review: KAPTAIN KAIZEN – alles und nichts LP

KAPTAIN KAIZEN - alles und nichts
Was kommt denn hier reingeflattert?
Ein Lygo-Staat-Klon? Irgendwas Schräges mit Punk im Namen, der Beschreibung?
Das Cover sind namenlose Bäume und „alles und nichts“ der Titel.
Wohl eher nichts….
Versprühen ab dem ersten Ton eine spröde Stimmung wie die Bundesstrasse die sich in den 1980ern verrusst durch deine Kleinstadt schlängelte.
Ich hatte hier schon den Erstling „einatmen, ausatmen“ besprochen. Von damals noch heute (wieder) zutreffend

Es geht ums Leben, es geht um Menschen, es geht um den Irrsinn zwischen 2 schiefen Harmonien.

Sofort bat ich sie um zwei Songs für den Sampler.
Nun, jetzt also das neue Werk. Die Lyrics werden nicht mehr ganz so angepisst rausgeschrieen, wabern hinter einer Hallfahne. Umso deutlicher die Aussagen, die zutreffen. Wie in „es gibt immer was zu tun“.
Sie haben in der Zwischenzeit der beiden Alben einen anderen Weg für sich eingeschlagen, ohne sich groß zu verändern. Nach ein paar Mal hören; und das sollte man tun, denn das hier ist alles und nichts, was man einfach mal so laufen lassen kann; merkt man die Ähnlichkeiten in den Songs auf diesem Album. Der Aufbau, der sich ähnelt, Intro, Gitarre weg, Gesang an, geile Bridges, die die Songstruktur aufbrechen und manchmal neu struktuieren. Die Band hat mehr den Drive der jungen Tage. Aber auch die Spielwut einer erfahrenen Band.
Lieblingssong, schön noisig, der meiner Meinung nach der Band am besten steht: „deal vor gericht“.
Und wer mehr über alles und nichts wissen möchte: in der kommenden Printausgabe gibts ein spannendes Interview mit der Band.
gibts von / bei THIS CHARMING MAN