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MC: ÄDWUD – the former world

Hach. Die ersten Töne schon. Schön.
Ganz zärtlicher Synth-New-Wave. Mit dem etwas unförmigen Namen ÄDWUD. (Ed Wood?). Doch das Label hat ja noch mehr sperrige Bandnamen im Programm!
Mal abgesehen davon hatte ich ha eigentlich Krach erwartet, nach den ersten paar Releases, die ich von Mörtel Sounds im Tapedeck hatte.
Die ersten drei Songs laufen bei mir wirklich total gut durch und rein.
Der Sound ist toll und, darf ich das so nennen, herrlich infantil.
Bei „exile“ ist mir dann wahrlich zu viel Tralalala dabei. Das ist so ein, hm, englischer Einfluss? Ich bin mir da nicht sicher, da ich sowas ja so gar nicht anhöre.
Egal, weiterlaufen lassen, das wird bestimmt noch:
es sitzt nicht alles immer total 100%, ich spüre da in jeder Pore die Lust am Machen.
Er, oder sie, hat auch eine schön verträumte Seite bei FB.
Lauscht mal hinein:

Ich bin am rätseln. Ist es vielleicht der Labelmacher himself, der hier musikalisch tätig geworden ist? Ein wenig unter Preis verkauft… na sagen wir präsentiert er /sie sich bei Bandcamp mit „shit, no one will listen to….“
Dafür startet Seite zwei des milchig transparenten Tapes mit einem einem ganz klasse tanzbaren Hit namens „birds“. Gar eine zweite Stimme ist zu hören.
Das Tape hat ein sehr einfaches, deswegen aber nicht wenig schönes Covermotiv. Ein Frauenkörper verschmilzt zur Hälfte, wird zur wabernden Erinnerung?
Überhaupt ist die zweite Seite etwas flotter und hat mehr Energie.
Ich denke, die Mucke als Band mit Drums und Lautstärke wär n echter Hammer!
Da dieses Album bereits 2020 erschienen ist, war ÄDWUD nicht untätig und hat 2021 „dreamstate“ veröffentlicht!

Es ist ürbigens auch schon ein neues Album, allerdings nur digital, erschienen. Gerade eben, sozusagen.
Mit einem wenig verträumten Cover diesmal.

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review: Fotokiller – Demo MC

Ich liebe Tapes! Habe ich das schon mal erwähnt? Ich liebe Tapes, bzw. ich liebe sie wieder.  Über dieverse Umzüge dachte ich, und da war dann das Tapedeck auch noch ka.p.u.t.t., „ach, schmeiß doch die Alf-Kassetten endlich weg (und den andern Kram auch)“. Ein paar wenige Mixtapes und Demos habe ich behalten. Einen Schuhkarton voll. Maximal.
Und nun werden meine beiden Tapeschubladen im Plattenschrank immer voller und voller mit coolen Sachen. Und ja, ich nehme es vorweg, auch dieses Tape findet hier einen Platz!

Die Tape-Täter-Szene hat sich wieder geöffnet, für mich ganz klar mit großer Hilfe von Bandcamp. Vielleicht war sie nie weg, ich habs halt nur nicht mitbekommen. Inzwischen habe ich drei funktionierende Decks und vier Überholungsbedürftige hier stehen.
Hier geht aber um Fotokiller. Band aus Berlin, die so nett war, mir ein wenig Gebäck ins Promopäckchen zu backen. Der musikalische Dreier hat sich 2018 gegründet und probt seither, Eigenaussage, in einem unansehnlichen Plattenbau ohne Kiosk oder Toilette. Kenn ich. Also das ohne Toilette proben. Um etwas noch aus ihrem fantastisch formulierten Infowisch zu zitieren:

… dafür aber in repräsentativer Gewerbegebietslage im pulsierenden Berliner Szenebezirk Lichtenberg herumsteht und dort wertvolle Grundstücksfläche für dringend benötigte Yogastudios, Bioläden sowie Seifenmanufakturen blockiert, welche mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in spätestens 20 Jahren auch an diesem Flecken betonveredelter Erde herbeigentrifiziert werden.

Diese selbstgetippte A4-Seite wird aber ab einem bestimmten Punkt sehr ernst. Die drei Bandmitglieder, Sofy, Damon und Matze, die schon in Bands wie Hatehug, The Dead Pony Kids oder auch Derbe Lebowski und Femme Krawall spielten, machen keinen Hehl daraus, die letzteren beiden aufgelöst zu haben, wegen eines misogynen Gitarristen.
Ihnen geht es nun in erster Linie darum, die feministische Kritik innerhalb wie außerhalb der Punkszene zu unterstützen, bzw zu vertreten.

So, jetzt aber zur Musik!
Der Sound erinnert mich brutal daran, Achtung Zeitreise, dass man vor 25 Jahren noch auf einem Tascam 488 oder ähnlichen Aufnahmegeräten mit schlappen zwei Mikrofonvorverstärker seine Songs aufgenommen hat.
Das klingt so räudig und so begrüßt mich dann dieses Tape! Fotokiller klingen nicht frisch und modern, keine getrimmten Gitarrenspuren oder sauber gespielte Drums. Die musikalische Ausrichtung ist jetzt auch nicht so unbedingt 21 Jahrhundert.
Was keineswegs rumpelig klingt, nein, ich würde sagen „besonders“. Die ersten beiden Songs ziehen ruch und beim dritten „Isolation“ nimmt die Band Fahrt auf, spielen richtig cool zusammen!

Je länger man sich reinhört, desto mehr zuckt das Tanzbein. New-Wave, ein bisschen düster, ein bisschen punkig. Flanger auf dem Bass, eine begleitende Gitarre, kurze Melodien heitern die leicht gedrückte Stimmung auf, irgendwie Verzerrung auf dem Schlagzeug (ich sag nur: Tascam 488, haha!) und eine ganz klasse Stimme.

Erinnert mich an Hi-Tereska, ach ne, Namedropping spar ich mir, dafür hat die Band auch zu viel Spielerfahrung. Einige Eltern des New-Wave-Punk der 70er/80er Jahre könnte ich noch nennen, aber macht euch selbst ein Bild.
Apropos, die Texte sehr bildhaft.
Anspieltipps sind „Babel of tongues“ und „City lights“.
Der Nächste Release kommt hoffentlich bald. Wer ein Tape möchte, vermtl die Band selbst mal bei FB oder Bandcamp anschreiben.

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review: KNIFE EYES – gewirr MC

Kleine Vorgeschichte zum Tape / Band ist, daß ich sie vor einem Jahr, am 11.03.2020, im Juha West in Stuttgart als Vorband von rauchen gesehen habe. Damals war der Sound zwar für die Location wie immer ziemlich gut, alles klar hörbar, gut gemischt, doch der Bass zerrte ungewöhnlich laut für die Musik, die Knife Eyes machen.
Ein wenig hats mich abgeschreckt und ich ging echt ne ganze Zeit schwanger mit dem Gedanken, mir überhaupt ein Tape dieser Stuttgarter Band, die wohl aus diversen bekannteren Bands besteht. Erschienen schon im Sommer 2019.
Lange her, soll ich wirklich einen Review schreiben? Ja!

Ganz hervorragend passen die Songs in die, momentan noch, düstere Zeit. Kalt ist es, dunkel, die Songs heißen „Euphorie“ „über mich“ „Nachtmahr“ und „kalt“.
Elf Minuten Spielzeit verpackt in einen schwarzen Pappschuber, den Release gab es überigens auch in Kleinstauflage als Floppy-Disk. Musikalisch erwartet den Hörer eine wilde Mischung, Genreübergreifend, Punk, Screamo, laut / leise, Post-Rock, wechselnder Gesang.
Knife Eyes Texte existenzialistisch, klingt hochtrabend, meint aber trotzdem, dass genug Wut in der Musik und eben auch in den Texten verpackt ist.
Mit „die Lichter dieser Stadt gehen niemals aus, auf in den Kampf“ ist wohl schon Stuttgart gemeint, zwinker. „du bist nicht allein, keine Einsamkeit. Doch die Zweisamkeit, die löscht das Licht.“ Nie habe ich einen so verliebten Text so verzweifelnd geschrieen gehört!
Somit bringt der letzte Song alles auf den Punkt was die Band kann.  Anspieltipp „kalt“.
Einziger Wehrmutstropfen ist, dass das Tape sehr leise aufgenommen ist.
Aber ich hoffe in 2021 sowieso auf einen Vinylrelease, sagt bescheid!
Erstmal viel Spaß beim reinhören und Dauerschleife laufen lassen.

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review: NIGHT MIASMA – exhausted 7inch

Night Miasma – Exhausted, Dark Punk mit Leuten von den von mir hier schon gefeierten L’appel de Vide.
Der erste Songs „sleepless nights“ fängt mich sofort mit seiner lakonischen Joy Divison Melancholie. Allerdings etwas schneller, da steckt mehr Punk im New-Wave. In „stupid robots“ schafft es die Band allerdings auch, mit leichten Disharmonien, in einen ganz eigenen Stil einzutauchen. Dunkel. Sie nennen es auch Deathrock. Ein bisschen Synthie, treibende Drums, die Gitarren mal melodisch, der Gesang eher düster, malen ein Klangbild, das nicht in die Depression abrutscht; eher verzweifelt schön.
Supergut gespielt und abgemischt. Flatty, der Bassist der Band und bei den erwähnten L’appel de Vide, hat die 7inch auch aufgenommen.
Artwork von Zomba, sehr nice. Ein paar Notes waren der vier-Track-Single beigelegt, die Band vergleicht sich mit T.S.O.L. oder frühen Adolescents…. ich hab von dieser Zeit in amerikanischer Punkmusik dann doch recht wenig Erfahrungswerte. Wie kann ich nur? 😉
Die Band gibt es wohl noch nicht soooo lang, hauen hier ohne Demo also ihre lohnenswert zu hören 7inch raus „exhausted“. Das Quartett kommt aus Chemnitz.

Erschienen bei It’s Eleven Records. Zu haben (und zu hören) auf deren Bandcampseite oder Homepage.

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review / fanzine: SCHOCK & DRAMA – münster sampler MC

Schock & Drama ein Sampler aus Münster, den ich vor einiger Zeit schon tauschte. 
Kleines Tape, großes Fanzine dazu, find ich super! Es gibt einige Infos dazu, wie lange das gedauert hat, alle auf diese Kassette zu bekommen, zu den einzelnen Bands. Manchmal sehr kurz, manchmal auch ein paar Worte mehr; und so einiges Unveröffentlichtes dabei.
Anfang machen C4service mit Motörheadpunk in High Speed. Zwei klasse Songs ebnen den Weg zu einem Hörvergnügen aus Münster.
Klar ist das eine kunterbunte Mischung mit insgesamt 22 Songs, 11 auf jeder Seite. Mist ballern fett, Conta mit einem ersten veröffentlichten Song „MädelHirnTrauma“ knallen ungefähr genauso. Hardcorepunk.
Zwei, zumindest mir, hüstel, bekanntere Bands sind auch drauf, zum einen Abriss mit zwei Songs von ihrem letzten Album „Dachlattenkult“, welches mir auch vorliegt… warum habe ich das eigentlich noch nicht reviewt? Jedenfalls fällt mir Augenblicklich der zynische, sehr kurzweilige Blick auf die Menschheit in die Ohren. Auch ein Brett.
Dann gibts noch den mit einer inzwischen äußest langen Liste an Releases gesegneten Neon Bone.  Nimmermüde Songschreiber.
Entdeckungen, die mir in voller Länge dann in den Letzten Monaten noch durch die Ohren gejagd sind: Alienate! hab ich für den Vinyl-Keks reviewt. Und die famosen NewWavePunker von HalbAusPlastik kommen in Kürze. Sehr schöne selbstbetitelte Platte auf MyRuin raus!

Ein paar Worte zu den Aufnahmen: trotz der sehr unterschiedlichen Aufnahmemöglichkeiten, von Proberaum bis Studio ist alles dabei, kann man das Mixtape auf gleichbleibend lauter Lautstärke anhören. Das ist super!
Absoluter Anspieltipp ist allerdings Sickbad, die den „Klub der Scheißelaberei“ in der Sprache des Deutschpunk einfach mal sowas von auf den Punkt bringen. Großes Kino!

Erschienen bei Mackeys Law. (ich finde zu fast nichts Links, kein Bandcamp. Fuck, das ist Punk. Also: kaufen:
Gibt es bei Spastic Fantastic noch zu haben.

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review: SEAX – no sugar MC

Bereits 2018 erschien dieses feine Demo via TWISTED CHORDS.

Die Band SEAX besteht zu drei Vierteln aus den famosen COLD KIDS. Inzwischen hier mit neuem Bandnamen und einer Sängerin am Mikro. Die Musik ist etwas rauher und noisiger geworden und das Keyboard ist weg. Auch die deutschen Texte. Was dem Drive der Band aber nicht genommen hat. Ich finde das nämlich richtig gut mit der Sängerin. Klar, der erste Song und Titeltrack „no sugar“ sagt direkt der Männerwelt wo es lang geht. Hervorragend.

Sie schwelgen im Post-Punk des Punkrock. Ich recherchiere ein wenig und darf diesmal feststellen: es gibt ein neues Demo. Heißt „obstinate“ und beinhaltet  fünf neue Songs. Die wird es in circa vier Wochen als 7inch bei 30kilofieber geben. Momentan noch als MC oder digital bei bandcamp. Ich warte auf die 7inch von meinem Lieblingslabel; dann gibts den Review. Bis dahin könnt ihr auf jeden Fall bei bandcamp durchrauschen!

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review: TROOPS OF THE SUN – to feed the heart LP

Bei MajorLabel gibts die „40 Jahre“ EA80 zu kaufen. Als CD und in Combi mit einer Debut-Scheibe einer Band namens TROOPS OF THE SUN. Ich bin neugierig und bestelle sie mit.

Das düsterbunte Cover strahlt schon jede Menge PostPunkWave-Stimmung aus. Ich werde nicht enttäuscht. Sieben Tracks zwischen kurzen zwei Minuten Stücken und elegischen fünf bis 13 (!!!) Minuten Stücken fräsen, fressen sich in die Gehörgänge. Vier Mann spielen Gitarre, Bass und Schlagzeug, keine Synthies.

Es geht punkig los „prophets“, wird wavig wütend im zweiten Track „all down“, zeigt mit „circles“ schon mal die Seite B dieser Platte auf. Sehr ruhig und verzweifelnd plätschernd fliesst der Song durch.

Wenn man sich das tolle A2-Poster mit den Texten durchliest merkt man, daß da Eddie vom Label selbst in die Basssaiten greift. Und der Mensch mit dem Pseudonym ist doch der von EA80, der da schon lange die sechs Saiten im Würgegriff hält, gell?

Abwechslungsreich bleibt es. Die Seite A hat mit fünf Songs (von sieben) auch sozusagen am meisten zu bieten. Seite B geht mit einem sehr flotten Acht-Minüter, dem titelgebenden Track „to feed the heart“ los, worauf noch der erwähnte Fanal, wie die Band es selbst nennt“ folgt und ewig nachhallt.

Da ich die Scheibe gerne ein paar Mal durchlaufen lasse und mir das oft am leichtesten fällt, wenn ich sie als mp3 mit ins Auto nehmen kann, will ich sie also beim Label runterladen. Geht nicht. Hm. Ich schreibe also Rob an, bekomme mit, daß ihr Server abgeschmiert ist und es massive Schwierigkeiten gibt, die Daten wiederherzustellen Monate Arbeit…. (ich hoffe, ihr kommt da cool durch!) Doch ich werde schnell vermittelt. Mir gefällt die Platte so gut, daß ich die Band frage, ob sie mit auf den nächsten PostillenSampler wollen. Die Antwort kommt schnell. In Form von aktuellen MP3s. Frisch gemischt ausm Proberaum!

Erstmal hier bei bandcamp.

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review: 0€ IRO – mahnstufe X LP

Da ist sie also: die neue LP von OIRO. Es hat sich einiges getan. Zweite Gitarre ist weg, man hat sich gesundgeschrumpft da Basser Vander raus ist aus der Band. Schade. Aber ich hab ja noch seine Single mit dem schönen „wenn leila wasser holt“. Ich erwähne mal hier, das mir die Singles „andi ist nicht mehr in der gang“ und „der biber und der pfau“ fehlen…. wer sie nicht zu utopischen discogs-preisen loswerden möchte: PN!

Die Band aus Düsseldorf bleibt ihrem reduzierten Sound treu. Elf Tracks in ner halben Stunde. Angeblich sind die Texte weniger kryptisch, jaja. Sie seien auch die einzige Punkband steht da irgendwo aufm Textblatt. Oke. Und was ist mit „Kaktushaut“? Hm? Das soll einer verstehen? Ist mir zu hoch. Liegt vermutlich an dem Elektronervigenlalala.

Insgesamt aber ein klasse Release. Typisch für OIRO und doch an so einigen Ecken mit übergroßartigen Ideen nur so strotzend. Abtrotzdend. Musikalisch wohl ein Panoptikum der über 40 Jahre währenden Düsseldorfer Szene. Angepisst, nölig, das is schon Punk.

Können jetzt aber ruhig auch wieder n paar Konzerte mehr machen und mal in meinem Wohnzimmer vorbeischauen!

Weißes Vinyl, gibts nur bei flight13. yeah.

zuhause

kein haus ist groß genug für euer scheiß gefühl