7inch: briefbombe – deutsche pest

Wenn eine Briefbombe in der Hauspost liegt mit dem Vermerk „dachte, dass könnte dir gefallen“ muss ich das ja anhören, richtig?

Ein 7-Zöller mit 10 abgefertigten musikalischen Nachrichten.
„deutsche pest“ ist ein Wortspiel im Titel und das zieht sich ganz herrlich durch alle weiteren Songtitel auch.
Auch fast schon Tocotronic’sche Titellängen, wobei diese hier wesentlich direktere Ansprachen sind, als erwähnte Band jemals zu Papier bringen würden.
Briefbombe verschicken alles mit einem wahnsinngen Augenzwinkern und einer Ernsthaftigkeit, die wiederum mit einem Nihilismus vorgetragen wird, den es im doitschen Paketversand so kein zweites Mal gibt.
Was soll ich viel sagen, schon im Bio-Text steht alles drin, was man wissen muss. In einer wunderbaren klar (ab)gestempelten Botschaft

(…) gibt es auch diesmal ordentlich Blast-Beats, Geschrabbel und Gebrüll. Inhaltlich wird handfeste Kritik an den Arbeitsbedingungen bei verschiedensten Logistikunternehmen geboten gewürzt mit einer Prise stumpfest möglichen Verbalradikalismus.

Genau.
Track 10 ist eine Kurzgeschichte über einen Postkutschenüberfalle – Geschichtsanekdoten also inklusive.
Möchte ich gerne mal live sehen! Habe ich neulich wohl verpasst und dieses Frühjahr machen sie einen Bogen um Ba-Wü.
Um doch noch ein paar Worte zur Musik zu verlieren:
es sind ein paar richtig richtig gute Riffs dabei! „praktikum bei der deutschen post“ist so eins. Das Artwork ist famos! Im Song „der bissige hund“, der mich auch zutiefst gerührt hat, sehr schön in Musik gegossen!
Manche Riffs sind dann allerdings auch sehr auf die eins, da geht es wohl mehr um den Paketinhalt, als um die Verpackung.
Alles in allem eine runde Sache, wie man so sagt!

Erschienen via RilRec und Spastic Fantastic.
Schwarzes, gefaltetes Inlay, dicker Karton, alle Texte in klassischem Punk-Schreibmaschinen-Typo. Grünes Vinyl.

 

 

MC: apéro – cold drinks, cool snacks

Ob ich das Tape besprechen möchte? Tommy macht tolle Sachen. Ein ständiger Garant für gut gespielten, witzigen, fantasievollen, lärmigen Punk!
In diesem Falle ein bisschen weirdo.
Bei Apéro hat er (allein bestimmt nicht 😉 ) diesmal die ätzendsten Instrumente der Rockmusik „i like rock“ (sure?) zusammengebracht, um daraus das zu machen, was gerade hier läuft.
Egg Punk ist in dieser schnelllebigen Punkrockzeit ja schon fast tot. Wäre da nicht Apéro!
Drums vom Computer, Synthie und ne leiernde Matschepappe-Gitarre und verzerrtem Gesang.
Ich nehme mal vorweg, dass es eine Kunst ist, erstmal hart extrem an jedem Effekt, den man benutz, ganz dolle auf die 10 zu gehen, um dann einen Gesamtsound daraus zu malträtieren. Anspieltipp ist „pony rehab“.

Von Anfang wird das gekrönt direkt mit dem „tribute to apéro“ – eigentlich wollen sie ja gar nichts mit uns machen „All I want to do – Is nothing with you“. Was nicht der einzige Tribut beliebn wird, sie haben auch noch einen tributischen Stinkefinger für Dwayne Johnson im Gepäck, und einen für Neil Young, ich glaube, sie mögen ihn nicht.
Im Grunde hauen sie in jedem Song textliche Kleinode infantilen, fast schon Dada-istischen Humors raus.
Man meint, dass die Lyrics erstmal gar nicht wirklich was sagen, aber dann kommt der Oneliner, der alles weggkickt, ohne einmal „fuck you“ zu sagen.

11 Songs in 12 Minuten. Yeah.
Raus bei Rilrec.

LP: theilen – niederbrennen weitermachen

Theilen haben ihren ersten Longplayer raus. Sie haben sich nach dem Antifaschisten Fritz Theilen (war Teil der Ehrenfelder Gruppe in Köln und auch der Edelweißpiraten, und hat seinem HJ-Jungzugführer in die Aktentasche gekackt) benannt und machen Punkmusik, ich denke ich kann sagen, inhaltlich auch in seinem Sinne.
Theilen machen Deutschpunk des 21 Jahrhunderts. Klar, angepisst, eine Seite „niederbrennen“, es geht um Themen „Dorfmatraze“ oder „Brautstrauß“, die man safe abfackeln kann, zweite Seite „weitermachen“ dann eher witzigere Themen wie „Autobahnkirche“.
Darauf kann man echt nur kommen, wenn man viele Kilometer auf Autobahnen unterwegs ist und bspw darüber rätselt, wie einzelne Schuhe liegenbleiben können. So beschäftigen sich Theilen also mit diesen kleinen Kirchen an lauten Strecken. Vielleicht hilft ein Stoßgebet bei der Verkehrslage.
Der Song „Rana Plaza“ (es geht um die Textilfabrik, die zusammengestürzt ist in Bangladesh) war auch schon auf dem Demo, den find ich tatsächlich total gut!
„aluhüte“ bezeichnen wir heute noch so, wobei sich der Kontext geändert hat. In den 80er ging es ja tatsächlich darum, die atomare Strahlung abzuhalten. Heutzutage sind es Esoteriker und Antisemiten, die in Reichsbürgern münden.
Der letzte Song ist „kein Freund, kein Helfer“, klar, um was es geht.
Ich finde immer wieder bemerkenswert, entschuldigt, wenn ich mich da nun selbst kurz einbringe, wie schnell Konservative (und solche, die noch weiter Rechts stehen) das Argument bringen, wenn man gegen den deutschen Staat singt, gegen die Cops, die wahrlich oft keine Unterstützung für Linke sind und auch nicht sein wollen, dann ist man gleich ein Staatfeind und will die Demokratie abschaffen.
Ne, wollen wir nicht. Wir wollen, dass es gerecht zugeht. Knüppelt doch mal die Faschos bei ihren Demos platt!

Der erste Song, der auch als Video erschien, „hadamar“ handelt von einer psychiatrischen Klinik in ebenjemen Ort, die im Dritten Reich als Tötungsanstalt missbraucht wurde, um Menschen mit Behinderungen zu ermorden.

Was – all in all- komplett DIY ist, ist echt hart zu liken. Gebt Theilen eine Chance eure Ohren, euer Hirn und auch euer AZ oder was immer zu erobern.

Sehr cooles, übersichtliches Cover.
Erschienen bei RilRec und Raccoone Records. (eigener Shop im Link)
Rilrec hat ihren Shop beim Grand Hotel van Cleef laufen.

Diese Review wird auch relaiv zeitgleich in ähnlicher Version beim Vinyl-Keks erscheinen.

LP: kem trail – acht cola acht bit + sachbeschädigung

Nun, ich lobte ihn schon in den Punkerhimmel, den mit kreativsten Punker in Hamburg, Kem Trail.
Hier also die Endzeit, ähm, Endjahresmusik mit Review.
Direkt zur Sache!

Von Rilrec habe ich die beiden EPs als LP zugesandt bekommen.
Die „acht cola acht bit“ habe ich schon vor einem knappen Jahr mit Buchstaben bedacht! Auf Seite zwei ist dann die neue EP „sachbeschädigung“ drauf.
Insgesamt 15 Lieder auf 45 RPM; mit Vollgas in die Hölle.

Es ist super gemachte Musik. Ironische bis sehr ernst gemeinte Texte.
Des „effekt“ mit den 8Bit, den hat er einfach drauf da rauszukitzeln und einen guten Song draus zu machen.
Punkrock kann ja so einfach sein!

Ich beschränke mit also auf „sachbeschädigung (feat. Kris Kandinsky)“, denn die erste EP von Kem Trail wurde so krass gehyped und super besprochen, da greift doch alle mal zu. Wenn eine Seite gut ist, kann die andere nicht scheiße sein. So siehts aus.
„robin hood“ legt los. Ein echt schlauer Text, der in „sachbearbeiter“ mündet. Es geht um einen Sachbearbeiter, der Sachen bearbeitet, was er jeden Tag so macht.

Klare Kante gegen alles.
„fujkr“ gegen JK Rowling (Harry Potter), „enteignen“ gegen Adle und Klerus, „alien“ ist das Unverständnis darüber, dass mal selbst komplett anders ist.
Also in der Themenauswahl auch noch mega-kreativ.
Die Songs sind echt kurz & knackig & kritisch. Auch totale Partymucke, man kann einfach abfeiern darauf.

Tolles, passendes Cover auch, ist von Daniel Bento (produktionunfuk.net)

Ich ziehe meinen Hut!
Würde ich gerne mal live sehen!

 

LP: briefbombe – ausgeliefert (part II – joey)

Weil mir das aktuelle Release von Briefbombe, Ausgeliefert, so gut gefällt und hier nicht alles aber vieles erlaubt ist, lässt mich Felix hier einfach ein weiteres Review zur besagten Veröffentlichung schreiben, obwohl er das selber im Juni schon einmal getan hat. Here we go:

In genialer Schlichtheit und mit Liebe zum Detail bekommt man Punk mit Hardcore-Einschlag auf der old-schooligen Seite des Spektrums! Ideen, Konzept, Texte und Umsetzung: Geil!

Akkordfolgen kommen eingängig und evil daher. Hier und da ein paar musikalische Pflastersteine aus dem Punkbaukasten in Form Rhythmus-betonter Einschübe. Das super Songwriting erschafft attraktive Frankenstein Monster, zu denen mein Herz hüpft. Es ist ein geiler Wechsel aus Melodien und Blastbeats –  rau und kuschelig zugleich.

Besonders fällt mir auf, wie super die Metrik der Texte, quasi der Gesangsrhythmus auf die Nummern geschneidert ist! 10 von 10! Es läuft mir dermaßen rein, dass ich meine Umwelt einfach an meiner Freude teilhaben lassen muss! Ich hab das Teil von vorne bis hinten, inklusive „Stille Post“, beim ersten Kennenlernen gleich drei Mal hintereinander laufen lassen. Seitdem auch weitere viele Male. Mein Favoriten sind u.a. GI JOE und BRIEFFROINDSCHAFT, aber ich höre, wie gesagt, eigentlich immer das ganze Teil von vorne bis hinten mit großer Freude durch.

Auch auf social Media, YouTube und Konsorten wirkt die Band Briefbombe unglaublich sympathisch auf mich! Ich schließe diesen offenen Liebesbrief in der Hoffnung, die Band doch irgendwann mal live zu sehen.

Erschienen und zu haben via Spastic Fantastic (schwarzes Vinyl) oder RilRec (orange Vinyl).
Oder bei der Band selbst.

Review von Joey Controletti.

MC: schlecht – macht ja nix

Noch mehr Tapes, yeah!

Rilrec haben Schlecht rausgebracht. Der Bandname spricht ja hoffentlich nicht Bände. Black Cat Tapes haben mir das freundlicherweise zugeschickt.
Zwei Labels bringen also Schlecht raus und die sind gut! JA!
Das geht gleich mit den Zeilen „Schrammelpunk, schales Bier“ los. Deutschpunk IN YOUR FUCKING FACE. Sofort aufgedreht auf 180 und dann auch noch wie ein Uhrwerk präzise nach vorne getrommelt.
Ihr Themenauswahl ist auch ein 110%tiger Volltreffer: Yuppies, Linke Spießer, Punkverrat, Arbeit ist Scheiße und und und. Und da das auch gleich die Titel der Songs sind, fragt ihr euch: was geben Schlecht uns da Neues?
Egal!
Wer es also irgendwie vermissen sollte so Hardcorepunk um die Ohren gefegt zu bekommen, ist bei Schlecht goldrichtig! Sie arbeiten mit Vollgas also alle Punkrock-Themen ab, die wichtig sind. Von politisch über sozialkritisch über Leck mich am Arsch alles in einem Rundumschlag an Geprügel. Aber dezitiertem Geprügel. Kein Rumpel-Ufta!
Die Texte habe ich in der ersten Runde noch nicht ganz verstanden, die sind ordentlich draufgerotzt, aber ich denke ich habe ein ganz gutes Gespür für die Inhalte, die da transportiert werden sollen, und wollen.‘
Schlecht kommen aus Hannover, der Stadt des Funpunks, aber auch des feministischen Punks!

Die 14 Songs sind tippitoppi aufgenommen, das Artwort spricht die Sprache, die es soll. Die Band spielt straight forward. Die Sängerin bellt die angepissten Texte entegen. Ein männlicher Part ergänzt diesen lyrischen Reigen.
Die Songs wirken, als hätten sie alles hintereinanderweg gespielt. Der Sound ist wirklich super gemischt und hat Druck. Fehlt eigentlich nur noch der Blast-Beat, um das Geprügel perfekt zu machen. Es reiht sich Brüller an Knüller!

Erschienen via Rilrec und Black Cat Tapes

LP: briefbombe – ausgeliefert (part I – felix)

Nach dem ersten Demo der Briefbombe hab ich ja auf die Platte gewartet! Ja, man. Voller Vorfreude, denn das Demo war auf Tape ausverkauft, und die „Drogenpost aus dem Darknet“ so schnell aufge“hört“ (Samplerbeitrag zu Sex mit Bekannten II), da hatte ich noch nicht mal geschafft den Gedanken zu fassen, es zu kaufen. Und ich mag ja dieses analoge, Tapes und Vinyl, total gut! Ihr auch?

Nun ist die Briefbombe ausgeliefert. Yeah. Ich bin gespannt, ob sich dieser Bandname und alle damit einhergehenden Wortspiele und -witze zum Thema Post und Zulieferung auch noch in 40 Songs funktionieren, oder ob da… wie auch immer, wir können ja gerne hier im Kommentarbereich eine kleine Sammlung anlegen, die eventuell die Band inspiriert?

Ich würde mal sagen, es ist so Fastcore, falls das einen eigenen Namen braucht. Sehr schneller Punk, weil irgendwie lustig, mit der Ernsthaftigkeit des Hardcore vorgetragen. Man kann sagen, wenn man Hochgeschwindigkeitpunk will, dann kann man das bei Spastic Fantastic auch bekommen, easy!
Obendrauf kommt noch der Fakt das die Band aus BördiI (Schläge), Kris (Vokale), Sid (Bass, Vokale) und (ihr müsst euch vorstellen, dass ich gerade in so ner „Sendung mit der Maus“-Erklärstimme spreche) der Thommy (Gitarre, Vokale). Der Thommy, der ist nämlich ein ganz umtriebiger Gitarrist und hat schon ganz doll viele Bands gehabt, oder hat sie noch. Zum Beispiel Loser Youth, Burtale Gruppe 5000, und und und. Ihn erkenne ich am Gitarrensound.

Briefbombe legen los mit „Hermes, der Götterbote“, der nach 41 Sekunde ausgeliefert hat. Ein noch kürzeres Einwurfschreiben ist dann „Philatelie nie“, der mit der Aufforderung zum Straßenkampf endet. Niemand will Briefe schreiben, wenn es wichtigere Dinge zu tun gibt.
So schnell düst die Briefbombe durch, dass ich mich kaum versehe und schon stehe ich auf dem „Kaltenkircher Platz“ stehe. Das ist hier. Das ist echt ein Brüller!

DIE SONNE ERLISCHT IHRE LETZTEN STRAHLEN
ES GIBT KEINEN AUSWEG AUS DIESER FILIALE

Zombieapokalypse in der Postfiliale! Dieses Thema hatte bisher noch KEINE Band. KEINE! Sag ich euch.
Eine Remineszenz an AC/DC, die sich entwickelt zu einem Werbeclip für TNT Express. Sehr Geil.
Danke. Also ich als TNT würde mich recht erfreuen.

Es gibt auch Zwischenmenschliches in „Briefroindschaft“, dazu kleine Life-Hacks wie der „Zalando-Trick“, was ja auch mit Zulieferung  – nein, ich muss euch das nicht erklären. Auch nicht, dass ihr kurz vor Ende noch in „Urlaub in Porto“ geschickt werdet!

Aufgenommen und gemischt von Yannig Malry im Off Ya Tree Studio.
Ich mag Briefbombe gern mal live sehen, kommt mal in den Süden!
Einzige klitzekleine Maulerei ist: Seite B kann man sich echt schenken können, joah schon auch lustig, aber 14 Minuten Lärm zwischen Anfang und Ende des Songs?, dann aber lieber einen Siebdruck hintendrauf!
Platte steht jetzt direkt neben Bad Affair, zwinker.

Spastic Fantastic und Rilrec teilen sich diesen schönen Release.

Dieser Review erschien auch schon (so ungefähr) beim Vinyl-Keks!

7inch: Angerboys – Against a Wall

Die Angerboys, die lagen hier schon mal auf; mit ihrem Album „how to profit from the panic“. Nun ein neues, kurzweiliges Vergnügen mit sechs Songs auf einer 7inch. „against a wall“. Die Angerboys sind ein Quartett aus Recklinghausen und Bochum, gegründet 2018, ordentlich Zunder in die Gitarre gegossen, den Geang angezündet und los geht das Feuerwerk mit Taylor Snifft am Gesang, Zotti zappelt mit der Gitarre, Benni brummelt Bass und Dustin dengelt Drums.

Genug des Spaßes, schwierige Zeiten erfordern klare Worte; und die finden die Angerboys mit einem messerscharfen Blick. Im Grunde ist bei diesem, man sagt heute „klassischem“ und meint „kenn ich schon“, Hardcorepunk vermutet man zu wissen, was als nächstes kommt, und doch machen Angerboys dann doch was anders.
Die Vocals von Tylor Snifft ist noch ein wenig überdrehter, als ich ihn in erinnerung habe. Da ist ganz sicher ein bisschen Zerre drauf, um sie ab und an hochzupitchen, die Vocals. Es geht in einem sehr gut angezogenen Midtempo nach vorne, vielleicht ein wenig krautrockige Anleihen auf der Gitarre (sag ich jetzt aber nur, um irgendwen zu ärgern; wäre ja möglich, dass es Absicht ist). Das ist total gut eingespielt und es hört sich an, als hätten Angerboys einfach maximalen Spaß, euch ihre Riffs und Texte vor die Füße zu schmeißen.
Um diese dann, lautstark mit Wut angefüllt, in Pogo zu verwandeln. Es hat etwas räudiges, roughes, und etwas unperfektes, was die Band liebend gerne ausspielt. Da rumpelt nichts, das meine ich nicht!

Die Texte sind in ihrer Direktheit sehr sehr geil.
„frontex kills“ ( diese Organisation ist europäischer Faschismus; wir zahlen von unseren Steuern Genozid) und „stop being poor“ sind da meine Anspieltipps.

one mans trash is another mans treasure
strength through joy and work ist pleasure
you owe me a living i keep reciving and you keep me giving

Diese sechs-Song EP hat ein klasse Cover; welches Zotti zusammenschnippelte. Ein Frau lässt sich offensichtlich mit Messer bewerfen. Da muss(te) man wirklich Nerven behalten. In diesem Moment frage ich mich, wer auf die Idee gekommen ist solche Jobs zu „erfinden“ und wieviele Schrammen die Ladies abbekommen haben von diesen dämlichen Männern, die ihren seltsamen Machthunger auch damit ausgelebt haben?

Als 7inch und MC erschienen bei RilRec.
Ich kann jemensch wärmstens empfehlen, wer etwas gegen diese Welt hat, oder noch ein Argument mehr braucht, der möge sich diese sechs gesungenen Argumente rein tun.

V.Ö. am 06.10.
300 Stück schwarzes Vinyl und 80 gelbe Tapes!

(dieser Review erscheint so auch nochmal beim VinylKeks 😉 )


 

MC: kem trail – acht cola acht bier

Echt jetzt, nachdem Punkrock schon alle Instrumente in Anspruch nimmt, inkl. Klavier, nun also Nintendo-8Bit-Sound.
Und irgendwie auch klar, dass das aus der Ecke Brutale Gruppe 5000, Loser Youth und Antinational Basscrew kommt.
Kem Trail ist musikalisch also ziemlich umtriebig und was er anpackt wird zu Punkergold. Er ist schon echt ne Hitmaschine.

Nach „Bunker“ dem Eingangstrack über Prepper, kommt der bereits als Video entkoppelte AsselHit „sauf dich voll“

Danach ein herrlich melancholischer Anti-Polizei-Smasher „rechtsstaat“. Instrumental gibt’s auch auf die Ohren. Und den repetitiven Emo-Bit-Crusher „scheiss inflation“.
Zum Abschluss ein Cover der DDR-Punker l’Attentat „ohne sinn“.

Ich greif das mal auf, denn ohne Sinn ist hier nichts. Das ist ein total gutes Tape mit Top-Musik. Ich hab nur keine Ahnung, ob ich das länger als die Lauflänge des Tapes durchhalte, haha! Dieses Gequietsche und gedingse da. Elektro-Punk, der glücklicherweise nicht ins schlagereske abrutscht.
Eine neue Erscheinung vom „die haben schon lange nichts mehr gemacht“ Uga Uga Tapes und RilRec.

MC: kapot – place to be

Kapot!
„place to be“ ist endlich raus auf MC. Was irgendwie total schade ist. Denn die erste Platte „alle geht kapot“ ist als LP erschienen, nun „nur“ ein Tape. Ich mein, ich bin glücklich damit, sagt mir aber auch: ihr habt die Platte nicht gekauft! Geht gar nicht. So wie die famose Karmakopter Scheibe nicht zu haben. Das ist ein Affenmesserkampf!
Nun, glücklicherweise gibt es beim herausgebenden Label ein Bundle. Zuschlagen; im Sinne von bestellen! Rilrec
Ich kann nur vermuten, woran es liegen mag: die langen Produktionszeiten bei Vinyl? Keine Kohle?
Egal, digital reicht das ja im Grunde auch; ich mag halt ab und an ein Tape in mein Tapedeck schieben, es hat definitiv etwas Entschleuningendes, da man dem kompletten Release nicht entkommen kann!
Der Titelgebende Song „place to be“ war ja schon auf der Compilation der Ausgabe 8 auf Tape raus.

Insgesamt haben sich Kapot stark verändert. Die Aufnahme sind wesentlich dichter als auf der LP. Den Punkrock haben sie ein wenig verloren und sind eher hardcorig. Vorher war da mehr deutschpunk gepaart mit krass schnellen Beats, superabwechslungreichen Songwriting, was immer wieder den Hardcore kippt. Das ist nun eben: Hardcore.
Verdammt gut gespielt. Miley Silence (dreihardcore-grrrls und einem kerl aus Hamburg) machen die Gangshouts, funktioniert alles megagut.
Ich bin halt mehr so der Punkrocker. Was soll ich machen: ein wenig den alten Zeiten bei Kapot hinterhertrauern. So, jetzt isses raus.
Gebt Kapot ne Chance, lohnt sich ab-so-lut!

Superabgeklärtes Spiel, klasse Texte (lest bei Bandcamp mit), top Bandname, gemischt von Yannig; es gibt wahrlich nichts zu maulen!

Video „gregor“