review: SINGSONG GIRL und KADAVER XQUISIT und DER SCHÖNE UND DIE BIEST

singsong girl
Tamara hat mich irgendwie in den Untiefen des Digitalen entdeckt und schrieb mir. Ich sagte: „klar, höre ich rein“
Und ich habs geschafft.
Die Punkerette kommt aus Stuttgart und ist dort musikalisch ziemlich umtriebig.
Drei selbstgemachte CDs hat sie mir zugeschickt und ich legte zuerst die Split CD KADAVER XQUISIT und DER SCHÖNE UND DIE BIEST ein (click für video). Erstere machen rockigen Deutschpunk. Im Faltblatt der CD steht das Commandante Grimm, ein leidenschaftlicher Musiker, Texter und Radiomacher und Tamara aufeinandertrafen und dieses Projekt starteten. Sie nennen es „Art-Punk“. Die Band ist zu viert und wenn man sich das Gesamtbild anschaut ist das Punk der prima in die 1990er gepasst hätte.

Bei DIE SCHÖNE UND DER BIEST handelt es sich wohl um ein Spaßprojekt zweier Freunde, die sich mal aus ihrer „gewohnten musikalischen Umgebung“ bewegen wollten. JazzCore Musiker trifft ElektroPopperin. Das soll klingen wie ein von einer Frau gesteuerter LKW den sie nicht willens ist zu bremsen. Kein herumfrickeln und zeigen, wie toll man spielen kann, sondern voll auf die 12.

Ich mag an dieser Stelle schon mal das Kompliment aussprechen, dass es sich bei Tamara wohl um eine unstoppbare, leidenschaftliche Musikerin handelt. Viel Herzblut, total schräge Ideen, macht Aufnahmen, Artwork und Videos auch selbst! Das finde ich ziemlich cool. Mit der Musik kann ich herzlich wenig anfangen.

Dann lege ich SINGSONG-GIRL ein. Das ist so dermaßen herrlich schräg daneben, ich kann mich der Musik nicht entziehen. Musikalisch hochgegriffener Vergleich ist STEREO TOTAL, aber ich kenne einfach zu wenig Bands in diesem Genre. Explizit sei gesagt, dass es sich bei der Musik UND den Videos um ein Gesamtkonzept handelt! Die Clips wurden schon international auf Video-Festivals gezeigt.
Nungut. Hört sich super an, macht euch selbst ein Bild!
Ausfühlricher habe ich in die CD „M.I.A.U.“ reingehört und kann euch empfehlen: meldet euch bei tamara die_biest@web.de

und so geht Booklet 😉
singsong girl

review: DUESENJAEGER – treibsand

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Was ich so liebe, sind die klitzekleinen Veränderungen, die man suchen muss.
Nein, die man finden darf!
Der erste Song läuft durch „woanders mit Dav“. Erst glaube ich, bei dem geradezu poppigen Gitarrenriff, das es größere Veräanderungen gibt im Düsenuniversum. Doch dann kommt der Wechsel und sie zeigen dem geneigten Hörer die erste lange Nase!
Überhaupt laufen die ersten 3 Songs sehr gefällig durch. Die Texte, wie immer, aufmerksam-machend. Und gerade als ich denke, daß auf der 10inch „leben lieben sterben“ auch der ein oder andere Ausbruch in flottere Fahrwasser dabei war, kommt das kurze und kackige „kehren vor den Bekehrten“. Mehr mag ich nun auf einzelne Lieder nicht eingehen, da soll noch was übrig sein, was euch auf dem Plattenteller noch mitnehmen soll und kann und wird! Kleines Ratespiel: an welchen Song erinnert euch das Riff von „Kreislauf“?
Was ich so liebe, sind diese kleinen Veränderungen, die sich manchmal nur in einem neuen Bild ausdrücken, die die Worte von Herrn Neumann erzeugen. „RÜCKSICHT KEINE TUGEND MEHR – NACH UNTEN NACHTRETEN.“ ganz schön aus dem Zusammenhang erissen, dies Zitat, doch ein gutes Beispiel für die Umbrüche in den Sätzen, halb gesprochen, ganz gedacht, den Gedanken nicht abgebrochen. Ihn sozusagen nur an den Hörer weitergegeben.
Die in ihrer Kürze schon elegischen Gitarrenparts, die in einer anderen Welt ein Solo wären.
Schön, das „Grabeland“ den Weg auf die Scheibe gefunden hat, der schon auf der gleichnamigen Split 7 inch mit Captain Planet war.
Zum Schluß schieben sie noch die Nachdenklyrics hinterher. Wer bin ich, was wollte ich bewegen, und was genau tue ich eigentlich jetzt. Gerade jetzt?

Danke Duesenjaeger.
oder hier.
hier ein aktuelles Interview (heisses Shirt, Herr Neumann!!!)

review: BEN RACKEN – IIIeinhalb (LP)

Bei den ersten Tönen fällt mir direkt schon positiv auf, daß das Songwriting, der Sound, das ganze Zusammenspiel immer immer geiler wird.
Die Jungs haben die Noise und die gelegenliche Sperrigkeit gegen Gitarreneffektspielereien eingetauscht und machen ihre Sache superklasse! Dabei nie die schrägen, typischen BenRacken Halbtonattacken zu verlieren. Das Artwork ist an den letzten Release III angelehnt. Sehr stilvoll gemacht!
Hach, wie ich das mag! Den Hauptanteil an den Texten hat diesmal Nico, der Bassist gehabt. Auch die sind nah dran, an dem, was momentan den klar denkenden Menschen umtreibt.
Ich kann extrem empfehlen, euch diese Scheibe zu besorgen!
Die Band hat sich in den letzten Jahren eine treue Fangemeinde und Freundschaften aufgebaut. Ivo von Enrico, mit denen sie schon eine Split 7″ gemacht haben hat aus „lampedusa“ noch eine HardcoreSchrammelversion gemacht. BEN RACKEN selbst covern L.S.K., eine Band, die auf MOONRecords rausgekommen ist.
Oder gleich mal Live in unserer Provinz:
18.03. im Artcanrobert mit FREIBURG, KLOTZS, pADDELNoHNEkANU und KRASSER FAHRSTIL