Rückschau 2025 – nackte Zahlen pt. 3

Die Zusammenfassung.
Im Grunde nur für mich gemacht, lasse ich euch gerne daran teilhaben.
Das soll keine „schaut mal, wieviel tolle Sachen ich mache“-Schau sein.
Ein bisschen in der Hoffnung, euch zu motivieren, selbst etwas auf die Beine zu stellen!
Die „Szene“, die Kunst, sie lebt davon, dass es Menschen gibt, die Dinge auf die Beine stellen. In einem ganz unkapitalistischen, uneigenützigen Sinn.

Kino
geschaut: 11
gearbeitet: 2

Konzerte
erlebt: 32
selbst gespielt: 18

Reviews
provinzpostille: 97
vinyl-keks: 41

Printzines
Provinzpostille 1

Krachige Platten
Releases: 4

Shop!

Rückschau 2025 – Filmografikus pt.2

Neben all den schönen Konzerten und Menschen, die ich dort treffen durfte, war ich auch noch im Kino.
Hier alle Filme, die ich – oft auch einfach spontan an einem freien Abend – angeschaut habe. Einer ist dabei, den ich auf einem Filmfest anschauen durfte, als geladener Gast.
Ihr bekommt hier also Filmtipps von einem Filmschaffenden, der in sein Brot mit der Organisation für das Filmset verdient.

 

MICKEY 17
Ein grandios aufspielender Robert Pattinson in einer irrwitzigen Rolle, plus irrwitzige VFX-Viecher in einem Science-Fiction-Film, der sich schon sehen lassen kann.
Mark Ruffalo und Tony Collette als total schräges Paar, die die Reise durchs Weltall erst möglich gemacht haben. Jede Menge schräger Situationen in einem Spektakel!
Muss leider gestehen: ist aber irgendwie so gar nicht hängengeblieben, ich hab ihn erst beim Durchforsten der Liste wiederentdeckt!

A WORKING MAN 
Uff. Sehr harte Action, sehr gut gemacht. Der Rest ist einfach nur Bullshit.

EIN PHÖNIZISCHER MEISTERSTREICH
Ich lieb Wes Anderson echt sehr. So nerdig nervig, wie auch extremst liebevoll gemacht, mit einem eigen Auge für den Look, die visuelle Erzählweise, wie auch die minutiöse Beobachtung von Dialogen.
Großartig.
Es gab einige die meinten, er wiederhole sich, alter Schuh, etc.
Nein, jeder einzelne Wes Anderson trägt seine eindeutige Handschrift! Die Nuancen zu finden, die die Filme voneinander unterscheiden – das ist die besondere Herausforderung.

EDDINGTON
Zufällig im Radio von dem Film gehört. Ein paar Tage später in die Schauburg in Karlsruhe gefahren, da er nur dort lief.
Wirklich ein megaguter Cast!
Joaquin Phoenix spielt, wie immer, einfach so unfassbar glaubhaft! Pedro Pascal, wegen dem einige in den Film sind, ist einfach der Typ, man glaubt ihm alles! Dazu Emma Stone, die in kürzester Zeit aus den Fängen der tantakulösen Mutter in die Hände eines Predigers (Austin Butler) fällt.
Setting ist eine kleine Stadt in New Mexico in der sich das ganze Dilemma der Corona-Pandemie, der Proteste, abspielt. Inklusive jeder Menge Spaß an der Sezierung der Soziologie der medial abhängig(gemachten?) Menschen. Am Ende wird einfach alles zerlegt.
Bombe!
Und wenn ihr den besten Witz in der Geschichte der Terrororganisation Antifa sehen wollt: hier bekommt ihr ihn!

DAS KANU DES MANITU
Nicht, dass ich drauf gewartet hätte. Aber den Mut zu haben, nach 20 Jahren nochmal als, wie sie selbst im Film immer wieder andeuten, alte, weiße Männer aufzuspielen, in den selben Rollen, denselben Kostümen, ist schon groß.
Bully hat, als einer der ganz wenigen deutschen Regisseure, ein Gespür für außergewöhnliche Ideen und diese mit ganz viel Liebe umzusetzen.
Klar, das sieht nicht aus wie das 100 Millionen Dollar Kino anderer, aber hej, wer hier rumjammert, der jammert auf echt hohem Niveau.
Deutsches Kino ist deutsches Kino. Warum soll man das nicht sehen?

ONE BATTLE AFTER ANOTHER
Eigentlich hatte ich mit nichts gerechnet. Der Kamermann des damals akutellen Projekts, an dem wir gemeinsam garbeitet haben, empfahl in unserem Regisseur. Also sind wir abends zusammen ins Kino.
Leonardo die Caprio spielt über die Jahre immer besser. Als er jung war, bin ich nicht so mit ihm warm geworden.
Teyana Taylor in Höchstform. Nicht, dass ich sie vorher gekannt hätte, aber wer so eine Rolle so krass gut ausfüllt: Respekt!
Dazu all-time-Fav Benicio del Toro, der mal wieder so einen südamerikanischen Spezialcharakter mimen darf, allerdings ist Sean Penn zum niederknien gut.
Ja, man muss schon ganz schön aufpassen und mitkommen und all die Verrücktheiten auch mal als Humor verstehen, sonst könnte einem ganz ordentlich die Spucke wegbleiben.
Die unterirdische, rechtsradikal klerikale Geheimorganisation…. alter… dazu die beste Verfolgungsjagd mit vier Autos, die ich seit Ewigkeiten gesehen habe.

CYBERPUNK ROMANCE
Ein Film, den ich als Regie-Assistent umsetzen durfte.
Komparsen suchen, gemeinsam mit meiner 2.Assistentin Jessica Martin. Für den Regisseur Joscha Douma.
Da ich den Film an diesem Abend zum ersten Mal gesehen habe, dabei neben Joscha saß, war ich ein wenig aufgeregt. Fast zwei Jahre waren vergangen und nun also ein paar Vorstellungen auf den Biberacher Filmfestspielen.
Ein sehr offenens Publikum, der Halloweenabend, die Vorstellung nicht ausverkauft.
Es geht um Mona, die mit einer Gruppe Leute abhängt, die einen Zugang zu ihren Gehirnen gefunden haben. Das nimmt natürlich eine nicht ganz unerwartete Abwärtskurve, als ihr Freund plötzlich wie sediert daliegt.
Ein Science-Fiction-Film, ohne eine Sekunde in die Zukunft zu reisen.
Ich fand ihn sehenswert!
Und es hat großen Spaß gemacht, den Film herzustellen.
Kinostart im April 2026

THEKENCOWBOYS
Am nächsten Morgen, 11Uhr30, erste Vorstellung.
Kino war ausverkauft. Die Filmemacher auch anwesend. Setting ist eine Trinkhalle. Ein Kiosk.
Und ja, es wird geschossen. Alter, ist dieser Film lustig!
Ich dachte irgendwann „jetzt, jetzt kommt der Schnitt, wo die drei Herren weg von ihrem Kiosk müssen“ – aber nein! Sie bleiben dort.
90 Minuten in einem Motiv und keine Sekunde langweilig.
In der Mediathek der ARD zu finden!

FÜR IMMER HIER
Ich weiß nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind, in diesen Film zu gehen.
Überraschend sehr sehr gut gemacht, toll gespielt, und am Ende taucht der Film noch die Realität der Hauptfigur.
Es geht um eine Mutter, deren Mann von der brasilianischen Diktatur entführt wird und nicht wiederkommt. Die Ungewissheit, die Suche; die Kinder, die irgendwie großgezogen werden müssen, in einer Zeit, in der Frauen kein eigenes Geld zur Verfügung hatten.
Ein packendes Drama!
Und ein wichtiger Satz schon im Trailer: „hat der Staat nicht wichtigere Aufgaben, als die Aufarbeitung (der Militärdiktatur)?“ – Antwort der Mutter und Ehefrau: „nein.“

DER SALZPFAD
Ein sehr liebenswert gespielter Film.
Auch eine liebenswerte Geschichte, die visuell auch ganz gut umgesetzt ist. Leider wirkt sie, als wäre sie fürs Zweite Deutsche Fernsehen produziert. Nur von der Story her: es tut wirklich keinem weh.
Dennoch: ein gutes Anschauungsstück für Menschen, die alles verlieren, die sich durchkämpfen. Weitermachen. An sich glauben. Als Paar! Stark.
Eine wahre Geschichte!

 

Und zum Abschluß eine Empfehlung:
19.02.2026 ist Kinostart für
„Sie glauben an Engel, Herr Drowak“.
Ein Film, den ich auch als Regie-Assistent machen konnte, durfte, wollte.
Schwarz-weiß gedreht. Mit einem famosen Ensemble. Magic Reality, Tragikkomödie
Luna Wedler, Karl Markovic, Saga Sarkola, Nikolai Gemel, Dominique Pinon, Thelma Buabeng und Lars Eidinger. Um ein paar zu nennen!

Rückschau 2025 – Dyskalkulie pt. 1

Und zwar aus dem Grund, weil ich mich verrechnet habe.
Und zwar darin, wie geil das ist, aufzunehmen, ein neues Album zu gestalten. Dazu neue Releases von andern Bands rauszubringen, Videos drehen, gefühlte 1000 Platten anhören und drüber schreiben und und und.

Ach ja: auf Konzerte und Veranstaltungen gehen!
Andere, so las ich schon, brennen mit so einem Programm aus. Ich blüh da eher mal auf. Und es gab ein, zwei tolle Konzerte, die ich verpasst habe, weil dann doch auch mal sitzenblieben wollte.
Hier meine Liste für 2025.
Die, die ich richtig gut fand oder sehr besonders, bekommen zwei Sätze mehr! Bzw. sind in der Bildergalerie zum angucken!

Morgen, 01.01. kommen geschaute Kinofilme und ein paar „nackte Zahlen“
In jedem Fall sein der handvoll Menschen, die diesen Blog lesen, Dank gesagt. Schaut öfter vorbei und teilt die Inhalte gerne!
Danke!

JANUAR
11.01.     Plattenschau live.
Der Podcast, bei dem ich ab und an mit-babbel. Hier als Bühnentalk
mit Flo, Nathalie und Chris der Berg, sowie Gäst*innen.
Sehr netter Abend im Juha West!

16.01.    TOM MESS bei Dixigas Records in Karlsruhe. Zusammen mit GIPSY                  RUFINA. Dessen Platte ich dann im Nachgang noch reviewt habe!

17.01.    meine Band paddelnohnekanu mit KAPTAIN KAIZEN das Wochen-                   ende unterwegs! Hier im wunderbaren (ehrlich!) Slow Club in  Frei-                 burg! Geiler Sound, mega Publikum!

18.01.   Nochmal mit KAPTAIN KAIZEN, am Samstag in St. Wendel im Irish
Pub. Ein wenig zu wenig Leute, dafür umso treurer Fans gewonnen!

24.01.    in meinem Heimatstädtchen Bühl ein Konzert im Jugend(!!!)                               Zentrum. War ein famoser Abend, wirklich. Einen alten Bekannten,                   den ich bisher nur übers Netz kannte persönlich getroffen. Toll!

25.01.    TERRORFETT, COME THE DAY und FAVOR THE BOLD im Artcan-                      robert. Leider viel zu wenig los! Ich habe an dem Abend Technik ge-                  macht und Schweißperlen auf der Stirn, trotzdem Ruhe bewahrt!

FEBRUAR
07.02.   in Ottersberg bei Bremen startet unser Weekender mit MUTTER                          WILL TANZEN. Eine tolle Band und wir hatten uns echt schon                              Monate drauf gefreut, mit ihnen unterwegs sein zu können.

08.02.   Flensburg Hafermarkt. So weit nördlich waren wir noch nie. Geil.                        Volles Haus, ganze Nacht nicht gepennt.

09.02.    Hannover, Stumpf. Eine Show von Testdriver. Supernetter Kerl. Wir                   zu spät los für die Matinée-Show, zu spät gestartet, völlig durch,                       haha!
Eine letzte Show spielten sie noch ein paar Wochen später. Leider                       auf Eis….

14.02.    kaum zurück bin ich mit Marco von WuZetian nach Neunkirchen                        gefahren, um die krass coolen BENT BLUE aus San Diego auf ihrer                      Europatourne zu erwischen. Ein wenig müde, Bands und Publikum,                  aber ich hab mich echt gefreut und noch ein paar Worte mit Sänger                    Tony gewechselt!

21.02.    mit paddelnohnekanu und PARKWALKER eröffnen wir für TOM                         MESS auf seinem Releasekonzert in der Alten Hackerei in Karlsruhe

MÄRZ
21.03.     S.A.U.F. Festival in der Alten Hackerei. Kurzfristig durften wir ei-                       nen Slot mit paddelnohnekanu belegen.  Ich wäre sowieso hin. So                      viele geile Bands. Mega! Ich hab 12 von 16 Acts gesehen, yeah!

22.03.    und hier die Bands und ein exemplarisches Video, ich hab ein paar                      gemacht und online gestellt!

LYPURÁ, ZERO ZEROES, BRÜT, IN SCHWERER SEE, TYPHUZZ,                          100€ BAND, BLEAK MONDAY, HELMET LAMPSHADE, mehr fallen                    mir grad nicht mehr ein, sry.

26.03.    POINT NO POINT und AUTOBAHNS in Stuttgart Bad Cannstatt.
Prisma heißt der Club von N0Shows.
Erstere haben mir richtig richtig gut gefallen. Eggpunk von                                    zweiteren eher öde. Ein-Ton-Noise-Garage-Ding.

28.03.    spontane Anfrage, ob ich Technik machen kann im Artcanrobert.                      ja, oke. Wer spielt denn: POINT NO POINT und NAIVE ULTRA.

APRIL
05.04.    Geburtstagskonzert für Fauli. Es spielen BLUTWURST, feinster                             Metzgerpunk aus Karlsruhe, dazu er mit seiner Band KRASSER-                        FAHRSTIL und wir, aka FEINSTAUBALARM. Wir covern einige                              Stücke und feiern in seinen runden Geburtstag!
Auf der Durchreise unsere lieben Freunde Anke und Tuba.

12.04.     in Durmersheim (früher ein superbekannter Club namens „Lamm“                   gewesen) wird durch ein paar liebenswerte Menschen neu belebt.
Ich darf mit paddelnohnekanu, einem Stapel ofenfrischer Pizza,                         Bier und den Bands PETRICORE und SKINNY ELEPHANTS ein                               wenig Lärm machen.
An dem Abend ein Wiedersehen mit Sänger Elmar, mit dem Tulle                        (Bass bei paddelnohnekanu) und ich mal eine KYUSS– Coverband                      hatten!

18.04.    Endlich mal wieder zu Flo ins Wohnzimmer. Wir quatschen über DIE
ÄRZTE „Planet Punk“ zum 30 jährigen Jubilat der Scheibe. Für viele
Wegweisend und für Flo und Felix? Folge 15 in knapp 90 Minuten,
alle Songs.
Hier hören!

25.04.   bei der letzten Folge, einem innigen Wunsch von Flo, über die 30
Jahre „Planet Punk“ von DIE ÄRZTE zu sprechen, hatte ich die Idee,
wir sprechen darüber, wie es wäre, wenn der letzte Tag on Planet
Beer angebrochen wäre. Was würden wir tun?
Ich denke, wir haben auch nach zwei Stunden Gespräch noch keine
wirklich Lösung. Aber lustig war’s!
Hier hören!

MAI
10.05.    das erste Mal mit Stand auf dem Plattenflohmarkt der Kulturküche
in Karlsruhe. Ein schöner, langer Vormittag mit allerhand netten
Gästen am Stand!

24.05.    lang ersehnt und endlich da: ein Wochenende mit KUBALLA. Na,
also wenigstens ein schöner Abend in der tollen Villa Wuller in
Trier. Bemerkenswert: Fans vom Konzert in St. Wendel sind da. Wir
verkaufen zwei Platten und zwei Shirts, das ganze bei 11 zahlenden
Gästen, dazu ein absoluter Top-Konzertfotograf dort.
Fotos hier: Insta  und der Fotograf Marv.

JUNI
13.06.    Rastatt. SNAILMATE – ein irres Duo aus Amiland ein weiteres Mal                      zu Gast bei uns. Wie immer… hej: krasser Noise-Dance-Synthie-
Punk!

14.06.    Nachholtermin von EA80 im P8 in Karlsruhe.
Ich weiß, ich werd jetzt einige vor den Kopf stoßen, wenn ich sage,
dass es das bisher „entspannteste“ EA80 Konzert war. Vorband, fast
wie immer, bemüht aber nicht mein Ding.
War ein gemeinsamer Bandausflug. Tulle und Ole hat auch die
Vorband sehr gut gefallen. Wir trafen eine Meeeeenge Leute dort.

28.06.    ein weiteres Konzert in Durmersheim, Schützi, den ich diese Jahr
schaffe. Ich glaube insgesamt waren es 4 oder 5 Open-Air
Konzerte, die sie veranstaltet haben.
An diesem Abend mit NO FLAG LEFT, summer returns und COME                     THE DAY.

Die Tour von TOMAR CONTROL wollte ich mir wirklich ubedingt anschauen, doch die Lohnarbeit hat das am Ende ein wenig verhindert und ich kam Abends echt platt zurück und wollte nicht noch 1 1/2h zum Venue fahren. Schadé. Ich hätte die vier Frauen echt gerne wiedergetroffen!
Ich war in Erfurt und hätte Leipzig oder… ich glaub Chmenitz ansteuern müssen.

JULI
12.07.    mit den NECKARIONS auftreten bedeutet: viel Spaß. Und volle
Kanne Punk! In der Emma23 in Heilbronn sind schon einige
untergekommen, so auch wir – endlich! Saucooler Laden.

26.07.    spontan in ein Venue an meinem damaligen Arbeitsplatz geschafft.
Ich habe in Erfurt gearbeitet und bin nach Jena auf P.A.W. Festival
(Punk an der Wendeschleife) gefahren. Zum einen wegen der
Lesung von Punk as Fuck, wo ich Severine wiedertreffen konnte, die
in Freiburg im Slow Club tätig ist.
Ebenso, weil dort am Abend ES WAR MORD und ein paar andere
Bands spielen würden. Gesehen habe ich dann, in einer recht kühlen
Sommernacht, ES WAR MORD und DELIRIUM TREMENS.
Erstere mit einem super Auftritt. Zweitere sind eine recht junge
Band, auch mit einem echt gelungenen Auftritt. Davor war ich
während der Lesung gekommen. Die ersten beiden leider verpasst!

AUGUST
k.e.i.n.e. Zeit

SEPTEMBER
12.09.    erstes Konzert nach Wochen ohne Lärm.
PHILEAS FOGG im Vorprogramm von FLIEHENDE STÜRME. Tolles
Package, PHILEAS FOGG mit einem tollen Auftritt, sie spielen
wirklich zu selten live! Ihr Platte ist ein herrausragender Output des
Jahres 2025. Deswegen auch in meinen Top was-weiß-ich beim
Vinyl-Keks zu lesen.
FLIEHENDE STÜRME an diesem Abend recht flott unterwegs und
jeder Menge Spielfreude. Super!

13.09.    Sommerfest im Artcanrobert!
Es beginnt mit Paul the Judge vor der Eingangsür, mit Gitarre und                      Vocals. Singer-Songwriter – war echt gut!
Ich sehe das dritte Konzert (von 4 in ihrer Bandlaufbahn) von                               PETRICORE.
Dazu die wirklich liebenswerten ELAJ. Die mir etwas zu prolligen
WISHING WELLS. Endlich MODERN HELL, deren Platte ich wirklich
sehr feiere. Auch ein sehr guter Output in 2025! BLEAK MONDAY
habe ich schon einige Male gesehen und gehe müde nach Hause.
War dann doch viel die letzten Wochen an Lohnarbeit. NILS KEPPEL
sehe ich diesemal auch nicht.

17.09.    die Local Punkband BLUTGRUPPE WIXXXE (Karlsruher Supergroup
mit 100€BAND Sängerin Pauline, Bieber (ex-Pascow) am Bass,
Michi (ex- INDECISION + + + ) an der Gitarre, plus Plüschi (no
words needed) an den Drums.
Und die französischen Synth-Punks von FRUSTRATION dürfen mit
bei sein in der Alten Hackerei.
Gute Mucke, toller Sänger, verhaltensauffälliger Bassist und ein                         viiiiiel zu lauter Synthie.

18.09.    LENA STOEHRFAKTOR wollte ich schon eeewig mal live sehen.                             Meist spielte sie zu weit weg oder ich hatte keine Zeit. Voll gerne
würd ich sie mal mit RATTENKABINETT sehen.
Wie auch immer, BIG ZIS hat mit ordentlich tanzbaren Rap in
schweizer Mundart losgelegt. Spannend!
Dann LENA. Es war toll. Wirklich. Ich mag auch die ganzen neuen
Songs. Ehrliche Texte, super Beats. Bisschen oldschool, doch sehr
sehr gut.

20.09.    erstes Fotoshooting mit Band in den ganzen Bandjahren. Wir hätten
uns keinen besseren Tag aussuchen können. Super Wetter. Und                            keine bessere Fotografin als Mareike!
Danach noch unseren Kamikaze-Auftritt mit Mini-Equipment vor                     der Trinkhalle in Baden-Baden.
Knapp 70 Leute sind vorbeigekommen!

OKTOBER

03.10.    ich habe mich monatelang auf dieses Konzert gefreut. Endlich mal
wieder die KAPUT KRAUTS im Artcanrobert. Dazu TERRORFETT
und SCHEISSEDIEBULLEN.
Ich hatte letztere schon mal im P8 gesehen – super Liveband!
TERRORFETT im Januar – leider immer noch nicht mehr Leute da.
Dazu die hart spielfreudigen KAPUT KRAUTS, die sicher das vierte
oder fünfte Mal hier gestierten.
Im Nachgang erfuhr ich, dass viel zu wenig Werbung gemacht
worden war. Schade.

04.10.    relativ kurzfristig hatte ich diesen Auftritt im Proberaum von
HEISSE PROJEKTILE mit Attila ausgemacht. In Lahr.
Der Proberaum war megavoll, die Stimmung supergut und wir
konnten musikalisch echt rausstechen.
Die dritte Band war nämlich ALKOCOPS. Spaßpunk mit klaren                               Ansagen, nicht nur zu Bier. HEISSE PROJEKTILE haben live eine                        schier endlose Setlist von 30 Songs geprobt. Das war auch sehr                            lustig.

11.10.    Vinylflohmarkt. Again.
Diesmal war wunderbares Wetter und vermutlich deswegen irre
wenig los. Naja, bzw neben mir ein (hauptsächlich) HipHop
handelnder Schweizer, der richtig was los geworden ist.
Also wer Interesse an guten und günstigen Punkscheiben abseits des
Mainstreams hat, möge sich bei mir melden! Die Mucke soll ja gehört
werden und nicht bei mir in Kisten lagern!

13.10.    THE NOTWIST im Gebäude 9 in Köln. EIgentlich wollte ich, nach                       EA80 letztes Jahr, nicht mehr an einem Abend hin- und
herrauschen. 700km. … Allerdings hatte ich THE NOTWIST in den
90er nicht gesehen und wollte unbedingt mal die lauten und harten
Songs sehen und hören.
Ich fands umwerfend! Geiler Sound. Und ja, es fehlten ein paar der
tollen, alten Songs. Aber egal. Sie haben ein tolles Set gespielt.
Markus, Gitarrist und Sänger, legte im Thekenraum vor dem
Konzert noch auf.

18.10.    FINDINGS HARBOURS – allerletztes Konzert.
Wie besonders es ist, an einem letzten Konzert dabei zu sein, merkte
ich erst im Laufe des Abends. Im Grunde erst in dem Moment, in
dem Pip (auch Gitarrist und Vocals bei MODERN HELL) den letzten
Song ansagte.
Sich dann die Band nach vorne begab und verbeugte und ohne
Zugabe ging.
Ja, so ist das konsequent. Sehr gut.
Emo ist ja nicht so meins gewesen. Und innerhalb der Band fühlte
man sich inzwischen diesem Genre entwachsen. Trotzdem für beide
Seiten ein wunderbarer Abschluß im Z10 in Karlsruhe.
Danke.
PS: ich weiß von Jables noch, wo er aktuell spielt – NOMAD.
Spacerock und KRACHIGE PLATTEN Labelband.

24.10.    Mal was anderes andschauen und anhören. Nachholtermin.
Die schweizer Rock’a’Billy Band PEACOCKS in der Alten Hackerei.
Meine Liebste steht ja auch auf so einen Sound, und ich lasse mich
jedesmal überraschen, was den musikalisch geboten würde.
Nun, heute Abend war es weitaus mehr Punk auf der Gitarre, als ich                    vermutet hätte.
Der Sänger und Gitarrist in guter Spiellaune. Und auch Trinklaune.
Immer mal ne Kippe an, paar Züge, auf den Verstärker legen, dann                    einen Schluck aus der Whiskypulle, noch ein Schluck Wasser                                 hinterher und weiter gehts im Set!
Ich gebe zu, mich hat das nachhaltig beeindruckt.

25.10.    Nochmal mit KUBALLA spielen! Auf jeden Fall. Römerfässle in Ulm.
Konzert organisiert dort The Broken Fest. Sehr coole Bande, die
auch selbst musikalisch aktiv ist.
Die Kneipe war voll mit Leuten, dass ich weder vor noch zurück                            konnte bei spielen. Und alle hatten Bock. Das war wirklich ein super                  Konzert in einer komplett ausverkauften Bude.

31.10.    Biberach Filmfestspiele

08.11.    TOM MESS im Minestrone.
Eh ichs mich versah, landete ich also doch mal im „neuen“
SUBSTAGE.
Wusste nicht, dass das Minestrone die Kneipe über diesem riesen                       Laden in Karlsruhe ist.
Und dabei auch noch mit voll ausgestatteter Bühne. Toller Sound für                 die Band um Tom Mess. Ich denke wir kamen zum zweiten oder                         dritten Song. Tom stand noch mit Klampfe und Mikro vor der
Bühne, dann einige Songs aus allen Phasen auf der Bühne, bevor er                   wieder runterkam und seine Version von Bruce Springsteens                                 „dancing in the dark“ zum besten gab.
Die Überraschung des Abends allerdings ein alter Bekannter aus                           Baden-Badener Jube-Zeiten am Bass der Band TASCOSA, die ein                         Feuerwerk an Spielfreude und Professionalität auf die Bühne                                 brachten.

20.12.    Nachdem ich einen berchtigt wütenden Post von Plüschi bei FB las über den Stadtrat und die Abstimmung über die Kulturförderung, dachten wir, dass wir mal zu Support-Zwecken vorbeifahren. Wer hätte gedacht, dass wir einen rieeesen Haufen Leute treffen, die wir kennen UND das Konzert quaise ausverkauft sein würde.
Wir sahen die sehr gut und tatsächlich (meine Welt) viel zu lang aufspielenden BLUTWURST (siehe April!) und danach die belangslosen KAWENZMÄNNER. Leider so gar nicht mein Ding.
Was echt beeindruckend war: es waren unglaublich viel ältere Menschen da, die aus dieversen Freundschafts- Bekannten-Gründen dort waren, mit ihren Kindern (!!!) und einfach vorne Spaß hatten oder quatschten.
So gehen Konzerte also auch!

27.12.    ein wenig aufgeregt bin ich vorher schon immer, dass halt alle
Kassenschichten besetzt sind, alle kommen, die Bands vor genügend
Leuten spielen können.
Dieses Jahr hatte ich mir den Samstag NACH Weihnachten                                      ausgesucht. Und das Konzert am 20. (und es waren noch sehr viele
Veranstaltungen mehr) zeigte mir, dass das die richtige
Entscheidung war.

Für diese Jahr auch neu: die Gang um meinen ältesten Sohn macht Raves und ich habe sie dazu eingeladen. Also nach 2330, zum Abschluß: Hardtechno!
KRASSER-FAHRSTIL eröffnen den Abend im Café. Tightes Set.
ZYSTEM schleppen sich mit Rücken und Krücken auf die Hauptbühne und erfreuen das Publikum mit bester Laune Punk.
PADDELNOHNEKANU spielen ein paar alte Songs im gut gefüllten Café, bevor nur noch und ausschließlich neuer Stuff gespielt wird.
NOMAD bringen einige zum Moshen und abhotten. Die Stimmung ist an ihrem Peak, würde ich sagen.
UNBITE auf der Cafébühne noisen das erste Mal seit langem ordentlich rum. Was auf geteilte Aufmerksamkeit stieß. Ich fand die Show klasse und hab mich mega gefreut, dass sie da waren! Hab auch lang genug gewartet, sie mal live zu sehen.
SENOR KAROSHI heizen auf der Hauptbühne dann nochmal ordentlich ein – eine wirklich starke Show!
Währenddessen hatten die Jungs und Mädels von der ZDC-Crew umgebaut und legten los. utzutzutzutz.
War ein gut besuchtes Konzert!
„Ich war seit Jahren nicht hier, aber die Auswahl heute Abend war auch echt super“. Sprach ein Zuschauer mich an und verschwand in die Samstagnacht.

28.12.    Letztes Jahr spielten wir zum ersten Mal auf K.’s Geburtstag. Kurz und Knackig. Dieses Jahr sollten es ein paar Songs mehr sein, somit etwas länger. Dazu ein paar sehr alte Freunde / Bekannte unter den Party-Gästen.
Wir haben diesmal ein längeres Set gespielt. 18 Songs. Zum 18ten Konzert dieses Jahr. Es war sehr sehr schön.
Draußen Feuertonne und Grill. Drinnen Bier un selbstgebrannter Gin.
Und viele liebe Menschen. Das war echt cool!

Okay. Vow. Das ist mit Abstand der längste Bericht, den ich hier je in den Blog gekloppt habe.
Ein Konzertreiches Jahr. Das hat wirklich viel Spaß gemacht.
Jetzt freue ich mich noch darüber, dass wir mit paddelnohnekanu noch einen Videoclip gedreht haben und am 05.01. noch einen drehen werden!

Dazu kommt der erste Release in 2026 zu meinem Geburtstag als Pre-Release.
17.01. also im Artcanrobert – Albumparty plus BEN RACKEN und PEPPONE.
Geil.
Kommt vorbei!

LP: berliner doom – notre doom

Hach. Ist es DAS Album des Jahres? Die Nachfolge von Stereo Total in einem Synth-Wave-Gewand?
Eher einem leichten Mantel, den man schnell ablegen kann, einen schönen, leichten, cremigen Touch hat. Vielleicht sogar Schulterpolster wie vor drei Dekaden.

Ist der Pop, den die dreiköpfige Band uns da in die Ohren zimmert einfach ein Volltreffer?

Vocals: Claire Roy, zugezogen aus Frankreich. Mit dabei die wohl etwas bekannteren Boris Guschlbauer an der Gitarre, Valeska Uribe am Bass und Drums und Recording von Daniel WTO.

Wer kennt sie nicht – ich… haha.

Dafür kannte ich sie schon vorher. Also vor dieser Umwandlung in ein honigartiges Wave-Wesen, welches eine so derart süße und fast klebrige Anziehungskraft hat. Was OK NEIN an Geballer asu dem Synth hauen, ist hier minimalistisch dosiert, aber nicht weniger fantastisch!
Auf dem Tape-Sampler zum 7ten Geburtstag des Nachladen in Hamburg, ein wunderbarer Laden mit Zines und Drucken, fand sich die damals als Projekt gestartete Band Berliner Doom mit bspw. meiner Band paddelnohnekanu wieder. Tolles Ding!
Sie hörten sich ein wenig anders an, und da das aktuelle Album das Aktuellste ist, was sie musikalisch zu bieten haben, quasi der momentane Peak und das beste Album der Band. Funfact: die Band startete als Grindcore-Duo. Eine schrägere Linie kann man also nicht quer durch die Musikgenre ziehen!

Berliner Doom ist New-Wave. Da steht zwar noch ein „punk“ hinter der Beschreibung, würde ich mal wegnehmen, denn Punk hör die da keinen. Und irgendwie bin ich es auch leid, überall wir Punk angehängt. Das ist schon fast infaltionär. An jeder doofen Melodic, New-Wave, Synth, whatever-Band wird noch ein Punk rangeschraubt, als könne das JEMALS ein Verkaufsargument sein.
Also ich würds mir nicht kaufen, harhar!

Der Gesang ist durch französisch, deutsch, englische Gesang ist durch Titel, Wörter oder komplette Lyrics sehr abwechslungsreich. Zwischen Minimal und Dada recht subtile Botschaften.
Die Band bleibt ebenso minimalistisch.
Und ich mag diesen poppigen Sound. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Band live um einiges krachiger ist.
In schlappen 18 Minuten – kurzweilig ist es also auch! – schieben Berliner Doom zehn Songs zwischen die Rillen von „Notre Doom“. Machen nicht, wie andere Vertreter*innen des Genre New-Wave, so 4 Minuten Endlossongs, in denen sich die Basslinien ziehen wie Gummi und man permanent auf den Wechsel wartet. Nein, kurz und knackig, auf den (punkigen?) Punkt gespielt.
Es ist tanzbare Mucke und dennoch auch kaum innovativ. Da passiert jetzt nicht soooo viel Neues, das meine neue Leidenschaft für die Band 100% gerechtfertigt ist.

„l’amour pour 2 jour“ ist so das tanzbarste Stück, ein Discobanger. Während dann „lost on the dancefloor“ „mehringdamm“ eher gediegen und düster. Gegen Ende wird es auch mal kurz sphärisch mit „two types of reality“ – aber auch nur für etwas mehr als zwei Minuten!

„notre doom“ macht total Spaß, läuft richtig gut durch.
Ich halte das alles für ziemlich schlau. Die Songlänge macht es.

Kauft bei:

 

Dieser Review ist bereits beim Vinyl-Keks erschienen.
Dazu auch meine Top 3 von 2025. Leset und höret!

LP: aackr – wtf 2025

Nachdem ich mir Yass angehört hatte, da muss doch direkt nochmal AACKR auf den Teller!

Diese Songs sind manisch, beatorientiert und nimmermüde. Manchmal wollen sie gar nicht enden!
AACKR verfolgen eine Mischung aus Rhythmus und Rhytmen, die nicht ganz zuende gespielt sind. Darauf eine Basslinie, die sich langam aufbaut. Irgendwo fehlt mal ein halber Takt am Ende – darauf reduzierte und akzentuierte Gitarrenlinien.
Mal ein Synthie, mal ein Sample.
Wenn man es einfach laufen lässt, da es instrumentale Musik ist, kann man das schon ganz schön reinfallen. Im Sinne von „sich fallen lassen“.
Man wird mitgerissen, doch die Musik ist wiederum nicht flott genug, um anzufangen zu zappeln. In gewisser Weise, könnten AACKR auch einen Soundtrack gestalten.

Willentlich reduzierte Sphäre.

Nur sechs Songs, dafür maximale Spielzeit, die auf eine LP passt. Wie soll es auch anders kommen, wenn man Songs mit diesen Klangteppichen aufbaut und wieder vergehen lässt?
11 Minuten Wahnsinn in dem Video oben!
Linernotes zu den einzelnen Songs im Gatefoldcover.
Spannend zu lesen, was die beiden sich dabei gedacht haben!
„eine wichtige, emotionale Momentaufnahme, die in einer Zeit voller Krisen entstanden ist. Our world is about to loose its Balance. Darauf waren wir in unserem ständig Fortschritt verwöhnte Gesellschaft einfach nicht vorbereitet.“

Sehr gute Beobachtung und Zusammenfassung.
Noiserock-Bands klingen, meiner Meinung nach, alle anders. AACKR sind eine von den Guten. Checkt das aus.
Artwork ist von Atze. Und er hat es wohl geschafft nach Jahren etwas Gelb ins Cover zu packen. Eben ein Gatefold. Superklasse Farbe.
200 Stück.
Bei Moertel Sound.

LP: yass – feel safe

Die neue LP von Yass beginnt mit einem Songs, den es schon als erstes Video gab. „in the basement“.

gemeinsam mit dem zweiten Song „got hurt“ fangen Yass sehr fiebrig an, was sie im Grunde auch live ausmacht.
Sie fangen auch dort an, wo sie beim letzten Album aufgehört haben.
In jedem Fall gehen die stampfenden Beats hart ins Bein. Zappelfaktor garantiert.
„suit“ eine, gewissermaßen, ruhigere Nummer.
„nobot“ – auch als video erschienen – man muss sich an diesem Punkt dann doch mal wieder in Erinnerung rufen, dass die Band nur aus zwei Menschen besteht. Drums und einem Wahnsinnigen! Dieser spielt Gitarre, spricht seine Lines ins Mikro und programmiert noch die ganzen Synthy-Sachen, die zugespielt werden.

Yass sind in ihrer Art unglaublich kreativ. Und in dem Synth-Noise-Gitarren-Spektrum wohl ziemlich alleinstehend.
Seite zwei – mal kurz & knackig zusammengefasst – der Titeltrack „feel safe“ ist mit der schnellste Song.
Insgesamt wirklich ein, in seiner überladenen Schlichtheit, sehr sehr gutes Album.

Grafik-Design von Fabian Bremer. Erschienen bei Crazysane Records.

MC: freund hein – madonna

Eine nicht ganz neue Band ganz weit ausm Norden namens Freund Hein fallen mir ins Auge, Bestellung, und ins Tapedeck.
Ich habe keine 10 Sekunden gebraucht, um mich zu entscheiden.
Leider sind keine Texte im Tape, klar, ist nicht soooo viel Platz. Und der Sound ist bei mir leider ein wenig übersteuert.

Nichtsdestotrotz haben Freund Hein einen Anfang und ein Ende. Klar, ich denke schnell an Turbostaat, bisschen Knud Voss oder Schalko. Oder die Stimme ähnlich Das Aus der Jugend. Alles schon wirklich passend!

„raufasergespenst“ ist, der zweite Song und hat eine wirklich großartige Hook! Die Stimme bleibt gleich und macht keinen Popsong draus – sehr gut!
„schlapphorn“ ist etwas ruhiger, bezeichnend für diesen Release.
Freund Hein zeigt alles, was sie können, blieben schön minimalistisch und sticht doch etwas heraus aus dem, was die genannten Bands so machen.
Punkrock. Mit Post, mit Emo.

Einige Samples begleiten die Songs, das ist ja hart in den 90ern zelebriert worden und durch die Looper nochmal bei den aktuelleren Bands angekommen.
„liich-ut-dreier“ hat dann recht viele dieser Samples aus Filmen, was immer, und ich glaube zu verstehen, warum der Titel „madonna“ ist.
Sie ist entweder tot oder verschwunden und wohl eine Mörderin war. Genau kann das ja nur die Band beantworten.

Gefällt mir sehr gut, dieses Tape. Es gibt noch zwei weitere Tapes. Freund Hein haben erst 2023 den ersten Release raus, sind also recht fleißig. Zweite Auflagen gibt es bei Bandcamp auch schon:

LP: däächt – crying houses

Ungewöhnlicher Bandname und keine weitere Erklärung, warum sie davor mal Colossus Däächt hießen und nun anders.
Vielleicht spuckt das Internet ja was aus!

Auf Seite 1 sind 6 und auf Seite 2 vier. Der erste Song „notopia“ überrascht mich mit ner Art Post-Hardcore, im zweiten Song erwarte ich dann schon etwas mehr Gewalt, aber es kommt Garage. Auch gut!
Interessanter Wandel.
Däächt knallen mit „time machine“ einen krass geilen Hit raus! Die vier Herren aus Regensburg klingen nach The Hives oder ähnlichen Vertreter*innen. Beim erwähnten Song mit einem ordentlichen Schuß Bubble-Gum-Pop. Was vor allem an der engelsgleichen Stimme liegt. Aber auch an der kleinen, nicht übertrieben langen Melodie der Gitarre, der man recht schnell folgen kann; vor allem mit den Armen in der Luft!

Die Band Däächt scheint sehr genau zu wissen, was sie machen. Auch in der Einfachheit des Artworks. Garagepunk mit so nem Post und bisschen Spielfreude, nein, viel Spielfreude. Ein Stapel wilder Ideen später ist dieses Album leider auch schon durch.
Sie würden ganz prima zu Bands passen, die bei Bachelor Records ausspielen dürfen.

Es passt da schon echt alles zusammen.
Ich habe die Platte schon viel zu lange gehört, bis hier nun der Review „rüberwächst“. Kommt mal in Rastatt vorbei!
Was sich am Anfang noch sehr kurzweilig gestaltete, wird gegen Ende der Scheibe immer länger. Die Songs bekommen dann mal eine Länge von knapp 4 Minuten und werden etwas sphärischer, so nenne ich das jetzt mal.
30 Minuten rum. Dann ist Schluß.

„smile“ schließt ordentlich nölend das Album „crying houses“ von Däächt.

Get it here:

LP: rauchen – fallen und schweben

Eine Platte, die ich mir geakuft habe, weil mich die Band vom ersten Release an begleitet und ich ihre Weiterentwicklungen echt megagut finde. Bis jetzt!
Veränderung ist Leben. Und das lieb ich beides und kann es akzeptieren. Zumindest wirkt das musikalische Schaffen der Band untere anderem auch so auf mich.

Rauchen haben eine Platte raus, die vom „fallen und schweben“ handelt. Klar gibt es feministische Inhalte. Das „fallen und schweben“ in Beziehungen, in toxischen Beziehungen.
Dieses Jahr habe ich kein abwechslungsreicheres Album gehört!
Thematisch auf den ersten Blick etwas einseitig. Musikalisch aber so Genre-übergreifend, dabei seinen ganz eigenen „Rauchen-Stil“, dass ich das einfach „nur“ nochmal geil finden kann!
Es ist keine Neuerfindung, aber in einer Einfachheit werden hier so viele gute Teile schlüssig aneinandergehängt und zusammengebracht, die bei mir in Freude mündet!

Post-Punk, Wave, Synth, Post-Hardcore, ja, Grungig, alles auf jeden Fall fresh, wenn nicht gar sogar jung. Chöre und wütendes Geschrei, geradezu poppig umschlingen mich die harten Beats dazu.
Ein Track „flimmern“ ist so hart deppressiv und nur drei Minuten lang, ich habe das permanente Gefühl, der Song will nicht enden. Und das ist so, denke ich mal, gedacht.
Die Schönheit der Wut.

Was bemerkenswert ist, mich doch aber davon abhält, diese tolle Platte öfter zu hören:
die tollen Lyrics. Kraftvoll und ermattend zugleich. Erschlagend und fordernd. Gegen alle Männlichkeit. So mag es manchmal wirken.
Und … eventuell überfordert mich das als Mann. Eventuell zurecht.

Gibt es bei Grand Hotel Van Cleef.

interview: #2 – Electro Baby – Stonerrock, Karlsruhe (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

INTERVIEW ELECTRO BABY

Ich wüsste nicht mehr so genau, seit wann ich ElectroBaby kenne, wenn da nicht lauthals immer vom „13 jährigen“ (Jubiläum) die Rede gewesen wäre.

Robert, der lange an der Gitarre stand, kenne ich aus dem letzten Jahrtausend noch, haha! (Abel killed Kain und BockAufRausch). Dann kam [e:on], dann das ElectroBaby. Oli mir nun bekannt seit der Vorgängerband ( [e:on] ), hatte ich immer Spass daran, den Mannen zuzuhören und die Entwicklung mit zu verfolgen. Zumal es sich auch immer wieder traf, dass der eine oder andere in die eine oder andere Band wechselte und wir dann die Bühne mit diesen Bands teilten!
Als dann klar war, dass sie endlich auch eine LP rausbringen MUSSTE ich zugreifen! Mal schnell zu Olli rüber , und bitte:

PP:
Wie lief der Release Start?

Oli:
Die Release Show im Substage Karlsruhe sowie der darauffolgende Tag in der Live Music Hall Weiher zusammen mit Motorjesus und The Hellboys waren der absolute Hammer. Das war ein richtig cooles Package, alles lockere Jungs und die Publikumsreaktionen waren fantastisch!!!

Wir hatten ja auch schon vor der Release Show einen Stream unseres neuen Albums „Flies Are Happy About Coyote Shit“ auf YouTube gestellt. Darauf waren die Reaktionen schon durch die Bank positiv! Und wir haben in so einem frühen Stadium schon mehr Feedback als bei irgendeiner Platte zuvor. Die ganze grosse Musikpresse ist bemustert, da stehen die Reviews aber noch aus.

PP:
Beim hören des Albums fällt mir auf, daß ihr es in den vergangenen 13 Jahren nicht unterlassen habt, Euch zu verändern! Mal abgesehen von Besetzungswechseln an der Gitarre, ist immer eine musikalische Entwicklung von Album zu Album zu hören. Was treibt Euch an?

Oli:
Das hat sich eigentlich ganz von alleine ergeben. Wir sind nach wie vor eine Jam-Band und versuchen eigentlich immer die bestmöglichen Songs zu schreiben. Es soll immer ein Album werden, das wir auch gerne selbst im Laden kaufen würden.

Ich denke, wir haben alle einen recht hohen Anspruch an uns selbst und als Mensch wie auch als Musiker hörst du ja nie auf zu lernen. Und durch deine ganzen Erfahrungen die du sammelst, veränderst du dich ja auch als Mensch ständig. Und die ganzen Eindrücke die jedes Bandmitglied individuell sammelt, spiegeln sich in der Musik wieder. Dann willst du ja nach jedem Album was anders oder besser machen, so ist auch das eine ständige Antwortreaktion. Wir könnten, glaube ich, auch nie das gleiche Album zwei mal machen.

Generell kann man sagen, da ist bei jedem von uns der Drang, etwas kreativ zu erschaffen.

Und wir lieben es einfach 😉

PP:
Ich höre diesmal viel mehr Blues-Gitarren, was auf dem ein oder anderen Album ja mehr Pantera war. Altersmilde geworden?

Oli:
Robmaster ist ja die totale Riffmaschine, Kim kommt dagegen mehr aus dem Blues. Und da Kim ja jetzt alleiniger Gitarrist bei uns ist hat sich auch das einfach so ergeben. Natürlich sind auch wir älter geworden, aber ich denke man spürt da auch einfach eine gewisse Reife. Die Riffs sind auf jeden Fall bluesiger, aber ich finde sie auch viel schwerer. Und ein schwerer Bulldozer fährt nun mal nicht so schnell, dafür steckt aber eine Menge Kraft dahinter.

PP:
2 Songs haben exakt dieselbe Länge. 5Minuten57. Zufall?

 Oli:
Daran haben wir lange gearbeitet, da steckt auch ein tieferer Sinn dahinter. Hahahaha, nein, kompletter Zufall ;)))

PP:
Nach so vielen Jahren kann man ja behaupten, daß ihr Urgesteine der Karlsruher StonerRockSzene seid, falls es die geben sollte (…) und wenige Bands halten es so lange miteinander aus. Viele Konzerte, Songs schreiben, Besetzungswechsel, Aufnahmen.
Wie schafft ihr das?

Oli:
Wir haben ja alle vorher schon in vielen Bands gespielt, mit allem Drama drum und dran. Und bei ELECTRO BABY haben wir von Anfang an gespürt, dass da eine ganz besondere Chemie herrscht. Natürlich muss man an einer Beziehung auch arbeiten, das ist ganz klar. Aber wir haben auch alle keinen Bock auf diesen Kindergarten mehr. Wir wollen uns treffen, jammen, Songs schreiben, die aufnehmen und auf Platte rausbringen, live spielen und einfach Spass miteinander haben. Und wie schon gesagt, wir lieben was wir tun!

PP:
Gab’s mal nen richtigen Durchhänger?

Oli:
Oh ja, natürlich, und nicht nur einen;) Jeder Besetzungswechsel ist total nervenaufreibend und geht allen an die Nieren, sowas braucht keiner mehr von uns. Und dann gibt es die Momente, wo mal wieder diese Kette kommt, wo einfach nichts klappt und alles schief läuft und du auch mal denkst, warum mach ich den Scheiss eigentlich? ;))) Aber schon nach einer Nacht darüber schlafen weisst du, dass du einfach nicht anders kannst und es essentiell brauchst. Uns hat es immer geholfen, wenn wir uns dann wieder ein Ziel gesetzt haben, auf welches wir hingearbeitet haben. Vor anderthalb Jahren war auch so eine Pechsträhne, da wurden Gigs abgesagt wegen Überschwemmung, weil der Club schliessen musste, weil jemand wirklich richtig krank war usw. Da haben wir uns auch gesagt, dann schreiben wir eben eine neue Platte ;))

PP:
Ihr seid mit eurem Plattendeal bei Abandon Records raus in die große Welt und nun wieder „back to the roots“ in der Heimat bei Eucalypdisc. 
Die richtige Entwicklung?

Oli:
Für uns auf jeden Fall! Wir haben jede Menge Erfahrungen gesammelt;)

PP:
Gibt es Unterschiede in der Herangehensweise? (bspw. macht ihr nun mehr selbst?)

Oli:
Wir waren eigentlich schon immer eine komplette DIY Band. Es ist falsch zu denken, dass wenn man bei einem kleinen Indie-Label ist, plötzlich einem alles abgenommen wird und man sich voll auf den kreativen Prozess konzentrieren kann.

Unsere Erfahrung war eigentlich immer, wenn du dich selbst nicht um alles kümmerst, dann passiert auch nichts. Eucalypdisc Records gehört einem Freund von uns, welches wir nach dem Weggang von Abandon reaktiviert haben. In unserer Zeit bei Abandon haben wir gesehen, wie ein Indie-Label operiert. Die Tricks und Kniffe haben wir dann auf Eucalypdisc übertragen und von da an wieder alles selbst gemacht. Und so kannst du dir bei zu wenig Promoarbeit, Bemusterung usw nur an die eigene Nase fassen.

Du hast aber so auch die absolute Kontrolle. Geld ist bei keinem kleinen Label da, so auch nicht bei Eucalypdisc. Wir haben aber eine Vertriebsstruktur, die wir auch befreundeten Bands (die wir gut finden) zur Verfügung gestellt haben.

Dank Bandcamp kultiviert sich aber immer mehr der Direktvertrieb vom Musiker zum Fan, worin ich auch persönlich die Zukunft sehe. Selbst Rick Rubin hat in einem Interview vor Jahren gesagt, dass alles darauf hinausläuft und Plattenfirmen sterbende Dinosaurier sind.

PP:
Von Anbeginn habt ihr auch auf „verrückte“ (mir fällt grad kein gutes Wort ein) Zusammenarbeiten gesetzt. Angefangen mit Julie Strain als Covergirl, Musik für ein Videospiel und dem Wrestler Master J? Wie kommt/kam es dazu?

Oli:
Das hat sich auch alles so ergeben! Ich hatte ja damals das Logo der Starfuckers entworfen und mir dann Ärger von meinen Bandkumpels eingehandelt, wie ich für die so ein geiles Logo machen kann ;))) Electro Baby hat sich ja kurz nach den Starfuckers formiert. Und durch Heavy Metal F.A.K.K. 2 bin ich auf Julie Strain gestossen und habe unser Logo auf einem Bild von ihr basierend entworfen. Wir haben sie dann einfach gefragt, ob wir es verwenden dürfen. Sie meinte, wir dürften sie immer jederzeit verwenden. So kam es dann, dass sie auf jedem Cover von uns zu sehen war.

Nur bei dem Cover von FAHACS haben wir bewusst einen Schnitt gemacht. Es hat sich einfach zu viel in eine etwas andere Richting entwickelt, so dass das alles nicht mehr so richtig gepasst hat und wir das auch optisch unterstreichen wollten.

Eine Freundin der Band kannte jemand bei Techland in Polen (die ja auch für Unisoft Spiele entwickeln) und hat uns empfohlen. Die fanden die Musik von uns gleich super und haben uns für das Spiel „Speedway Liga“ verpflichtet.

Der Wrestler Master J hat uns kontaktiert, ob wir für ihn ein Entrance Theme schreiben möchten. Wir haben dann einen Kampf von ihm besucht und fanden dort den gleichen Entusiasmus wie bei uns. Da wir kurz vor einer Albumproduktion standen, hat das dann auch super gepasst.

PP:
Wie schaut‘s aus für 2015?

Oli:
Wir sind mitten in der Gigplanung und möchten jetzt mal einfach nur Gigs spielen. Ein paar andere Sachen sind noch in der Pipeline, aber jetzt im Moment noch nicht spruchreif.

PP:
Gibt’s in der erwähnten Karlsruher StonerSzene noch mehr Bands zu hören?

Oli:
Auf jeden Fall! Da ist zuerst mal Kim’s andere Band AllHazeRed zu nennen und checkt unsere Labelmates von Lunatic Spirit, die machen geilen Stoner/Death/Doom.

Hammergeil sind auch Doom Division aus Stuttgart, die haben diesen Down/Crowbar-Vibe.

Alle Bands sind äusserst empfehlenswert und sollten unbedingt mal angecheckt werden;)