review: DIRECT JUICE – refill 7inch

Direkt Juice.
Ich bin voreingenommen. Habe sie schon live gesehen. Dabei ist das sicher so ne Zwei-Mann-Combo, die voll easy auf Tour gehen könnte, macht es aber nicht. Mit pADDELNoHNEkANU. Wir haben in Magdeburg mit Ben Racken im Proberaum ein Konzert gespielt. Sie spielten spontan, Drums aufgebaut, die Gitarre umgelegt, sowas geht ja wirklich leicht bei einem Duo. Damals war ich richtig viel unterwegs, ich denke Ende 2016 muss das gewesen sein, hatte eine App mit der man kurze drei Sekunden Clips aufnehmen konnte. Jeden Tag ein richtig knackigs Video-Tagebuch.
Damals schon also Song Nummer 4, der auf der ersten Seite dieser famosen Single ist „addicted to“ gespielt. Meine drei Sekunden sind dieses keifend gerufene „di-rect-juice“. Sehr sehr geil.
Selbst aufgenommen und zusammen mit der Dorfpunk Gang rausgebracht. Das sind acht wütende Trash-Stoner-Punkige Songs die eine unfassbare Energie versprühen, der man sich nicht entziehen kann.
In den Lyrics wird die moderne Sprachlichkeit auseinander genommen, ein Stinkefinger an alle die zu viel, zu hoch, zu weit wollen, die irgendwas davon labern sie seien Hardcore!

tired of to motivate
tired of playing guitar
tired of singing along
tired of verdammt noch mal
tired of renting a car
tired of to party hard
tired of everything
tired of you!

Teilweise ist es ein wenig jazzig, frickelig, aber nie ausufernd noisig. Beide singen und schmeißen sich die Worte hin und her. Es sprüht ein jugendlicher Charme aus jedem Ton, wenn ich nicht wüsste dass es fast fünf Jahre her ist, dass ich die Herren gesehen habe, würde ich sagen sie sind vermutlich immer noch jung.
Bleibt so!
Megageile Website
Da gibts auch Musik, Kontak, die 7er!

review: FLUID TO GAS – handle with care / split w/POTATO FRITZ

Fluid To Gas vs. Potato Fritz. Damit leg ich mal los.

Bei dieser 7inch handelt es sich um die Silberhochzeit dieser beiden Bands. 25 Jahre Geburtstag und Freundschaft feiern! Auf der Rückseite prangt eine große 50. Weil beide Bands zusammengerechnet ergeben also 50 Jahre D.I.Y. Wurschtelei. Ich kann nicht mehr nachvollziehen warum ich das schwarze Gold erst dieses Jahr bekommen habe, aber es war ein fettes Paket! Zwei 7incher und eine CD mit allen Songs von Fluid To Gas. Also: 1994 bis 2019. Die Band aus Bonn begann mit einer 10inch bei dem famosen Label Revolution Inside, welches es heute leider nicht mehr gibt.

Functioning Bullshit Detector“ kommt als erstes um die Ecke gekratzt. Bisschen Fugazi, etwas punkiger als sonst. Einer der schnelleren Songs von Fluid To Gas, ein sehr kurzes Vergnügen! Ein Song pro Seite zwingen mich schnell wieder an die Nadel!

Potato Fritz (der Bandname ist einem deutschen Western aus den 1970er Jahren entnommen, Hardy Krüger in der Hauptrolle des gleichnamigen Kartoffelbauers), die mir total laut und brachial in Erinnerung geblieben sind, kommen geradezu sanftmütig aus der Rille. Mit „Gerichtsmedizin“ kreucht da das Gespenst der Hamburger Schule, nein, ich würde sagen IndieRock, nachdenklich, melancholisch, ein Song mit Ecken und Kanten, wird noisig. Der Song ausufernder und länger.  

Das Layout ist top, dicker Karton, der einen kleinen Falz hat, um die7inch vollständig zu umschliessen. 180 Stück  ist die Auflage und es gibt auch noch eine 3inch CD mit einem etwas anderen Cover. Lag wohl daran, daß zum Releasekonzert der Siebener noch nicht fertig war, schnell mal für den geneigten Sammler eine Mini-CD gemacht. Release Nummer 15 1/2 vom eigenen Label F-Spin Records

Handle with care“ 7inch dann mit mehr Songs und ausschliesslich Fluid To Gas.

Release Nummer fünfzehn von F-Spin Records. Kam also kurz vor der oben besprochenen Silberhochzeit. In 2017 hatte ich hier schon den vorherigen Siebener besprochen, die auch sehr gelungene „on air EP

Endlich komme ich dazu, diese tollen 7incher aus meinem riesen Stapel an Mucke zu Reviewen zu ziehen und sie ein paar Runden drehen zu lassen. Der erste Song und Titelgebende Track „handle with care“ wirft mich sofort in die Erinnerung an die erste 10inch von 1996 zurück. Wie schön! Man erkennt sie musikalisch also sofort wieder, der Sound kompakter und das Songwriting runder. Mit „don’t sing along“ beweisen sie mir ein weiteres Mal, daß sie DIE deutschsprachigen Vertreter des großartigen DISCHORD-Sounds sind. Zwischen Noise und Hooks, die dich sofort mitreißen, macht  ganz ganz großartige emotionale Musik! Der letzte Song „our way“ hauen sie nochmal voll auf die 12. Ich mag es inzwischen, wenn die Band Tempo aufnimmt.

Danke für die beiden Singles! Und btw: die CD-Compilation ist selbstverstädnlich auch zu empfehlen, wer sich einmal durch ein viertel Jahrhundert der Bonner Band graben möchte. Meldet euch einfach hier: Mail oder bei FB anschreiben.

video: UNBITE – baby dragon

Von der hier vorbestellbaren, selbstproduzierten LP / CD mit dem Titel „fang“ gibt es von den kürzlich besprochenen UNBITE aus Stuttgart ein erstes, auch im Bild, nicht nur im Ton, noisiges Video. Erscheint beim polnischen Label ANTENA KRZYKU

Kommt mit echt coolem Artwork von Joni Belaruski und in 180g-Vinyl. Splattered.

fix – s/t 7inch

Bei Phantom Records ist die Single von FIX rausgekommen. Am Anfang habe ich die Single auf 33rpm laufen lassen und wunderte mich über das dumpfe Gewüte was ich zu hören bekam. Ich hab sie also noch mal neu gestartet auf 45 rpm. Wieder nichts. Kein Wort verstanden!

Bei FIX handelt es sich wohl um ein Projekt vom Sänger von PISSE. Mehr noch vom Label: „Steiler Shit von einer Band, die ihr Personal aus Germany, Israel und Sachsen-Anhalt zieht (u.a. Ex-White, Seargant Dennis, Fix, Victor, Schiach, Russe, Fix und Fix)“

Ich habs dann wieder auf 33 rpm umgestellt. Irgendwie gings dann. Abgefahren. Hab echt einen Moment gebraucht, mich an die musikalische Geräuschkulisse zu gewöhnen. Obwohl der Gesang die ganze Zeit sehr zurückgenommen und sehr im Hintergrund ist. Ich check also noch mal meine Anlage. Dreh am Rad, Knöpfchen drücken, mach noch lauter, noch ein bisschen lauter, doch es nutzt nichts. Lauter isses schon am geilsten, haha!

Es ist ziemlich abgefahrener Elektronischer Punkrock der in meinem Ort derben englischen Einschlag hat. Mich wahnsinnig und sie an die alten, wilden MINISTRY erinnert; wobei ich echt keine Ahnung habe von dieser Art Musik, räusper. Die 7inch ist bereits vor etwa einem halben Jahr erschienen.

Klasse Text „The Good Life“. Auch ein super Cover! Lohnt sich auf jeden Fall immer wieder bei PHANTOM Records in die Plattenkiste zu gucken und sich was zu bestellen. Ganz großartige Bands kommen da raus. Zumindest für die, die auf schwer abgefahrenen Stuff stehen! Wer auf Außergewöhnliches mit Dachschaden steht: bandcamp