema, schafft es, dass man Lust hat, das ganze Heft zu lesen. Das geht mir nämlich nicht bei jedem Fanzine so.
Wenn ich darauf gucke, feststelle, dass diese Ausgabe bereits im  April 2020 raus gekommen ist, das nächste Heftchen wird nicht mehr gar so lange auf sich warten lassen, Redaktionsschluss war im Dezember, reiche ich nun ganz flott meinen kleinen Review nach!
Angesichts des wichtigen Thema Feminismus und Frauen in Punkbands, welches seit Dezember endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, angestoßen durch die Beiträge von Fini von BLACK SQUARE, den Reaktionen und Beiträgen von Ronja (Plastic Bomb) oder auch Diana Ringelsiep. Davon mal abgesehen, von der schon anhaltenden Diskussion um sexuelle Übergriffe, ist Biancas Heft an der Stelle noch klarer  anzuschauen und zu lesen! Das ist die Themenwelt des OKAPI RIOT. Sozusagen am Puls der Zeit.

Die Schrift ist klein gehalten, dafür das ganze Layout aber sehr übersichtlich und verzichtet bewusst auf die ganzen Schnipsel, die man sonst so in „normalen“ Fanzines findet. Dafür gibt es Grafiken, Zeichnungen von verschiedenen Künstlerinnen wie beispielsweise @femmefafurz (instagram).
Großes Thema diesmal sind Frauen und Queers in Bands.
Soweit ich mich erinnern Kann, war das in einer der vorherigen Ausgaben Thema bei Bianca „was hält mich ab davon Musik zu machen und eine Band zu gründen“? Dieser Frage geht sie nun mit verschiedenen Artikeln und Interviews nach. Ein ausführliches gibt es mit den beiden Mädels von der Band Ataxie (Anrchopunk aus dem Ruhrgebiet) beziehungsweise Innenstadtfront (Darkwave oder so….) und kurzen Interview zum Thema des Hefts mit Rike von Ataxie.

Ein sehr witziges Projekt haben CU later bei Utube. Sie lesen die Bravo-Foto-Love-Story vor. Yeah. Ganz groß auch die letzten beiden Seiten, die sind all den Todesopfern Rechtsextremer Gewalt der letzten 30 Jahre gewidmet.

Haben? Hier!