Eine relativ neue, junge Band Feel Of The Knife, ich durfte sie kurz mal im Artcanrobert live sehen, hat sich fromiert und präsentiert ihre ersten Songs.
Hier mal ein erstes Video und den Linktree.
Viel Spaß mit der Band aus der Nähe von Karlsruhe. Sie machen melancholischen Feel-Good Reverb Rock.
Schlagwort: indie
7inch: klotzs / arxx – split
Eine meiner Lieblingsbands Klotzs mit dem Hitgaranten Inge an der Barittongitarre und dem swingenden Trommler Sascha, äußerst umtriebiger Musiker by the way, haben eine Split 7inch mit der zwei-Frau-Kombo aus England Arxx raus.
Die beiden Bands wollten eigentlich gemeinsam eine Tour im Herbst machen, irgendwie hat das nicht geklappt, dann war die 7inch auf der kleinen Tour mit Duesenjaeger noch nicht raus, dafür von Klotzs eine hübsche CD (dazu später mehr), nun also diese 7inch, die ich direkt von der Band habe.
Es ist die insgesamt siebte 7inch für Klotzs, die zweite Split. Und das erste Mal, dass ich sie so bewusst in englischer Sprache singen höre.
Ich fange mal mit Arxx an, das Duo kannte ich bisher nur vom Namen und war gespannt, legte ihre Seite also als erstes auf. Sie selbst nennen sich ein „alt rock gal pal duo“ – whatever that means.
Ich würde sagen Post-Rock-Pop. Very gentle, very nice.
Alle ihre Videos machen süchtig, die Musik hart mitreißend. Toll; und schade, dass ich sie nicht live sehen konnte.
Ihr Song „Y.G.W.Y.W.“ ist etwas krachiger, sperriger, nicht weniger eingängig.
Dafür, dass es bei Arxx nur Drums, Gitarre und Gesang sind, die das Gesamtbld machen, ist es super aufgenommen und ich vermisse keinen Bass.
Seite Zwei wird von Klotzs eröffnet mit „Teatime“ und erinnern mich an einen Song, den sie schon geschrieben hatten. Alles beim Alten?
Findet es doch einfach selbst raus. Hehe. Er ist auf jeden Fall waviger, die Band verzichtet nicht auf eine (Effekt)-Remineszenz an The Cure; und das steht ihnen sehr gut.
Der dritte und letzte Song ist ein gemeinsames Werk Arxx & Klotzs und heißt „misery“. Er vereint die beiden Bands mit allen Instrumenten und Extras. Spannendes Stück.
Ruth Zadow hat das Artwork gemacht. Sehr schön, sehr klar.
Die 7inch ist erschienen beim Majorlabel. Noch nicht gelistet, kommt aber sicher bald.
MC: kratzen – eins
Ich bekomm ein Promörtel Tape. Das bedeutet, es ist ein Promo Tape von Mörtel Sounds.
Kratzen mit ihrem selbstbetitelten Erstling. Es ist von 2020. Und inzwischen ist ihr erster Longplayer rausgekommen.
Kratzen sind minimalistisch. Im artwork noch mehr als mit ihrer Musik.
Repetitiver Indierock. Minimal New Wave Kraut.
Hier ein Appetizer vom neuen Album
Auf dem Demo, welches als Tape-Only-Release raus ist, lugt Tocotronic um die Ecke (oder spickelt, wie man hier in Baden auch sagt). Das Trio kommt aus Köln. Manch Zeile, manch Gesang erinnert mich auch an Nils von Grüner Star (ex. Schneller Autos Organisation); weil da diese feine Ironie drinsteckt.
Also selbst nach dem Jahreswechsel ist das ziemlich cool hörbarer Krautwave, so benennen Kratzen ihre Schublade.
Sechs Songs waren der erste Streich. Wer schickt mir das neue Album?
festival: gutensglück #1 – grüner star
Grüner Star aus Hamburg sind mir sofort in die Ohren gesprungen, weil sie ganz wundersamen Indiepunkrock machen.
Ich sag mal so: ich fand die Startposition an Tag zwei des Gutensglück ein wenig schaden, denn Grüner Star fetzen, was sie dann auch mit spielerischer Leichtigkeit zeigten. Ihre Bühnenpräsenz ist etwas Besonderes. Man hat so ein wenig das Gefühl, dass dort ganz schüchterne Menschen stehen, die erst durch die Musik aufblühen; wie ne Blume auf einer Sommerwiese beim ersten Morgenschein.
Das muss man erstmal hinbekommen!
Nach dem Auftritt schnappte ich mit Sänger Nils, um noch ein paar Takte zu schwätzen. Weitere Musiker sind: Andreas (Drums), Florian (Bass), Stephan (Gitarre).
PP
Meines Wissens gibt es euch seit ca. 7 Jahren, ihr habt zwei Alben raus „durch die Zukunft Richtung Nacht“ und „Hauptsache, es bleibt friedlich“ und eine Split 7inch mit Elmar. Euch ist wohl in die Promo des aktuellen Albums der Schwerlaster Corona in die Seite gerauscht. Heute ein Konzert….
Nils
…. es ist das zweite Konzert, diese Jahr, heute gewesen. In Hamburg haben wir nach knapp zwei Jahren das Recordsrelease gespielt. Das war es schon für dieses Jahr, denn das Konzert in Bremen mit Turbostaat im Oktober ist leider abgesagt.
PP
Pläne?
Nils
Für’s weitere Leben?
(lachen)
Wir sind jetzt nicht so eine Auftrittsfleissige Band. In 2023 wird sicher was kommen. Wir werden uns darauf konzentrieren was wir immer machen: neue Songs schreiben und dann eine neue Platte!
PP
Man munkelt über fantastische Vorlaufzeiten für Vinyl.
Nils
Davon haben wir gehört, uns aber nicht damit beschäftigt. Wir werden ins Studio gehen, sobald wir genug Lieder haben, die wir aufnehmen wollen. So ist die Art & Weise, wie wir das machen.
Wir backen da eher kleine Brötchen. Auch was Konzerte angeht. Wir freuen uns sehr, Konzerte spielen zu können, aber aus familiären Gründen können wir keine Tour mehr machen.
PP
Vielleicht ergeben sich ja hier neue Connections!
Nils
Wir sind keine großen Networker. Faktisch sind wir Eigenbrötler.
(lachen)
PP
Maximaler Spaß beim Spielen ist euch anzusehen, ebenso die Freude!
Nils
Ist das so?
(lachen)
PP
Da ist sicher der ein oder andere Funke übergesprungen!
Nils
Wir spielen wahnsinnig gerne Konzerte! In den letzten zwei Jahren haben wir das Gewicht darauf gelegt die Platte zu machen; und zwar so, wie wir uns das vorstellen. Wir sind da realistisch! Das Rad haben wir nicht neu erfunden, bewegen uns musikalisch da in Wegen in denen man jetzt nicht mehr Massen bewegen kann!
PP
Jetzt rede das nicht zu klein! Der Neustart ist schon eine besondere Herausforderung. Seine Kontakte da zu reaktivieren stelle ich mir auch recht mühsam vor, manches Mal.
Nils
Dann anders: wir sind ne DIY-Band, kommen aus dieser Kultur, machen die Dinge auch weiter so. Und auch wenn wir so nicht mehr klingen verstehen wir uns als Punkband, von der Haltung her. Ich glaube, es hat sich da viel verändert in den letzten Jahren. Im sogenannten Punk-Bereich haben sich Dinge professionalisiert und kommerzialisiert.
PP
Faktisch kommt aber auch schon dazu, dass es sowieso die Entwicklung gibt, dass es immer weniger Spielstätten gibt. Als Folge von Corona wird dann zusätzlich noch einiges schrumpfen, was kapitalisiert wurde.
Da könntet ihr doch nochmal ein Grüner Star werden, denn diese Szene war immer DIY und die, die durchhalten sind die, die das alles in Bewegung halten.
Nils
Ja! Ich wollte das jetzt wirklich nicht kleinreden in Bezug auf unsere Musik. Es ist halt in diesem Rahmen schon konservativ, was wir machen. Wenn ich beobachte, was so passiert, dann hat sich das Musikalische ja auch diversifiziert. Dinge sind angesagt, die einfach ganz anders klingen. Und realistisch ist dann einfach, dass wir das so machen, machen es gerne und sind weiterhin Menschen, die sich in diesem Rahmen bewegen und verorten! Und wir spielen, zu den Bedingungen, die wir alle kennen, dann kommt es eher darauf an, ob es jemanden interessiert.
Wenn sich Leute dafür interessieren, dann freue ich mich!
PP
Das ist doch mal ein Schluß. Vielen Dank!
Nils
Danke dir!
Ich finde das übrigens ganz toll, was du machst.
(und bevor wir uns in Lobhudeleien ergingen, schaltete ich das Mikro aus, wir holen uns ein Bier und freuen uns an der nächsten Band Interna)
Hier auch noch kurz der Hinweis auf den Bericht von Steven Frame, Gitarre und Gesang bei Interna, der das „kapitel 2“ des Festivalberichts geschrieben hat!
LP: anna absolut – ultramarin
Wenn es eine Band gibt, die musikalisch komplett was drauf hat und sich wahnsinnig weiterentwickelt hat, dann ist es Anna Absolut aus Graz in Österreich. Wenn es eine Band gibt, die textlich sowas von irrwitzige Ideen hat, bei denen es, zumindest mir, einem die Fragezeichen in die Falten auf der Stirn wirft, dann ist es Anna Absolut.
Sie haben echt ein Händchen für „badab dab dab vow“ (Schwestern im Geiste) und andere Spielereien.
Wenn es um Inhalt geht und eine Aussage, dann haben sie schon ein klare Kante gegen Rechts „Kanonen & Violinen“. In meinen Ohren ist die Musik der Band richtig gut gereift, sie haben ausgefallenen Ideen und spielen das einfach so weg; alles gehört zusammen. Eine wilde, runde Mixtur, aus Turbostaat-Melancholie, Punkrock, Post-Rock und leicht windschiefem Gesang.
Und dann stolper ich über die „
Eine sehr schön getexte Erinnerung an einen Kämpfer gegen den Nationalsozialismus namens Karl Drews; und alle andern, die als Pflastersteine in einer Stadt verewigt wurden.
Danach wird wieder aufgedreht mit „Mythos Scholmer“. Ein Text, den ich so gar nicht verstehe. Ist das so ein Die Ärzte-Gedenkstück à la „bitte, bitte“ oder erntsgemeint auf eine lebende Person, die ich in meiner Schnellrecherche nicht gefunden habe.
Mit „Adrenochrom“ und der Videoauskopplung „Liebe kann man so nicht schreiben“ machen sie wieder alles super. Klasse getextet und musikalisch eine gute Mischung aus emotionalem Indie-Geschrammel. „Liebe kann man so nicht schreiben“ dreht sich um toxische Beziehungen.
Sie brechen die beiden ernsteren Themen dann mit dem flotten „Tanzen geh’n“ auf; um als Abschlussnummer „denk nicht mehr daran“ wieder dafür zu sorgen, dass ich diese Sorte Humor so gar nicht verstehen kann. Vielleicht kommen Anna Absolut aus einer anderen musikalischen Galaxie, oder sie sind einfach hundert Jahre jünger als wie ich 😉
Sie selbst schreiben „Inmitten von Punk und Indie. Lebensbejahend, sozialkritisch, mit Augenzwinkern.“
Ihr bekommt die Platte über diesen LinkTree.
In wunderschönen Farben Cover und Vinyl. Mit Textinlay, leider kein DL-Code
festival: gutensglück #1 – 16.&17.09.2022 – Kapitel 1 & 2
Kann denn ein Festival kacke sein, wenn es so heißt?
In der Pampa rund um Magdeburg befindet sich die Börde. Dort gibt es viele kleine Ortschaften, die irgendwas mit „-leben“ im Städtnamen haben. Oder „-wegen“, ja, klar, es gibt auch noch ganz doll andere, ist ja auch nicht wichtig. Ein so lustiger Spruch wie der von einem von den drei Detlef’s aus Köln fällt mir sowieso nicht ein; dazu später mehr.
Kapitel 1
„Vorgeplänkel“
Ich freue mich ja seit gefühlt Monaten schon dort hinzufahren, es war nicht ganz leicht für mich, das mit meiner Familie zu organisieren. Na, hat ja geklappt, ich sitze im Auto. Freue mich. Der Weg dorthin, ist schon ziemlich weit. So knappe 600km – one way. Gut für die Öko-Bilanz!
Nach und nach wurden die Bands bekannt gegeben und ich freu mich tierisch die neue Band von Tuba, den ich nun schon soooo lange kenne, und noch nie von seiner zweiten Zweitband gehört habe. Die Boitels. Peppone werden spielen. Dann freue ich mich über Grüner Star! Da ich mit Nils schon so viele Jahre maile und noch ein paar Platten in meine Plattenkiste genommen habe, aber persönlich noch nie getroffen! (PS: Schneller Autos Organisation!)
Weiter gings mit Bands, mit denen ich irgendwie bekannt bin: Dr. Dexter, Von Hölle, Hasenscheisse (ihr kennt die nicht, whaaaat?, aber ich kenne die, whaaaahaaat?) oder Interna.
Da musst ich erstmal im Netz gucken und stellte dann fest: mensch, da kenn ich doch den Steven und Stulle, die haben bei Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen … aber das ist ja auch schon… Jahre her.
Am gespanntesten bin ich darauf, ob und wie mich Chrischan von Hasenscheisse begrüßt, wenn er mich an einem Ort trifft, an dem er mich nun so gar nicht erwartet; wir haben uns auch sicher 10 Jahre nicht gesehen.
Also ein kleines, feines Festival für mich auf Augenhöhe, mit total persönlichem Bezug und freundschaftlich.
Auf dem Weg durch die Republik regnete es. Wer zur Hölle kommt auf die Idee, Mitte September ein Open Air zu machen? Es ist plötzlich kühl, innerhalb von Stunden ist vergessen, dass es den ganzen Sommer heiß war. Ich habe mindestens einen Pullover zu wenig dabei, immerhin: eine Regenjacke.
Und wieso komme ich dazu, meinen Öko-Fußabdruck so derart zu zerstäuben?
Je mehr Baustellen ich befahren darf, desto düsterer werden mein Gedanken. Zwei Mal Stillstand für 10 Minuten und kein Unfall oder andere Katastrophen in Sicht; nur dumme Autofahrer mit „fuck Greta Aufklabern“.
Ich höre die zwei megaklasse ersten Alben von Rantanplan, um mich zu erheitern. Es klappt auch, bis ich dann denke: ach, jetzt kannst auch was Aktuelles von denen hören! Ui. Ich mach ganz schnell wieder aus. Das Genuschel und ultrabrutalschnelle Sprechsingen ist einem unerträglich durchgemixten Popsound gewichen. Ist ja auch lang her „kein Schulterklopfen“ und „gegen den Trend“.
Ich wollte um neun Uhr los. Habe es auf 10 Uhr geschafft. Wollte um 16 Uhr dort sein, nun ist es 17Uhr30 und ich stehe, laut Link an der richtigen Stelle. Ist nur mitten im Dorf, ich fahre hin und her, telefoniere, finde, Umarmungen, jetzt erstmal Pipi und dann ein Bier; schon geht’s los:
(ab hier mache ich Copy & Paste beim ausführlichen Bericht von Steven von Interna. Er hat das ganz wunderbar beschrieben, und mit seiner Erlaubnis, von mir gegengezeichnet, sozusagen.
Randnotiz: ich habe mit (fast) jeder Band kurz geschnackt und diese Interviews kommen noch jedes einzeln!)
„Frame in Frame“
Die Straßen werden schmaler, die Beläge ruppiger, und die Wände rücken näher ans Auto: Wir sind im ländlichen Osten, im Bördekreis genauer gesagt, Niedere Börde noch genauer gesagt. Where‘s the playground, Susie? Wir rumpeln durch Groß und Klein Ammensleben, Gutenswegen und andere Orte mit positiven Namen. Die Wasserdichtigkeit der von Tengo Peppone telegrafierten Wegbeschreibung erweist sich letztlich als Vorbote einer extrem runden Sache, so rund wie ne blankpolierte Kastanie im Herbst. Wie eine von denen, die ich morgen früh in Klein Ammensleben aufsammeln werde.
review: Grüner Star – hauptsache, es bleibt friedlich LP
„…und an jedem klapprigen Dorf klebt jetzt ein Hafen dran“ (Europas langer Ritt). So startet die Platte und ich kann meine tiefe Verneigung vor Nils Texten nicht wirklich in Worte fassen.
Doch Grüner Star sind natürlich nicht nur Nils Stimme und Art zu Schreiben, sondern auch die Musiker, die sich um ihn versammeln um auf der Bühne ihre Art des Indie-Punks zu schrammeln.
Das schrieb ich nur für den kaum versteckten Reim! Denn Geschrammelt wird hier ziemlich wenig; die ganze Platte ist schon beeindruckend exakt eingespielt. Grüner Star kommen mit „hauptsache, es bliebt friedlich“ mit ihrer zweiten Langspielplatte um die Ecke.
Außer Nils (sang schon bei den übergroßartigen Schneller Autos Organisation und Pankzerkroiza Polpotkin), spielen noch Florian Gelling von grafzahl mit, Andreas Reth von Der Fremde und Stephan Fust (Die Charts, spielt hier auch mit Nils zusammen) an der Gitarre.
Die Musik würde ich als sehr persönlichen, ansprechenden Indierock benennen. Mit dieser subversiven, zynischen Art, die nur Punks und Linksalternative drauf haben. Eine Blickweise auf Musik, Texte und ihre gemeinsame Wirkung, wie sie nur lakonische Hamburger treffend haben können.
Der erwähnte erste Song spricht schon für sich. Weiter geht es mit „Homburg und Mannheim (Köln)“ einer lakonisch fröhlichen Ode an das Tourleben. Grüner Star haben ein Faible dafür mit ihren Songtiteln meist nicht ansatzweise zu verraten, um welchen Inhalt es sich handeln könnte. Und meist hat man den Eindruck am Ende des Liedes, nicht genau zu wissen, was gemeint ist, obschon alles gesagt wurde.
Da muss man als Hörer schon noch mal ran. Nach „Irgendwann ist die Luft kaputt“ bin ich ganz in ihren Kosmos eingetaucht.
Was gibt es noch zu sagen: eine sehr poetische Platte ist das geworden, „Saure Gurken“ bereits auf der Split 7inch mit Elmar drauf, die ein einzigartiges Gimmick mit bei hat. Zwinker. Bei Facebook gibts auch ein schönes Video.
Das wirklich schmucke Artwork ist von Hans Stützer, Nils verriet mir, dass das kein bestimmter Stil sei. Nun, es möge einer werden! 180 Gramm Vinyl, Booklet und Downloadcode. Am ersten April diesen Jahres erschienen.
Erschienen bei Dian Recordings. Zu haben bei der Band, Green Hell, Flight13 und und und… bei mir!
review: GRÜNER STAR / ELMAR Split 7inch
Auf der ersten Seite legen ELMAR (ex-Mikrokosmos23 und Abenteuer Auftauen) los und die Herren klingen wie eine ganz wundervolle Mischung aus Krawehl und MuffPotter …. da reimt sich sogar der dritte Song der EP drauf…. Jedenfalls nimmt mich die Mucke sofort mit, ist auch sehr nach vorne gespielt und die Erinnerung an MuffPotter bleibt noch im Gesang, nicht in der Musik. Die Band gibt auf diesen kleinen, feinen Release echt VollgasGas mit ‚Grieg‘ und ‚Suffotter‘. Sie spielen schnellen Emo-Punkrock, was ganz wunderbar ist und verlieren dabei über keine Sekunde Ihren Drive. Durch die „Größe“ des Mediums dann eine recht kurzzeitige Angelegenheit. Hat wirklich Spaß gemacht und ich drehe um und hör mir die zweite Band Grüner Star an:
GRÜNER STAR (Mitglieder von den erwähnten SAO – Interview in der Ausgabe #4 – Graf Zahl, Kajak, die Grätenkinder) erinnern mich Aufgrund des Sängers Nils natürlich sofort an die über großartigen Schneller Autos Organisation. Sie starten mit ‚Saure Gurke‘ und legen noch einen zweiten Song ‚Dauerregen‘ drauf. Dabei bleiben sie immer im Indie verhaftet. Haben aber echt ein gutes Tempo, was sie abhebt von Softrockern wie Tocotronic oder Kettcar. Ich lieb die Lyrics und die Ausdrucksweise vom Sänger Nils und kann von beiden Bands,hier speziell von Grüner Star selbstverständlich die Platte nur wärmstens ans Herz legen. Wer beispielsweise die Orgel im letzten Stück mag, möge sich auf jeden Fall die zweite Platte von Schneller Autos Organisation anhören; und auch die Nachfolgeband die Charts ….
Die 7inch gibts bspw noch bei flight13 oder bei Daniel von Elfenart (btw: die 7inch ist übrigens so teuer, weil die Bands sich ein Schriftpassepartout, eine Schwarzfolie anbei haben, mit der man… guckt einfach selbst 😉 )
konzert: KLOTZS / CUNTROACHES / EA80 @ P8 Karlsruhe
yo.
ein weiteres Konzert von EA80 in einem Jahr…. das hätte ich niemals für möglich gehalten, daß ich das mit dieser Band nochmal schaffe.
Anfangen darf ich aber mit einer mir unbekannten Band, den CUNTROACHES.
Der Name bedeutet was? Fotzenkakerlake?
Okay.
Ich erwartete ein schlimmes Geballer.
Klar, Vorbands von EA80 können immer mit irgendetwas Andersartigem, Sonderbaren aufwarten.
Also wusste ich, was mich und die andern Anwesenden erwartet.
Geballer.
Und so kam es.
Diesmal in Form einer wabernden, mit Grunz und Kreischlauten versehenen Soundwand, die gut hätte Dreampop oder Shoegaze sein hätte können, wäre sie nicht so zerstört worden. Sie bewarfen das Publikum mit Müll.
Viel Hall, viel Delay, ich bin nach drei Minuten wieder raus.
Das Foto stellt das ganz gut dar, wie sich das angehört hat.

Ein Freund meinte „hey, wir gründen ne neue Band, die heisst STILLE“
„ja, und wir kommen auf die Bühne und bewegen uns nicht, tun nichts.“
„aber ich würde schon mal dann einen Schlag auf der Basedrum machen.“
„kannste! danach kündigen wir dann den zweiten Song an.“
Zweite Band am Samstag: KLOTZS.

Famos. Spielfreudig. Laut.
Nachdem Inge nun eine gefühlte halbe Stunde eine Kamera ins Gesicht gehalten bekommen hatte von einem Kerl der sogar mich noch überragt UND in den ich zwei Mal reinpasse, kam dann auch mal ein Spruch.
Gut so.
In meiner Ausgabe #4 habe ich über das Thema „realität“ geschrieben. All die Leute die die geilen Momente passieren lassen weil sie in ein Display schauen während sie auf einem Konzert stehen. Oder nur noch im Netz die Liveclips anschauen, statt auf ein Konzert zu gehen….
Ich hab dann trotzdem einen tollen Moment mit meinem Handy eingefangen. Verdammt, haha!
Bitteschön:

Vor dem Konzert hatte ich mich mit Inge unterhalten und es wird ein tolles und sehr musikalisch aufschlussreiches Interview mit KLOTZS in der nächsten Printausgabe sein.
Weiter gings mit den Herren, die sich in 40 Jahren meist sehr rar gemacht haben und die ich eben nun schon ein zweites Mal in Baden-Württemberg in diesem Jahr gesehen habe.
Meine Totalverweigerung sollte ich ihnen nun auch zukommen lassen, denn es gab genügend andere Menschen, die mal wieder ein EA80 Konzert per Videomitschnitt UND Fotos dokumentiert haben. In der Masse hat es wohl etwas von einer Verzweiflungstat.
Jedenfalls war Junge schneller mit einem Kommentar zu dem Filmer in der ersten Reihe. Der verzog sich dann auch in Reihe fünf, hörte aber nicht auf. Ihr findet sicher ALLE Songs des Abends bei utube.
EA80 waren jedenfalls äußerst spielfreudig und haben, wie immer, eine Setlist gespielt, die sie sonst nicht spielen.
Ich hätte gerne ein Interview mit der Band, doch sie verweigern sich dem. Schade. Ich wüsste allerdings auch nicht, was ich sie fragen sollte. Im Grunde erzählen sie die bei einem Konzert all das, was sie auf Platte mit Musik und Texten tun.
Am Ende des Sets schrubbte Junge noch etwas auf seiner Klampfe rum, lärmte.

Vor dem P8 sprach ich ihn an und sagte: „Eigentlich habe ich nur eine Frage: woher nehmt immer ihr all die Energie?“
Junge sprach, „die kommt einfach,“ während er sich umdrehte und im Dunkel verschwand, „und sie geht.“
Danke.
Mehr muss ich nicht wissen und erlebt haben.